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Political Correctness in der Kinderbuchdebatte 2013

Titel: Political Correctness in der Kinderbuchdebatte 2013

Hausarbeit , 2018 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julia Kutsche (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Folgenden wird sich mit der brisanten Thematik der Political Correctness beschäftigt und die Kinderbuchdebatte aus dem Jahr 2013 skizziert, die durch die zahlreich erschienenen hitzigen Artikel darauf schließen lässt, dass es sich in der Diskussion um mehr als „nur“ ein Gespräch über Kunst und Literatur handelt.

Der Begriff der Political Correctness fällt unter die Norm der Sprachkritik. Genauer gesagt handelt es sich hierbei um eine allgemein verbreitete und oberflächliche Form der Sprachkritik, die das Vorhandensein bestimmter Begriffe in gewissen Situationen kritisch hinterfragt. Als weitergehender Ausdruck geht ihre Geschichte auf die Ursprünge der Sprache zurück, in der die Interaktionen zwischen Sprache, der Realität und des Gedankens ihre Anfänge finden. Da der eigentliche Ausdruck der Political Correctness jedoch erst Mitte des 20. Jahrhunderts zum Begriff wurde, wird sich im Folgenden vor allen Dingen in dieser Zeit bis hin zur Gegenwart mit dem Terminus beschäftigt.

Im Laufe gewisser Menschenrechtsbewegungen der 1960er Jahre entstand bei großen Teilen der Bevölkerung der Wille, mittels veränderter Sprachmuster, Minderheiten wenigstens vor sprachlicher Diskriminierung zu schützen. Um die Entstehung des Begriffs ein wenig geläufiger zu gestalten, dient vor allen Dingen das Beispiel der Auswirkungen der „Civil-Right-Movements“ der 1950er und -60er Jahre. Durch eine Reihe von rechtlichen Einigungen hinsichtlich der Gleichberechtigung aller Hauttypen des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten von Amerika kamen erste Gedanken zur Gleichberechtigung in der Sprache auf. Da von dieser Zeit jedoch Textzeugen fehlen, die das Aufkommen des Begriffs der Political Correctness bestätigen, lässt sich die eindeutige Herkunft des Ausdrucks nur sehr vage rekonstruieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Gedanken

2. Political Correctness- Beginn/ Entstehung und Wandel des Begriffs

3. Die Entwicklung der PC in Deutschland

4. Die Anfänge der Kinderbuchdebatte 2013

4.1. Pro Argumente

4.2. Contra Argumente

4.3. Änderungen der Originaltexte zu Gunsten der PC

5. Abschließende Gedanken

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die brisante Thematik der „Political Correctness“ (PC) und beleuchtet vor diesem Hintergrund die Kinderbuchdebatte des Jahres 2013. Ziel ist es, die kontroversen Argumentationen beider Seiten zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, ob sprachlenkende Maßnahmen in der Literatur die gewünschte diskriminierungsfreie Wirkung erzielen oder ob sie ein Eingreifen in die kulturelle Identität von Texten darstellen.

  • Ursprung und theoretische Fundierung des Begriffs Political Correctness
  • Entwicklung und mediale Rezeption der PC-Debatte in Deutschland
  • Analyse der Pro- und Contra-Argumente im Kontext der Kinderbuchdebatte 2013
  • Untersuchung von Sprachlenkung und Zensur in klassischen Kinderbuchwerken
  • Diskussion alternativer Lösungsansätze wie dem Einsatz von Fußnoten oder Glossaren

Auszug aus dem Buch

4.1. Pro Argumente

„Die Worte tun ihre Wirkung, auch wenn sie nicht in böser Absicht ausgesprochen wurden. [...] Aber wenn sich alle darin einig sind, dass die Begriffe in den diskutierten Büchern nicht rassistisch gemeint sind, warum sie dann nicht durch welche ersetzen, die tatsächlich nicht rassistisch sind?“

Wenn man sich an dieser Stelle Kapitel 1 und 2 noch einmal zu Gemüte führt, bemerkt man, dass die PC- Bewegung in den USA sowie in Deutschland aufgrund einer Situation entstanden ist, in der durch bestimmte Menschenrechtsbewegungen unter anderem rassistisch motivierte Sprechakte gegen Minderheiten eliminiert, beziehungsweise ausgewechselt versucht wurden. Dabei bezog man sich darauf, dass bei einem Prozess der Stereotypisierung Menschen gewisser sozialer Gruppierungen nicht als individuelle Persönlichkeiten wahrgenommen, sondern gemäß spezieller Eigenschaften pauschalisiert werden. Als Ziel setzten sich folglich die PC-Befürworter, diese auf die beschriebenen Gruppen bezogenen „fighting words“ auszusondern. Speziell in Bezug auf die Kinderliteratur der Nachkriegszeit, „die heute noch gelesen und vorgelesen [wird]“, können bestimmte Begrifflichkeiten für Verwirrungen und womöglich sogar für ein falsches Verständnis seitens der Kinder führen. Insbesondere „von Dreijährigen kann man [nämlich] schlecht erwarten, dass sie bestimmte Begriffe und Bilder kritisch reflektieren und historisch einordnen können“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Gedanken: Das Kapitel führt anhand eines Beispiels aus Mark Twains „Huckleberry Finn“ in die Problematik der sprachlichen Zensur und Sensibilisierung im Kontext der Political Correctness ein.

2. Political Correctness- Beginn/ Entstehung und Wandel des Begriffs: Hier wird der historische Ursprung der PC in den US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegungen skizziert und deren Übertragung in den akademischen und gesellschaftlichen Kontext der 80er Jahre dargestellt.

3. Die Entwicklung der PC in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet, wie die PC-Debatte in Deutschland ab 1991 primär als sprachkritischer Diskurs rezipiert wurde und welche Rolle die historische Aufarbeitung des Nationalsozialismus dabei spielte.

4. Die Anfänge der Kinderbuchdebatte 2013: Es wird der konkrete Anlass der Debatte beschrieben, bei der Verlage begannen, diskriminierende Begriffe in Klassikern zu ersetzen, was zu einer hitzigen öffentlichen Kontroverse führte.

4.1. Pro Argumente: Dieses Kapitel legt die Argumentation der Befürworter dar, die eine sprachliche Anpassung fordern, um Kinder vor diskriminierenden Stereotypen zu schützen und eine zeitgemäße Erziehung zu gewährleisten.

4.2. Contra Argumente: Die Gegenposition wird erläutert, die vor Zensur warnt, das Kulturgut „Literatur“ gefährdet sieht und für eine offene Auseinandersetzung statt für Streichungen plädiert.

4.3. Änderungen der Originaltexte zu Gunsten der PC: Das Kapitel analysiert die konkreten Umsetzungsstrategien und bewertet alternative Ansätze wie den Einsatz von Fußnoten gegenüber der bloßen Entfernung von Wörtern.

5. Abschließende Gedanken: Die Arbeit resümiert, dass die Debatte trotz ihres Endes 2013 ein dauerhaftes Spannungsfeld bleibt und plädiert für einen bewussten Umgang mit historischen Texten anstelle ihrer bereinigenden Umgestaltung.

Schlüsselwörter

Political Correctness, Kinderbuchdebatte, Sprachkritik, Zensur, Diskriminierung, Rassismus, Kinderliteratur, Sprachlenkung, Sprachwandel, Stereotypisierung, Bildungsauftrag, Klassiker, Toleranz, Integrationsdebatte, Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Anspruch auf diskriminierungsfreie Sprache (Political Correctness) und dem Erhalt klassischer Kinderliteratur anhand der Debatte aus dem Jahr 2013.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der PC, der deutschen Rezeption dieses Konzepts, der ethischen Bewertung von Sprachänderungen in Kinderbüchern sowie der Frage nach pädagogischer Verantwortung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Argumentationslinien der Pro- und Contra-Seite objektiv darzustellen und kritisch zu hinterfragen, ob die „Säuberung“ von Texten den gewünschten Lerneffekt bei Kindern tatsächlich erzielen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine diskursanalytische Untersuchung, die auf bestehender Literatur sowie einer Analyse von Zeitungsartikeln und Stellungnahmen aus dem Jahr 2013 basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben der Begriffsdefinition die Entwicklung der Debatte in Deutschland, die Argumente der verschiedenen Lager sowie mögliche Lösungsansätze wie die Verwendung von Fußnoten diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Kernbegriffe sind Political Correctness, Kinderbuchdebatte, Zensur, Diskriminierung, Sprachlenkung und Erziehung.

Wie bewertet die Autorin den Einsatz von Fußnoten in Kinderbüchern?

Die Autorin sieht in Fußnoten eine sinnvolle Alternative zur Zensur, da diese als Hilfestellung für Eltern dienen können, den historischen Kontext von Texten gemeinsam mit Kindern zu reflektieren, ohne den Originaltext zu verfälschen.

Warum ist die Sprache als „Waffe“ ein zentrales Argument der Befürworter?

Befürworter argumentieren, dass Sprache diskriminierende Machtstrukturen reproduziert und Kinder durch anstößige Begriffe psychisch verletzt werden können, weshalb eine Anpassung an aktuelle gesellschaftliche Werte notwendig sei.

Welches Gegenargument führen die Kritiker gegen die Sprachänderung an?

Kritiker führen an, dass das Tilgen von Wörtern historisches Bewusstsein verhindert und lediglich eine oberflächliche kosmetische Korrektur darstellt, die das zugrunde liegende Problem des Rassismus nicht löst.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Political Correctness in der Kinderbuchdebatte 2013
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,3
Autor
Julia Kutsche (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V460912
ISBN (eBook)
9783668908567
ISBN (Buch)
9783668908574
Sprache
Deutsch
Schlagworte
political correctness kinderbuchdebatte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Kutsche (Autor:in), 2018, Political Correctness in der Kinderbuchdebatte 2013, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460912
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Leseprobe aus  25  Seiten
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