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Im Spannungsfeld von durch Frauen geführten informellen Mikrounternehmen mit ihrem soziokulturellen Kontext

Title: Im Spannungsfeld von durch Frauen geführten informellen Mikrounternehmen mit ihrem soziokulturellen Kontext

Term Paper , 2014 , 16 Pages

Autor:in: M.A. Felicitas Knaupp (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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In den letzten Jahren ist in Berichten vieler Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit immer wieder von erfolgreichen Unterstützungsleistungen für Kleinstunternehmen zu lesen. Gleichzeitig werden auch kritische Stimmen laut, die solchen Leistungen für home-based enterprises beispielsweise vorwerfen, nur bestehende Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu festigen. Andere Studien begründen das Scheitern einiger Mikrofinanzprojekte mit der mangelnden Beachtung des spezifischen soziokulturellen Hintergrundes und der einzelnen Individuen. Die folgende Arbeit soll sich daher nicht primär mit den Maßnahmen der Förderung (z.B. durch Mikrokredite) beschäftigen, sondern mit dem Wesen dessen, was gefördert werden soll. Hierbei liegt der Fokus auf dem Spannungsfeld der häuslich basierten, von Frauen geführten Kleinstunternehmen mit ihrem soziokulturellen Umfeld anhand von Beispielen aus Ägypten und Jordanien.
Demzufolge lautet die zentrale Fragestellung dieser Arbeit: Bedeuten häuslich basierte, von Frauen geführte Mikrounternehmen im soziokulturellen Umfeld arabischer Länder nur eine Reproduktion bestehender Geschlechterungerechtigkeiten oder eine Chance für stetiges empowerment von Frauen?

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Inhaltsverzeichnis

I Reproduktion der Geschlechterungerechtigkeit oder women empowerment?

II Im Spannungsfeld informeller Mikrounternehmen mit ihrem soziokulturellen Kontext

1. Grundlegende Begriffe

1.1 Home-based Microenterprises

1.2 Der informelle Sektor der Wirtschaft

2. Ägypten und Jordanien – zwei Beispiele häuslich basierter Kleinstunternehmen

2.1 Hühnerfarmen im ländlichen Ägypten

2.2 Stickerinnen im städtischen Jordanien

3. Der soziokulturelle Hintergrund in seiner Bedeutung für Frauen im informellen Sektor

3.1 Ein kleiner Einblick in die Soziokultur arabischer Länder

3.2 Wirtschaftliche Entwicklung im Einklang mit Traditionen?

3.3 Selbstbestimmung und Freiheit in einem eng eingegrenzten Kontext

4. Chancen und Grenzen – Diskussion

III Eine Frage der Sichtweise?

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld, in dem sich von Frauen geführte, häuslich basierte Mikrounternehmen in arabischen Ländern bewegen, mit dem Ziel zu klären, ob diese Tätigkeiten lediglich bestehende Geschlechterungerechtigkeiten reproduzieren oder eine reale Chance für ein stetiges Empowerment von Frauen darstellen.

  • Analyse der Bedeutung des informellen Sektors für Frauen in Ägypten und Jordanien.
  • Untersuchung des soziokulturellen Rahmens und patriarchalisch geprägter Familienstrukturen.
  • Hinterfragung westlich geprägter Konzepte von "Women Empowerment" und Gleichstellung.
  • Diskussion über die Auswirkungen von Mikrokrediten und staatlichen Förderprogrammen.
  • Verhältnis zwischen traditionellen Rollenzuschreibungen und wirtschaftlicher Selbstbestimmung.

Auszug aus dem Buch

3.3 Selbstbestimmung und Freiheit in einem eng eingegrenzten Kontext

Dass Frauen sich in bestimmte kulturelle und religiöse Normen und Strukturen einfügen, bedeutet nicht, dass sie wie „Fußabtreter“ alles erdulden und untätige Opfer sind. Sie sind im Gegenteil Gestalter, die die kleinen Freiräume kreativ und eigenverantwortlich nutzen. Fast unbemerkt praktizieren sie Widerstand und indem sie sich geschickt durch die Traditionen hindurchnavigieren, erringen sie sich ihre Freiräume. Die Führung der Kleinstunernehmen vergrößert ihnen diese Freiräume, wenn sie auch von den Oberhäutern der Familien erlaubt werden mussten und mehr geduldet werden als willkommen sind (vgl. Al-Dajani/Marlow 2010, S. 481). So weist auch Butler (1998) daraufhin, dass Frauen in abgeschlossenen Produktionsarrangements, die durch kulturelle Eigenheiten entstanden sind, kreativ agieren (vgl. Butler 1998, S. 179). Al-Dajani/Marlow (2010) sprechen von „enact agency within the context of constraint“ (Al-Dajani/Marlow 2010, S. 472).

In den ägyptischen Projekten wurden Frauen indirekt aufgerufen im informellen Sektor der Eierproduktion tätig zu werden. So gewannen sie größere Kontrolle über ihren Gewinn, wodurch sich die Rolle und das Ansehen von weiblichen Produzenten hebt und Verantwortlichkeiten neu geordnet werden. Hühnerzucht zu betreiben ist das, was sie schon immer taten, nur eben ungesehen. Durch das stärker organisierte Kleinstunternehmen wird diese Arbeit nach außen sichtbar, öffentlich, professioneller (vgl. Butler 1998, S. 178f).

Zusammenfassung der Kapitel

I Reproduktion der Geschlechterungerechtigkeit oder women empowerment?: Die Einleitung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen der Förderung von Kleinstunternehmen und dem soziokulturellen Kontext und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Empowerment-Potenzial für Frauen.

II Im Spannungsfeld informeller Mikrounternehmen mit ihrem soziokulturellen Kontext: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe wie Microenterprise und informeller Sektor und illustriert diese anhand konkreter Fallbeispiele in Ägypten und Jordanien.

1. Grundlegende Begriffe: Hier werden theoretische Definitionen zu home-based microenterprises und dem informellen Sektor dargelegt, um das wirtschaftliche Grundverständnis zu etablieren.

2. Ägypten und Jordanien – zwei Beispiele häuslich basierter Kleinstunternehmen: Anhand der Hühnerzucht in Ägypten und der Stickerei in Jordanien werden die Arbeitsrealitäten von Frauen in diesen spezifischen Ländern skizziert.

3. Der soziokulturelle Hintergrund in seiner Bedeutung für Frauen im informellen Sektor: Dieses Kapitel analysiert die tiefgreifenden Einflüsse von Tradition, Religion und patriarchalen Familienstrukturen auf die wirtschaftliche Tätigkeit der Frauen.

4. Chancen und Grenzen – Diskussion: Die Diskussion beleuchtet kritisch, inwiefern Mikrounternehmen als Instrumente für Empowerment dienen können oder ob sie lediglich die traditionelle Rollenverteilung stabilisieren.

III Eine Frage der Sichtweise?: Das Fazit stellt die Notwendigkeit heraus, westlich geprägte feministische Ansätze im Hinblick auf nicht-westliche Kontexte kritisch zu hinterfragen und die Perspektive der betroffenen Frauen stärker zu gewichten.

Schlüsselwörter

Mikrounternehmen, informeller Sektor, Women Empowerment, Ägypten, Jordanien, soziokultureller Kontext, patriarchale Strukturen, Wirtschaftsethnologie, häusliche Produktion, Geschlechtergerechtigkeit, Entwicklungshilfe, Kleinstunternehmerinnen, Arbeitswelt, Tradition, Mikrofinanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld, in dem sich von Frauen geführte, häuslich basierte Kleinstunternehmen in arabischen Ländern befinden, und analysiert deren soziokulturelle Einbettung.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?

Die zentralen Themen umfassen den informellen Wirtschaftssektor, patriarchale Familienstrukturen, die Rolle der Frau in Ägypten und Jordanien sowie die kritische Reflexion von Empowerment-Programmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die zentrale Frage ist, ob häuslich basierte Mikrounternehmen von Frauen in arabischen Ländern lediglich bestehende Geschlechterungerechtigkeiten festigen oder eine reale Chance auf stetiges Empowerment bieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine wirtschaftsethnologische Perspektive, die bestehende Literatur und Fallstudien aus Ägypten und Jordanien analysiert und in den spezifischen soziokulturellen Kontext einordnet.

Was wird im inhaltlichen Hauptteil der Ausarbeitung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Vorstellung konkreter Fallbeispiele, eine tiefgehende Analyse des soziokulturellen Hintergrunds sowie eine Diskussion der Chancen und Grenzen wirtschaftlicher Aktivitäten von Frauen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Mikrounternehmen, Empowerment, informeller Sektor, soziokulturelle Kontexte, patriarchale Systeme und Geschlechterrollen.

Wie beeinflussen die traditionellen Rollenbilder die wirtschaftliche Tätigkeit der Frauen in Jordanien?

Traditionelle Rollenbilder verlangen, dass Frauen ihre Arbeit oft auf Zeiten beschränken müssen, in denen der Ehemann nicht zu Hause ist, um familiäre Harmonie und das soziale Ansehen nicht zu gefährden.

Welche Rolle spielt die Bildung für das Empowerment der betroffenen Frauen?

Studien zeigen, dass der Bildungsgrad die Wahrnehmung der eigenen wirtschaftlichen Unabhängigkeit beeinflusst; Frauen mit höherem Bildungsabschluss legen tendenziell einen höheren Wert auf die Kontrolle über ihre eigenen Finanzen.

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Details

Title
Im Spannungsfeld von durch Frauen geführten informellen Mikrounternehmen mit ihrem soziokulturellen Kontext
College
University of Cologne  (Ethnologie)
Course
Wirtschaftsethnologie
Author
M.A. Felicitas Knaupp (Author)
Publication Year
2014
Pages
16
Catalog Number
V460860
ISBN (eBook)
9783668913011
ISBN (Book)
9783668913028
Language
German
Tags
Ethnologie Wirtschaftsethnologie informeller Sektor Mikrounternehmen soziokultureller Kontext women empowerment Ägypten Jordanien Geschlechterrollen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Felicitas Knaupp (Author), 2014, Im Spannungsfeld von durch Frauen geführten informellen Mikrounternehmen mit ihrem soziokulturellen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460860
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