Der Barbarossa-Feldzug zwischen geostrategischer Lagebeurteilung und ideologisiertem Vernichtungswahn

Militärische Auseinandersetzungen zwischen geostrategischer Lageanalyse und politischer Ideologisierung am Beispiel des militärischen Konflikts 1941


Fachbuch, 2019
138 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Forschungsstand

I. Die nationalsozialistische Ideologisierung des Krieges gepaart mit der realpolitischen Strategie
1. Ausgangslage im Jahre 1940 bis zu Hitlers Tod
2. Die nationalsozialistische Außenpolitik in der Frühphase der nationalsozialistischen Herrschaft
3. Die geostrategische Ausrichtung Hitlers zu Beginn seiner Herrschaft und die traditionellen außenpolitischen Denker
4. Schacht und das wehrwirtschaftliche Problem bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges

II. Die Wende in der nationalsozialistischen Außenpolitik zu Ende der 30er Jahre
1. Das erste Dilemma hin zum Großmachtstatus Deutschlands und die Begründung zur Verbindung zu Russland
2. Der Hitler-Stalin-Pakt als erste Lösung des Ersten geostrategischen Dilemmas

III. Das zweite geostrategische Dilemma Hitlers ab 1940
1. Das deutsche Reich im Zangengriff zwischen Großbritannien und der Sowjetunion
2. Die Rückkehr zum nationalsozialistisch-ideologisierten-außenpolitischen Programm Adolf Hitlers

IV. Stalin und die Rote Armee und die ihre Vorbereitung auf ein Kriegsszenario
1. Die operativen-organisatorischen Schwierigkeiten der Roten Armee zu Ende der 30er Jahre bis 1941 und die sowjetische Aufrüstung
2. Die Lagebeurteilung der deutschen Wehrmacht zu den sowjetischen Kräfteverhältnissen und der geostrategischen Ausrichtung

V. Die Probleme der Heeresorganisation im Osten vor Beginn des Vernichtungsfeldzugs Barbarossa
1. Das Ostheer und seine Ausrüstung sowie Planung
2. Der Barbarossafeldzug als ideologisierter Vernichtungsfeldzug

VI. Militärstrategisches und ideologisches Raumdenken als Teil geostrategischer Politik

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Mitten im Krieg gegen die UdSSR machte Adolf Hitler deutlich, dass der Krieg gegen die Sowjetunion nach Bormanns Aufzeichnungen ein Krieg Europas gegen den Kommunismus sei. Schon in den 30er Jahren verfolgte Hitler und auch seine militärischen Berater von OKW, OKL, OKH und OKM eine deutliche Strategie, wobei Strategie, die Integration von Innen- und Außenpolitik, militärischer und psychologischer Kriegsplanung und Kriegsführung bedeutet. Nach den Feldzügen der Jahre 1939 und 1940 war Deutschland auf dem Kontinent der mächtigste Faktor, wobei es dem OKW und dem OKL sowie dem OKM nicht gelang, den Krieg gegen den letzten Gegner, nämlich England wirklich zu beenden. England war nicht bereit nach der Niederlage Frankreichs im Jahre 1940 zu einem Separatfrieden überzugehen und somit erfasste Hitler und seine Berater auch das Problem, dass sich die Sowjetunion möglicherweise mit England verbünden könnte. Denn auch die Rote Armee hatte in den Jahren seit dem Hitler-Stalin-Pakt (1939) nicht nur industriell aufgerüstet, sondern ihre Wehrwirtschaft neu beflügelt. Hinzu kam, dass die Sowjetunion ihre Truppen an die äußerte Westgrenze verlagerte, was Hitler und dem OKH in Person von Generaloberst Halder große Sorgen bereitete. Außerdem befürchtete Hitler und Göring einen Zweifrontenkrieg, sobald die USA auf Seiten Englands in den Krieg eintreten würde. Darüber hinaus wollte Hitler aus ideologischen Gründen heraus die slawisch-bolschewistische Rasse vernichten. Dies hatte er schon in „Mein Kampf“ voll zum Ausdruck gebracht. So gab er aus dem strategischen Dilemma heraus, nun die Weisung Nr. 21. Hier wurde deutlich, dass der Feldzug unter dem Decknamen Barbarossa nicht nur den großen Namen eines deutschen Kaisers trug, welcher im Mittelalter einer der Kaiser war, der mit einem großen Heer Richtung Osten gegen die Seldjucken gezogen war um den Kreuzzug der Europäer zu unterstützen, sondern dieser Deckname war auch für einen Kreuzzug gegen den jüdischen Bolschewismus gedacht.

Somit stellt sich die Frage, war das Unternehmen Barbarossa mehr ideologischer-nationalsozialistischer Natur oder folgte dieses einem strategischen und militärischen Konzept. Dabei geht diese Arbeit wie folgt vor. Als erstes wird das Dilemma Hitlers im Jahre 1940 dargelegt. Anschließend folgen die wehrwirtschafltichen Probleme unter Berück­sichtigung der außenpolitischen, geostrategischen und ideologischen Rahmenbedingungen bis zum Hitler-Stalin-Pakt. Nach der erfolgreichen Beendigung der Feldzüge im Jahre 1939 und 1940 wird dann der erneute außenpolitische Schwenk der nationalsozialistischen und militärischen Führung erörtert und dies unter Berücksichtigung der Analyse der russischen Kräfteverhältnisse zwischen 1938 und 1941. Am Schluss wird das Problem des Aufbaus des deutschen Ostheeres und die Anweisungen zum Vernichtungskrieg analysiert.

Forschungsstand

Zu dem Problem des Barbarossa Feldzuges gibt es inzwischen eine Vielzahl an Monografien und Sammelwerken. Eines der wichtigsten Werke ist die Enzyklopädie des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Potsdam. Die zwischen den 80er Jahren und den 2000er entwickelt wurde, um einen Gesamtüberblick des Zweiten Weltkrieges der breiten Forschung und vor allem der Militärgeschichtsschreibung zu entwickeln. Diese breite Enzyklopädie umfasst insgesamt 13 Bände und das wesentliche Band, das hier zum Tragen kam, ist das vierte Band unter dem Titel „Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg“ mit dem Untertitel der Angriff auf die Sowjetunion. Das breite Werk hat eine sehr gute Rezession erhalten, vor allem Hans Ulrich Wehler und August Winkler, beide Historiker, weisen auf die sehr detailgetreue - basierend auf Archivalien aus dem Militär- und Bundesarchiv - Darstellung hin. Dieses Werk spielt die vielfältigen Probleme des Deutschen Reiches zwischen 1933 und 1945 wieder und das nicht nur durch klare Thesen, sondern auch durch vielfältige Karten und Statistiken und macht die Probleme nicht nur aus militärstrategischer Sicht deutlich, sondern auch aus politischer und ökonomischer.

Ein weiteres wichtiges Sammelwerk ist das Buch: Die Probleme des Zweiten Weltkrieges, wo Millward die Grundprobleme der deutschen Kriegsführung offenbart. Hier wird auch ziemlich hervorgehoben, dass die ökonomische Basis des Deutschen Reiches sehr schmal war, um einen solch militärisches Wagnis einzugehen. Hierbei basieren seine Darlegungen auf klare ökonomische Berechnungen, die noch einmal deutlich machen, dass das Deutsche Heer keinesfalls für das Unternehmen Barbossa gerüstet waren.

Eine weitere Monografie ebenfalls vom militärgeschichtlichen Forschungsamtes ebenfalls herausgegeben, und zwar von Roland G. Foerster handelt explizit vom Unternehmen Barbossa und basiert hauptsächlich auf Dokumente und Primärquellen. Hier wird sehr prägnant hervorgehoben, wie die Abwägung zwischen nationalsozialistischer Ideologie und Vernichtungskrieg wie auf der anderen Seite geostrate­gischen und realpolitischem Kalkül sowohl Adolf Hitlers wie auch der gesamten Wehrmachtsführung. Dieses dezidierte Buch ist deshalb so hilfreich, weil es Einblicke in die inneren Kreise der nationalsozialistischen Führung vor Beginn des Ostfeldzuges bietet.

Ein wichtiges Werk ist eine Dissertation für neuere Geschichte von Dean Scott McMurry. Der das Verhältnis von Deutschland und der Sowjetunion zwischen 1933 und 1936 sehr präzise analysiert und klar macht, warum Hitler aber auch Stalin aufeinander zugehen mussten, obwohl sie völlig gegensätzliche Weltanschauungen vertraten und auch schon zu Beginn ihrer Herrschaft gegenseitige Kampfansagen nicht mieden. Außerdem macht McMurry deutlich, warum es zum Hitler- Stalin- Pakt kommen musste.

Gerhard Haas gibt in dem Dokumentenband der Hitler-Stalin-Pakt Einblicke in das Übereinkommen zwischen dem Deutschen Reich und der UdSSR. In diesem Primärquellenbuch wird auch für den Betrachter deutlich, dass es sich hier auf lange Frist gesehen nur um ein Zweckbündnis zwischen beiden Großmächten handeln konnte.

I. Die nationalsozialistische Ideologisierung des Krieges gepaart mit der realpolitischen Strategie

1. Ausgangslage im Jahre 1940 bis zu Hitlers Tod

Nach dem erfolgreichen Westfeldzug versammelte Hitler am 31. Juli 1940 seine militärischen Berater, hauptsächlich die Oberbefehlshaber des Heeres, der Marine und der Wehrmacht. Hierbei ging es um die Fortsetzung des Krieges, was sehr verwundert, weil die Sowjetunion durch den Hitler-Stalin-Pakt eigentlich nicht als Feind zu betrachten war. Warum Hitler dennoch kurz nach dem Ende des Frankreichfeldzuges über die Fortsetzung des Krieges redete, muss vermutlich an einer anderen Komponente liegen.1 Zum einen besprach er die Möglichkeit einer Landung in Großbritannien, das erklärt zumindest die Anwesenheit des Oberbefehlshabers der Marine.2 Zum anderen bestand die Möglichkeit, die Kriegseröffnung gegen Russland zu planen. Die Oberbefehlshaber des Heeres, Halder und Brauchitsch, waren sich in zwei Dingen in dieser Frage einig. Zum Einen, dass die Kriegsmarine nicht in der Lage sein würde vor Herbst 1940 eine erfolgreiche Operation gegen Großbritannien führen zu können und zum Anderen waren sie sich auch einig, dass es besser sein würde, den Pakt zu Russland aufrecht zu erhalten.3 Das Problem dieser Ansicht war jedoch, dass sie nicht über diese beiden strategischen Fragen diskutierten. Raeder war sogar der Auffassung, dass man sehr wohl im September 1940 in der Lage sein würde, eine erfolgreiche Operation gegen Großbritannien zu starten.4 Hitler war in dieser militärischen Frage sehr skeptisch, weshalb er sich im Frühjahr 1941 entschloss gegen Russland in den Krieg zu ziehen. Das strategische Kalkül Hitlers kommt hier deutlich zum Tragen, denn er betonte in der Besprechung die strategische Perspektive.5 So legte er dar, dass England nur weiter als Kriegsgegner bestehen würde, weil es auf die Hilfe Russlands und der USA hoffe. Sollte aber nun Russland als möglicher Koalitionspartner Englands wegfallen, dann würde auch die USA nicht mehr in einen Krieg gegen Deutschland einsteigen, weil diese dann durch Japan in Ostasien gebunden sein würden.6 Weiter führte er aus, dass die Gebiete der Ukraine, Weißrusslands und des Baltikums komplett an das Deutsche Reich fallen würden.7 Entscheidend für diese Darlegung Hitlers ist die Abkehr von der NS-Ideologie hin zu einer klaren politischen Strategie wie Deutschland aus dem Zweifronten-Dilemma nach dem Ende des Westfeldzuges kommen könnte.8

Eine grundsätzliche ideologische Begründung für das Unternehmen Barbossa lässt sich in der Endlösung der Judenfrage in Europa erkennen. Schon im Jahre 1919, also nach Ende des Ersten Weltkrieges, hatte Hitler über die Endlösung der Judenfrage nicht nur geredet, sondern auch schriftliche Darlegungen hinterlassen.9 Spätestens mit dem Jahre 1939 war er entschlossen, die jüdische Rasse in Europa zu vernichten.10 Sowohl Rosenberg wie auch Himmler erhielten hierfür im März 1941 entsprechende Vollmachten und der Stellvertreter Himmlers, Heydrich, erhielt auch entsprechende Einsatzgruppen des SD die beim Einmarsch in die Sowjetunion die entsprechenden Durchführungsmaßnahmen gegen die Juden umsetzen sollten.11 Dies sollte zunächst nur für die sowjetischen Juden gelten, wurde dann aber auf alle Juden im deutschen Einfluss­bereich erweitert.12 Es gab keine klaren Informationen zu den Darlegungen Hitlers was die Endlösung der Judenfrage anbelangte, wie beispielsweise bei den militärischen Sachfragen, es ist jedoch davon auszugehen, dass es klar formulierte Durchführungsmaßnahmen von Hitler gab.13 Hierbei ist von Ressortbesprechungen auszugehen, welche mit Himmler und Heydrich geführt worden sind, welche die ideologische Wesentlichkeit des Unternehmens Barbarossa unterstrichen.14 Hitler wird wahrscheinlich kaum im größeren Kreise über die Liquidierung der Juden gesprochen haben, abgesehen von den spezifischen Verantwortlichen, welche für die Einsatzgruppen-Führung verantwortlich waren.15 Damit waren die Anordnungen Hitlers im Juni 1941, also bereits während dem Verlauf der klaren militärischen Orientierung gegen Russland ein, ideologisches Momentum, dass sich im Ausrottungsprogramm Hitlers niederschlägt. Auf der einen Seite die Eroberung von Raum, teils aus strategischen Gründen und teils aus ideologischen Gründen, aber mit Sicherheit die Ausrottung des Judentums als ideologische Begründung für den Russlandfeldzug. Damit war die Vorbereitung zum Unternehmen Barbarossa und dessen Durchführung eine doppelte Gegebenheit, weil sie Politik und Strategie mit der Ideologie verknüpfte. Kurz vor seinem Tod im Jahre 1945 legte er diese doppelte Auffassung auch nochmal genauer da, so sagte er: „Für Kontinentale Völker erscheint es mir notwendig, daß sie sich nur dorthin ausbreiten, wo der geographische Zusammenhang mit dem Mutterland gesichert ist. […] Nach dem Osten, und immer nur nach dem Osten haben wir unseren Geburtenüberschuss zu lenken. Das ist die von der Natur gewiesene Richtung der germanischen Expansion.“16 Im selben Zusammenhang macht er aber auch deutlich, dass er, was die außenpolitische Ausrichtung und der damit zusammenhängende Krieg um Lebensraum nicht nur verloren sei, sondern er hebt auch deutlich hervor, dass er außenpolitische Fehler gemacht hat. Entscheidend jedoch ist, dass er die Rassenpolitik als seinen eigentlichen Verdienst bezeichnet hat und hierdurch unterstreicht er nochmal ein wesentliches ideologisches Element des Barbarossa Feldzuges.17

2. Die nationalsozialistische Außenpolitik in der Frühphase der nationalsozialistischen Herrschaft

Inwieweit Hitler in seiner ostpolitischen Außenpolitik von Ideologie getrieben war, zeigt sich insbesondere auch schon in der Frühphase des Nationalsozialismus. Er schloss nämlich, anders wie Rosenberg, kategorisch ein Bündnis mit Sowjetrussland aus. Deswegen bezeichnete er auch schon 1923 den Vertrag von Rapallo als Fehler. Rosenberg seinerseits der Chefideologe der NSDAP war in der Frühphase des Nationalsozialismus ganz anderer Meinung.18 Er glaubte, dass irgendwann einmal so wörtlich „der Bolschewismus kollabieren würde und dann nationale Kräfte die Oberhand im Russischen Reich erringen würden. Gleichzeitig glaubte der Chefideologe der NSDAP, dass mit dieser Veränderung das Russische Reich sich von allein zersetzen würde und dadurch würde Deutschland die Möglichkeit der verstärkten Einflussnahme auf Russland erhalten.19 Deshalb schloss Rosenberg auch ein taktisches Bündnis mit dem Sowjetregime nicht grundsätzlich aus. Indes orientierte sich Hitler in den 20er Jahren an den ideologischen Grundrahmen Karl v. Manteuffels. Manteuffel vertrat nämlich die radikalideologische Auffassung der Kolonialisierung Russlands.20 Rosenberg war nicht in der Lage, diese ideologische Manifestation von Manteuffel aufzuhalten. Viele Passagen Manteuffels finden sich daher auch in Hitlers „Mein Kampf“ wieder. So machte Hitler wie auch Manteuffel immer wieder deutlich, dass man kaum darauf hoffen könnte, dass sich der Sowjetstaat von selbst auflösen würde und es wäre auch nicht im wirklichen Interesse Deutschlands, dass ein nationales Großrussland entstehen würde.21 Wörtlich, „Deutschlands Aufgabe ist es nicht, den Osten zu organisieren, sondern sein Volkstum dorthin möglichst weit vorzuschieben.“22 Hitler verweist darauf, dass der Erste Weltkrieg hierfür die Bedingungen geschaffen hätte. So schreibt Hitler: „Das seit Jahrhunderten uns durch Russland verriegelte Tor des Ostens ist gesprengt worden und steht uns offen, so lange Russland dort niederliegt.“23 Außerdem war Hitler durch die geopolitischen Ideen Karl Haushofers geprägt. Dieser favorisierte die Eroberung und Ausbeutung des russischen Raumes. Das findet sich später in den Aussagen Hitlers sowohl bei den Militärs als auch bei seinen Prätorianern wieder. Die Eroberung und Ausbeutung des sowjetischen Raumes war für Hitler das strategische und ideologische Kernziel des Unternehmens Barbarossa.24 Warum sich Hitler darauf versteifte, Raum im Osten zu Erobern und nicht wie in der traditionellen deutschen Politik des ehemaligen deutschen Kaiserreiches eine außereuropäische Kolonisation in Betracht kam, lag daran, dass er alleine im Bodenerwerb die ökonomisch langfristige Möglichkeit sah, den deutschen Weltmachtanspruch zu unterstreichen und gleichzeitig auch die Ökonomie für das Deutsche Reich zu stärken.25 Damit stand Hitler im klaren Gegensatz zu der Ostpolitik der Weimarer Republik. Die Weimarer Republik und die alte politische Elite hatte durch den Vertrag von Rapallo zwar versucht auf ökonomischer Ebene den Einfluss gegenüber der UdSSR zu erhöhen, dies hatte jedoch nicht zur Gesundung der ökonomischen Lage Deutschlands beigetragen, weshalb Hitler auch der Meinung war, eine rein ökonomische Einflussorientierung gegenüber der Sowjetunion reicht nicht aus, um die Vorherrschaft im Osten zu erlangen.26 Deshalb war er auch schon sehr früh der Auffassung, dass nicht defensive Elemente den russischen Einfluss im Osten minimieren würden, sondern man sollte sehr stringent offensiv machtpolitisch mit Hilfe von Bündnissen gegen die UdSSR vorgehen.27 So schreibt er auch in mein Kampf: „ … in Europa (gibt es) nur einen einzigen Bündnisgenossen: England. Nur mit England allein vermochte man, den Rücken gedeckt, den neuen Germanenzug zu beginnen. […] Englands Geneigtheit zu gewinnen, dürfte dann aber auch kein Opfer zu groß sein.“28 Darauf baute er dann auch sein strategisches politisches Kalkül auf, nämlich dass Deutschland auf überseeische Kolonien und eine starke Marine zugunsten Großbritannien verzichten sollte. Hierin sah er also die Alternative zu der Rapallo-Politik der Weimarer Republik. Denn in dieser Politik sah er aus seiner Ideologie heraus die eigentliche Gefahr, dass der jüdische Bolschewismus auch nach Deutschland einziehen würde. Deshalb war auch sein strategisches Kalkül nicht nur ideologischer sondern auch machtpolitischer Natur, wenn er immer wieder vor dem Zweiten Weltkrieg von einem deutsch-italienisch-britischen Bündnis sprach um zunächst die französische Hegemonie zu vernichten.29 Dies gehörte ebenso zur ostpolitischen Ausrichtung, weil es auch zum revisionistischen Denken gehörte. Genauso wie er den Rapallo-Vertrag ablehnte, lehnte er auch die politische Ausrichtung gen Frankreich ab.30 So schreibt Hitler im zweiten Band von Mein Kampf: „Die Russlandpolitik (sei die) vielleicht entscheidenste Angelegenheit der Außenpolitik überhaupt und ein Prüfstein für die politische Fähigkeit der jungen nationalsozialistischen Bewegung, klar zu denken und richtig zu handeln.“31 So rechnete er auch mit der Locarno-Politik ab, weil er der Meinung war, nicht auf die Bahnen der Vorkriegspolitik des Ersten Weltkrieges zurückzukehren, sondern er forderte schon zu Zeiten der Weimarer Republik eine Bodenpolitik gen Osten ein. „Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Russland und die ihm untertanen Randstaaten denken.“32 Auch hier skizziert Hitler sehr deutlich sein geopolitisches Kalkül, nämlich weg vom Großmachtstatus hin zur Weltmachtperspektive, weshalb er auch in Mein Kampf deutlich macht, „laufende Anpassung der Ernährungsgrundlage an die Volkszahl“ sei die vorderste Priorität für die Kolonisation im Osten.33 Von da an beschäftigten sich national­sozialistische Größen maßgebend mit außenpolitischen Grundfragen gerade im Bereich Osteuropas. Im Jahre 1931 machte Hitler vor nationalkonservativen Kräften deutlich, was der Leitfaden der deutschen Außenpolitik sein müsse, nämlich das Recht der nordischen Rasse die Welt zu beherrschen.34 Außerdem machte er 1932 vor dem Düsseldorfer Industrieclub deutlich, dass er es nicht für möglich hielt, dass die Russen für industrielle Arbeit geeignet seien. Würde nun Deutschland sich aus dem Exportgeschäft mit der Sowjetunion zurückziehen, müsse zwangsläufig Russland im Chaos versinken. Käme es soweit, wäre Deutschland in der Lage in der Sowjetunion zu intervenieren.35 Damit wäre auch garantiert, dass die deutsche Wirtschaft von den russischen Rohstoffen und Lebensmittel profitieren könnte. Hier wird noch einmal die machtpolitische Strategie verbunden mit ideologischen Grundsätzen, nämlich die Expansion Deutschlands tief in den russischen Raum hinein, was wiederum deutlich macht, dass sich die nationalsozialistische Außenpolitik weit von der Ostpolitik der Weimarer Republik entfernt. Hieraus resultierte nun der Kerngedanke eines Großwirtschaftsraumes unter deutscher Führung.36 Dieser Raum reichte nach den außenpolitischen Gedankengängen der NSDAP von Gibraltar bis hin zum Ural und vom Nordkap bis zur Insel Zypern. Schon in den 30er Jahren erkannte Hitler schon einen wesentlichen Schwachpunkt seiner außenpolitischen Ausrichtung gegenüber Russland.37 So erklärte er gegenüber dem Danziger Senatspräsidenten: „Vielleicht werde ich das Bündnis mit Russland nicht vermeiden können. Ich behalte es als letzten Trumpf in der Hand. Vielleicht wird dies das entscheidende Spiel meines Lebens werden. […] und es wird mich nie davon abhalten, ebenso entschlossen die Wendung zurückzumachen und Russland anzugreifen, nach dem ich meine Ziele im Westen erreicht habe.“38 Er erkannte also schon sehr früh, dass er Russland in ein Zweckbündnis binden könnte um am Ende, nachdem er möglicherweise im Westen Krieg führen musste, sich dann gegen Russland zu wenden. Doch dies war kein ideologischer Grund, sondern ein rein strategisch-machtpolitischer. Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler war noch nicht die Auflösung des Vertrages von Rapallo und der Weimarer Ostpolitik beschlossen. Sowohl die Wirtschaft wie auch die Armee oder die Verwaltungsorganisation des Deutschen Reiches waren daran interessiert, die Wirtschafts- und Militärbeziehungen mit der Sowjetunion aufrecht zu erhalten. Gerade auf militärischer Ebene glaubte man, dass Stalin durchaus mit dem neuen nationalsozialistischen Regime zusammenarbeiten würde, wenn auf deutscher Seite realpolitisch auf Russland eingegangen würde.39 Dies setzte jedoch voraus, dass die Außen- und Wirtschaftspolitik des Deutschen Reiches unideologisch besetzt sein würde. Gerade aus rüstungspolitischer Sicht sprach vieles für ein solches außenpolitisches Vorgehen. So stellte die Reichswehr zu Beginn der Reichskanzlerschaft Hitlers fest, dass trotz der Wirtschaftskrise die rüstungspolitische Basis nicht wesentlich gelitten hatte.40 Dies lag wohl auch daran, dass der Export gegenüber der UdSSR trotz der krisenhaften Entwicklung gesteigert werden konnte. Die Militärs verwiesen auch darauf, dass die Achillesferse der deutschen Rüstungswirtschaft gerade in Krisen- und Kriegszeiten in der Knappheit der Rohstoffe lag, die man dadurch auszugleichen gedachte, indem man mit Moskau enger zusammenarbeiten sollte.41 Zudem war man sehr an den modernen Rüstungsgütern in den 30er Jahren interessiert, welche auch in der UdSSR produziert wurden. Gerade die wichtigen Rohstoffe wie Eisenerze, Rohmetalle, Treibstoffe, Gummi, Textilien und Hölzer waren für die deutsche Rüstungswirtschaft immens wichtig und konnten neben den skandinavischen Staaten gerade aus Russland exportiert werden.42 Im Mai 1933 reiste der Chef des Stabes des Heeres­waffenamtes Georg Thomas in die UdSSR und war von den ökonomischen Kapazitäten sehr beeindruckt. Diese Einschätzung von Thomas stand auch nicht im Widerspruch zu der bis dato vorhandenen Ausbildungszusammenarbeit zwischen Roter Armee und Reichswehr. Hitler jedoch wollte diese Zusammenarbeit nicht mehr fortführen, weshalb diese dann auch Mitte 1933 aufgelöst wurde. Vergeblich hatte Thomas noch versucht die Auflösung zu verhindern, so schrieb er am 13. Juni 1933: „eine Zusammenarbeit mit der Roten Armee und der sowjetrussischen Rüstungsindustrie ist bei dem Ausmaß der russischen Pläne und der dargelegten Energie ihrer Durchführung nicht nur aus wehrpolitischen, sondern auch aus rüstungstechnischen Gründen dringend erwünscht.“43 Dennoch richtete sich die Militärführung an die neue politische Ausrichtung Hitlers in den 30er Jahren. Im Vordergrund stand dabei die Eroberung des Lebensraums im Osten und deren Germanisierung. Somit stimmte diese Haltung auch mit den Revisions- und Weltmachtzielen der nationalkonservativen Militärelite überein. Das es dennoch auf militärischer Ebene grundsätzliche Gegner dieses außenpolitischen Kurses gab, zeigte die Entlassung des Chefs der Heeresleitung Hammerstein-Equord 1933. Er war einer der wenigen hohen Offiziere die nicht der Meinung waren, dass man gegen die Sowjetunion Politik machen könne.44 Die Änderung des außenpolitischen Kurses gegenüber der Sowjetunion spielt sich auch im veränderten kriegswirtschaftlichen Denken wieder. Aber selbst ein angenäherter nationalsozialistischer Militärschriftsteller wie Banse waren der Auffassung, dass man die ökonomischen Verbindungen zu Russland nicht einfach kappen solle und schon alleine deshalb nicht, weil man diese für die Rüstungswirtschaft bräuchte.45 Erst wenn kein Bündnis mit Russland möglich sein würde, solle man, so Banse, neue Gebiete erobern, um Krieg führen zu können. So in etwa äußerten sich führende Wehrmachts­generäle am 11. Februar 1933.46 Einige waren der Auffassung, dass das Deutsche Reich eine unzureichende wirtschaftliche Grundlage hätte, um die Landesverteidigung zu organisieren. Deshalb bräuchte man entweder starke Bündnisse oder Kolonien, um die wirtschaftliche Basis auszubauen. Wenn dies nicht möglich wäre, muss die militärische Ebene in der Lage sein, die wesentlichen Rohstoffe durch Kriege zuzuführen.47 Dies bedeutete gleichzeitig die Erweiterung des wirtschaftlichen Raumes durch Okkupation.48 General a.D. Haushofer, ein Mentor Hitlers, benutzte für diese Form der wirtschaftlichen Erweiterung den Begriff der „Wehrgeopolitik“, um damit die Grundlage der Aggressionspolitik deutlich hervorzuheben. Etwa zur selben Erkenntnis kam der damalige Generalstabschef Ludwig Beck Anfang 1935, der in einem möglichen Krieg die Auseinandersetzung zum Erwerb von Ernährungs- und Rohstoffen sah.49 Schon Anfang 1934 machte Hitler vor der Militärführung deutlich, dass es notwendig sei, um Lebensraum zu okkupieren, kurze stringente Schläge Richtung Westen und dann gegen Osten durchzuführen. Hierin sieht man ein klares strategisches Vorgehen, was mit der Ideologie im Wesentlichen nichts zu tun hatte.50 Ein Tag vor diesen Ausführungen hatte Werner von Blomberg, der damalige Reichswehrminister Deutschlands, Russland aus der Liste der befreundeten Staaten gestrichen und die Marine konzentrierte sich nun verstärkt auf die Rote Flotte und den Ostseeraum.51 Andere politische und ministerielle Ämter bewerteten die Kursänderung der national­sozialistischen Regierungen negativer. So zum Beispiel das Reichswirtschafsministerium. Dieses verwies darauf, dass Deutschland Mitte 1935 keinesfalls in der Lage sei von allein die notwendige militärische Basis zu schaffen, um auf einen Konflikt zusteuern zu können.52 Im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung wäre Deutschland weiterhin auf Zufuhren aus Skandinavien oder Russland angewiesen. Dennoch kühlte bereits im Jahre 1933 die Beziehung zu Russland ab, weil Hitler einen starken Einfluss auf die Außenpolitik nahm und immer wieder hervorhob, dass es einen klaren Antagonismus zwischen dem bolschewistischen Russland und dem national­sozialistischen Deutschland gab. Allerdings verwiesen gerade Ostexperten im Auswärtigen Amt darauf, dass Russland längerfristig gesehen ein ernstzunehmender Machtfaktor sei und die Gefahr bestünde, dass Deutschland wie zu Zeiten des Ersten Weltkrieges durch eine drohende französisch-sowjetische Allianz in die Isolation getrieben werden würde.53 Hitler ignorierte diese außenpolitischen Gedankengänge und setzte seine Russlandpolitik nicht nach strategischen Maßstäben, sondern nach ideologischen. Am eindeutigsten wird dies beim Pakt mit Polen deutlich, der einen klaren Bruch mit der Rapallo-Politk darstellte.54 Hitler war nicht daran gelegen, Russland diplomatisch an das Deutsche Reich zu binden, sondern er wollte den deutschen Einfluss in der Weise im Osten erhöhen, indem er die sowjetische Wirtschaftskraft durch Eroberung an Deutschland angliederte.55 Die nationale Revolution der Nationalsozialisten baute in den 30er Jahren auf den Duktus der Rüstungs- und Wirtschaftspolitik durch Gewinnung von Räumen und der damit verbundenen machtpolitischen Konzentration auf.56 Dabei spielte der osteuropäische Raum insgesamt die eigentlich zentrale Rolle. Der damalige Hauptstellenleiter des außenpolitischen Amtes der NSDAP, Georg Leibbrandt, welcher später Leiter der Grundsatzabteilung in Rosenbergs Ostministerium wurde, machte Anfang 1934 deutlich, dass diese Ausrichtung zunächst einmal nur dadurch zu erreichen sei, wenn man ein Bündnis zwischen Japan, Italien, England und Deutschland zusammen bringen könnte.57 Dieses Kräfteviereck war die eigentliche Grundlage, um im Osten Raum zu erobern. Als erste Etappe sah Leibbrandt die Anbindung der südosteuropäischen Staaten an das Reich um sich anschließend dann dem sowjetischen Problem widmen zu können.58 Um ein Vierecks-Bündnis möglich zu machen, glaubten die Kolonialtheoretiker der NSDAP deutsche Kolonien zurückgeben zu können, um diese Bündnispolitik betreiben zu können. Um die Bündnisfähigkeit allerdings zu erhöhen glaubten jene Theoretiker, die Staaten ostwärts durch Handels- und Machtpolitik mehr an Deutschland zu binden. Der erste Ansatz dorthin zeigt der Handelsvertrag mit Ungarn im Mai 1933, wodurch die Großraumwirtschaft unter deutscher Führung seinen Anfang nahm.59 Gerade die nationalsozialistischen Außen­handelsexperten im Auswärtigen Amt taten seit diesem Vertrag alles um die Ost- und Südosteuropäischen Staaten in den deutschen Einfluss und Wirtschaftsraum einzugliedern.60 Diese außenpolitischen Strategien waren deshalb so erfolgreich, weil die südosteuropäischen Randstaaten ohnehin antisowjetisch gepolt waren und Angst vor einem bolschewis­tischen Russland hatten. Dies sprach auch für den ostpolitischen Kurs Hitlers, waren die wirtschaftspolitischen und diplomatischen Fähigkeiten Deutschlands zu jenem Zeitpunkt in Mittel- und Südosteuropa im Vergleich zu den Westmächten noch sehr gering.61 Und deshalb war eine wirkliche machtpolitische Orientierung dorthin noch nicht voll ausgereift. Stalins Gegenoffensive richtete sich insofern auf ein Bündnis mit Frankreich aus, mit dem Angebot verbunden, dass die osteuropäischen Randstaaten einen Garantiepakt zusammen mit Russland und Frankreich eingehen sollten, um die Einflusssphäre Deutschlands einzugrenzen.62 Damit zeigte sich schon sehr früh die Einschränkung der deutschen Expansionspolitik im Osten und führte den nationalsozialistischen Verantwortlichen ziemlich rasch vor Augen, dass die Gefahr einer Isolation mehr denn je möglich sein konnte. Trotzdem baute die national­sozialistische Führung weiterhin auf eine Ideologie eines Ostimperiums, auch wenn Hitler durchaus sehr schnell begriff, dass er nach politischen Übergangslösungen suchen musste.63 Schon während der Mandschurei-Krise Anfang der 30er Jahre erhoffte man sich im Dritten Reich, dass die Verschärfung des Konfliktes zwischen Japan und der Sowjetunion dazu führen konnte, dass die Rote Armee genauso wie die russische Armee im Jahre 1905 der japanischen Armee unterlegen sei und dass die sowjetische Armee dann auch Anfang der 30er Jahre zusammen brechen könnte. Im Truppenamt spekulierte man deshalb auch darüber, wie denn der östliche Raum neu organisiert werden könnte im Falle einer Niederlage der sowjetischen Armee.64 Zudem erhoffte man sich eine Allianz aller westlichen Nationen zur Unterstützung einer russischen Gegenregierung gegen die sowjetische Regierung Stalins. Dies weist auch wieder auf den ideologischen Gedankengang Alfred Rosenbergs, der davon ausging, dass der Ostraum so organisiert werden müsse, dass bestimme Völker im östlichen Europa eine dominatere Rolle spielen sollten als die Bolschewiki oder die Juden.65 Selbst Hochschullehrer der damaligen Zeit sprachen von einer geostrategischen Konkurrenz zwischen dem kontinentaleuropäischen Raum inklusive dem japanisch-chinesichen Raum und der USA. Sie gingen also davon aus, dass das nationalsozialistische Deutschland sich die osteuropäischen Räume Europas einverleiben würde und dann in der logischen Schlussfolge eine Disparität zwischen der USA und der Weltmacht Deutschland bzw. Japan entstehen würde. Und genau dies entspricht auch dem geostrategischen Denken Hitlers, der zunächst einmal den Großmachtstatus Deutschlands erweitern wollte, in dem er ganz Europa und teilweise den gesamten Mittelmeerraum unter seine Ägide halten wollte, um dann in den Widerstreit mit der USA zu gelangen.66 Dies erklärt sich auch daraus, dass er zunächst einmal eine volkswirtschaftliche Basis brauchte, um einen großen Krieg mit den volkswirtschaftlich starken USA bestehen zu können. Deutschland alleine hatte nur sehr geringe Ressourcen an Rohstoffen, Menschen und Finanzen. Wenn nun das Dritte Reich in der Lage gewesen wäre diese Ressourcen durch Eroberungen zu erweitern, wäre es vielleicht auch durch die Ausschöpfung der ökonomischen Gegebenheiten aus den eroberten Gebieten in der Lage gewesen, einen längeren und aufzuehrenderen Krieg mit der USA zu risikieren.67 Selbiges gilt auch für Japan. Aber was die Wissenschaft und die universitäre Lehre der 30er Jahre nicht erkannte, sondern rein aus Naivität heraus glaubte war nämlich der Umstand, dass sie hoffte, dass Russland sich aus freien Stücken an Deutschland angliedern würde, um einen Freihandelsraum innerhalb Europas zu schaffen.68 Man ging davon aus, dass hierdurch der Bolschewismus allein eliminiert würde. Selbst ein nationalsozialistischer Ideologe wie Rosenberg glaubte 1933 noch, in dem er mit nationa­listischen Kräften Verbindungen aufnahm, dass hierdurch eine Art Zusammenkunft zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und Russland möglich wäre, wobei er vor allem auf die nationalistischen Kräfte in der Ukraine baute. Selbst Hitler gab Rosenberg den Auftrag, dass dieser Mitte 1934 die nationalistischen Kräfte dazu bringen sollte, eine Art Revolution gegen den Bolschewismus Stalins vorzubereiten.69 Bereits 1933, kurz nach der Machtergreifung ließ Hitler, Erich Koch, den späteren Reichskommisar der Ukraine, einen Plan erarbeiten, der darauf zugespitzt war, einen Wirtschaftsblock ins Auge zu fassen, der vom Schwarzen Meer bis zum Kaukasus gehen sollte.70 Hierbei ging es auch um die Erschließung dieses Raumes durch infrastrukturelle Maßnahmen wie beispielsweise Straßen oder Eisenbahnverbindungen. Hitler glaubte jedoch, dass die infrastrukturelle Maßnahmen nicht die Notwendigkeit hatten, zum einen weil er wahrscheinlich auch von der Unterentwicklung Russlands ausging und diese beibehalten wollte, weil er auch von einer „minderwertigen Rasse“ sprach, zum anderen weil er zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wusste, wie notwendig die Erschließung dieses Raumes war.71 Aber schon damals, Anfang der 30er Jahre, machte der Chefideologe Alfred Rosenberg darauf aufmerksam, dass die weltpolitische Lage sehr wohl die Notwendigkeit eröffnen könnte, dass der östliche Raum insbesondere aber der russische, nicht durch friedliche Mittel an das Deutsche Reich angeschlossen werden könnte, sondern möglicherweise durch militärische Mittel.72 Woraus Rosenberg diese Erkenntnisse zog, zeigt die polnische Politik zu Beginn der 30er Jahre, denn diese war auch expansionistisch ausgerichtet.73 Polen wollte zur damaligen Zeit einen Raum schaffen, der sich von Finnland bis zur Türkei erstrecken und den Bolschewismus ersticken sollte. Rosenberg hat Mitte 1934 deshalb auch ein Aktionsprogramm erstellt, das teilweise sich auch an das von Erich Koch ausrichtete. Hierbei geht es vor allem um die südsibyrischen Ölvorkommen, und hier kommt wieder Hitlers geostrategischer Grundgedanke und weniger die ideologischen Kerngedanken zum Vorschein. Es ging Hitler häufig darum, die Ressourcenbasis für das Deutsche Reich zu erweitern, insbesondere wenn es um Grundstoffe wie Öl oder Eisenerze oder Kohle und Kautschuk ging.74 Deshalb hat auch Rosenberg Mitte 1934 mit dem Shell-Konzern Kontakte aufgenommen, um die Frage zu stellen, wie kann man zu den wesentlichen südsybirischen Ölvorkommen gelangen, und dies wurde in einer Zeit besprochen, als die Gefahr bestand, dass es zu einem Krieg zwischen Japan und der UdSSR kommen würde und im Falle dass es zu einer Niederlage von Stalins Russland kommen würde, dass dann eine deutsch-polnisch-britische Intervention erfolgen sollte, um das Sowjetregime so schnell wie möglich zu beseitigen.75 Der Gedanke Rosenbergs ging noch einen Schritt weiter, er war der Meinung, dass Polen dann seinen Raum schaffen könnte von Finnland bis ans Schwarze Meer, England sollte die südrussische Ölvorkommen erhalten und Deutschland sollte seinen wirtschaftlichen Raum im russischen Gebiet erweitern.76 Rosenberg wich damit eindeutig auch von dem ideologischen Grundgedanken ab, dass es sich hier um einen Rassenkampf handelte, er sprach mehr von wirtschaftspolitischen Notwendigkeiten.77 Diese Zielrichtung war jedoch nur von kurzer Dauer, denn sie musste mit den polnischen Expansionswünschen kollidieren, weil Deutschland ebenfalls im Osten Expansionsziele hatte und Hitler war nicht bestrebt eine Mittelmacht zu bleiben, sondern er wollte, wie schon erläutert wurde, von der Mittelmacht weg hin zu einer gut statuierten Großmacht die dann den Kampf mit den USA aufnehmen sollte. Auch wenn Rosenberg immer wieder von einem Kreuzzug gegen den Bolschewismus sprach, so entsprach das nicht den weitgesteckten Raumzielen Hitlers und hier zeigt sich wieder die andere Komponente des hitlerischen Ostraumprogramms, nämlich die Rassenideologie. Es ging nicht nur darum, den Bolschewismus und Kommunismus zu beseitigen, es ging Hitler und seinen Prätorianern im Grundsatz darum, die slawische Rasse gleich mit zu beseitigen, wobei einigen es mehr um diese Komponente ging, und den anderen mehr um die Frage der wirtschaftlichen Okkupation. Allerdings konnte er diese programmatische Grundlage nicht sofort umsetzen, zumindestens nicht zu Mitte der 30er Jahre, weil er bestimmte ideologische und diplomatische Sachzwänge untergeordnet war und somit auch die Umsetzung des okkupatorischen Programms nicht sofort in einen Krieg ausufern lassen konnte.

3. Die geostrategische Ausrichtung Hitlers zu Beginn seiner Herrschaft und die traditionellen außenpolitischen Denker

Inwieweit das Programm Hitlers weit vor dem Barbarossa-Plan eher geostrategischen Fragen untergeordnet war, zeigt eine Ansprache Hitlers vor den Befehlshabern der Reichswehr im Februar 1933, in der er die Okkupation von Lebensraum im Osten als „eigentliches wirtschafts­politisches Ziel“ darstellte.78 Zugleich sah er dies im Kontext zur weltwirtschaftlichen Akzentuierung von globaler Macht. Dies hatte also nichts mit rassenideologischen Fragen zu tun, dabei ging er jedoch von einer Übergangsphase aus, in der sich Deutschland auf die kriegerische Expansion gen Osten vorbereiten sollte. Ihm war damit auch klar, und somit ging er vom nationalsozialistischen Programm weit ab, dass die wirtschaftspolitischen Diversifikationen sich nicht durch Ideologie lösen lassen würden, sondern nur mit reiner Realpolitik. Dies erkannte er vor allem in der deutschen Außenwirtschaftspolitik.79 Dabei spielte diese vor allem eine große Rolle in der wehrwirtschaftlichen Ausrichtung und war deshalb traditionell nach Osteuropa ausgerichtet. Daher war auch die Schlussfolgerung gegeben, dass man den Handel mit der UdSSR nicht einfach abbrechen konnte. Umso wichtiger war diese Verbindung zwischen Berlin und Moskau, nach dem Hitler angeordnet hatte, die Rüstungsbeziehungen zwischen Russland und Deutschland zu kappen und nach dem Abschluss des polnischen Nichtangriffspakts den Handel zwischen Deutschland und Russland weiterhin aufrecht zu erhalten.80 Dies gelang jedoch nicht in der Weise, wie er es sich das vorgestellt hatte, weil sein Koalitionspartner der DNVP in Person des Reichwirtschafts­ministers Hugenberg eine agrarprotektionistische Politik favorisierte, und das natürlich Spannungen zwischen Berlin und Moskau mitimplizierte. Allerdings auch Hugenberg war der Auffassung einen wirtschaftlichen Großraum bilden zu müssen, wobei er seine Politik in Widersprüche verwickelte, weil Protektionismus nicht zu einem zollfreien Großraum passt. Wollte man die ost- und südosteuropäischen Länder vom deutschen Export überzeugen und miteinbeziehen, brauchte man eine liberale Wirtschaftspolitik, um die Absatzchancen zu erhöhen und einen Konjunkturaufschwung im Reich zu erreichen. Aber gerade die Vertreter der deutschen Landwirtschaft waren gegen eine solche liberale Ausrichtung.81 Damit ging Hugenberg in Konfrontation mit Hitler und der Exportindustrie, die darauf verwies, dass die Landwirtschaftslobby einen verhängnisvollen Kurs für Deutschland fuhr. Für Hitler kam es daher schon sehr früh darauf an, dass die deutsche Bevölkerung gut versorgt war und weniger das eine bestimme Lobby zufrieden war, weshalb er auch veranlasste, dass Hugenberg zu einer aktiven Handelspolitik zurückkehren sollte.82 Es ging ihm damit auch darum, die notwenigen Wirtschaftsräume nicht nur zu erschließen, sondern auch die Märkte darin zu beherrschen. Gerade der russische Raum und der dortige Markt boten gute Absatzmöglichkeiten für deutsche Produkte und zeigten damit auch im Vorlauf des Unternehmens Barbarossa und des Abbruchs des Hitler-Stalin-Paktes, dass das die gewünschte außenwirtschaftliche Strategie war. Das lag auch daran, dass auch die westlichen Nationen Frankreich und England ein großes Interesse am russischen Markt hatten und die deutsche Exportwirtschaft vermehrt unter Druck geriet, weshalb sie auch billige Kredite von der Reichsregierung forderten.83 Es ist daher nicht überraschend, dass der Rückgang des deutsch-sowjetischen Warenaustauschs weniger rasch abnahm, als die politischen Beziehungen.84 Dennoch waren die wirtschaftspolitischen und allgemeinpolitischen Beziehungen angespannt, was auch an der Rhetorik der nationalsozialistischen Bewegung lag. Aber auch Russland hatte seine Probleme, gerade wenn es um finanzökonomische Probleme ging, was man daran ablesen kann, dass die Sowjetunion deutsche Bestellungen minimieren mussten, um ihre Zahlungsbilanz zu verbessern.85 Hinzu kam, dass die russische Wirtschaft sich Kompensationen suchen musste, weil Deutschland einen Exportüberschuss zu verbuchen hatte. Zum Teil erklärt dies wahrscheinlich auch, weshalb Stalin zwei Wochen vor dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion selbst einen Angriff auf das Dritte Reich geplant hatte, weil eben auch die Sowjetunion wirtschaftspolitische und finanzökonomische Probleme hatte, die denen des deutschen Reiches ähnelten.86 Für die russische Wirtschaft war nämlich ab den 30er Jahren die Situation eine verschärfte. In dem nämlich Deutschland bei den Rohstoff- und Agrarlieferung Einfuhrbeschränkungen für die russischen Waren auferlegte zugleich auch sowjetischen Vertriebsorganisationen Probleme bereitete und weltweit auf dem Rohstoff und Agrarsektor ein Preisverfall herrschte, hatte Russland ein Zahlungsdefizit Ende 1933 von 700 Millionen Reichsmark.87 Deshalb musste Russland auf seine Gold- und Devisenmärkte zurückgreifen, was wiederum dazu führte, dass Russland seinen Warenverkehr mit Drittstaaten einschränken musste. Dem nationalsozialistischen Regime war es aufgrund der Probleme der Sowjetunion gestattet, vermehrt seine Einfuhren zu verlagern.88 Deshalb ist es auch zu erklären, weshalb es immer mehr zu Belastungen zwischen Moskau und Berlin kam, weil Deutschland Rohstoffe einführen konnte, ohne wirklich große Verluste zu machen, auch wenn gleichzeitig Deutschland Devisen verlor. Gerade nationalkonservative Kreise im Deutschen Reich waren daher auch überzeugt, dass trotz der Differenzen beider Regime die Gemeinsamkeiten überwogen. Weshalb dies so war, zeigte sich gerade daran, dass in diesen nationalkonservativen Kreisen man davon überzeugt war, dass sich das Sowjet-Modell abnutzen würde und irgendwann ein Systemwandel bevorstand. So glaubte man dass General Tuchachevskij auf kurz oder lang sich gegen Stalin durchsetzen würde. Dies würde wiederum dazu führen, dass die Kollektivwirtschaft aufgehoben würde und Privateigentum eingeführt werde. Es würde dann auch zu einem christlich geprägten bürgerlichen Gesellschaftssystem kommen. Selbst der Russland-Immigrant Jakow Trachtenberg war der Auffassung, dass es gelingen könnte, einen Vierjahresplan in den Handelsbeziehungen durchzusetzen.89 Wobei die ideologischen Fragen weniger eine Rolle spielen würden. Eher der Pragmatismus wäre die Grundlage der ökonomischen Zusammenarbeit. Selbst Wirtschaftsexperten waren Anfang der 30er Jahre der Meinung, dass eine deutsche Großraumwirtschaft nur dann möglich wäre, wenn man Russland mit einschließen würde. Sie blieben allerdings die Antwort schuldig, wie dass unter den damaligen Voraussetzungen hätte geschehen sollen. Hitler begann schon mit seiner Machtergreifung 1933 eine antisowjetische Haltung einzunehmen, was selbst Wirtschaftsexperten pessimistisch stimmten. Zugleich sah man diesen Wandel in der ökonomischen Ausrichtung des Dritten Reiches auch positiv, weil man befürchtete, dass wenn man sich zu stark an Moskau band, dass dann Stalin in der Lage sein könnte, die Arbeitsbeschaffungs­programme der deutschen Reichsregierung zu blockieren. Gerade Minister wie Hugenberg waren der Auffassung, dass die sowjetische Industriepolitik und Außenhandelspolitik zum Nachteil Berlins war. Allerdings war die Abkehr von einer engen Bindung auch darin begründet, dass Hitler und die Wehrmacht vermehrt auf die Rüstungskonjunktur starrten und auch die Großindustrie für dieses Projekt brauchten. Eine Exportwirtschaft kann sich nicht gleichzeitig auf monopolistische Rüstungsgeschäfte konzentrieren und zugleich sich vom Exportgeschäft abkoppeln. Damit stellte sich auch wieder die Frage, wie man die Rüstung ankurbeln konnte, wenn man nicht das genügende ökonomische Know-How hatte, denn dieses Problem konnte man weder durch die globale Wirtschaft noch durch die innere Intensivierung der Wirtschaft ersetzen. Vor allem dann nicht, wenn man nach einem Groß- oder Weltmachtstatus trachtete. Aber genau diese geostrategische Ausrichtung hatte Hitler in seiner näheren Umgebung. Bereits Mitte 1934, also weit vor dem Barbarossa-Unternehmen zeigten sich die ersten wirtschaftlichen Krisen, insbesondere im Rohstoffsektor, und diese gefährdete die konzentrierte Aufrüstung.90 Zum ersten Mal seit 1929 wurde deutlich, dass Deutschland ein Außenhandelsdefizit hatte, was dazu führen musste, dass Deutschland vermehrt Rohstoffe einführen musste um die Rüstung auf demselben Niveau halten zu können.91 Hierdurch wurde natürlich auch die Exportspirale gelenkt, zugleich schmolzen die Devisen immens bis zu einem Minimum von 76,8 Millionen Reichsmark im Juni 1934.92 Der Reichsbankpräsident Schacht verwies daher auf die gefährlichen Folgen dieser wirtschaftlichen Ausrichtung und zeigte auch auf, dass dies auch an dem nachlassenden Handelsverkehr mit der Sowjetunion lag. Hinzu kam, dass die letzten Liefer- und Zahlungsverpflichtungen mit dem ehemaligen Partner ausliefen und quasi der gesamte Handelsverkehr mit Moskau zum Erliegen kommen würde.93 Käme es nicht zu neuen wirtschaftlichen Beziehungen mit der Sowjetunion, drohe eine dauerhafte Krise. Selbst die militärische Führungsspitze war von dieser Entwicklung besorgt. Während man sich auf die Aufrüstung konzentriert hatte, hatte man vergessen wie brüchig die Handelsbeziehungen zu Russland waren, welche bei der Kriegsführung von großer Bedeutung waren. Daher erklärte sich auch, warum das Heeres-Waffenamt bereits Mitte 1934 darauf hinwies, dass unzureichende Vorkehrungen getroffen worden waren, was die Wirtschaftsbeziehungen anbelangte. Weil eben die Rohstofflage und die Devisensituation eher einer Katastrophe nahekamen, forderten sowohl der Reichsbankpräsident wie auch die militärische Führung radikale Maßnahmen ein. Dazu zählten auch organisatorische Umformungen, um mögliche Exportchancen zu regenerieren.94 Hierbei war man in Kenntnis gesetzt, dass die UdSSR Maschinen und Anlagen brauchte, die man durchaus liefern konnte, um sie gegen rüstungswichtige Rohstoffe einzutauschen, sollte die Rüstungskapazität weiter auf demselben Niveau gehalten werden, auch wenn es politische Gegensätze gab.95 Hitler beugte sich daher vor dem Hitler-Stalin-Pakt im Jahre 1933 den realpolitischen Gegebenheiten und den Forderungen der Reichswehrfühung.96 Die politisch-ideologische Frage, den ökonomischen Faktoren unterzuordnen. Denn Aufgrund der schlechten Devisenlage des Reiches war man etwas konstatiert darüber, warum Hitler und Göring eher darüber diskutierten, welche Länder man nun ökonomisch beliefern dürfe und welche nicht. Letztlich so stellte man auch in der Reichsbank fest, dass es Frankreich gelungen sei, Russland als Rohstofflieferant und Bundesgenossen des Reiches auszuschalten, damit hätte sich nämlich Frankreich wieder mal aus seiner Isolation befreit. Deshalb forderten gerade die Militärs der Deutschen Wehrmacht dass die deutsche Außenpolitik pragmatischer sein müsste, um Zeit zu gewinnen, damit Deutschland rüstungsmäßig in die Lage versetzt werden könnte, militärisch schlagkräftiger zu werden.97 Erst dann könne man seine militärischen und politischen Kräfte so ausrichten, wie man es sich gedacht hatte. Anders gesagt, die Geostrategie ging vor die Ideologie, um dann wieder ideologischer zu werden. Was also die Ostraumpolitk anbelangt, war sie eine zweiteilige politische Diversifikation. Hitler dachte in der Frage der Ostraumpolitik wie auch seine Militärs, zunächst geostrategisch, im Sinne von Großmachtambitionen und im zweiten Schritt im Sinne der Weltmachtambitionen, wobei beide vor allem im Falle der Ostraumpolitik durch ideologische Elemente ergänzt wurden. Um genau diese Reihenfolge der politischen Ausrichtung verfolgen zu können, wollte man die Prioritäten in der ökonomischen Betrachtung immer zugunsten der Aufrüstung verlagern, um letztlich rasch zu einer Mobilmachung kommen zu können, um dann wiederum einen totalen Krieg bei gleichbleibendem Lebensstandard durchhalten zu können. Das implizierte auch die Möglichkeit zu schaffen, deutsche Roh- und Ersatzstoffe nicht nur zu produzieren, sondern auch diese zu steigern. Hitler wollte daher auch schon recht früh im Sinne des Rüstungsprogrammes die Handelspolitik flexibilisieren.

[...]


1 Lutz Klinkhammer, Amedeo Osti Guerrazzi, Thomas Schlemmer (Hrsg.), Die „Achse“ im Krieg- Politik, Ideologie und Kriegführung 1939-45, S. 211, Paderborn 2010. Siehe Auch viertes Band, Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Roland G. Foerster, Unternehmen Barbarossa, Oldenbourg-Verlag 1993, 1. Auflg.

2 Siehe: Viertes Band, Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

3 Ebd., Siehe auch: Erich von Manstein, Verlorene Siege.

4 Ebd.

5 Ebd.

6 Ebd.

7 Ebd.

8 Lutz Klinkhammer, Amedeo Osti Guerrazzi, Thomas Schlemmer (Hrsg.), Die „Achse“ im Krieg- Politik, Ideologie und Kriegführung 1939-45, S. 211-231, Paderborn 2010.

9 Siehe kommentierte Edition von „Mein Kampf“.

10 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

11 Ebd., siehe auch: Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

12 Ebd.

13 Ebd.

14 Ebd.

15 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt, S. 21.

16 Ebd.

17 Ebd.

18 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt. Siehe auch: Roland G. Foerster, Unternehmen Barbarossa, Oldenbourg-Verlag 1993, 1. Auflg.

19 Siehe Tagebücher von Alfred Rosenberg 1934-1944.

20 Roland G. Foerster, Unternehmen Barbarossa, Oldenbourg-Verlag 1993, 1. Auflg. Siehe auch: Kommentierte Edition von „Mein Kampf“.

21 Ebd.

22 Ebd., Kommentierte Edition von „Mein Kampf“.

23 Ebd.

24 Ebd.

25 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt. Siehe auch: J. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung, Müchen 2007.

26 J. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung, Müchen 2007. Siehe auch: Momsen, Die Weimarer Republik 1918-1933.

27 Kommentierte Edition von „Mein Kampf“.

28 Ebd.

29 Lutz Klinkhammer, Amedeo Osti Guerrazzi, Thomas Schlemmer (Hrsg.), Die „Achse“ im Krieg- Politik, Ideologie und Kriegführung 1939-45, S. 211-231, Paderborn 2010.

30 Kommentierte Edition v. „Mein Kampf“.

31 Ebd.

32 Ebd.

33 Ebd.

34 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt. Siehe auch: J. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung, Müchen 2007.

35 Ebd.

36 Ebd.

37 Rainer F. Schmidt, Die Außenpolitik des Dritten Reiches 1933-1939, Stuttgart 2002.

38 Roland G. Foerster, Unternehmen Barbarossa, Oldenbourg-Verlag 1993, 1. Auflg.

39 Rainer F. Schmidt, Die Außenpolitik des Dritten Reiches 1933-1939, Stuttgart 2002. Siehe auch: Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

40 Ebd.

41 Paul F. Kennedy, Aufstieg und Fall der Großen Mächte, München 1989, 1. Auflg.

42 Ebd., siehe auch: J. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung, Müchen 2007.

43 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

44 Ebd.

45 Ebd.

46 Ebd.

47 Ebd.

48 Ebd., siehe auch: Rainer F. Schmidt, Die Außenpolitik des Dritten Reiches 1933-1939, Stuttgart 2002.

49 Ebd.

50 Rainer F. Schmidt, Die Außenpolitik des Dritten Reiches 1933-1939, Stuttgart 2002.

51 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

52 Ebd.

53 Ebd.

54 Ebd.

55 Ebd.

56 J. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung, Müchen 2007.

57 Rainer F. Schmidt, Die Außenpolitik des Dritten Reiches 1933-1939, Stuttgart 2002.

58 Ebd.

59 Ebd., siehe auch: Lutz Klinkhammer, Amedeo Osti Guerrazzi, Thomas Schlemmer (Hrsg.), Die „Achse“ im Krieg- Politik, Ideologie und Kriegführung 1939-45, S. 244-255, Paderborn 2010.

60 Ebd.

61 Rainer F. Schmidt, Die Außenpolitik des Dritten Reiches 1933-1939, Stuttgart 2002.

62 Lutz Klinkhammer, Amedeo Osti Guerrazzi, Thomas Schlemmer (Hrsg.), Die „Achse“ im Krieg- Politik, Ideologie und Kriegführung 1939-45, S. 244-255, Paderborn 2010.

63 Roland G. Foerster, Unternehmen Barbarossa, Oldenbourg-Verlag 1993, 1. Auflg.

64 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

65 Alfred Rosenbergs Tagebücher 1934-1944.

66 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

67 J. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung, Müchen 2007.

68 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

69 Siehe Alfred Rosenbergs Tagebücher 1934-1944.

70 J. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung, Müchen 2007. Siehe auch: Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

71 Ebd.

72 Alfred Rosenbergs Tagebücher 1934-1944.

73 Ebd.

74 J. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung, Müchen 2007. Siehe auch: Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt. Siehe auch: Lutz Klinkhammer, Amedeo Osti Guerrazzi, Thomas Schlemmer (Hrsg.), Die „Achse“ im Krieg- Politik, Ideologie und Kriegführung 1939-45, S. 211-231, Paderborn 2010.
Anmerkung: Es bestand von den Achsenmächten kein einheitlich, kohärenter Plan zur Neuordnung des Lebnsraumes geschweige eine Gesamtkozeption. Man orientierte sich nach historischen, insbesondere ideologisch-mystischen Bildern aus. Der Kreuzzug gegen Kartelle und Monopole hatte daher genauso Vorrang, wie das bolschewistische Wirtschaftssystem. Die Achsenmächte schwärmten stattdessen nach einer ökonomischen Homogenität, also einer zentralen Einheit ohne jegliche klare Konzeption, was dem nihilstischen System auch gleichkam.

75 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

76 Alfred Rosenbergs Tagebücher 1934-1944.

77 Ebd.

78 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

79 Ebd.

80 Ebd.

81 Ebd.

82 J. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung, Müchen 2007.

83 Ebd.

84 Ebd.

85 Viertes Bd., Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichem Forschungsamt.

86 Ebd.
Anmerkung: Die Sowjetunion hatte zwei Wochen vor dem deutschen Überfall eine weit vorgeschobene militärische Kampflinie an ihrer Westgrenze, was darauf schließen lässt, dass es das Deutsche Reich selbst angreifen wollte. Inzwischen belegen verschiedene Quellen aus russischen Militärarchiven diese Vermutung.

87 Ebd.

88 Ebd., siehe auch: J. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung, Müchen 2007.

89 Ebd.

90 Ebd.

91 Ebd.

92 Ebd.

93 Ebd., siehe auch: John Weitz, Hitlers Bankier: Hjalmar Schacht.

94 Ebd.

95 Ebd.

96 Ebd.

97 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 138 Seiten

Details

Titel
Der Barbarossa-Feldzug zwischen geostrategischer Lagebeurteilung und ideologisiertem Vernichtungswahn
Untertitel
Militärische Auseinandersetzungen zwischen geostrategischer Lageanalyse und politischer Ideologisierung am Beispiel des militärischen Konflikts 1941
Autor
Jahr
2019
Seiten
138
Katalognummer
V460971
ISBN (eBook)
9783668953635
ISBN (Buch)
9783668953642
Sprache
Deutsch
Schlagworte
1941, Rußlandfeldzug, Barbarossafeldzug, Stalin, Wehrmacht, Rote Armee, UdSSR, Drittes Reich, OKW
Arbeit zitieren
Ilya Zarrouk (Autor), 2019, Der Barbarossa-Feldzug zwischen geostrategischer Lagebeurteilung und ideologisiertem Vernichtungswahn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460971

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