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Hegels Konzeption vom absoluten Geist

Title: Hegels Konzeption vom absoluten Geist

Thesis (M.A.) , 2003 , 95 Pages , Grade: gut

Autor:in: Elmar Korte (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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Summary Excerpt Details

Der Begriff des Absoluten ist in der Auseinandersetzung mit Hegels Philosophie und deren systematischen Bestimmungen ein notwendiger Gegenstand der wissenschaftlichen Betrachtung und unverzichtbar für jeglichen Zugang zu seinem philosophischen System. Hegels berühmter Ausspruch „Das Wahre ist das Ganze“ veranschaulicht, dass es ihm um ein philosophisches System in seiner Ganzheit geht. Das Absolute und seine Bestimmungen sind darin wesentlich der Kern seiner philosophischen Bemühungen, denn im Absoluten glaubt Hegel dasjenige Element einer wahrhaften Philosophie gefunden zu haben, welches als Fundament und Ziel zugleich fungiert. Diesem Bestreben liegt zugrunde, dass es Universalität beansprucht. GAMM betont in diesem Zusammenhang die Universalität des Logos, welche der starken argumentativen Kraft der idealistischen Philosophie Hegels zugrunde liegt. Das Absolute und das Logisch-Argumentative sind dergestalt intrinsisch miteinander verknüpft, dass im Absoluten die logisch fundierte Basis einer selbst- und letztbegründeten Philosophie überhaupt zur Geltung kommt. Auch wenn man das Absolute in seiner wörtlichen Bedeutung als das Losgelöste auffasst, erschließt sich ein Sinnzusammenhang von Selbst- und Letztbegründung: Ein von allen anderen Bedingungen losgelöstes Sein ist dadurch ausgezeichnet, dass alle seine Bedingungen nur in ihm selbst liegen. Nur ein dergestalt verstandenes Absolutes wird seiner begrifflichen Bestimmung als Losgelöstes gerecht.
Entgegen einer langen metaphysischen Tradition, in der das Absolute als Substanz begriffen wurde, überwindet Hegel durch seinen philosophisch revolutionären Geistbegriff die Trennung von Substanz und Subjekt. Der Geist ist dergestalt immer anwesend, bei jedem Denkvorgang, bei jeder sprachlichen Äußerung und bei jeder Wahrnehmung. Das Geistige oder der Geist kann daher als etwas Unhintergehbares anerkannt werden. So gelingt es Hegel, den Geist als das Grundprinzip aller Philosophie festzulegen. Dieses Grundprinzip besagt, dass der Geist bei jeder menschlichen Aktion, Vorstellung, Tat, Denkvorgang, usw. als bestimmendes Prinzip vorherrscht. Hierin ist schon andeutungsweise zu erkennen, dass das Absolute und der Geist als Fundament einer systematischen Philosophie zu betrachten sind. Die Zusammenführung beider Begriffe, des Absoluten sowie des Geistes, im absoluten Geist ist eine Hegelsche Besonderheit. Die Explikation des absoluten Geistes soll nun Hauptgegenstand dieser Arbeit sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG – DAS ABSOLUTE UND DER GEIST

1.1. VORSTUFEN DES ABSOLUTEN GEISTES: DER GEIST ALS SOLCHER

1.1.1. Subjektiver und objektiver Geist

1.2. DER ABSOLUTE GEIST

1.2.1. Die Kunst

1.2.2. Die Religion

1.2.3. Die Philosophie

2. DER BEGRIFF DES GEISTES (ENZYKLOPÄDIE § 381)

2.1. DER BEGRIFF DES GEISTES FÜR DIE VORSTELLUNG

2.2. DAS ABSOLUTE UND DIE LETZTBEGRÜNDUNG

2.3. DAS PROBLEM DER ENTÄUßERUNG DER IDEE ZUR NATUR

2.4. DAS „ANDERE DER IDEE“: DIE NATUR

2.5. DAS „ZURÜCKKOMMEN AUS DER NATUR“: DER GEIST

2.6. WEITERE BESTIMMUNGEN DES GEISTES (§ 382FF.)

2.7. DER BEGRIFF DES ABSOLUTEN GEISTES

3. DER ABSOLUTE GEIST ALS VERANSCHAULICHUNG – DIE KUNST

3.1. VORAUSSETZUNGEN DER HEGELSCHEN ÄSTHETIK

3.2. DER BEGRIFF DES KUNSTSCHÖNEN

3.3. KUNST, IDEE UND FORM

3.4. EINTEILUNG DER WISSENSCHAFT DER KUNST

3.4.1. Die Lehre vom Ideal

3.4.2. Die Lehre von den Kunstformen

3.4.2.1. Die symbolische Kunstform

3.4.2.2. Die klassische Kunstform

3.4.2.3. Die romantische Kunstform

3.4.3. Die These vom Ende der Kunst

4. DER ABSOLUTE GEIST ALS VORSTELLUNG – DIE RELIGION

4.1. DAS VERHÄLTNIS VON PHILOSOPHIE UND RELIGION

4.2. DER BEGRIFF DER RELIGION

4.2.1. Die Kategorien Unendlichkeit und Endlichkeit: Grenze oder Überschreitung?

4.3. DIE OFFENBARE RELIGION

4.3.1. Das Reich des Vaters

4.3.2. Das Reich des Sohnes

4.3.3. Das Reich des Geistes

5. DER ABSOLUTE GEIST ALS BEGRIFF – DIE PHILOSOPHIE

5.1. DIE PHILOSOPHIE UND IHR METHODOLOGISCHER VORRANG

5.2. DIE PHILOSOPHIE DER PHILOSOPHIE UND IHRE CHARAKTERISTIKA

5.3. DIE PHILOSOPHIE DES BEGRIFFS

5.3.1. Der Begriff als das Absolute

5.4. PHILOSOPHIE UND PHILOSOPHIEGESCHICHTE

5.4.1. Die Philosophie der Philosophiegeschichte

5.4.1.1. Der Begriff der Entwicklung

5.4.1.2. Der Begriff des Konkreten

5.4.1.3. Philosophie als Erkenntnis der Entwicklung des Konkreten

5.5. DER BEGRIFF DER PHILOSOPHIE (ENZYKLOPÄDIE § 574FF.)

6. THEODOR W. ADORNOS KRITIK – DIE HERRSCHAFT DES ALLGEMEINEN ÜBER DAS BESONDERE

6.1. ERFAHRUNGSVERLUST UND VERARMUNG DES ÄSTHETISCHEN ERLEBNISSES

6.2. BEGRIFFSLOSES TERRAIN VS. PERFORMATIVER WIDERSPRUCH

6.3. PHILOSOPHIE UND GESELLSCHAFT – ABSOLUTER VS. OBJEKTIVER GEIST

6.4. DAS UNENDLICHE UND DIE BÜRGERLICHE GESELLSCHAFT

6.5. ALTERNATIVE: OFFENHEIT DES GANZEN UND MANNIGFALTIGKEIT DER TEILE

6.6. IMMANENTE KRITIK DER DIALEKTIK

6.7. INHALTSLOSIGKEIT DES SPEKULATIVEN IDEALISMUS

6.8. DER BEGRIFF DER GRENZE – DER FOKUS AUF DIE PHÄNOMENE

6.9. ARGUMENT VS. TATSACHE: DIE ZERSCHLAGUNG DER HOFFNUNG DURCH DIE GESELLSCHAFT

6.10. VERNUNFT UND WIRKLICHES

7. SCHLUSSBEMERKUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Hegels Konzeption des absoluten Geistes umfassend darzulegen und systematisch zu explizieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Hegel das Absolute methodologisch als Geist begründet, welche Rolle dabei die triadische Struktur von Kunst, Religion und Philosophie spielt und in welchem Verhältnis diese zu den Verstandesbestimmungen von Unendlichkeit und Endlichkeit stehen.

  • Strukturanalyse des absoluten Geistes bei Hegel (Enzyklopädie).
  • Untersuchung der drei Manifestationsformen: Kunst, Religion und Philosophie.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Hegelschen Dialektik durch Theodor W. Adorno.
  • Reflexion des Begriffs der Entwicklung und des Konkreten in der Philosophiegeschichte.
  • Prüfung des Verhältnisses von Endlichkeit und Unendlichkeit im Kontext des absoluten Wissens.

Auszug aus dem Buch

2. Der Begriff des Geistes (Enzyklopädie § 381)

In der Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften stellt Hegel das gesamte System des absoluten Idealismus im Grundriss dar, angefangen mit der Wissenschaft der Logik, übergehend in die Naturphilosophie und schließlich in der Philosophie des Geistes mündend. Die Enzyklopädie kann daher auch als das Hauptwerk der Hegelschen Philosophie angesehen werden, da die einzelnen Teilgebiete seiner Philosophie hier in ihrem Zusammenhang und ihrer Entwicklung geschildert werden. Er behandelt die einzelnen Schritte der Systementfaltung in aufeinander folgenden Paragraphen. Die Philosophie des Geistes ist der dritte Teil der Enzyklopädie; eine Definition des Geistbegriffs versucht Hegel § 381 (10, 17) zu liefern. Allerdings ist diese Definition als solche der Explikation bedürftig, da das gesamte Hegelsche Denken in seiner Begrifflichkeit vorausgesetzt ist.

Der Geist hat für uns die Natur zu seiner Voraussetzung, deren Wahrheit und damit deren absolut Erstes er ist. In dieser Wahrheit ist die Natur verschwunden, und der Geist hat sich als die zu ihrem Fürsichsein gelangte Idee ergeben, deren Objekt ebensowohl als das Subjekt der Begriff ist. Diese Identität ist absolute Negativität, weil in der Natur der Begriff seine vollkommene äußerliche Objektivität hat, diese seine Entäußerung aber aufgehoben und er in dieser identisch mit sich geworden ist. Er ist diese Identität somit zugleich nur als Zurückkommen aus der Natur. (10, 17)

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG – DAS ABSOLUTE UND DER GEIST: Einführung in Hegels Philosophie und die fundamentale Rolle des Absoluten sowie des Geistes als zentrales Bestimmungsprinzip.

2. DER BEGRIFF DES GEISTES (ENZYKLOPÄDIE § 381): Detaillierte Analyse des Geistbegriffs im Kontext der Enzyklopädie unter Berücksichtigung der Beziehung zwischen logischer Idee, Natur und Geist.

3. DER ABSOLUTE GEIST ALS VERANSCHAULICHUNG – DIE KUNST: Untersuchung der Kunst als erste, in der Anschauung verankerte Stufe des absoluten Geistes und deren historische sowie systematische Bedeutung.

4. DER ABSOLUTE GEIST ALS VORSTELLUNG – DIE RELIGION: Erläuterung der Religion als zweite Stufe, in welcher der absolute Geist in der Form der Vorstellung und des religiösen Glaubens auftritt.

5. DER ABSOLUTE GEIST ALS BEGRIFF – DIE PHILOSOPHIE: Darstellung der Philosophie als höchster Reflexionsstufe, in der das Absolute argumentativ als Begriff begriffen wird.

6. THEODOR W. ADORNOS KRITIK – DIE HERRSCHAFT DES ALLGEMEINEN ÜBER DAS BESONDERE: Kritische Auseinandersetzung mit Hegels spekulativer Dialektik aus der Perspektive Adornos unter besonderer Berücksichtigung der Negativen Dialektik.

7. SCHLUSSBEMERKUNG: Reflexion über den geschichtlichen Verlauf von Kunst, Religion und Philosophie sowie den Stellenwert der Hegelschen Philosophie in der Moderne.

Schlüsselwörter

Hegel, absoluter Geist, Dialektik, logische Idee, Kunst, Religion, Philosophie, Adorno, Negative Dialektik, Unendlichkeit, Endlichkeit, spekulativer Idealismus, Begriff, Selbstbewusstsein, Totalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Hegels philosophische Konzeption des „absoluten Geistes“ und dessen systematische Entfaltung im Rahmen seines Gesamtsystems.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die drei Erscheinungsformen des absoluten Geistes – Kunst, Religion und Philosophie – sowie deren Einordnung in Hegels spekulativen Idealismus und die Kritik Adornos daran.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die interne Struktur und methodologische Notwendigkeit aufzuzeigen, durch die Hegel das Absolute im menschlichen Denken als Geist manifestiert.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine systematisch-deduktive Analyse, die durch philologisch-historische Bezüge ergänzt wird, um die Entwicklung der Hegelschen Kategorien zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kunst, Religion und Philosophie als Stufen der Bewusstwerdung sowie in die kritische Gegenüberstellung mit der Position von Theodor W. Adorno.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Hegel, absoluter Geist, Dialektik, logische Idee, Adorno, Totalität und Selbstbewusstsein sind die zentralen Begriffe der Untersuchung.

Wie definiert Hegel den Geist im Verhältnis zur Natur?

Hegel versteht den Geist nicht als etwas von der Natur Getrenntes, sondern als die „Wahrheit“ der Natur, die sich aus deren Entäußerung als höheres, reflexives Prinzip zur Selbständigkeit erhebt.

Warum übt Adorno Kritik am Hegelschen System?

Adorno kritisiert die „Herrschaft des Allgemeinen über das Besondere“ in Hegels Dialektik, da sie das Individuelle und Nicht-Identische zugunsten einer totalen Identifikation im System negiere.

Welche Rolle spielt die „These vom Ende der Kunst“?

Hegel argumentiert, dass die Kunst in der Moderne ihre staatsstiftende und absolute Funktion verloren habe, da diese nun durch die Reflexion in der Religion und schließlich in der Philosophie abgelöst wurde.

Excerpt out of 95 pages  - scroll top

Details

Title
Hegels Konzeption vom absoluten Geist
College
RWTH Aachen University  (Philosophisches Institut)
Grade
gut
Author
Elmar Korte (Author)
Publication Year
2003
Pages
95
Catalog Number
V46161
ISBN (eBook)
9783638434126
ISBN (Book)
9783638687614
Language
German
Tags
Hegels Konzeption Geist
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elmar Korte (Author), 2003, Hegels Konzeption vom absoluten Geist, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46161
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