Eine exegetische Untersuchung der Sintfluterzählung in Genesis 6,5 - 9,17. Vergleich mit der elften Tafel des Gilgameschepos

Mit Schwerpunkt auf den Sintfluthelden und den Götterfunktionen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015

27 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Genesis 6,5 - 9,17
2.1 Inhalt Genesis 6,5 - 9,17
2.2 Pentateuchforschung / Entstehung

3. Strafe-Zuwendungsmodell nach Baumgart

4. Das Gilgamesch-Epos
4.1 Inhalt und Bedeutung der Fluterzählung innerhalb des Gilgamesch-Epos
4.2 Die Götterdarstellungen im biblischen und mesopotamischen Flutbericht
4.3 Vergleich zwischen den beiden Sintfluthelden Uta-napischti und Noah

5. Zusammenfassung und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der folgenden Hausarbeit mit dem Thema Noah und Uta-napischti: Eine exegetische Untersuchung der Sintfluterzählung in Genesis 6,5 - 9,17 durch einen Vergleich mit der elften Tafel des Gilgamesch-Epos mit besonderem Schwerpunkt auf den Sintfluthelden und den Götterfunktionen werde ich zuerst einen inhaltlichen Überblick zur Sintfluterzählung der Bibel geben und anschließend kurz auf mögliche Entstehungstheorien der ersten fünf Bücher Mose eingehen. Innerhalb der alttestamentlichen Wissenschaft ist es umstritten, wie die Bibel entstanden ist. Man ist sich jedoch einig, dass sie über viele Jahrhunderte durch verschiedene Quellen zusammengearbeitet wurde. Danach werde ich die paradoxe Handlung Gottes, mitten in der Vernichtung der Menschheit den Einen zu retten, mit einer Theorie von Norbert Clemens Baumgart untersuchen. Baumgart sieht in der Sintfluterzählung eine Schlüsselstelle für das Verständnis Gottes, da Gott sich - seiner Meinung nach - innerhalb dieser Erzählung dauerhaft zu den Menschen trotz ihrer Boshaftigkeit bekennt.

Nach der exegetischen Untersuchung der Genesisfluterzählung werde ich im dritten Kapitel kurz auf den historischen Hintergrund und den Inhalt des Gilgamesch-Epos und besonders die elfte Tafel des Epos eingehen. Auf dieser befindet sich eine auffallend ähnliche Fluterzählung. Weil es sich bei jener um eine viel früher verfasste Fluterzählung handelt, die jedoch teilweise wörtlich mit der Genesis übereinstimmt, wird sie ohne große Kritik als Vorlage angesehen. Interessant ist - und darum soll es im vierten Kapitel dieser Hausarbeit gehen - ein Vergleich zwischen dem unterschiedlichen Handeln Gottes in der Bibel und den verschiedenen Göttern und ihrem Handeln in dem mesopotamischen Flutbericht. Neben dem Betrachten der Götterrollen und dem Herausarbeiten einer möglichen Ineinanderarbeitung dreier Götter des Gilgamesch-Epos in JHWH, ist auch eine Gegenüberstellung der beiden Sintfluthelden interessant und aufschlussreich für ein Verständnis der Fluterzählungen. Ziel der Arbeit wird es sein Baumgarts Theorie vom Wandel Gottes vorzustellen, durch das Gilgamesch-Epos zu erklären und die Flutberichte in ihrer Bedeutung durch den Vergleich der beiden Fluthelden genauer zu erschließen.

2. Genesis 6,5 - 9,17

In dieser wissenschaftlichen Hausarbeit soll es wie bereits erwähnt um Gen 6,5 - 9,17 gehen. Innerhalb dieser Kapitel befindet sich die sogenannte Sintfluterzählung.1 Im ersten Unterkapitel wird eine kurze inhaltliche Übersicht gegeben, mit der die Hausarbeit ohne Hilfe einer beiliegenden Bibel verstanden werden kann. Für die genaue Analyse ist ein paralleler Blick in die Bibel natürlich dennoch hilfreich. Im zweiten Unterkapitel gehe ich dann auf mögliche Hypothesen der Entstehung des Pentateuchs, also der ersten fünf Bücher Mose, ein.

2.1 Inhalt Genesis 6,5 - 9,17

Genesis 6,5 - 9,17 beginnt mit Gottes Entschluss, die Erde aufgrund ihrer Verderbnis und der Bosheit der Menschen zu vernichten. Noah jedoch findet Gnade vor Gott und bekommt genaue Anweisungen zum Bau einer Arche. Zusätzlich bekommt er den Auftrag, seine Frau, seine drei Söhne mitsamt ihrer Frauen, alle Tiere (ihre Anzahl ist doppelt mit unterschiedlicher Menge überliefert) und Nahrung mitzunehmen, um ihr Überleben zu sichern.

Nach sieben Tagen betritt Noah mit seiner Sippe die Arche, Gott schließt sicher hinter ihnen zu und die Flut beginnt. Dauer und Art der Flut (Aufbrechen der Urquellen bzw. starker Regen) sind wiederum doppelt und auf unterschiedliche Weise innerhalb dieser Sintfluterzählung verarbeitet. Aufgrund des Vogelexperiments bzw. der Zusage Gottes verlässt Noah die Arche, die bei Abklingen der Flut auf den Bergen Ararats gelandet ist. Noah baut zuallererst einen Altar, auf dem er Gott Opfer darbringt. Menschen und Tiere bekommen in Anspielung auf die Schöpfungserzählung den Auftrag, sich zu vermehren und die Erde zu bevölkern. Wiederum wird der Mensch als Herrscher über die Tiere eingesetzt, jedoch soll von nun an Angst zwischen ihnen stehen. Ebenfalls sind die Tiere als Nahrung für den Menschen freigegeben, lediglich das Blut darf er nicht genießen. Eine weitere von Gott neu eingeführte Regel betrifft Mord und seine Konsequenzen.

Die Erzählung endet mit Gottes Zusage, trotz der weiter bestehenden Bosheit der Menschen, nie wieder eine Flut zu schicken. Zeichen für diesen Bund soll Gottes Bogen im Himmel sein, der ihn bei jedem Regen an den Bund erinnern soll.

2.2 Pentateuchforschung / Entstehung

Das Alte Testament beginnt mit den fünf Büchern Mose2, die in der jüdischen Tradition als Tora und im wissenschaftlichen Kontext als Pentateuch3 bezeichnet werden.

Gegenwärtig wird kaum ein Bereich im AT so kontrovers diskutiert wie die vermutete Entstehung des Pentateuch. Das hängt mit der Entwicklung der atl. Wissenschaft, konkret der Exegese zusammen, hat aber auch damit zu tun, dass man gerade in diesem Bereich stärker als in anderen auf Hypothesen angewiesen ist.4

Über die Entstehung des Pentateuchs gibt es keine Informationen. Alle hier vorgestellten Arbeitsweisen und Theorien, sind mehr oder weniger wahrscheinliche Hypothesen, die von der vorhandenen Textgestalt abgeleitet wurden.5 Ich möchte im Folgenden hauptsächlich auf eine Methode der Exegese, nämlich die Literarkritik eingehen und daraufhin knapp drei Basismodelle der Pentateuchentstehung vorstellen.

Was ist die Literarkritik und warum greife ich gerade diese Methode für die Hausarbeit heraus? Bei dieser Methode wird von der gegenwärtigen Gestalt eines Textes (oder Buches) ausgegangen um mögliche Quellen herauszuarbeiten. Man geht davon aus, dass die alttestamentlichen Bücher eine komplizierte Entstehungsgeschichte aufweisen.

Die Aufgabe der Literarkritik [besteht] darin, einen Einzeltext, einen größeren Textkomplex oder ein Buch auf seine literarische Einheitlichkeit hin zu befragen, mögliche Quellen herauszuarbeiten oder Schichtungen freizulegen.6

Innerhalb der Sintfluterzählung Gen 6,5 - 9,17 finden sich viele Doppelüberlieferungen und Widersprüche, sodass die Literarkritik sich geradezu aufdrängt. So ist die Ursache, Dauer und Art der Flut, die Art und Anzahl der Tiere sowie das Verlassen der Arche auf unterschiedliche Weise erzählt. Ausgehend von solchen Entdeckungen und vor allem dem Wechsel des Gottesnamens innerhalb des Pentateuchs (JHWH, also der Gottesname oder elohim, das hebräische Wort für Gott) entwickelten sich verschiedene Konzepte für die Entstehung des Pentateuchs.7 Die drei Basismodelle, nämlich die Grundschrift- bzw. Ergänzungshypothese, die Quellen- bzw. Urkundenhypothese und die Erzählkranz- bzw. Fragmentenhypothese seien im Folgenden kurz vorgestellt.

Die Grundschrift- bzw. Ergänzungshypothese geht von einer Grundschrift von der Schöpfung bis zum Tod Mose aus, die im Laufe der Überlieferung durch mündliche oder schriftliche Quellen oder aktualisierende, interpretierende Eintragungen erweitert wurde.

Die Quellen- bzw. Urkundenhypothese beschreibt die Entstehung des Pentateuchs aus mehreren, selbstständigen Quellen, die sukzessiv durch mehrere additive Redaktionen zum Pentateuch zusammengearbeitet wurden. Anstoß werden vermutlich meist epochale, katastrophale Ereignisse gewesen sein, bei der die Quellen gerettet oder in konzentrierter Grundlagenbesinnung die katastrophale Situation bewältigt werden sollte. Meist werden vier verschiedene Quellen angenommen, ausgehend von Sprachstil, Menschenbild, Gottesbezeichnung etc. Näheres ist unter dem Stichwort Neuere Urkundenhypothese nachzulesen.

Die Erzählkranz- bzw. Fragmentenhypothese geht von vielen ursprünglich unabhängigen Quellen aus, die nicht den Erzählbogen von der Schöpfung bis zum Tode Mose boten, ihre eigene Wachstumsgeschichte hatten und erst in exilischer / frühnachexilischer Zeit8 zu dem übergreifenden Erzählzusammenhang verarbeitet wurden (wobei auch dieses Werk noch Fortschreibungen erfahren haben könnte).9

Doch warum sind diese Entstehungsmodelle wichtig für eine Analyse der Sintfluterzählung? Wie in der Einleitung bereits festgehalten, soll innerhalb der Hausarbeit ein Vergleich zwischen der Sintfluterzählung der Bibel und der elften Tafel des Gilgameschepos vorgenommen werden, um die darauf enthaltene Fluterzählung als mögliche Quelle bzw. Vorlage vorzustellen.

Inwiefern das Gilgamesch-Epos, ja überhaupt mesopotamische Literatur auf andere antike Literaturen eingewirkt habe, ist eine gerade in jüngster Zeit wieder intensiv diskutierte Frage. Die Sintfluterzählung, die ins Gilgamesch-Epos aus Atrahasis10 übernommen wurde[...], bildete als überdeutliche Parallele zur Erzählung von Noah in Genesis 6-8 den sensationellen Auftakt zur Wiederentdeckung der altorientalischen Literatur.11

Wann oder wie genau die mesopotamischen Sintfluterzählungen für den biblischen Text übernommen und bearbeitet wurden, bleibt unklar.12 Sicher ist jedoch, dass es zur Zeit des babylonischen Exils „unmittelbaren Kontakt der zwei Kulturen“13 gab.

3. Strafe-Zuwendungsmodell nach Baumgart

Für den Vergleich der beiden Sintfluterzählungen möchte ich besonders auf drei Aspekte eingehen: Zum Einen auf die Darstellung Gottes bzw. der Götter, zum Anderen auf eine Gegenüberstellung der Sinfluthelden Noah und Uta-napischti und zuletzt darin eingebettet auf eine kurze inhaltliche Betrachtung. Der zentrale Kern des Vergleichs soll jedoch anhand von JHWH14 und Noah durchgeführt werden.

Um eine Gegenüberstellung zwischen der Darstellung Gottes in Gen 6,5 - 9,17 und der mesopotamischen Sintfluterzählung des Gilgameschepos vornehmen zu können, werde ich zuerst auf die Darstellung Gottes innerhalb der Bibel eingehen und mich hierfür auf das Strafe-Zuwendungsmodell nach Baumgart konzentrieren.

Baumgart arbeitet in seiner Analyse ein wiederkehrendes „Grundraster von 'Strafe durch JHWH' und dann plötzlich 'aufkommender Zuwendung JHWHs' “15 heraus. Er stützt sich dabei auf verschiedene Erzählungen wie die Paradieserzählung Gen 2,4 - 3,24 oder die Darstellung um Kain und Abel Gen 4,1 - 16. Innerhalb der Erzählungen wird immer von einem Vergehen des Menschen berichtet und von Gott, der dieses aufdeckt, woraufhin er eine Strafe über den Menschen verhängt. In der Paradieserzählung beispielsweise erkennt Gott, dass Adam das Verbot, vom Baum der Erkenntnis zu essen, übertreten hat und verbannt den Menschen daraufhin aus dem Paradies.

Was in den Interpretationen der Paradieserzählung und der Kain- und Abelerzählung meist zu kurz kommt, ist, daß JHWH inmitten seiner Strafen auch fürsorglich handelt und sich dabei seinem menschlichen Gegenüber huldvoll zuwendet.16

Mit eben jeder Zuwendung meint Baumgart, dass JHWH dem nackten Menschen inmitten der Verbannung Kleidung aus Fell gibt. Er kümmert sich somit in mehrfacher Weise um den Menschen: zum Einen schämt sich Adam aufgrund seiner Nacktheit, des Weiteren stellt die Kleidung aus Fell gegenüber der vorherigen aus Blättern einen „Qualitätssprung“ dar und bietet einen physischen Schutz.17

Baumgart bezeichnet diese beiden Seiten mit den Siglen A und B. Die Seite A ist „der Strafende und das Leben Attackierende“18 und die Seite B „der inmitten der Strafen sich dem Menschen wohlwollend Zuwendende.“19 In den bisherigen Erzählungen findet sich dieses Grundraster von Strafe und Zuwendung über die gesamte Erzählung aufgebaut, die Sintfluterzählung stellt hierbei eine Besonderheit dar.20

Baumgart stellt fest, dass die erarbeiteten Seiten JHWHs in der Exposition untergebracht und somit zur Disposition gestellt sind.21 Gott teilt niemandem seine Wahrnehmungen und Empfindungen mit, der Prolog ist sozusagen als ein „Selbstgespräch JHWHs“22 gestaltet. Durch die Verdichtung der bisherigen Strukur der Erzählungen innerhalb der Einleitung der Sintfluterzählung und durch die Konzentration auf JHWH als Handelnden stellt Baumgart die Erzählung als Schlüsselstelle23 heraus. In Gen 8,20 - 22 kommt eine neue, dritte Seite JHWHs zum Vorschein, Seite C, „seine Umkehrfähigkeit in bezug auf das bisher gepflegte Verhalten und seine Aufwertung des menschlichen Lebens.“24 JHWH verspricht, trotz der noch immer bestehenden Bosheit des Menschen, keine weitere Sintflut zu schicken, d.h. die Menschheit nicht wieder zu strafen.25 Baumgart sieht hierin eine neue Seite JHWHs, weil dieser sein seitheriges Verhalten aufgibt und „das Leben des Menschen […] für JHWH gegenüber allen anderen Argumenten und Motivationen integer geworden“ ist.26 Stellten die bisherigen Seiten Gottes zwei Spannungspole dar, so sind jene durch das Aufkommen der Seite C verschwunden. Akzeptiert Gott den Menschen in seiner Boshaftigkeit und will ihn nicht weiter strafen (entfällt also die Seite A), so kann es auch keine Zuwendung mehr inmitten von Strafen geben (Seite B entfällt), man könnte auch sagen, dass die Seite B in der dauerhaften Aufwertung des menschlichen Lebens, also der Seite C, enthalten ist bzw. an ihr Ziel kommt.27

Ich halte also fest, dass innerhalb der Sintfluterzählung die die bisherigen Erzählungen beherrschende Grundstruktur von Strafe und Zuwendung Gottes zur Disposition gestellt wurde und so innerhalb der Erzählung eine Umkehr Gottes von seinem bisherigen Verhalten stattfindet.

Liest man Gen 6,5 - 9,17 ohne diese Analyse, wundert man sich über das Verhalten Gottes. Der Grund der Sintflut, die Boshaftigkeit des Menschen, bleibt auch nach der Sintflut bestehen. Dennoch entschließt JHWH sich, keine erneute Flut zu schicken. Auch der Beschluss zur Vernichtung der gesamten Menschheit und die gleichzeitige Rettung des Einen, scheint einen Widerspruch im Gottesbild darzustellen. Vielfach wurde durch verschiedene Thesen versucht, diesen scheinbaren Widerspruch zu erklären. Ein Blick auf die Fluterzählung im Gilgameschepos scheint hierfür sehr nützlich zu sein.

[...]


1 Einige Ausleger zählen die Verse Gen 6,1-4 und die Weinbergerzählung um Noah in Gen 9,18 - 27 noch zur Sintfluterzählung, N.C. Baumgart jedoch erklärt sehr ausführlich und überzeugend, warum die eigentliche Sintfluterzählung nur die Verse Gen 6,5 - 9,17 umfasst. Näheres bei: Baumgart, Norbert Clemens, Die Umkehr des Schöpfergotten. Zu Komposition und Religionsgeschichtlichem Hintergrund von Gen 5-9, Herder 1999, 98ff.

2 Nur im deutschen Sprachraum werden diese so bezeichnet.

3 Griechisch: penta = fünf , teuchos = Gefäß

4 Mommer, Peter, Module der Theologie. Altes Testament, Gütersloher Verlagshaus 2009, 67.

5 „In der Auslegung des Alten Testaments hat sich in den vergangenen Jahrhunderten ein aus mehreren aufeinander aufbauenden Schriften bestehender Methodenkanon herausgebildet. Die in einer fremden Sprache geschriebenen, aus einem fremden Kulturkreis stammenden und auch zeitlich sehr fern stehenden literarischen Zeugnisse sollen auf diese Weise Schritt für Schritt einem heutigen Verständnis erschlossen werden. Exegese (» Auslegung «) bedeutet in diesem Sinne nicht mehr als ein methodengeleitetes – und das heißt methodisch kontrolliertes, allgemein nachvollziehbares und insofern möglichst » objektives « - genaues Lesen eines Textes, das zu seinem Verstehen hinführen soll.“ Becker, Uwe, Exegese des Alten Testaments. Mohr Siebeck ³2011, 6.

6 Ebd. 41.

7 Nicht zuletzt anhand von Gen 6-9 wurden die Literarkritik und ihre Methodik in den Bibelwissenschaften entwickelt. Baumgart,Norbert Clemens, Zuversicht und Hoffnung in Verbindung mit der biblischen Fluterzählung. In:Baumgart, Norbert Clemens/Ringshausen, Gerhard (Hgg), Die Sintflut. Zwischen Keilschrift und Kinderbuch. Das neue Interesse an der alten Erzählung als religionspädagogische Herausforderung, Lüneburger Theologische Beiträge, Band 2. LIT Verlag Münster, 2005, 76.

8 598/587-539 v. Chr. Aufgrund der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar

9 Vgl. Zenger, Erich, u.a., Einleitung in das Alte Testament. Kohlhammer Studienbücher Theologie Band 1,1, Stuttgart 1995, achte überarbeitete Auflage 2008, 101-103.

10 Die Atrahasis- oder Athramhasiserzählung ist ebenfalls eine mesopotamische Fluterzählung, die vermutlich die Vorlage zur Fluterzählung des Gilgameschepos ist. Sie stimmen teilweise wörtlich überein, leider ist die Erzählung nur in Teilen vorhanden.

11 Sallaberger, Walther, Das Gilgamesch-Epos. Mythos, Werk und Tradition, H.C. Beck, München 2013, 120.

12 „Die Frage, wie der biblische Text von babylonischen Vorbildern abhinge, entzweite die Gemüter […]. Die kurzfristige, aber heftige Kontroverse ging als Babel-Bibel-Streis (1902/03) in die Wissenschaftsgeschichte ein[...].“ Sallaberger, Gilgamesch-Epos, 121.

13 Sallaberger, Gilgamesch-Epos, 121.

14 Bei diesem Tetragramm handelt es sich um den Namen Gottes. Da die hebräische Bibel ursprünglich keine Vokale enthielt und nachträglich absichtlich falsche Vokale unter diese vier Konsonanten gesetzt wurden, entstand fälschlicherweise die Annahme, Gott hieße Jehova. Dieses wurde jedoch bereits widerlegt, stattdessen ist Jahwe als Name Gottes die vorherrschende Meinung. Gesichert ist jedoch nur dieses Tetragramm.

15 Baumgart, Norbert Clemens, Die Umkehr des Schöpfergottes. Zu Komposition und Religionsgeschichtlichem Hintergrund von Gen 5-9, Herder 1999, 142.

16 Baumgart, Umkehr, 142

17 Vgl. Baumgart, Umkehr, 143

18 Baumgart, Umkehr, 146

19 Ebd.

20 „Es ist darauf zu achten, wie der Kompositionszusammenhang die bisherige Ereignisfolge komprimiert im Flut-einleitenden Abschnitt unterbringt und warum er dies tut.“ Baumgart, Umkehr, 146

21 Vlg. Baumgart, Umkehr, 147.

22 Ebd.

23 Baumgart, Umkehr, 149.

24 Baumgart, Umkehr, 169.

25 Wichtig ist festzuhalten, dass nach Baumgart keineswegs Noahs Opfer ihn hierzu gebracht hat. Ein Opfer hätte keine so überzeugende Wirkung auf Gott. Sein Entschluss muss also von sich aus entstanden sein. Auf den ersten Blick scheint JHWH zwar darauf zu reagieren, doch nimmt er keinen direkten Bezug auf das Opfer. Das Opfer, welches in den meisten Fluterzählungen vorkommt, war vermutlich einfach die passende Stelle innerhalb der Erzählung um die Gottesrede und den Wandel Gottes einzubauen.

26 Ebd.

27 Vgl. Baumgart, Umkehr, 169.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Eine exegetische Untersuchung der Sintfluterzählung in Genesis 6,5 - 9,17. Vergleich mit der elften Tafel des Gilgameschepos
Untertitel
Mit Schwerpunkt auf den Sintfluthelden und den Götterfunktionen
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (evangelisch-theologische Fakultät)
Veranstaltung
Exegese des Alten Testaments
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
27
Katalognummer
V461767
ISBN (eBook)
9783668915244
ISBN (Buch)
9783668915251
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exegese, Altes Testament, Bibelwissenschaft, Noah, Sintflut, Gilgamesch-Eops, Utanapischti
Arbeit zitieren
Alena Wegner (Autor:in), 2015, Eine exegetische Untersuchung der Sintfluterzählung in Genesis 6,5 - 9,17. Vergleich mit der elften Tafel des Gilgameschepos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461767

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