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Eine Durkheimische Erklärung der Selbstmordattentate

Titel: Eine Durkheimische Erklärung der Selbstmordattentate

Essay , 2019 , 10 Seiten , Note: 5 (im Schweizer Schulsystem)

Autor:in: Soner Akkaya (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Grundlagen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Emile Durkheim hat als erster Soziologe in seinem Werk "Le Suicide" vom 1897 mit bestehenden Daten empirisch aufgezeigt, dass Selbstmord, einer der individuellsten Handlungen, welche man sich vorstellen kann, auf gesellschaftliche Faktoren zurückzuführen ist. In diesem Essay wird gestützt auf seine Ansätze sowie Argumentationsgänge auf die im letzten Jahrzehnt ansteigenden Selbstmordattentate eingegangen.

Die Liste der Ortschaften, welche in diesem Jahrhundert von Selbstmordattentaten der Terrororganisationen betroffen sind, ist lang und nimmt vom Jahr zu Jahr zu. Während im 20. Jahrhundert noch die meisten Selbstmordattentate in Rahmen vom militärisch organisierten Feldzug gegen die Besetzung von Territorien von Drittstaaten gerichtet waren, wird ein großer Anteil der Selbstmordattentate im 21. Jahrhundert von Jihadisten ausgeübt. Dabei nehmen die Selbstmordattentäter ihren eigenen Tod in Kauf und sprengen ein bestimmtes Ziel in die Luft. Sie opfern ihr Leben für die Ziele einer Terrororganisation, in welche sie stark eingebettet sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Durkheimische Erklärung der Selbstmordattentate

2. Die vier Typen des Suizids

3. Selbstmordattentate und Durkheim

4. Selbstmordattentat als Nachahmungstat

5. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Zunahme von Selbstmordattentaten im 21. Jahrhundert durch die theoretische Linse der klassischen Suizidsoziologie von Emile Durkheim, um gesellschaftliche Ursachen und Präventionsansätze zu identifizieren.

  • Analyse der vier klassischen Suizidtypen nach Durkheim
  • Zusammenhang zwischen sozialer Integration, Regulierung und Radikalisierung
  • Die Rolle von Diaspora-Erfahrungen und Exklusion bei Jihadisten
  • Bedeutung von Nachahmungseffekten (Werther-Effekt) in modernen Medien
  • Politische und soziale Lösungsansätze zur Reduktion von Anomie

Auszug aus dem Buch

Die vier Typen des Suizids

Emile Durkheim definierte Selbstmord als einen bewussten Akt sehr allgemein folgendermaßen: „Man nennt Selbstmord jeden Todesfall, der direkt oder indirekt auf eine Handlung oder Unterlassung zurückzuführen ist, die vom Opfer selbst begangen wurde, wobei es das Ergebnis seines Verhaltens im Voraus kannte“ (Durkheim 1973: S. 27). Im Weiteren betont Durkheim, dass der Selbstmord nicht von psychologischen oder außergesellschaftlichen Faktoren abhängig ist (ebd. S. 47ff.).

Er unterscheidet zwischen zwei gesellschaftlichen Variablen, nämlich die soziale Integration und die Regulierung, welche einen erheblichen Einfluss auf die Neigung der Gesellschaft zum Selbstmord ausüben können (ebd. S.160ff.).

Die Rede ist von einer sozialen Selbstmordrate, welche sich aus der Kumulation einzelner Suizide ergibt (ebd. S.32ff.). Da sich diese gesellschaftlichen Variablen, in welchem sich das Leben der Menschen abspielt, wenig über die kurze Zeit ändern, bleibt diese soziale Selbstmordrate konstant (ebd. S. 30ff.). Gleichzeitig ist das Ausmaß der sozialen Integration und der Regulierung von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich, was die Unterschiede in der Selbstmordrate in den verschiedenen Gesellschaften erklärt (ebd. S.34ff.).

Durkheims teilt Suizid in vier verschiedene Typologien abhängig vom Grad der sozialen Integration oder Regulierung auf. Er unterscheidet zwischen dem egoistischen, altruistischen, anomischen und fatalistischen Selbstmord.

Zusammenfassung der Kapitel

Durkheimische Erklärung der Selbstmordattentate: Einleitung in die Problematik steigender Selbstmordattentate im 21. Jahrhundert und Einführung der soziologischen Perspektive Durkheims.

Die vier Typen des Suizids: Erläuterung der theoretischen Grundlagen Durkheims, insbesondere der Variablen soziale Integration und Regulierung sowie deren Auswirkung auf die Suizidrate.

Selbstmordattentate und Durkheim: Anwendung der Theorie auf moderne Selbstmordattentäter unter Berücksichtigung von Identitätsfragen und sozioökonomischen Faktoren.

Selbstmordattentat als Nachahmungstat: Diskussion der Rolle von Medien und Nachahmungsprozessen im Kontext der Suizidforschung.

Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse und Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Reduktion von Radikalisierungsprozessen.

Schlüsselwörter

Emile Durkheim, Selbstmordattentate, soziale Integration, Regulierung, Anomie, altruistischer Suizid, Werther-Effekt, Jihadismus, Radikalisierung, Diaspora, Soziologie, Suizidprävention, Kollektivgefühl, Terrorismus, moderne Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse von Selbstmordattentaten im 21. Jahrhundert auf Basis der klassischen Suizidtheorie von Emile Durkheim.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Zusammenhang zwischen sozialer Struktur (Integration und Regulierung) und extremen Handlungsformen wie dem Selbstmordattentat sowie die Bedeutung soziologischer Typologien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erklären, warum Selbstmordattentate in der modernen Welt zunehmen und wie gesellschaftliche Mechanismen, die eigentlich zur Stabilität dienen sollten, radikale Entwicklungen begünstigen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die bestehende empirische Studien (z.B. von Robert A. Pape oder Atran) mit den klassischen soziologischen Ansätzen von Emile Durkheim verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der vier Suizidtypen nach Durkheim, die Anwendung dieser Typologien auf moderne Attentäter und die Analyse der medialen Nachahmungseffekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind soziale Integration, Anomie, altruistischer Suizid, Radikalisierung und der Werther-Effekt.

Wie unterscheidet sich der altruistische Suizid laut Autor von der allgemeinen Vorstellung?

Der Autor arbeitet heraus, dass der altruistische Suizid bei Attentätern nicht einfach verschwindet, sondern sich im Kontext politisch motivierter Gewalt als spezifische, kollektivistische Opferhandlung manifestiert.

Welche Rolle spielt die Diaspora für die Radikalisierung?

Die Arbeit legt dar, dass Personen in der Diaspora oft schwache Beziehungen zur Aufnahmegesellschaft pflegen, was ihre Suche nach Zugehörigkeit und Stabilität in radikalen Gruppierungen fördert.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eine Durkheimische Erklärung der Selbstmordattentate
Hochschule
Universität Bern  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Classical Sociological Theories
Note
5 (im Schweizer Schulsystem)
Autor
Soner Akkaya (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
10
Katalognummer
V461499
ISBN (eBook)
9783668904576
ISBN (Buch)
9783668904583
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emile Durkheim Suizid Selbstmordattentat
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Soner Akkaya (Autor:in), 2019, Eine Durkheimische Erklärung der Selbstmordattentate, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461499
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Leseprobe aus  10  Seiten
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