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Fussballkommentatoren im Schweizer TV

Eine Analyse der Qualität von Fussballübertragungen auf SRF und Teleclub

Titel: Fussballkommentatoren im Schweizer TV

Bachelorarbeit , 2018 , 81 Seiten , Note: 5.75

Autor:in: Jonathan Ernst (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Rundfunk und Unterhaltung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll die Qualität von Fussballkommentaren auf SRF und auf Teleclub-Sport als Repräsentanten von öffentlichen beziehungsweise von Pay-TV Sendern miteinander verglichen werden. Für die gesamte Medienlandschaft gab die "No-Billag-Initiative" einen Anstoss zu einer grossen Debatte über den Service Public in der Schweiz, auch wenn diese schlussendlich klar abgelehnt wurde. Dabei wurden jedoch viele Stimmen laut, die Sportübertragungen auf dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) in Frage stellten, da der Mehrwert nicht offensichtlich sei, wenn Fussballübertragungen auch auf Pay-TV-Sendern übertragen werden können, wo nur diejenigen bezahlen, die auch konsumieren wollen. Solche Grossereignisse, wie auch beispielsweise die Olympischen Spiele, waren bisher ein unbestrittener Bestandteil der Service-Public-Auslegung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG). Doch zusätzlich zu der Kritik kommt es auch immer häufiger vor, dass sie sich die Übertragungsrechte für bestimmte Sportereignisse nicht mehr leisten kann und private Pay-TV Sender solche Sportereignisse übertragen.

Angenommen, die Entwicklung, dass Fussballspiele immer öfters auf Pay-TV Sendern empfangen werden müssen, würde in den nächsten Jahren in diese Richtung weitergehen. Was würde sich, heruntergebrochen auf die reine Spielübertragung, für einen Rezipienten überhaupt verändern? Neben der Zahlungsart, was ist anders, wenn man ein Fussballspiel auf SRF oder auf Teleclub verfolgt? Sind es einfach andere Kommentatoren oder sind auf einer Seite bessere Kommentatoren? Genauso wie die Meinung zur Billag-Gebühr, ist auch das Verständnis von Qualität bei Fussballübertragungen für jeden Rezipienten ein anderes. Jedoch gibt es medienwissenschaftliche Qualitätskriterien, die auch schon auf die Sportberichterstattung angewandt wurden.

Mit der Auseinandersetzung mit der Systemtheorie und dem Verständnis von Qualität in der Medienforschung soll in Kapitel 2 zunächst eine theoretische Basis gelegt und ein Überblick über bisherige Forschungen zu ähnlichen Themen gegeben werden. In Kapitel 3 wird das Vorgehen der qualitativ-inhaltsanalytischen Erhebung zur Qualität von Fussballkommentatoren geschildert. Im darauffolgenden Teil werden die Ergebnisse präsentiert und interpretiert. Danach folgen ein kurzer Rückblick und die Schlussfolgerung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. VON DER SYSTEMTHEORIE ZUR QUALITÄT IM SPORTJOURNALISMUS

2.1. Systemtheorie

2.2. Medien, Sportjournalismus und Qualität

2.3. Das Magische Dreieck

2.4. Fragestellungen und Thesen

3. UNTERSUCHUNGSDESIGN UND -METHODIK

3.1. Die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse

3.2. Datenerhebung und Auswertung

3.3. Beurteilung und Gütekriterien

4. ERGEBNISSE UND INTERPRETATION

4.1. Analyse: Spiel für Spiel

4.2. Sender- und Kriterienspezifische Analyse

4.3. Kommentarstile

5. SCHLUSSFOLGERUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Qualität von Fussballkommentaren im Schweizer Fernsehen, indem sie einen direkten Vergleich zwischen dem öffentlich-rechtlichen Sender SRF und dem Pay-TV-Sender Teleclub Sport mittels qualitativer Inhaltsanalyse zieht. Ziel ist es, unter Anwendung medienwissenschaftlicher Qualitätskriterien zu eruieren, ob sich Unterschiede in der journalistischen Leistung und den Kommentarstilen feststellen lassen.

  • Systemtheoretische Grundlagen der Sportberichterstattung
  • Anwendung des "Integrierten Konzepts für Qualität im Sportjournalismus"
  • Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse für gesprochene Texte
  • Vergleichende Analyse von Spielübertragungen der Raiffeisen Super League
  • Identifikation und Definition verschiedener Kommentarstile

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Journalismus

Die funktional-strukturelle Systemtheorie von Niklas Luhmann ist eine Supertheorie mit grosser Bedeutung für sozialwissenschaftliche Gebiete. Systeme bestehen aus Beziehungen und Elementen, die sich selber mit inhaltlichen und strukturellen Eigenschaften ständig neu erstellen. Soziale Systeme sind keine Handlungssysteme, sondern Kommunikationssysteme, obwohl sie aus „Kommunikationen“, die als Handlungen betrachtet werden, bestehen. Dadurch, dass diese Elemente stets neu gebildet werden, bleibt das System also als Prozess aufrechterhalten (Schaffrath, 2006, pp. 29-30).

Das soziale System Journalismus hat die Funktion, aktuelle Themen aus verschiedenen Systemen der Umwelt zu sammeln und als bearbeitetes Medienangebot wieder zur Verfügung zu stellen. Dadurch soll für die Gesellschaft die Möglichkeit zur Selbstbeobachtung erstellt werden (Arnold, 2009, p. 165). Durch diesen inneren Prozess gilt das System Journalismus auch als autopoietisches System. Solche Systeme und Teilsysteme werden nicht von aussen gesteuert, sondern im Innern ständig neu produziert. Journalismus wird in der Systemtheorie aus vier Perspektiven betrachtet. Als Subsystem der Publizistik, als Programmbereich der Massenmedien, als Leistungssystem des Funktionssystems Öffentlichkeit und als aktuelle Medienkommunikation. Doch Systemtheoretisch ist Journalismus nicht einfach die Summe von allen Personen, die journalistischen Tätigkeiten nachgehen, sondern ein komplex vernetztes und strukturiertes soziales System (Schaffrath, 2009, pp. 347 - 348).

Solche Systeme werden mit einem binären Code markiert, der in der Kommunikation des betreffenden Teilsystems verwendet wird. Dieser Code besteht jeweils aus einem positiven und einem negativen Wert, welche auch als Leitdifferenz bezeichnet werden. Was sich nicht in die Leitdifferenz des jeweiligen Systems einfügt, gehört zur Umwelt des Systems. Im System Journalismus gilt üblicherweise der Code mit der Unterscheidung Information und Nicht-Information. Mit diesen binären Codes finden Spezialkommunikationen statt, mit deren Verbindung autopoietische Systeme wie Journalismus entstehen. Journalismus wird also durch Informationen, die weitere Informationen erschaffen, aufrechterhalten. Zusätzlich zu den Codes existieren für jedes System und Teilsystem auch weitere Erwartungsstrukturen in Form von sogenannten Programmen. Diese definieren mit Normen und evaluativen Orientierungen genauere Strukturen (Schaffrath, 2006, pp. 36-37).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Es wird die Relevanz des Sportjournalismus im Kontext des Service Public und die zunehmende Bedeutung von Pay-TV-Sendern im Schweizer Markt beleuchtet, was die Forschungsfrage nach einem Qualitätsunterschied begründet.

2. VON DER SYSTEMTHEORIE ZUR QUALITÄT IM SPORTJOURNALISMUS: Dieses Kapitel legt die theoretische Basis durch die Systemtheorie von Luhmann und führt das "Magische Dreieck" ein, um die Beziehung zwischen Sport, Medien und Wirtschaft zu erklären.

3. UNTERSUCHUNGSDESIGN UND -METHODIK: Hier wird der Einsatz der qualitativen Inhaltsanalyse zur Untersuchung von acht Fussballspielen beschrieben, inklusive der Operationalisierung von Qualitätskriterien.

4. ERGEBNISSE UND INTERPRETATION: Die Analyse der vier Spiele wird detailliert präsentiert, wobei Unterschiede zwischen den Kommentatoren und Sendern aufgezeigt und verschiedene Kommentarstile identifiziert werden.

5. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Arbeit fasst zusammen, dass SRF-Kommentatoren im Durchschnitt leicht besser abschneiden, betont jedoch die Bedeutung der individuellen Kommentarstile und die Notwendigkeit weiterer Forschung.

Schlüsselwörter

Sportjournalismus, Qualität, Systemtheorie, Inhaltsanalyse, Fussballkommentar, SRF, Teleclub, Service Public, Medienwissenschaft, Qualitätskriterien, Audiodeskription, Namedropping, Audiokommentar, Sportberichterstattung, Medienforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit untersucht die Qualität von Fussballkommentatoren im Schweizer TV durch einen direkten Vergleich von SRF (öffentlich-rechtlich) und Teleclub Sport (Pay-TV).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft systemtheoretische Grundlagen des Sportjournalismus mit empirischen Qualitätsmessungen, dem sogenannten "magischen Dreieck" und der praktischen Analyse von Spielübertragungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist festzustellen, ob ein qualitativer Unterschied zwischen den Kommentaren von SRF und Teleclub mittels qualitativer Inhaltsanalyse nachweisbar ist und zu wessen Gunsten dieser ausfällt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse angewandt, wobei 32 Ausschnitte aus acht Fussballspielen anhand eines entwickelten Bewertungssystems kodiert und interpretiert wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Qualitätskriterien, die Beschreibung des methodischen Vorgehens, die detaillierte Analyse der einzelnen Spiele sowie die Identifikation spezifischer Kommentarstile.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sportjournalismus, Qualität, Systemtheorie, Inhaltsanalyse und spezielle Stilbezeichnungen wie Audiokommentar oder Namedropping charakterisiert.

Warum wurde Sascha Ruefer in der Analyse besonders betrachtet?

Er ist als Nationalmannschaftskommentator bekannt und zeigt einen impulsiven Kommentarstil, der in der Arbeit als spezieller Stil kategorisiert wurde, was zu polarisierten Reaktionen beim Publikum führt.

Welche Bedeutung haben die "Hygiene-Kriterien" in der Untersuchung?

Hygiene-Kriterien wie Verständlichkeit oder Faktentreue werden von Rezipienten als Grundvoraussetzung erwartet; ihre Erfüllung führt zu keinem Qualitätsgewinn, doch ihre Nicht-Erfüllung mindert die Qualität spürbar.

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Details

Titel
Fussballkommentatoren im Schweizer TV
Untertitel
Eine Analyse der Qualität von Fussballübertragungen auf SRF und Teleclub
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Note
5.75
Autor
Jonathan Ernst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
81
Katalognummer
V461748
ISBN (eBook)
9783668913462
ISBN (Buch)
9783668913479
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fussball Kommentator SRF Teleclub Medien TV Fernsehen Sportjournalismus Sport Inhaltsanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jonathan Ernst (Autor:in), 2018, Fussballkommentatoren im Schweizer TV, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461748
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Leseprobe aus  81  Seiten
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