Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Die Wollust im Werk von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Die Triebnatur des Menschen

Title: Die Wollust im Werk von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Term Paper , 2018 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Isabelle Hein (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit ist eine Gedichtsinterpretation zu "Die Wolllust" von Hoffmannswaldau, sowie ein Vergleich mit dem Gedicht "Die Tugend", ebenfalls von Hoffmannswaldau.

Die Wollust ist bekanntlich eine der sieben Todsünden in der Bibel, jedoch ist mit ihr in diesem Kontext nicht vorrangig ein sexuelles Vergnügen gemeint, sondern vielmehr eine Lebenslust, die das Leben der Menschen erst so richtig lebenswert macht.

Es durchzieht sich in Hoffmannswaldaus Stück, eine Art Weltfreude, die insbesondere auf seine erotische Dichtung Bezug nimmt. Innerhalb der literaturwissenschaftlichen Forschung wird „Die Wollust“ u. a. als Verkörperung der allgemeinen Lebenslust und Lebensfreude beschrieben und bringt somit das barocktypische Motiv „Carpe diem“ zum Ausdruck. Damit einhergehend schreibt der Autor scheinbar gegen die Strömungen seiner Zeit, da die Lehre des Epikur thematisiert wird und Gedanken an das Jenseits oder die Vergänglichkeit keine Rolle spielen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die explizite Darstellung der Wollust

2. Die implizite Darstellung der Wollust

2.1. Figurendarstellung

2.2. Schauplatzdarstellung

2.3. Handlungsdarstellung

3. Vergleich der Gedichte „Die Wollust“ und „Die Tugend“

Schluss und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Wollust im gleichnamigen Gedicht von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, um aufzuzeigen, wie das barocktypische Motiv des „Carpe diem“ und eine hedonistische Lebenshaltung den Inhalt prägen, und setzt diese Erkenntnisse in einen Vergleich zum Gedicht „Die Tugend“.

  • Analyse der expliziten und impliziten Wollust-Darstellung
  • Untersuchung der Figurengestaltung, Schauplätze und Handlungen
  • Gegenüberstellung von Wollust und Tugend als antithetische Lebensmodelle
  • Einordnung in den zeitgeschichtlichen Kontext des Barock und der antiken Philosophie

Auszug aus dem Buch

1. Die explizite Darstellung der Wollust

In diesem Kapitel gehe ich der Frage nach, wie die Wollust in dem gleichnamigen Gedicht explizit dargestellt wird. Die Wollust wird im gesamten Text des Gedichts viermal explizit erwähnt. Bei einer Strophenanzahl von sechs bedeutet das, dass die Wollust beinahe in jeder Strophe mindestens einmal in Erscheinung tritt. Das geschieht zum einen in Bezug auf die Sinneswahrnehmung, das Verhältnis zwischen ihr und der Natur und das christlich stoizistisch geprägte Weltbild der Menschen im Zeitalter des Barock.

Bereits im ersten Vers der ersten Strophe wird die Wollust metaphorisch als „Zucker dieser Zeit“ (Die Wollust, V. 1) bezeichnet, die „den Lebenslauf versüssen“ kann (V. 2) wodurch sie gleich zu Beginn eine positive Konnotation bekommt. Dass der Mensch in der Lage ist, die Fähigkeit zu nutzen, die den Lebenslauf versüßen kann, liegt somit in der Natur begründet. Mit der Aussage: „Die Wollust bleibet doch der Zucker dieser Zeit“ (V. 1), wird eine sehr bildhafte bzw. anschauliche Beschreibung der Lust, Begierde und Triebbefriedigung aufgezeigt. Es wird zudem auf die Sinnlichkeit des Geschmackssinns verwiesen, welche Zucker als etwas Süßes kenntlich macht. Damit greift der Autor auf einen niederen Sinn zurück, was für seine Sinnfeindschaft gegenüber der christlich-stoizistisch geprägten Weltanschauung steht. Es zeigt sich somit bereits im Eingangsvers, dass das Gedicht „einem hedonistischen Lebensprinzip verpflichtet“ ist. Ein weiteres Indiz liefern uns die zahlreichen Metaphern, die auf das Diesseits gerichtet sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das lyrische Werk Hoffmannswaldaus und Darstellung der zentralen Forschungsfrage zur Wollust-Thematik im Barock.

1. Die explizite Darstellung der Wollust: Untersuchung der direkten Nennungen und metaphorischen Beschreibungen der Wollust im Gedicht als positives, lebensbejahendes Motiv.

2. Die implizite Darstellung der Wollust: Analyse, wie durch Figuren, Schauplatz und Handlung die Wollust indirekt als natürliches und gottgegebenes Prinzip inszeniert wird.

2.1. Figurendarstellung: Erörterung, wie das lyrische Werk durch die Allgemeingültigkeit der Figuren und die Personifizierung der Natur die Wollust stärkt.

2.2. Schauplatzdarstellung: Betrachtung der Raumgestaltung, die als Gegenentwurf zur Welt des 17. Jahrhunderts fungiert und Ewigkeitscharakter besitzt.

2.3. Handlungsdarstellung: Analyse der Handlungsaspekte, die den Menschen zu einem diesseitsorientierten und hedonistischen Leben anregen.

3. Vergleich der Gedichte „Die Wollust“ und „Die Tugend“: Kritische Gegenüberstellung beider Gedichte, um die antithetische Grundstruktur des barocken Weltbildes aufzuzeigen.

Schluss und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung der Wollust als Antrieb für ein lebenswertes Dasein im Kontext des „Carpe diem“.

Schlüsselwörter

Wollust, Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, Barock, Carpe diem, Tugend, Antithetik, Epikur, Stoa, Hedonismus, Natur, Lebensfreude, Sinnlichkeit, Metaphorik, Personifizierung, Vanitas.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Gedicht „Die Wollust“ von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau unter besonderer Berücksichtigung der Triebnatur des Menschen und der barocken Lebensauffassung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Kontrast zwischen Diesseits und Jenseits, die antithetische Gegenüberstellung von Wollust und Tugend sowie die Rezeption antiker Philosophie im Barock.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Wollust bei Hoffmannswaldau nicht primär sexuell, sondern als lebensbejahende Freude verstanden wird, die das Dasein lebenswert macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die philologische Untersuchungen von Metaphorik, Figuren- und Schauplatzgestaltung umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine explizite und implizite Analyse des Gedichts „Die Wollust“ sowie einen detaillierten Vergleich mit dem Gedicht „Die Tugend“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wollust, Barock, Carpe diem, Antithetik, Hedonismus, Tugend, Stoa und Epikur sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Warum stellt der Autor die beiden Gedichte „Die Wollust“ und „Die Tugend“ gegenüber?

Der Autor nutzt die beiden Gedichte als antithetische Gegengesänge (Palinodien), um die Spannbreite barocker Lebensmodelle zwischen Triebbefriedigung und tugendhafter Askese zu verdeutlichen.

Wie spielt das Motiv des Epikureismus eine Rolle in der Analyse?

Das Gedicht „Die Wollust“ wird als explizite Befürwortung der epikureischen Lehre interpretiert, während das Gedicht „Die Tugend“ als stoischer Gegenentwurf dient.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Die Wollust im Werk von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
Subtitle
Die Triebnatur des Menschen
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
2,3
Author
Isabelle Hein (Author)
Publication Year
2018
Pages
19
Catalog Number
V461849
ISBN (eBook)
9783668913547
ISBN (Book)
9783668913554
Language
German
Tags
wollust werk christian hoffmann hoffmannswaldau triebnatur menschen gedichtsanalyse gedichtsvergleich tugend
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabelle Hein (Author), 2018, Die Wollust im Werk von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461849
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint