Diese Arbeit setzt sich zum Ziel die Funktion, die Bedeutung der Medienumbrüche im Einzelnen zu erschließen. Ein Hauptanliegen der einzelnen Kapitel ist es, durch Differenzierung das Verständnis sowohl für die Eigenarten der Medien als Informationsträger, als auch für deren Zusammenwirkung zu bringen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Übergang von Oralität zu Literalität
3. Ablösung der Manuskriptkultur zum Buchdruck
4. Vom Papiertext zu elektronischen Medien
4.1. Was ist Hypertext? Seine Auswirkungen auf Schrift und Leser
4.2. Schicksal des Buches
5. Zusammenfassung und Ausblick
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die tiefgreifenden Auswirkungen bedeutender Medienumbrüche auf die menschliche Kultur und Kommunikation. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich der Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit, vom Manuskript zum Buchdruck und schließlich zum digitalen Hypertext auf das menschliche Denken, das Gedächtnis und die Rolle des Buches als Wissensspeicher ausgewirkt hat.
- Historische Medienumbrüche und Kulturentwicklung
- Das Spannungsfeld zwischen Oralität und Literalität
- Die Transformation vom Buchdruck zur elektronischen Medienwelt
- Auswirkungen von Hypertext auf Leseverhalten und Wissensvermittlung
- Die Zukunft des Buches im Zeitalter digitaler Medien
Auszug aus dem Buch
4.1. Was ist Hypertext? Seine Auswirkungen auf Schrift und Leser
Das Kürzel HTML steht für Hypertext Markup Language. Mit Hilfe dieser neuartigen Programmiersprache lassen sich Internetseiten darstellen und veröffentlichen. Es entsteht Hypertext. „Das Kompositum Hypertext verweist einerseits auf alle Funktionen, die ein gewöhnlicher Text liefert und deutet eine Ergänzung an, die über den bisherigen Begriff hinausgeht ... .“16 Im Hypertext werden die frei gewählten Verbindungen durch Hyperlinks, elektronische Zeiger zu einem weiteren elektronischen Text, bereitgestellt. Der Text wird durch Hyperlinks bereichert und gewinnt gleichzeitig eine neue Dimension, ein Datenozean, auf dessen Wellen man surfen kann.
Mit der Erfindung des Computers und mit der Einführung des Hypertexts handelt es sich noch immer um das Speichermedium Schrift. Nur ihre Position als Erfahrungsträger ändert sich mit der Entwicklung neuer Medienformen. Elektronischer Text präsentiert eine andere Schriftform. Hypertext nimmt alles in sich ein – Schrift, Buchdruck, Bild, Klang.
S. Loos prognostiziert ein vorläufiges Ende der Schrift: „über die Höhlenmalereien, Obelisken, Tafeln und Inschriften, handgeschrieben Büchern und ihren technisch erzeugten Verkleinerungen des Buchdrucks wandert sie unsichtbar auf die Festplatten.“17
Die heutige Textverarbeitung am Computer führe zur Ausschaltung der Handschrift, befürchtet N. Bolz. Seit die „Hand medientechnisch entlastet wird, ist die Hand nicht mehr Menschenzeichen, sondern befehlende Finger, und das Wort ist nicht mehr Menschenwort, sondern Information“.18
Das gesprochene Wort, die phonetische Schrift, das Buch werden durch elektronisches Schreiben am Computer durch Hypertext befreit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle des Wortes als erstes Menschheitsmedium und führt in die Thematik der epochalen Medienumbrüche ein, die die menschliche Kulturentwicklung prägen.
2. Übergang von Oralität zu Literalität: Dieses Kapitel analysiert die Einführung der Schrift als revolutionären Wandel, der Wissen von Zeit und Raum löste und die menschliche Gedächtnisleistung veränderte.
3. Ablösung der Manuskriptkultur zum Buchdruck: Hier wird der Buchdruck als Meilenstein der Wissensvervielfältigung und Mechanisierung beschrieben, der das Bildungswesen und die europäische Mentalität nachhaltig transformierte.
4. Vom Papiertext zu elektronischen Medien: Das Kapitel befasst sich mit der Ablösung klassischer Informationsträger durch digitale Speichermedien und der Entstehung des Hypertexts.
4.1. Was ist Hypertext? Seine Auswirkungen auf Schrift und Leser: Dieser Unterpunkt untersucht die technischen Grundlagen des Hypertexts und wie er die Lesesituation durch Nichtlinearität und Interaktionspotenziale grundlegend wandelt.
4.2. Schicksal des Buches: Hier wird die Frage diskutiert, ob das Buch in der Ära digitaler Informationssysteme als veralteter Informationsträger ausgedient hat oder ob Koexistenz möglich ist.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die Bedeutung medialer Innovationen und plädiert für eine komplementäre Nutzung von traditionellen und neuen Medienformen.
6. Literatur: Das Literaturverzeichnis führt die wissenschaftlichen Quellen auf, die der Untersuchung der medialen Wandlungsprozesse zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Medienumbruch, Oralität, Literalität, Buchdruck, Hypertext, Kulturgeschichte, Informationsgesellschaft, Schriftlichkeit, Wissensspeicher, Digitalisierung, Lesekultur, Kommunikationsmedien, Gutenberg-Galaxis, Medienkritik, Datenspeicherung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den historischen Entwicklungen der Medienkommunikation und deren Einfluss auf die menschliche Gesellschaft und Kulturentwicklung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen den Übergang von der mündlichen zur schriftlichen Kommunikation, die Folgen des Buchdrucks für die Wissensverbreitung sowie die Transformation zu elektronischen Medien und Hypertexten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Funktionen und die Bedeutung historischer Medienbrüche zu erschließen und zu verstehen, wie sich Medien als Informationsträger unterscheiden und ergänzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische und medienhistorische Analyse, um die Kulturentwicklung anhand von Fachliteratur und philosophischen Ansätzen zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Stufen: den Übergang von der Oralität zur Literalität, die Ablösung der Manuskriptkultur durch den Buchdruck und den technologischen Sprung hin zum digitalen Hypertext.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Medienumbruch, Schriftlichkeit, Hypertext, Gutenberg-Galaxis und Wissensspeicherung.
Welche Rolle spielt Platon in der Argumentation des Autors?
Platon wird als früher Medienkritiker angeführt, der bereits in der Antike die Ambivalenz der Schrift – ihre Vorteile für das Gedächtnis gegenüber dem drohenden Verlust unmittelbarer Verständigung – diskutierte.
Wie bewertet die Arbeit die Zukunft des gedruckten Buches?
Die Arbeit prognostiziert, dass das Buch nicht aussterben wird, sondern in einer langfristigen Koexistenz mit elektronischen Medien bestehen bleibt, da es als physisches Medium spezifische ästhetische und kognitive Vorteile bietet.
- Arbeit zitieren
- M.A. Ekaterina Klaer (Autor:in), 2006, Geschichte der Schrift. Von der Mündlichkeit zum Hypertext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461794