Unternehmensinformationen sind öffentlich, um das Vertrauen in die Kapitalmärkte zu stärken. Dazu müssen die Berichte aber auch glaubwürdig und relevant sein. Die Bilanzierung ist nicht objektiv, wenn sie aufgrund von intrinsischen oder extrinsischen Anreizen erfolgt.
Patrick Zabel verdeutlicht in seiner Publikation, dass aktive latente Steuern Erwartungswerte hervorrufen, die jedoch nicht eintreffen. Trotzdem nehmen sie in Konzernabschlüssen oft einen erheblichen Anteil der Bilanzsumme ein. Kann ihnen in IFRS-Konzernabschlüssen objektiv überhaupt eine Werthaltigkeit und damit ein Werturteil beigemessen werden?
Um diese Frage zu beantworten, hat Zabel die quartalsweise Berichterstattung von jeweils 25 Unternehmen aus dem DAX30 und SDAX untersucht. So klärt er, ob aktive latente Steuern entscheidungsnützliche Informationen liefern.
Aus dem Inhalt:
- Bilanz;
- Planungsrechnung;
- Gewinn;
- Verlust;
- Eigenkapital
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Steuerliche Planungsrechnungen zur Werthaltigkeitsbegründung beim Ansatz aktiver latenter Steuern
- Entstehung aktiver latenter Steuern
- Werthaltigkeitsbewertung der Aktivüberhänge latenter Steuern mittels steuerlicher Planungsrechnungen
- Ermittlungswege steuerlicher Planungsrechnungen
- Begründung der Objektivitätsproblematik auf Grundlage einer empirischen Untersuchung der aktiven latenten Steuern in IFRS-Konzernabschlüssen
- Überblick über bisherige positiv-empirische Untersuchungen
- Hypothesenbildung
- Stichprobe und Datenerhebung
- Forschungsdesign
- Hypothesenprüfung und Beantwortung der Forschungsfrage
- Mögliche Ursachen des Objektivitätsproblems
- Ausblick: Lösungswege zur Steigerung der Objektivität
- Erfolgsneutrale Behandlung von latenten Steuern
- Qualitative Anhangangaben zu Planungsrechnungen
- Quantitative Anhangangaben zur Plausibilisierung von steuerlichen Planungen
- Schlussteil
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Thematik der aktiven latenten Steuern im IFRS-Konzernabschluss und analysiert die Objektivität der Werthaltigkeitsbegründung. Ziel ist es, die Entstehung und Bewertung aktiver latenter Steuern mittels steuerlicher Planungsrechnungen zu untersuchen und die Objektivitätsproblematik anhand empirischer Daten zu beleuchten.
- Entstehung und Bewertung aktiver latenter Steuern im IFRS-Konzernabschluss
- Analyse der Objektivitätsproblematik bei der Werthaltigkeitsbegründung
- Empirische Untersuchung der aktiven latenten Steuern in IFRS-Konzernabschlüssen
- Mögliche Ursachen des Objektivitätsproblems und Lösungswege zur Steigerung der Objektivität
- Bewertung des Einflusses von Planungsrechnungen auf die Objektivität der Werthaltigkeitsbegründung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet eine Einführung in das Thema der aktiven latenten Steuern und stellt die Forschungsfrage sowie die Zielsetzung der Arbeit dar. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Entstehung und Bewertung aktiver latenter Steuern mittels steuerlicher Planungsrechnungen. Es werden verschiedene Ermittlungswege für Planungsrechnungen erläutert. Das dritte Kapitel analysiert die Objektivitätsproblematik anhand einer empirischen Untersuchung. Es werden bisherige Untersuchungen zusammengefasst, Hypothesen gebildet und eine Stichprobe sowie das Forschungsdesign vorgestellt. Die Ergebnisse der Hypothesenprüfung und mögliche Ursachen des Objektivitätsproblems werden im Detail diskutiert. Im vierten Kapitel werden Lösungswege zur Steigerung der Objektivität aufgezeigt, darunter erfolgsneutrale Behandlung von latenten Steuern, qualitative und quantitative Anhangangaben.
Schlüsselwörter
Aktive latente Steuern, IFRS-Konzernabschluss, Werthaltigkeitsbegründung, Objektivität, Steuerliche Planungsrechnungen, Empirische Untersuchung, Anhangangaben, Lösungswege.
Häufig gestellte Fragen
Was sind aktive latente Steuern?
Es handelt sich um künftige Steuerentlastungen, die entstehen, wenn der steuerliche Gewinn aktuell höher ist als der handelsrechtliche Gewinn (IFRS), sich dieser Unterschied aber künftig ausgleicht.
Warum ist die Werthaltigkeit dieser Steuern problematisch?
Sie dürfen nur aktiviert werden, wenn es wahrscheinlich ist, dass künftig genug steuerlicher Gewinn erzielt wird, um die Entlastung zu nutzen. Dies basiert auf unsicheren Planungsrechnungen.
Wie objektiv sind IFRS-Konzernabschlüsse in diesem Punkt?
Die Arbeit zeigt ein Objektivitätsproblem auf, da Unternehmen Anreize haben könnten, durch optimistische Prognosen ihre Bilanzsumme und ihr Eigenkapital künstlich aufzublähen.
Was ergab die Untersuchung von DAX30- und SDAX-Unternehmen?
Die empirische Analyse prüft, ob die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern tatsächlich entscheidungsnützliche Informationen liefern oder ob sie oft Erwartungswerte darstellen, die nicht eintreffen.
Welche Lösungswege gibt es für mehr Objektivität?
Vorgeschlagen werden strengere qualitative und quantitative Anhangangaben zu den zugrunde liegenden Planungsrechnungen sowie eine teilweise erfolgsneutrale Behandlung.
- Citar trabajo
- Patrick Zabel (Autor), 2019, Aktive latente Steuern im IFRS-Konzernabschluss. Zur Objektivität der Werthaltigkeitsbegründung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460883