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Die Schlussszenen in "Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing

Eine literaturwissenschaftliche Analyse

Titel: Die Schlussszenen in "Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht die Schlussszenen in "Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing. Obwohl Gotthold Ephraim Lessings "Emilia Galotti" vor mehr als 240 Jahren seine Uraufführung am Braunschweiger Hoftheater feierte, zählt es bis in die Gegenwart zu den meist aufgeführten Bühnenstücken im deutschsprachigen Raum. Die simple, aber stetig vorwärtsdrängende Handlung im Zusammenhang mit seinen komplexen Figuren stellen das moderne Publikum bis heute vor eine willkommene, aber nicht ganz einfache Herausforderung. Denn obwohl die Gattung des Trauerspiels lange Zeit mit einer kalkulierten, vorhersehbaren Dramatik etikettiert wurde, kann Lessings "Emilia Galotti" dieser Kritik vor allem durch ein zweites Hinsehen standhalten und offenbart dabei zahlreiche Doppelböden, offene Fragen und Widersprüche.

Vor allem der Schluss des Trauerspiels entzieht sich mit Emilias Ermordung durch ihren Vater Odoardo, trotz intensiver Forschungsarbeit, einer allumfassenden Deutung. Ohne daher Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, sollen in der vorliegenden Arbeit die viel diskutierten Schlussszenen analysiert werden. Als Ausgangspunkt wird dabei zunächst kurz auf die Lesart des Bürgerlichen Trauerspiels eingegangen, um darauf aufbauend die Voraussetzungen des Handelns exemplarisch zu beleuchten. Die neu gewonnenen Erkenntnisse sollen im weiterführendem Hauptteil mit einbezogen werden und ein besseres Verständnis für die Verstrickungen der einzelnen Figuren in Hinblick auf Emilias tödliches Ende ermöglichen. In einem Fazit werden die gemachten Ergebnisse zusammengetragen und kritisch reflektiert.

Das Kernstück dieser Arbeit, die Analyse der Schlussszenen von Lessings Trauerspiel "Emilia Galotti", stellt einen kurzen Einblick in die komplexe Konstellation der Figuren im Stück dar. So legt die vorliegende Szenenanalyse abhängig von der jeweiligen Figurenperspektive zwar überraschende Zusammenhänge frei, ermöglicht jedoch keine Bündelung der verschiedenen Deutungstendenzen zu einer allumfassenden Interpretationsthese, die dem Werk gerecht werden würde. Bemerkenswert ist hierbei vor allem, dass, ähnlich einer Sisyphusarbeit, mit jeder neu gewonnenen Erkenntnis auch gleichzeitig neue Fragen aufgewirbelt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Emilia Galotti unter der Lesart des Bürgerlichen Trauerspiels

3 Voraussetzungen des Handelns

3.1 Claudia Galotti

3.2 Gräfin Orsina

4 Analyse der Schlussszenen

4.1 5. Aufzug, 1. Auftritt

4.2 5. Aufzug, 2. Auftritt

4.3 5. Aufzug, 3. Auftritt

4.4 5. Aufzug, 4. Auftritt

4.5 5. Aufzug, 5. Auftritt

4.6 5. Aufzug, 6. Auftritt

4.7 5. Aufzug, 7. Auftritt

4.8 5. Aufzug, 8. Auftritt

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die kontrovers diskutierten Schlussszenen von Lessings Trauerspiel "Emilia Galotti" einer detaillierten Analyse zu unterziehen, um die Verstrickungen der Figuren, die zu Emilias gewaltsamem Ende führen, besser zu verstehen.

  • Interpretation des bürgerlichen Trauerspiels bei Lessing.
  • Untersuchung der psychologischen und soziologischen Voraussetzungen des Handelns.
  • Detaillierte Szenenanalyse des fünften Aufzugs.
  • Reflektion über die Machtkonstellationen zwischen Adel und Bürgertum.
  • Hinterfragung der Motive von Vater und Tochter im Hinblick auf Emilias Tötung.

Auszug aus dem Buch

4.2 5. Aufzug, 2. Auftritt

Im zweiten Auftritt betritt Odoardo den leeren Vorsaal und problematisiert in einem Monolog die vorherigen Geschehnisse. Er kann nun einerseits zwar Orsinas Eifersucht als ihre Beweggründe für einen persönlichen Rachefeldzug gegen den Prinzen durchschauen, erkennt sich aber andererseits als „brausende[n] Jünglingskopf mit grauen Haaren“16 wieder, der sich leichtfertig von den wahnwitzigen Emotionen hat fortreißen lassen. Er versucht nun selbstständig, einen Standpunkt zu finden, indem er noch einmal über den Mord an seinem „Sohn“17 Appiani reflektiert, den er zwar rächen möchte, gleichzeitig ist ihm jedoch klar, dass er sich als gehorsamer Untertan nicht gegen die Autorität des Prinzen auflehnen kann.

Als frommer Bürger hofft er letztendlich darauf, dass eine höhere göttliche Instanz nicht nur den Mord Appianis vergilt, sondern auch Emilias Tugend rettet. Auffällig an diesem Monolog ist seine Sprunghaftigkeit, so stürmen Odoardos Gedanken innerhalb weniger Zeilen von seiner Reflexion über den Tod des Grafen, zur Tugend seiner Tochter und mündet in dem Ausmalen einer alptraumhaften Fantasie, von der er sich wünscht, dass sie den Prinzen heimsucht und quält. Seine Wortwahl – beispielsweise das Ausstrecken von dem „wollüstigen Arm“18 des Prinzen – verstärkt seinen Ekel und ist Ausdruck seiner vehementen Abneigung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von Lessings "Emilia Galotti" ein und formuliert das Ziel, die Schlussszenen trotz der schwierigen Deutung der Ermordung Emilias zu analysieren.

2 Emilia Galotti unter der Lesart des Bürgerlichen Trauerspiels: Dieses Kapitel erläutert die Gattungsmerkmale des bürgerlichen Trauerspiels und verdeutlicht, dass Lessings Figuren als komplexe Mischcharaktere zu verstehen sind.

3 Voraussetzungen des Handelns: Es werden die einflussreichen Rollen von Claudia Galotti und Gräfin Orsina in den Szenen vor dem Finale beleuchtet, da sie maßgeblich zum Fortgang der Handlung beitragen.

4 Analyse der Schlussszenen: In diesem Hauptteil wird der schrittweise Tathergang im fünften Aufzug analysiert, wobei die einzelnen Auftritte detailliert untersucht werden.

5 Fazit: Die Arbeit zieht eine Bilanz der Analyse und reflektiert, dass trotz der Szenenuntersuchung keine abschließende Deutung möglich ist, da das Werk viele Fragen offenlässt.

Schlüsselwörter

Emilia Galotti, Gotthold Ephraim Lessing, Bürgerliches Trauerspiel, Schlussszenen, Odoardo Galotti, Prinz, Intrige, Aufklärung, Tugend, Macht, Affekthandlung, Interpretation, Literaturanalyse, Dramenanalyse, 18. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer literaturwissenschaftlichen Analyse der Schlussszenen von Gotthold Ephraim Lessings Trauerspiel "Emilia Galotti".

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Konflikte zwischen Bürgertum und Adel, das Wesen des bürgerlichen Trauerspiels sowie die psychologische Dynamik der Figuren in den entscheidenden letzten Szenen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Verstrickungen der Figuren zu gewinnen, die schließlich zu Emilias tödlichem Ende durch ihren Vater Odoardo führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich primär um eine Szenenanalyse, ergänzt durch die Einordnung in den theoretischen Kontext des bürgerlichen Trauerspiels.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise jeden der acht Auftritte des fünften Aufzugs und untersucht die dramatischen Entwicklungen bis hin zum Finale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Emilia Galotti, Trauerspiel, Aufklärung, Intrige, Tugend und das Handeln der Figuren im 18. Jahrhundert.

Wie bewertet die Arbeit die Figur des Odoardo Galotti?

Odoardo wird als zerrissen zwischen seiner väterlichen Autorität, seinem Gehorsam als Untertan und der Verzweiflung über die Intrigen am Hofe dargestellt.

Welche Rolle spielt die Gräfin Orsina laut der Analyse?

Orsina wird als eine manipulativ handelnde Figur identifiziert, die Odoardo durch ihre Informationen gezielt als Werkzeug für ihre Rachepläne einsetzt.

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Details

Titel
Die Schlussszenen in "Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing
Untertitel
Eine literaturwissenschaftliche Analyse
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V461738
ISBN (eBook)
9783668913264
ISBN (Buch)
9783668913271
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neue Deutsche Literatur Gotthold Ephraim Lessing Lessing Drama Bürgerliches Trauerspiel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Die Schlussszenen in "Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461738
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Leseprobe aus  14  Seiten
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