Die vorliegende Arbeit widmet sich den Argumentationsstrategien von Wahlwerbung anhand von Wahlplakaten der Bundestagswahlen 1987 und 2002.
Als Grundlage für die Analyse dient das Kommunikationsmodell mit seinem Sender-Kanal-Empfänger-Prinzip, das überblicksartig erläutert wird. Es folgt eine Betrachtung kommunikativer Ziele von Wahlwerbung (Aktualisierung, Emotion und Information) und deren Auswirkung auf den Wähler bzw. den Konsumenten. Es wird hierbei deutlich, dass Werbung bei unterschiedlichen Zielgruppen unterschiedliche 'Verhaltensmuster' hervorrufen kann. Anhand einer zusammenfassenden Tabelle wird die Werbewirkung nochmals verdeutlicht. Im Weiteren geht die Arbeit näher auf die Prinzipien von Wahlwerbung ein. Es wird hierbei zwischen sachlichen (Ansichten glaubhaft vermitteln), sozialen (Bezug auf das Handeln Dritter) und zeitlichen (Bezug auf vergangene, gegenwärtige oder zukünftiger Ereignisse) Sachverhalten unterschieden. Dafür wird der Begriff der 'Sprechhandlung' nach John L. Austin (1979) definiert und durch dessen Unterteilung nach John R. Searle (1971) in Hinblick auf Teilakte und Sprechhandlungsarten spezifiziert. Nach Toulmin (1958) werden fünf Schlussregeln vorgestellt, die die argumentative Kommunikation in bestimmte Argumentationsmuster systematieren und damit - als Voraussetzung für die folgende Analyse - die Grundlage einer Typologie von Argumentationsschemata bilden.
Der empirische Teil vergleicht die Plakatwerbung der Bundestagswahlen von 1987 und 2002 in Hinblick auf die Themen der Wahlwerbung und ihre persuasiven Funktion. Die Analyse der Wahlwerbung von 2002 orientiert sich dabei an Martin Wachtels (1988) Untersuchung der Argumentationsstrategien bei den Bundestagswahlen 1987.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Werbung als Kommunikation
- 2.1 Ziele von Werbung
- 2.1.1 Beeinflussungsziele
- 3. Wahlwerbung
- 3.1 Prinzipien der Wahlwerbung
- 3.2 Sprechhandlung
- 3.3 Schlussregeln
- 3.3.1 Erste Schlussregelgruppe (Kausal-Relation)
- 3.3.3 Dritte Schlussregelgruppe (Koexistenzverbindungen zwischen Personen und Handlungen)
- 3.3.4 Vierte Schlussregelgruppe (Meinungen und Einschätzungen)
- 3.3.4 Fünfte Schlussregelgruppe
- 4. Vergleichende Argumentations- und Themenanalyse der Bundestagswahlen 1987 und 2002
- 4.1 Persuasive Funktionen von Wahlslogans
- 4.2 Themen von Wahlwerbung
- 5. Zusammenfassung
- 6. Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Argumentationsstrategien in der Wahlwerbung, insbesondere im Hinblick auf den Bundestagswahlkampf 2002. Sie analysiert theoretische Grundlagen der Werbung und deren Anwendung auf die politische Kommunikation.
- Die Wirkung von Werbung auf den Rezipienten
- Kommunikationsmodelle und ihre Anwendbarkeit auf Werbebotschaften
- Ziele von Werbung und die Beeinflussungsziele von Wahlwerbung
- Argumentationsstrategien in der Wahlwerbung, insbesondere im Hinblick auf Slogans
- Vergleichende Analyse von Wahlwerbung in den Bundestagswahlen 1987 und 2002
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Argumentationsstrategien in der Wahlwerbung ein und beleuchtet die Wirkung von Werbung auf den Rezipienten. Im zweiten Kapitel werden die Grundlagen der Werbung als Kommunikation betrachtet, wobei verschiedene Kommunikationsmodelle und die Ziele von Werbung analysiert werden. Das dritte Kapitel widmet sich dem Bereich der Wahlwerbung, wobei die Prinzipien der Wahlwerbung, Sprechhandlungen und Schlussregeln im Vordergrund stehen. Das vierte Kapitel schließlich befasst sich mit einer vergleichenden Analyse der Argumentations- und Themenanalyse der Bundestagswahlen 1987 und 2002. Die Arbeit beleuchtet die persuasive Funktion von Wahlslogans und analysiert die Themen in der Wahlwerbung.
Schlüsselwörter
Wahlwerbung, Argumentationsstrategien, Kommunikation, Beeinflussung, persuasive Funktionen, Wahlslogans, Themenanalyse, Bundestagswahlkampf, politische Kommunikation, Werbebotschaften, Rezipienten, Kommunikationsmodelle, Sprechhandlung, Schlussregeln.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Hauptziele von Wahlwerbung?
Die Hauptziele sind Aktualisierung (Bekanntheit), Emotion (Sympathie) und Information (Inhalte), um das Wählerverhalten zu beeinflussen.
Wie unterscheiden sich Wahlslogans in ihrer persuasiven Funktion?
Wahlslogans nutzen rhetorische Strategien und Sprechhandlungen, um Überzeugungskraft zu entfalten und politische Botschaften einprägsam zu vermitteln.
Was versteht man unter 'Sprechhandlungen' in der Wahlwerbung?
Sprechhandlungen nach Austin und Searle bezeichnen die Absicht hinter einer Äußerung (z.B. Versprechen, Auffordern), die über den reinen Informationsgehalt hinausgeht.
Wie hat sich die Wahlwerbung zwischen 1987 und 2002 verändert?
Die Analyse zeigt Veränderungen in den Themen und Argumentationsmustern, wobei die Plakatwerbung von 2002 oft stärker auf Personalisierung und spezifische Slogans setzte.
Welche Rolle spielen Schlussregeln in der politischen Argumentation?
Schlussregeln nach Toulmin helfen dabei, Argumente zu systematisieren und logische Verknüpfungen zwischen politischen Behauptungen und Begründungen herzustellen.
- Quote paper
- Sophie Koch (Author), 2004, Argumentationsstrategien von Wahlwerbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46115