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Memory-Clinic und Gedächtnissprechstunde

Die Behandlung von Demenz in der Klinischen Psychologie

Title: Memory-Clinic und Gedächtnissprechstunde

Seminar Paper , 2018 , 7 Pages , Grade: 1

Autor:in: Johanna Kottek (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Diese Arbeit untersucht die Behandlung von Demenzkranken in der Klinischen Psychologie. Die zunehmend alternde Bevölkerung führt auch zu einer Zunahme Demenzkranker, welche unter Hilflosigkeit und erheblichen Mängeln in der Versorgung leiden. Weniger als die Hälfte der Betroffenen wird angemessen diagnostiziert und behandelt. Demenz ist als ein Prozess mit Beginn, Verlauf und Erkrankungsende zu sehen. Ziel ist es, durch Memory Clinic (MC) eine Frühdiagnose und einen frühzeitigen Behandlungsbeginn zu erreichen. Die Hausärztinnen und Hausärzte sind oftmals für die Erkennung und Behandlung von Demenz nicht geschult. Um dieses Problem zu umgehen, setzen sich die MC immer aus einem interdisziplinären Team zusammen. Frühe Interventionen verbessern den Verlauf für Betroffene und deren Angehörige und verringern wahrscheinlich sogar die Kosten der Behandlung.

MC wurden von der WHO erstmals vor etwa 35 Jahren gefordert. 1983 wurde in London die erste europäische MC durch Exton-Smith und Kollegen eröffnet. 1985 folgte die Eröffnung der ersten deutschsprachigen MC an der Geriatrischen Universitätsklinik in Basel und in der Alzheimer-Ambulanz an der Psychiatrischen Klinik der Technischen Universität in München. Seitdem kam es zu einer steten Zunahme der MC. Mit steigender Zahl dieser verbesserte sich auf der einen Seite die Versorgung Betroffener, gleichzeitig wurde aber die enge Verbindung zur Forschung gelockert. Dies ist insofern problematisch, da sie voneinander abhängig sind: die Datenerhebung innerhalb der Forschung beruht größtenteils auf den Patienten der MC und die Finanzierung der MC findet wiederum meist über eingeworbene Forschungsfelder statt. Dies ist nur eine der Herausforderungen, denen die MC gegenüberstehen.

MC haben einen praktischen, einen erzieherischen und einen wissenschaftlichen Nutzen. Der praktische Nutzen liegt darin begründet, dass die Behandlung umso besser ist, je früher und gründlicher die Diagnose erfolgt. Je früher die Patientinnen und Patienten untersucht werden, umso besser kann der Verlauf einer Demenz nachvollzogen werden, was wiederum die Behandlungsmöglichkeiten und damit die Wissenschaft beeinflusst. Regelmäßige Testungen älterer Patientinnen und Patienten sind wichtig, vor allem der Abruf kürzlich erlernter Informationen, ebenso wie das Wissen darum, dass Gedächtnisschwierigkeiten kein normaler Alterungsprozess sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Memory-Clinic (MC) / Gedächtnissprechstunde

2. Geschichte der MC

3. Diagnose nach ICD 10, DSM IV, NINCDS und ADRDA

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktionsweise von Memory-Clinics (Gedächtnissprechstunden) als zentrale Anlaufstellen für die frühzeitige Diagnostik und Behandlung demenzieller Erkrankungen. Dabei wird insbesondere auf die interdisziplinäre Struktur der Einrichtungen und die medizinischen Standards zur Diagnosefindung eingegangen.

  • Bedeutung der Frühdiagnostik bei Demenz
  • Aufbau und Funktion interdisziplinärer Behandlungsteams
  • Historische Entwicklung der Memory-Clinics
  • Diagnostische Kriterien (ICD-10, DSM-IV, NINCDS/ADRDA)
  • Aktuelle Herausforderungen in der Versorgung Demenzkranker

Auszug aus dem Buch

Geschichte der MC

In der ersten MC, welche 1983 von Exton-Smith et al. gegründet wurde, wurden die ersten 50 Patienten*innen psychologisch, ärztlich und psychiatrisch untersucht. In der psychologischen Untersuchung wurde erhoben, inwiefern und warum der*die jeweilige Patient*in eine Demenz vermuteten und zu welchem Zeitpunkt die ersten Auffälligkeiten auftraten. Außerdem wurde auch das Verhalten besprochen, welches bei dem*der Patienten*in oder dessen*deren Angehörigen zu dieser Vermutung geführt haben. Darüber hinaus wurden zwei Testungen durchgeführt: der `Cerebral Function Test´ (Silver 1972) und die ´Kendrick Battery for the Detection of Dementia´ (Kendrick et al. 1979). Zu betonen ist hierbei, dass auf der Grundlage dieser Testungen keine Diagnose möglich ist, sondern lediglich ein Überblick gewonnen werden kann. Je nach Ergebnis dieser Testungen wurden die Patienten*innen in eine der drei folgenden Kategorien eingeteilt:

Kategorie I: Eindeutiges Vorhandensein von Gedächtnisstörungen

• Gedächtnisschwierigkeiten bei den objektiven Tests

• Auffälliges Verhalten (nach Berichten der Angehörigen oder nach Beobachtung)

• Subjektive Beschwerden können je nach Einsicht des Patienten (nicht) vorhanden sein

Kategorie II: Vermutung von Gedächtnisstörungen

• Normale Scores in den objektiven Tests, aber unerwartet niedrigere Scores in den Zusatztestungen

Zusammenfassung der Kapitel

1. Memory-Clinic (MC) / Gedächtnissprechstunde: Einführung in die demografische Notwendigkeit von Gedächtnissprechstunden und die Vorteile eines interdisziplinären Ansatzes bei der Demenzbehandlung.

2. Geschichte der MC: Historischer Rückblick auf die Gründung der ersten europäischen Memory-Clinics und Erläuterung der ursprünglichen diagnostischen Kategorisierung.

3. Diagnose nach ICD 10, DSM IV, NINCDS und ADRDA: Darstellung der klinischen Kriterien zur Demenzdiagnose gemäß internationaler Standards und neurologischer Leitlinien.

4. Resümee: Fazit zur Relevanz von Memory-Clinics sowie Ausblick auf notwendige Standardisierungen und zukünftige Versorgungsanforderungen.

Schlüsselwörter

Memory-Clinic, Gedächtnissprechstunde, Demenz, Frühdiagnose, Interdisziplinäres Team, Geriatrie, ICD-10, DSM-IV, Alzheimer, Gedächtnisstörungen, Gesundheitsversorgung, Qualitätssicherung, Prävention, CERAD, Diagnostik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Rolle von Memory-Clinics bei der Früherkennung und Behandlung von Demenzerkrankungen in einer alternden Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die interdisziplinäre Zusammenarbeit, diagnostische Kriterien, historische Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen in der Patientenversorgung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Verdeutlichung der Bedeutung von Gedächtnissprechstunden für eine verbesserte Versorgung und die Identifikation notwendiger zukünftiger Qualitätsstandards.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine strukturierte Übersichtsarbeit, die auf klinischen Daten, historischen Berichten und internationalen Diagnoseklassifikationen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgeschichte, diagnostische Verfahren und die Anwendung internationaler Klassifikationssysteme (ICD, DSM, NINCDS) in der Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Memory-Clinic, Demenz, interdisziplinäre Versorgung, Frühdiagnostik und neurologische Testverfahren.

Wie unterscheidet sich die Diagnose bei Alzheimer von der multi-infarct dementia?

Die Differenzierung erfolgt unter anderem über Scoring-Systeme, wobei die multi-infarct dementia einen Score von sieben oder mehr Punkten aufweist, während die Alzheimer-Demenz bei vier oder weniger Punkten liegt.

Warum ist die Finanzierung von Memory-Clinics problematisch?

Die Finanzierung ist oft prekär, da sie häufig eng mit eingeworbenen Forschungsmitteln verknüpft ist, was eine langfristige, unabhängige Sicherung der Versorgung erschwert.

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Details

Title
Memory-Clinic und Gedächtnissprechstunde
Subtitle
Die Behandlung von Demenz in der Klinischen Psychologie
College
University of Innsbruck  (Psychologie)
Course
Praxisfelder der Klinischen Psychologie
Grade
1
Author
Johanna Kottek (Author)
Publication Year
2018
Pages
7
Catalog Number
V461788
ISBN (eBook)
9783668913721
ISBN (Book)
9783668913738
Language
German
Tags
Memory-Clinic Gedächtnissprechstunde Demenz Gedächtnisstörungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johanna Kottek (Author), 2018, Memory-Clinic und Gedächtnissprechstunde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461788
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