Globalisierung ist eine Entwicklung, die bis in die Anfänge der Industrialisierung zurückreicht, also ein langwieriger Prozeß. Dieser verlief nicht immer gleichmäßig sondern eher schubweise aufgrund der unterschiedlich starken Triebkräfte. Im „Wörterbuch Staat und Politik“ wird Globalisierung als „räumliche Erweiterung von ökonomischen, kulturellen und politischen Beziehungen sowie die wechselseitige Verflechtung von Akteuren und Problemlagen“ auf der transnationalen Ebene bezeichnet.
Fritz Scharpf beschreibt Globalisierung als Entwicklung, bei der „die realen Problemzusammenhänge in immer mehr Bereichen die nationalen Grenzen überschreiten und sich dadurch der effektiven Selbstbestimmung in [den] Gemeinwesen entziehen“. Von der Globalisierung erfaßt sei vor allem die nationale Ökonomie, die immer stärker in die kapitalistische Weltwirtschaft eingebettet sei. Wie Scharpf sieht auch Ulrich Beck mit dem „Zeitalter der Globalisierung“ ein „Demokratiedilemma“ einhergehen. Entscheidungen von großer Reichweite würden zunehmend im transnationalen Rahmen bar jeder demokratischer Legitimation getroffen.
So begann man mit der Erfahrung, daß, wenn Staaten in einen offenen Austausch mit anderen Volkswirtschaften treten, sie davon profitieren und Wohlstandsgewinne erzielen. Dadurch wurden Märkte und Produktionen der verschiedenen Länder voneinander abhängig, denn nun begann der weltweite Güteraustausch, die Warenvielfalt, der weltweite Informationsaustausch und die unbegrenzten Reisemöglichkeiten.
Aber so verschärfte sich auch der internationale Wettbewerb um Marktanteile und Kapital. Dieser Wettbewerb zwischen den Staaten belief sich auf Steuern, Subventionen, Arbeitsplätze, Know-how und Investitionen. Dies geschah auch auf den gesellschaftlichen Ebenen, wobei auch der Wettstreit in Sachen Kunst, Medien und Wissenschaft ständig intensiver wurde. Es gilt als ein Austausch von Ideen, Konzeptionen und Wertehaltungen.
Inhaltsverzeichnis
WAS IST GLOBALISIERUNG?
ALLGEMEINES.
GRUNDELEMENTE DER GLOBALISIERUNG.
MERKMALE DER GLOBALISIERUNG.
MÖGLICHE FOLGEN DER GLOBALISIERUNG.
GLOBALE GEFÄHRDUNGEN/ UMWELTSCHÄDEN.
GLOBALISIERUNG ALS FOLGE DER WELTINFORMATIONSGESELLSCHAFT.
AUSWIRKUNGEN AUF DEN ARBEITSMARKT.
SOZIALSTAATLICHE INSTITUTIONEN.
GEWERKSCHAFTEN.
FAZIT.
SOUVERÄNITÄTSVERLUST DER NATIONALSTAATEN.
HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN DER NATIONALSTAATEN.
FAZIT.
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Begriff der Globalisierung, ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sowie ihr Verhältnis zur staatlichen Souveränität von Nationalstaaten. Ziel ist es zu analysieren, ob der Globalisierungsprozess die Handlungsmöglichkeiten staatlicher Institutionen tatsächlich maßgeblich einschränkt oder ob diese Herausforderungen primär auf strukturelle Anpassungsprobleme zurückzuführen sind.
- Grundlagen und zentrale Merkmale der Globalisierung
- Konsequenzen für internationale Arbeitsmärkte
- Herausforderungen für sozialstaatliche Institutionen und Gewerkschaften
- Analyse des Souveränitätsverlustes von Nationalstaaten
- Handlungsmöglichkeiten und strategische Neuausrichtung von Nationalstaaten
Auszug aus dem Buch
1.2. Merkmale der Globalisierung
So begann man beispielsweise mit Direktinvestitionen. Produktionsstätten wurden in Ausland verlegt und es entstanden und entstehen neue Produktionsdimensionen. Desweiteren wurde die technologische Entwicklung in bestimmten Zielländern gefördert und Entwicklungs- und Schwellungsländer begannen und beginnen, ihre Wirtschaftspolitik zu ändern.
Das führte auch zu neuen Informations- und Kommunikationstechniken, Finanzinnovationen und zur Öffnung der bevölkerungsreichsten Regionen für den Handel. Auch die Integration in den Welthandel erfolgte, indem man die Staaten mit wettbewerbsorientierten Wirtschaftsverfassungen ausstattete.
Selbst die hochentwickelten Kommunikationstechniken hatten effiziente Führung und Kontrolle dezentraler Unternehmenseinheiten zur Folge.
Die internationale Vernetzung geschah jetzt nicht nur auf wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene, sondern auch bei Information, Wissen, Kenntnis und Fähigkeiten, Ideen, Konzeptionen und Wertehaltungen.
Zusammenfassung der Kapitel
WAS IST GLOBALISIERUNG?: Dieses Kapitel definiert Globalisierung als langfristigen, schubweisen Prozess der räumlichen Erweiterung ökonomischer, kultureller und politischer Beziehungen sowie deren transnationale Verflechtung.
AUSWIRKUNGEN AUF DEN ARBEITSMARKT: Hier wird untersucht, wie die Deregulierung und der internationale Wettbewerb Arbeitsmärkte sowie die Rolle von Gewerkschaften und Sozialstaaten unter Druck setzen und zu Strukturveränderungen führen.
SOUVERÄNITÄTSVERLUST DER NATIONALSTAATEN: Dieses Kapitel hinterfragt, ob die staatliche Handlungsfähigkeit durch globale Akteure und wirtschaftliche Interdependenzen dramatisch geschwächt wird oder ob Anpassungsstrategien weiterhin möglich bleiben.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Nationalstaat, Arbeitsmarkt, Weltwirtschaft, Souveränität, Gewerkschaften, Sozialstaat, Deregulierung, Wettbewerb, Informationsgesellschaft, Kommunikationstechnik, Direktinvestitionen, Strukturwandel, Politische Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet das Phänomen der Globalisierung und untersucht, wie diese Entwicklung wirtschaftliche und politische Strukturen beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen auf Arbeitsmärkte, der Belastung sozialstaatlicher Institutionen, der Rolle von Gewerkschaften sowie dem angeblichen Souveränitätsverlust der Nationalstaaten.
Was ist das primäre Ziel der Analyse?
Das Ziel ist es herauszufinden, ob die Globalisierung tatsächlich die alleinige Ursache für aktuelle Probleme der Nationalstaaten ist oder ob strukturelle Faktoren eine größere Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse aktueller wissenschaftlicher Debatten zur Globalisierung, unter anderem gestützt auf die Theorien von Fritz Scharpf, Ulrich Beck und Michael Mann.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Auswirkungen auf Arbeitsmärkte, Gewerkschaften und Sozialstaaten sowie eine detaillierte Diskussion über Souveränitätsverluste und Handlungsmöglichkeiten der Nationalstaaten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Souveränität, Arbeitsmarkt, Sozialstaat, Gewerkschaften, Wettbewerb, Deregulierung und der Strukturwandel der Industrieproduktion.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Gewerkschaften?
Die Autorin sieht Gewerkschaften durch die globale Flexibilität von Unternehmen herausgefordert und stellt fest, dass sie sich organisatorisch internationalisieren müssen, um zukünftig Gestaltungsmöglichkeiten zu behalten.
Welches Fazit zieht die Autorin in Bezug auf die Nationalstaaten?
Sie kommt zu dem Schluss, dass der Souveränitätsverlust oft weniger dramatisch ist als behauptet, und betont, dass Nationalstaaten durch Zusammenschlüsse wie die EU und innovative Anpassungen ihre Handlungsfähigkeit wahren oder gar erweitern können.
- Citar trabajo
- Diane Schmidt (Autor), 2002, Globalisierung und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4611