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Das Motiv der künstlichen Frau im Pygmalionmythos sowie in "Isabelle"

Title: Das Motiv der künstlichen Frau im Pygmalionmythos sowie in "Isabelle"

Term Paper , 2018 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lea Jell (Author)

Literature - Comparative Literature
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Hier wird die Belebung eines Gegenstandes unter phantastischen Umständen analysiert, ein Kunstobjekt mit dem Bildnis einer wunderschönen und begehrenswerten Frau. Sowohl im Pygmalionmythos von Ovid als auch in Isabelle von Claude Seignolle geht es um eine Liebesgeschichte von einem Mann und einer künstlichen Frau. Aber beide Texte fassen die künstliche Frau sehr unterschiedlich auf.

In dieser Arbeit werde ich somit erläutern, was eine künstliche Frau ist und wie die beiden Geschichten den Aspekt der künstlichen Frau nutzen und umsetzen. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede abgegrenzt und gedeutet. Dadurch wird auch der Schwerpunkt des Aufsatzes aufgedeckt werden und zwar um was für eine Art von Liebesbeziehung es sich zwischen den Figuren handelt und wie diese endet.

Ich untersuche eine Übersetzung des lateinischen Pygmalionmythos von Ovidius Naso Publius namens Geliebtes Bild, die 2004 übersetzt und herausgegeben wurde von Gerhard Fink. Im Vergleich dazu wird die 1989 herausgegebene Version der Geschichte Isabelle von Claude Seignolle untersucht, die das Motiv des Pygmalionmythos aufgreift und verändert. Beide Erzählungen haben auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten, doch nach genauerer Untersuchung haben die Unterschiede und deren Folgen überwogen. Darum möchte ich meinen Schwerpunkt auf die Differenzen der beiden Texte legen und untersuchen inwieweit sich diese auf die Auffassung der künstlichen Frau sowie ihrer Beziehung zu ihrem Partner auswirken. Schlussendlich werde ich noch den Punkt der Namensgebung in beiden Geschichten erläutern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Emotionale Stellung gegenüber materiellen Objekten

2. Die Definition der künstlichen Frau

3. Das Motiv der künstlichen Frau im Pygmalionmythos sowie in Isabelle

3.1. Übereinstimmungen im Pygmalionmythos mit Isabelle

3.1.1. Das Verlieben in die Frauenfigur als Abbild vor ihrer Erweckung

3.2. Unterschiede der beiden Erzählungen

3.2.1. Die Liebesbeziehung nach der Belebung

3.2.2. Die Herstellung im Gegensatz zum Erwerben

3.2.3. Die Liebe zu den Frauen bei Isabelle im Gegensatz zum Hass gegenüber den Frauen in Geliebtes Bild

3.2.4. Das Erwachen der Kunstarbeit und dessen Folgen

3.3. Namensgebung

4. Auffassung der künstlichen Frau in beiden Werken

4.1. Die Erfüllung der Träume im Pygmalionmythos

4.2. Die Selbstzerstörung bis zum Tod in Isabelle

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Motiv der künstlichen Frau im antiken Pygmalionmythos und in der Erzählung "Isabelle" von Claude Seignolle, um die Unterschiede in der Auffassung und der Beziehungsdynamik zwischen den männlichen Protagonisten und ihren künstlichen Partnerinnen herauszuarbeiten.

  • Vergleichende Analyse der künstlichen Frau als Motiv in Literatur und Mythos.
  • Untersuchung der Entstehungsprozesse und des Beziehungsstatus (romantisch vs. sexuell-instrumentell).
  • Analyse von Machtstrukturen und dem Umgang mit dem weiblichen Geschlecht.
  • Bedeutung der Namensgebung und Anonymisierung in den Texten.
  • Reflexion über die Auswirkungen von Besessenheit und künstlicher Belebung.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Das Verlieben in die Frauenfigur als Abbild vor ihrer Erweckung

Dass sich der Mann in das unbelebte Kunstwerk verliebt, ist ein wichtiger Bestandteil des Pygmalionmythos. Pygmalion, der Erschaffer der Statue selbst, verliebt sich bei der Herstellung in sein Werk, als Künstler erschafft er die Statue nach seinen eigenen Vorstellungen einer perfekten Frau. Mithilfe dieser Grundvoraussetzung fängt er an Gefühle für die unbelebte Figur zu entwickeln. Er behandelt die Figur wie eine echte Frau, indem er ihr Geschenke bringt, sie küsst, anzieht und mit in sein Bett legt. Er will auch das Bett mit ihr teilen, daher nennt er sie „Gefährtin seines Lagers“. Dieses Verhalten gegenüber einer unbelebten Figur, einem Objekt, wird gesellschaftlich als merkwürdig und abnormal angesehen, aber durch das spätere Erwachen der Statue wird es romantisch verklärt.

Auch der Graf de R. hat bereits vor Isabelles Verlassen des Gemäldes Gefühle für sie, die durch ihr wunderschönes Aussehen und seine Neugierde als Kunstliebhaber geweckt werden. Er versucht diese nicht zu mindern mit der Begründung „was tat es, daß sie nur gemalt war!“. Auch sein Verhalten gegenüber dem Bild entspricht nicht der Norm, er küsst sie „wie ein verzauberter Liebender“. Er gibt zu, weiter an sie zu denken und sogar „körperliches Verlangen“ nach der Figur auf dem Bild zu verspüren.

Die künstlichen, leblosen Figuren werden also wie reale Personen behandelt und geliebt, obwohl sie keinerlei Reaktionen zeigen und keine Handlungs- oder Entscheidungsfreiheit haben. Aber es steht sowohl für Pygmalion als auch den Grafen in dieser Art der Liebesbeziehung der sexuelle Aspekt im Vordergrund, denn beide verspüren das Verlangen mit dem Kunstobjekt das Bett zu teilen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Emotionale Stellung gegenüber materiellen Objekten: Einführung in die sentimentale Bedeutung von Gegenständen und die psychologische Faszination, die entsteht, wenn diese Objekte eine Form von Eigenleben entwickeln.

2. Die Definition der künstlichen Frau: Theoretische Abgrenzung der Begriffe "künstlicher Mensch", "Automat" und "Kunstobjekt" im Kontext der untersuchten Werke.

3. Das Motiv der künstlichen Frau im Pygmalionmythos sowie in Isabelle: Analyse der gemeinsamen Motivik, die den künstlichen Figuren durch übernatürliche Eingriffe einen Lebenshauch verleiht.

3.1. Übereinstimmungen im Pygmalionmythos mit Isabelle: Untersuchung der strukturellen Gemeinsamkeiten der Geschichten, insbesondere der frühen emotionalen Bindung an das Objekt.

3.1.1. Das Verlieben in die Frauenfigur als Abbild vor ihrer Erweckung: Analyse der einseitigen, teils sexuellen Projektionen der männlichen Protagonisten auf die leblosen Kunstwerke.

3.2. Unterschiede der beiden Erzählungen: Gegenüberstellung der gegensätzlichen Entwicklungen der Liebesgeschichten und der jeweiligen Herkunft der Kunstobjekte.

3.2.1. Die Liebesbeziehung nach der Belebung: Vergleich zwischen der idealisierten romantischen Ehe bei Pygmalion und der rein sexuellen, destructiven Beziehung in Isabelle.

3.2.2. Die Herstellung im Gegensatz zum Erwerben: Kontrastierung des schöpferischen Aktes des Künstlers Pygmalion mit dem reaktiven Erwerb durch den Grafen auf einer Auktion.

3.2.3. Die Liebe zu den Frauen bei Isabelle im Gegensatz zum Hass gegenüber den Frauen in Geliebtes Bild: Untersuchung der frauenverachtenden bzw. instrumentalisierenden Einstellungen der Protagonisten.

3.2.4. Das Erwachen der Kunstarbeit und dessen Folgen: Betrachtung der unterschiedlichen Mechanismen und Konsequenzen des Erwachens, vom göttlichen Wunsch bis hin zum vampirartigen Entsteigen der Leinwand.

3.3. Namensgebung: Analyse der Funktion von Namen für die Individualisierung der Figuren und ihre rechtliche bzw. existenzielle Stellung.

4. Auffassung der künstlichen Frau in beiden Werken: Synthese der Ergebnisse zur unterschiedlichen Bedeutung der künstlichen Frau als Motiv.

4.1. Die Erfüllung der Träume im Pygmalionmythos: Zusammenfassung der künstlichen Frau als Resultat eines göttlich erfüllten Wunschs nach Perfektion und Besitz.

4.2. Die Selbstzerstörung bis zum Tod in Isabelle: Deutung der Figur der Isabelle als Sukkubus-ähnliches Wesen, das den Grafen in den Untergang führt.

Schlüsselwörter

Pygmalion, Isabelle, künstliche Frau, Claude Seignolle, Ovid, Mythologie, Literaturwissenschaft, Homunkulus, Objektifizierung, Liebesbeziehung, Kunstwerk, Belebung, Geschlechterrollen, Feminine Rolle, Vergleichende Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das literarische Motiv der künstlichen Frau, indem sie den klassischen Pygmalionmythos mit der Erzählung "Isabelle" von Claude Seignolle vergleicht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Künstlichkeit, die instrumentelle Behandlung von Kunstobjekten als Frauenersatz sowie die unterschiedlichen Beziehungsdynamiken zwischen Schöpfer und Geschöpf.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich das Motiv der künstlichen Frau in beiden Werken unterscheidet und inwieweit diese Differenzen die Auffassung der Beziehung zwischen Mann und künstlicher Frau beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein literaturwissenschaftlicher Vergleich (Komparatistik) angewandt, der durch die Analyse der Entstehungsgeschichte, der Beziehungsmodelle und der Namensgebung strukturiert ist.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Gemeinsamkeiten und den gravierenden Unterschieden beider Texte, unterteilt in Themen wie Entstehung, Namensgebung und die Rollenverteilung in der Beziehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pygmalion, Isabelle, künstliche Frau, Objektifizierung, Belebung und die spezifischen literarischen Kontexte von Ovid und Seignolle.

Warum wird Isabelle im Vergleich zum Mythos als "Sukkubus" interpretiert?

Da die Beziehung in "Isabelle" durch Entzug von Lebensenergie und den körperlichen Verfall des Grafen gekennzeichnet ist, wird die künstliche Figur als dämonisches Wesen gedeutet, das sich von der körperlichen Liebe nährt.

Welche Rolle spielt die Anonymisierung des Grafen de R.?

Die Anonymisierung schützt den Grafen laut Erzähler vor gesellschaftlichen Gerüchten, reduziert ihn aber gleichzeitig auf seine soziale Position und sein Machtstreben.

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Details

Title
Das Motiv der künstlichen Frau im Pygmalionmythos sowie in "Isabelle"
College
University of Augsburg
Course
Phantastische Erzählliteratur
Grade
1,7
Author
Lea Jell (Author)
Publication Year
2018
Pages
14
Catalog Number
V461254
ISBN (eBook)
9783668889484
ISBN (Book)
9783668889491
Language
German
Tags
Phantastik Pygmalionmythos Isabelle künstlicher Mensch Pygmalion Auferstehung Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lea Jell (Author), 2018, Das Motiv der künstlichen Frau im Pygmalionmythos sowie in "Isabelle", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461254
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