Ich versuche in meiner Hausarbeit die historischen Hintergründe der Ersten Walpurgisnacht näher zu untersuchen. Dabei werde ich mich besonders auf die Sachsenkriege unter Karl dem Großen im 8. Jahrhundert stützen. Als Quellen dazu stütze ich mich vor allem auf die Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie von Gottfried Arnold, da es belegt ist, dass diese auf Goethe einen großen Einfluss hatte. Nach einer kurzen Biographie Goethes werde ich kurz auf den Stereotyp einer Walpurgisnacht eingehen. Dieser beinhaltet die Vorstellung, dass Hexen in der Nacht auf den ersten Mai mit einer Hexensalbe oder auf verschiedenen Tieren oder Besen zum Blocksberg fliegen und dort die ganze Nacht mit Teufeln feiern und tanzen. Goethe setzt sich in seiner ersten Walpurgisnacht mit diesem Stereotyp auseinander und versucht die historischen Wurzeln dafür zu finden. Es ist nicht klar, ob es sich dabei um die heidnischen Bräuche der Sachsen handelt, ich werde jedoch in meiner Analyse der ersten Walpurgisnacht Goethes einige Parallelen zum Sachsenkrieg Karl des Großen aufzeigen, die die Annahme wahrscheinlich machen, dass Goethe genau diesen gewaltsamen Bekehrungsversuch kritisch versuchte zu verarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biographie Goethe
3. Was ist eine Walpurgisnacht
4. Die Sachsenkriege
5. Kirchenkritik Goethes in der klassischen Walpurgisnacht
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit untersucht die historischen Hintergründe von Johann Wolfgang von Goethes Werk "Die Erste Walpurgisnacht" unter besonderer Berücksichtigung seiner kritischen Sichtweise auf die christliche Kirche. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass Goethe in seiner Ballade die gewaltsame Christianisierung der Sachsen unter Karl dem Großen thematisiert und damit eine Parallele zum historischen Ursprung des Hexen-Stereotyps zieht.
- Analyse des historischen Hintergrunds der Sachsenkriege im 8. Jahrhundert.
- Untersuchung des Einflusses von Gottfried Arnolds "Unparteiischer Kirchen- und Ketzerhistorie" auf Goethe.
- Interpretation der "Ersten Walpurgisnacht" als Reflexion über Bekehrung und religiöse Intoleranz.
- Untersuchung von Metrik und Sprachgebrauch als Ausdruck von Goethes Kirchenkritik.
Auszug aus dem Buch
Die erste Walpurgisnacht
Goethe schrieb die erste Walpurgisnacht 1799. Ich habe den Text der ersten Walpurgisnacht im Anhang beigefügt und mit Verszahlen versehen, um für meine weitere Erarbeitung von Parallelen zwischen der Sachsenbekehrung und der ersten Walpurgisnacht eine bessere Übersicht zu haben.
Generell beschreibt Goethe in seiner ersten Walpurgisnacht wie Druiden versuchen heimlich den Beginn des Frühlings zu feiern. Dazu gehen sie auf einen Berg und stellen Wächter auf, die sich als Teufel verkleiden und somit die christlichen Wächter fernhalten sollen. Die Druiden werden zwar immer wieder von einigen aus dem Volk gewarnt, dass sie als Strafe der Tod erwartet, letztendlich haben die Heiden jedoch Hoffnung, da man ihnen zwar ihre Bräuche, jedoch nicht ihren Glauben rauben kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema, die Forschungsfrage sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit vor, wobei der Fokus auf den Sachsenkriegen als historischem Kontext liegt.
2. Biographie Goethe: Dieses Kapitel gibt einen biografischen Abriss über das Leben Johann Wolfgang von Goethes, von seiner Geburt in Frankfurt bis hin zu seinem Wirken in Weimar.
3. Was ist eine Walpurgisnacht: Hier wird der kulturelle und mythologische Stereotyp der Walpurgisnacht erläutert und durch historische Quellen wie Johann Georg Gödelmann belegt.
4. Die Sachsenkriege: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Sachsenkriege unter Karl dem Großen und analysiert den Einfluss der "Kirchen- und Ketzergeschichte" von Gottfried Arnold auf Goethes kirchenkritische Haltung.
5. Kirchenkritik Goethes in der klassischen Walpurgisnacht: Der Hauptteil analysiert Goethes Ballade im Hinblick auf Metrik, Sprachwahl und die explizite Darstellung der heidnischen Druiden als unterdrückte Opfer.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass Goethe die gewaltsame Sachsenbekehrung als Wurzel der Hexen-Saga verarbeitete.
Schlüsselwörter
Johann Wolfgang von Goethe, Die Erste Walpurgisnacht, Sachsenkriege, Karl der Große, Kirchenkritik, Gottfried Arnold, Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie, Hexen-Stereotyp, heidnische Bräuche, Capitulatio de partibus Saxoniae, religiöse Intoleranz, Sturm und Drang, Weimarer Klassik, Blutbad bei Verden, Druiden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht Goethes Ballade "Die Erste Walpurgisnacht" und arbeitet die darin enthaltene Kritik am historischen Vorgehen der christlichen Kirche während der Sachsenkriege heraus.
Welche Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Biografie Goethes, die historische Genese des Walpurgisnacht-Mythos, die Sachsenkriege des 8. Jahrhunderts sowie Goethes kirchenkritische Einstellung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Goethes Werk keine reine Schilderung eines Hexensabbats ist, sondern eine kritische Auseinandersetzung mit der gewaltsamen Missionierung heidnischer Völker.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die durch historische Quellen (insbesondere Gottfried Arnold) und vergleichende Sekundärliteratur gestützt wird.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Ballade, insbesondere die Verwendung von Metrik, die Gegenüberstellung von "Heiden" und "Pfaffenchristen" und die historischen Anspielungen auf das Blutbad von Verden.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?
Wichtige Begriffe sind unter anderem die Sachsenkriege, die Capitulatio de partibus Saxoniae, die "Intolleranza" der Kirche und die literarische Gestaltung der heidnischen Bräuche.
Warum bezieht sich die Arbeit auf Gottfried Arnold?
Arnold war ein Historiker, dessen "Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie" einen nachweislich starken Einfluss auf Goethe hatte und dessen kritische Sicht auf die Kirchengeschichte Goethes eigenes Werk prägte.
Welchen Stellenwert hat der "Anhang" in dieser Hausarbeit?
Der Anhang enthält den vollständigen Text der Ballade "Die erste Walpurgisnacht" mit Verszahlen, was dem Autor als direkte Basis für seine textnahe Interpretation diente.
- Arbeit zitieren
- Alena Wegner (Autor:in), 2013, Goethe und die Walpurgisnacht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461771