Wie schreibe ich eine Bewerbung? Unterrichtsentwurf im Fach Deutsch


Unterrichtsentwurf, 2018

25 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Thema der Unterrichtsreihe:

2. Thema der Unterrichtsstunde:

3. Stundenziel:

4. Teilziele:

5. Tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtsreihe:

6. Verlaufsplan

7. Begründung zentraler Aspekte der Unterrichtskonzeption

8. Quellenverzeichnis

9. Anhang

1. Thema der Unterrichtsreihe:

Fit für die Arbeitswelt – erste Wege zur Berufsfindung sowie Anfertigung einer eigenen Bewerbungsmappe

2. Thema der Unterrichtsstunde:

Das Bewerbungsanschreiben – Überarbeitung eines exemplarischen Anschreibens anhand der textsortenspezifischen Merkmale eines Bewerbungsanschreibens unter Berücksichtigung des Stellenprofils mithilfe des kooperativen Schreibens.

3. Stundenziel:

Die SuS können ein Bewerbungsanschreiben überarbeiten, indem sie ihr Wissen über den Aufbau, den Inhalt, die Form sowie die Sprache eines Bewerbungsanschreibens unter Berücksichtigung einer Stellenanzeige sowie einer Kurzinformation zum Betrieb produktiv anwenden. (Texte schreiben)

4. Teilziele:

Die SuS können die textsortenspezifischen Merkmale eines Bewerbungsanschreibens benennen, indem sie die Ergebnisse der letzten Stunde reaktivieren. (Reflexion über Sprache)

Die SuS können Informationen aus einem Sachtext entnehmen und nutzen, indem sie die Stellenanzeige und die Kurzinformation zum Betrieb auswerten und im Zuge der Überarbeitung des Bewerbungsanschreibens verwenden. (Lesen/Umgang mit Texten und Medien)

Die SuS können die textsortenspezifischen Merkmale eines Bewerbungsanschreibens anwenden, indem sie ein fehlerhaftes Anschreiben kriteriengeleitet unter Berücksichtigung des Stellenprofils überarbeiten. (Texte schreiben)

Die SuS können über die Anwendung textsortenspezifischer Merkmale reflektieren, indem sie die Ergebnisse ihrer Mitlernenden kriteriengeleitet evaluieren. (Reflexion über Sprache)

Eventualziel:

Die SuS können über die Anwendung textsortenspezifischer Merkmale reflektieren, indem sie ihre Ergebnisse im produktionsorientierten Verfahren erläutern. (Texte schreiben)

5. Tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtsreihe:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6. Verlaufsplan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

7. Begründung zentraler Aspekte der Unterrichtskonzeption

Der Schwerpunkt dieser Unterrichtsstunde liegt auf der Überarbeitung eines exemplarischen Bewerbungsanschreibens anhand der textsortenspezifischen Merkmale eines Bewerbungsanschreibens mithilfe des kooperativen Schreibens. Somit werden die SuS an das Verfassen eines eigenen Bewerbungsanschreibens herangeführt, wobei sie darauf aufmerksam gemacht werden, dass Schreiben ein „umfassender kognitiver Konstruktionsprozess“1 ist, zu dem auch eine Überarbeitungsphase gehört. Denn nur durch das Durchlaufen des gesamten Prozesses ist es möglich, einen gelungenen Text hervorzubringen.

Daher ist diese Unterrichtsstunde, in der die SuS angeleitet erste Erfahrungen im Umgang mit Textproblemen sammeln, von besonderer Bedeutung. Die Fähigkeit, ein Bewerbungsanschreiben zu verfassen, ist für die Lernenden nicht nur im Rahmen des schulischen Betriebspraktikums, sondern für Ihre gesamte Berufslaufbahn unabdingbar. Somit ist die Relevanz des Themas für die Heranwachsenden durch den eindeutigen Lebensweltbezug transparent. Dieses Bewusstsein spiegelte sich in dem Interesse und der Motivation der Lerngruppe während der Unterrichtsreihe wider. Zum anderen ist die Überarbeitung von Texten als eine Phase des Schreibprozesses eine Fähigkeit, welche ebenfalls über die Schullaufbahn hinaus eine weitreichende Bedeutung einnimmt.

Somit gliedert sich diese Unterrichtsstunde in die curricularen Vorgaben ein, da ein Aufgabenschwerpunkt im Bereich Sprachliche Formen und Strukturen in ihrer Funktion auf der Überarbeitung von Texten liegt.2 Somit lernen sie eine Phase des prozesshaften Schreibens durch „sprachliche und inhaltliche Überarbeitung“3 kennen und bauen ihre Kompetenzen im Bereich Schreiben als Prozess aus.

Innerhalb des Unterrichtsvorhabens „Fit für die Arbeitswelt – Erste Wege zur Berufsfindung und Erarbeitung einer Bewerbungsmappe“ stellt diese Stunde die dritte Unterrichtsstunde der zweiten Sequenz „Meine Bewerbungsmappe – Lebenslauf und Anschreiben“ dar. Die SuS haben nicht nur den Aufbau einer Bewerbungsmappe, sondern auch deren wesentliche Bestandteile kennengelernt, wobei eine produktive Auseinandersetzung mit dem Bewerbungsanschreiben noch aussteht. Dazu wurden die dazugehörige Stellenanzeige sowie der Lebenslauf analysiert, wobei bereits im Sinne des prozesshaften Schreibens im Hinblick auf die Gliederung und Stoffsammlung Bezug auf das Bewerbungsanschreiben genommen worden ist.4 Somit verfügen die Lernenden über Hintergrundwissen zum Beruf des Mediengestalters sowie zur Bewerberin, welches sie für die Überarbeitung des Anschreibens nutzen können. Die SuS haben darüber hinaus Kenntnisse zu den textspezifischen Merkmalen eines Anschreibens erlangt, welche in der vorherigen Unterrichtsstunde in Form von Kriterien eines gelungenen Bewerbungsanschreibens erarbeitet worden sind. Anhand dieser Merkmale haben die Lernenden die Fehler im vorliegenden Text extrahiert, welche in dieser Stunde korrigiert werden sollen. Auf Grundlage dieses Lernzuwachses können die SuS ihr eigenes Bewerbungsanschreiben verfassen und in der kommenden Sitzung überarbeiten, womit die Unterrichtsreihe mit der Vervollständigung der eigenen Bewerbungsmappe abgeschlossen wird.

Als Textgrundlage wird ein exemplarisches Bewerbungsanschreiben aus dem Deutschbuch genutzt, welches jedoch didaktisch überarbeitet wurde, um ein zielführendes Arbeiten zu gewährleisten. Sowohl hinsichtlich der Quantität als auch hinsichtlich der Qualität der Fehler wurde zum einen darauf geachtet, dass sie der realen Arbeitswelt entsprechen und zum anderen, dass es für die Lernenden möglich ist, diese innerhalb eines Zeitraums von 20 Minuten zu korrigieren. Auch die Lebenswelt der Heranwachsenden wurde im Sinne der Lernmotivation vor allem durch die Formulierung der Mail-Adresse ibimsemma@web.de 5 sowie der Abschiedsformel Liebe Grüße in Verbindung mit einem Herz-Emoji berücksichtigt. Da die Überarbeitung nicht digital mittels eines Textverarbeitungsprogramms erfolgt, wurden die textspezifischen Merkmale im Bereich der Form nur durch die fehlende Gliederung der Sinnabschnitte durch Absätze verfälscht. Um diesen Mangel zu beheben, müssen die Lernenden ihr Textverständnis vertiefen. Die Fehler der Kategorie Inhalt in Form einer unpassenden E-Mail-Adresse, einer unvollständigen Betreffzeile mit der Angabe Betreff, der inoffiziellen Gruß- und Abschiedsformel sowie die nicht ausgeschriebene Unterschrift sind so beschaffen, dass auch leistungsschwächere SuS eine Korrektur vornehmen können. Die Überarbeitung der der unpassenden Begründung der Unternehmensauswahl setzt voraus, dass die Lernenden auf die Kurzinformation zum Betrieb zurückgreifen. Die Stellenanzeige müssen die SuS nutzen, um die soft skills sowie die hard skills in Bezug zur Stelle sowie zur Bewerberin zu bringen. Im Zuge dessen würde es sich anbieten, die schulischen Fähigkeiten in Zusammenhang mit der Affinität für den Beruf zu bringen. In der Kategorie Sprache sind Mängel in Form der Verwendung von Umgangssprache angelegt. Da einige Lernende Defizite in ihrer Ausdrucksweise haben, soll es auch ihnen durch die Formulierungshilfen in Form einer Hilfskarte ermöglicht werden, diese Fehler zu korrigieren. Die Großschreibung der Pronomina Sie und Ihrer sowie das Bilden eines Satzgefüges sollten den SuS keine Probleme bereiten.

Um den Text in dieser Unterrichtsstunde überarbeiten zu können, ist es von wesentlicher Bedeutung, sich die Mängel im Bewerbungsanschreiben zu vergegenwärtigen. Daher wird den Lernenden zu Beginn das Anschreiben mit den markierten Fehlern als stummer Impuls, welcher der Schüleraktivierung dient, präsentiert. Durch den wiederholenden Einstieg soll eine breite Beteiligung der Lerngruppe gewährleistet werden, da es diese Form der Reaktivierung des Vorwissens auch den zurückhaltenden bzw. schwächeren SuS ermöglicht, sich in den Unterricht einzubringen. Denn einige Heranwachsende leisten nur selten mündliche Beiträge. Aufgrund der Vielzahl an Mängeln besteht die Wiederholung nicht auf Vollständigkeit, da die SuS ohnehin während der Überarbeitung des Anschreibens auf ihre Unterlagen zurückgreifen dürfen. Es sollen lediglich die Fehlerkategorien mit einem Beispiel versehen werden. Durch diesen Zugang wird ein gemeinsames Lernplateau für die weitere Arbeit geschaffen werden. Der Impuls der Lehrkraft soll die Lernenden zur Formulierung einer Problemstellung anregen, die in der folgenden Phase bearbeitet wird. Somit wird sichergestellt, dass das Anliegen der Stunde transparent wird und die Stunde strukturiert. Durch die Präsentation des Stundenverlaufs an der Tafel soll eine Inhalts- und Prozesstransparenz gewährleistet werden. Zudem erhalten die Lernenden die Möglichkeit, methodische oder inhaltliche Fragen zu stellen, um Problemen während der Erarbeitungsphase präventiv zu begegnen. In dieser Phase überarbeiten die SuS das Bewerbungsanschreiben anhand der textspezifischen Merkmale unter Berücksichtigung des Stellenprofils. Um die Lernenden nicht zu überfordern und möglichst zeiteffizient zu arbeiten, wurden die Fehler durch Lücken getilgt, sodass die SuS nicht das gesamte Anschreiben aufschreiben müssen und sie sich auf die isolierten Schwierigkeiten konzentrieren können. Da es sich bei dem Bewerbungsanschreiben für die Lernenden um eine Textsorte handelt, mit der sie sich bisher noch nicht produktiv auseinandergesetzt haben, bietet sich die Methode des kooperativen Schreibens besonders an.6 Durch die Partnerarbeit werden die Anforderungen an Einzelne gesenkt, was den leistungsschwächeren Lernenden zu Gute kommt.7 Grundlage für diesen Synergieeffekt ist die Bildung möglichst leistungsheterogener Paare durch die Lehrkraft. Um zu gewährleisten, dass beide Heranwachsende an der Aufgabe arbeiten und somit Verantwortung für den Lernprozess übernehmen, müssen Formulierungen beider Schüler/innen in die Überarbeitung aufgenommen werden.8 Zudem wird durch das Aushandeln von Formulierungen eine erste Revision der Ergebnisse provoziert, sodass die Lernenden „den Revisionsprozess als ständig gegenwärtig im Schreibprozess“9 erkennen. Dies hat ebenfalls zur Folge, dass ihre sozialen Kompetenzen gefördert werden.10 Die Lehrperson fungiert in dieser Phase als „Schreibberater“11. Schnellere SuS begeben sich ins „Bewerbungszentrum“ und bilden zusammen mit einem anderen Paar ein Lerntempoquartett.12 Dort präsentieren sie sich gegenseitig ihre Überarbeitung des Bewerbungsanschreibens und beurteilen diese, wodurch sie ihre Ergebnisse reflektieren. Durch diesen Lesezirkel können möglichst alle Schülerergebnisse gewürdigt sowie die sozial-kommunikative Kompetenz der Heranwachsenden gefördert werden. Sollte sich noch kein weiteres Duett im Bewerbungszentrum befinden, reflektieren die Lernenden ihre Ergebnisse im produktionsorientierten Verfahren und vertiefen dadurch ihr Wissen über die textspezifischen Merkmale eines Bewerbungsanschreibens. Durch diesen Perspektivwechsel wird zudem das Bewusstsein darüber, dass Texte optimierbar sind, nochmals verstärkt. Diese Binnendifferenzierung stellt im Hinblick auf die teilweise unruhige Lerngruppe zudem eine Präventionsmaßnahme von Unterrichtsstörungen dar, da der Unterrichtsfluss sichergestellt wird.13

Die Sicherungsphase soll den Lernenden die Möglichkeit geben, die eigenen Ergebnisse zu überarbeiten oder zu erweitern. Während einige SuS ihre Ergebnisse im Plenum präsentieren, kommentieren und beurteilen die Mitlernenden die jeweilige Überarbeitung des Bewerbungsanschreibens kriteriengeleitet, wodurch alle Lernenden aktiviert werden.14 Im Sinne dieser Schüleraktivierung, mit der eine Verantwortungsübernahme für die Lernergebnisse einhergeht, hält sich die Lehrkraft zunächst zurück und gibt dann ein abschließendes Feedback. Zudem ist es für die SuS im Sinne der Verantwortungsübernahme nicht im Vorhinein absehbar, wer die Ergebnisse präsentieren wird, da eine Dokumentenkamera verwendet wird.

Sofern es der zeitliche Rahmen der Unterrichtsstunde wider Erwarten zulässt, tragen entweder einige Lernende ihre Ergebnisse der produktionsorientierten Aufgabe im Plenum vor oder diese Aufgabe wird in Ansätzen im Plenum erarbeitet. In Form eines Rückblicks fassen die SuS die Lernergebnisse der Unterrichtsstunde zusammen, womit ein Lernplateau für die Hausaufgabe geschaffen wird. Dabei sollen sie ein Anschreiben für ihren potentiellen Praktikumsplatz verfassen, welches im Unterricht unter Berücksichtigung der textspezifischen Merkmale eines Bewerbungsanschreibens mithilfe einer Schreibkonferenz überarbeitet wird. Damit werden die Lernenden ihre Bewerbungsmappe für ihr Praktikum vervollständigen.

Schwerpunkt der Stunde

Relevanz des Themas

Curriculare Vorgaben

Stellung der Stunde in der Unterrichtsreihe

Sachanalyse

Binnen-differenzierung

Didaktischer und fachmethodischer Zugang

Binnen-differenzierung

Sicherungsphase

Transfer

[...]


1 Martin Fix: Texte schreiben: Schreibprozesse im Deutschunterricht. Paderborn 2008. S.36.

2 vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen: Kernlehrplan für das Gymnasium – Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen. Deutsch. Frechen 2007. S.56.

3 ebd. S.29.

4 vgl. ebd.

5 Jugendwort des Jahres 2017 mit der Bedeutung „ich bin“ bzw. „ich bin es“.

6 vgl. Stefan Schäfer. 55 Methoden Deutsch. Einfach, kreativ, motivierend. Augsburg 2016. S.37.

7 vgl. Michael Becker-Mrotzek/Ingrid Böttcher: Schreibkompetenz entwickeln und beurteilen. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. Berlin 2006. S.42.

8 vgl. Stefan Schäfer. 55 Methoden Deutsch. Einfach, kreativ, motivierend. Augsburg 2016. S.37.

9 Gisela Bürki/Germaine Stucki-Volz: „Zu zweit allein – kooperatives Schreiben am Beispiel eines Klassenromans. Diskussion und Reflexion eines schulpraktischen Schreibprojekts.“ In: Der Deutschunterricht 6 (2010). S.89.

10 vgl. Wolfgang Mattes: Methoden für den Unterricht. Kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn 2011. S.48f.

11 Gisela Bürki/Germaine Stucki-Volz: „Zu zweit allein – kooperatives Schreiben am Beispiel eines Klassenromans. Diskussion und Reflexion eines schulpraktischen Schreibprojekts.“ In: Der Deutschunterricht 6 (2010). S.90.

12 vgl. Wolfgang Mattes: Methoden für den Unterricht. Kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn 2011. S.52f.

13 vgl. Jacob Kounin: Techniken der Klassenführung. In: Detlef H. Rost (Hg.): Standardwerke aus Psychologie und Pädagogik Reprints. Bd. 3. Münster 2006. S.101ff.

14 vgl. Stefan Schäfer: 55 Methoden Deutsch. Einfach, kreativ, motivierend. Augsburg 2016. S.37.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Wie schreibe ich eine Bewerbung? Unterrichtsentwurf im Fach Deutsch
Note
1,0
Jahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V461672
ISBN (eBook)
9783668915152
ISBN (Buch)
9783668915169
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bewerbung, unterrichtsentwurf, fach, deutsch
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Wie schreibe ich eine Bewerbung? Unterrichtsentwurf im Fach Deutsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461672

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