Die Hausarbeit zum Vordiplom “Erziehen und Heilen im Medium “Tier“ am Beispiel des therapeutischen Reitens“ erhält zum Großteil meine Erfahrungen aus der Mithilfe im Reit- und Therapiezentrum im heilpädagogischen Voltigieren/Reiten. Die Hausarbeit geht der Frage nach, wie man das Medium Tier in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit mit Menschen einsetzen kann. Dazu wird interessant sein, was das Besondere an Tieren ist und wie, Tiere als Co-Pädagogen/Therapeuten sind. Weiterhin ist wichtig inwieweit Tiere eine erzieherische und/oder heilende Wirkung auf den Menschen haben und welche Rolle sie in der Dyade Erzieher-Zögling einnehmen. In meiner Arbeit verfolge ich einen therapeutisch - pädagogischen Faden, da das therapeutische Reiten in Medizin, Pädagogik und Sport seinen Platz gefunden hat. Mein Schwerpunkt liegt dabei auf den erzieherischen Aspekten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Pädagogik und Therapie (Erziehung und Heilen)
2.1 Pädagogik und Erziehung
2.2 Therapie und Heilen
2.3 Heil-, Sonder- und Behindertenpädagogik
2.4 Differenzierung der Begriffe
3 Tiere und Menschen
3.1 Tier – Mensch - Beziehung
3.2 Tier – Mensch - Kommunikation
4 Tiergestützte Therapie
4.1 Tiere als Co - Therapeuten/Pädagogen
4.2 Das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten
4.2.1 Praxisfelder und deren Grenzen
4.2.2 Konzeptionelle Besonderheit
5 Menschen und Pferde
5.1 Kommunikation zwischen Mensch und Pferd
5.2 Erziehen und Heilen im Medium Pferd
5.3 Heilpädagogisches Reiten und Voltegieren
6 Von einer Dyade „Erzieher-Zögling“ zur Triade „Reitpädagoge – Klient - Pferd“
7 Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einsatz des Mediums "Tier", insbesondere des Pferdes, in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit mit Menschen. Das zentrale Ziel ist es zu analysieren, wie Tiere als Co-Pädagogen oder Therapeuten fungieren, welchen Beitrag sie zur Erziehung und Heilung leisten können und wie sie das Beziehungsgeflecht zwischen Pädagoge und Klient verändern.
- Grundlagen der Pädagogik und Therapie sowie deren Abgrenzung und Verknüpfung in der Heilpädagogik.
- Die psychologische und soziale Bedeutung der Mensch-Tier-Beziehung und Kommunikation.
- Strukturen und Arbeitsweisen der tiergestützten Therapie, fokussiert auf das therapeutische Reiten.
- Die Rolle des Pferdes als "Miterzieher" und die Veränderung der traditionellen Dyade "Erzieher-Zögling" zur triangulären Beziehung "Reitpädagoge-Klient-Pferd".
Auszug aus dem Buch
3.1 Tier – Mensch - Beziehung
Ende des 19. Jahrhunderts, aber vor allem in Mitte des 20. Jahrhunderts, entwickelte sich ein verändertes Bewusstsein im Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Dies geschah im Rahmen des gesamtökologischen Interesses und einer intensiven Sensibilisierung für die Umwelt in den Industrieländern. Von der Kulturgeschichte zeigt sich eine Entfernung vom Tier. Verhaltensforscher im Bereich der Tiere und Menschen zeigen wie dicht der Mensch von Natur aus mit dem Tier benachbart ist und wie viel er mit ihm teilt. Werden dieser Widerspruch der Entfernung einerseits und die Gemeinsamkeiten andererseits ertragen bzw. angenommen, kann man sich auf die Hilfe von Tieren für menschliche Sozialisation stützen. Gemeinsamkeiten fangen bei verschiedenen Körperfunktionen und einem ähnlichen Stoffwechsel an und reichen bis zum ähnlichen Verhalten von höher entwickelten Tieren bei Sozialkontakten.
Ein Beispiel hierfür sind besondere Begrüßungsrituale oder Reaktionen, die offensichtlich der Angstreaktion beim Menschen entsprechen. Unterschiede von Mensch und Tier liegen darin, dass das Tier mit einem Instinkt ausgestattet ist. Der Mensch hingegen ist instinktarm bzw. instinktreduziert, er ist auf den Sexualtrieb beschränkt. Der Mensch besitzt keine Instinktausrüstung und hat eine ungenügende Organausstattung und keine natürlichen Werkzeuge, welche ein Tier hat. Im Vergleich zum Tier ist der Mensch ein Mängelwesen. Der Mensch hat einen Verstand, der ihm ermöglicht, in der Welt zu handeln, d.h. durchdacht, plan und absichtsvoll in die Welt einzugreifen. Deutlich möchte ich feststellen, dass der Mensch im Gegensatz zum Tier handelt und sich nicht verhält, wie es das Tier macht. Der Mensch handelt aufgrund von Vorstellungen im Kontext seiner Gesellschaft und das Tier als Folge von Instinkten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin legt ihre Motivation dar, das Medium Tier in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit zu untersuchen, und beschreibt die Zielsetzung der Arbeit.
2 Pädagogik und Therapie (Erziehung und Heilen): Die Begriffe werden definiert, voneinander abgegrenzt und in der heilpädagogischen Praxis zusammengeführt.
3 Tiere und Menschen: Dieses Kapitel thematisiert die historische und psychologische Verbundenheit zwischen Mensch und Tier sowie die Grundlagen ihrer Kommunikation.
4 Tiergestützte Therapie: Es wird die Entwicklung der tiergestützten Arbeit, insbesondere die Rolle des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten, erläutert.
5 Menschen und Pferde: Hier wird der Fokus spezifisch auf die Kommunikation mit Pferden sowie deren Wirkung als Medium in Erziehung und Heilung gelegt.
6 Von einer Dyade „Erzieher-Zögling“ zur Triade „Reitpädagoge – Klient - Pferd“: Es wird analysiert, wie das Pferd als dritter Faktor die pädagogische Zweierbeziehung in eine trianguläre Interaktion überführt.
7 Schluss: Die Autorin resümiert die Ergebnisse und bekräftigt die Bedeutung von Tieren als "Miterzieher" und heilende Instanz.
Schlüsselwörter
Heilpädagogik, Therapeutisches Reiten, Tiergestützte Therapie, Erziehung, Heilung, Mensch-Tier-Beziehung, Reitpädagoge, Triade, Co-Therapeut, Voltegieren, Hippotherapie, Kommunikation, Sozialisation, Persönlichkeitsbildung, Ganzheitlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Möglichkeiten und Potenziale von Tieren, insbesondere Pferden, als Medium zur Erziehung und Heilung innerhalb eines pädagogisch-therapeutischen Rahmens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die pädagogischen und therapeutischen Grundlagen, die Bedeutung der Mensch-Tier-Beziehung, die praktische Umsetzung tiergestützter Konzepte sowie die Dynamiken zwischen Reitpädagoge, Klient und Pferd.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den pädagogischen Nutzen des Einsatzes von Tieren in der Arbeit mit Menschen (insbesondere bei Verhaltensauffälligkeiten oder Behinderungen) zu fundieren und aufzuzeigen, wie Tiere als Co-Therapeuten wirken.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Reflexion eigener Praxiserfahrungen in einem Reit- und Therapiezentrum basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Pädagogik/Therapie), die Analyse der Mensch-Tier-Beziehung, die Geschichte und Struktur der tiergestützten Therapie sowie die spezifische Triangulierung im therapeutischen Reiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Heilpädagogik, Therapeutisches Reiten, Mensch-Tier-Beziehung, Co-Pädagogen und Erziehungshilfe.
Wie verändert das Pferd die pädagogische Grundbeziehung?
Das Pferd fungiert als dritter Faktor, der die traditionelle Dyade "Erzieher-Zögling" aufbricht und in eine Triade überführt, wodurch der Pädagoge in den Hintergrund treten und eine direktere Interaktion zwischen Klient und Pferd ermöglichen kann.
Welche Rolle spielt das "ritualisierte Handeln" im therapeutischen Reiten?
Rituale, wie das gemeinsame Vorbereiten des Pferdes, schaffen Struktur im oft als chaotisch empfundenen Alltag, fördern Gemeinschaftsgefühl und helfen, soziale Beziehungen und Verhaltensregeln zu festigen.
- Quote paper
- Désirée Schmidt (Author), 2005, Das Tier in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit. Erziehen und Heilen am Beispiel des therapeutischen Reitens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46185