Im Rahmen dieser Ausarbeitung soll dargestellt werden, wie es zu der Anerkennung der englischen Limited in Deutschland kam und die Gesellschaftsstatuten Limited und GmbH sich miteinander zu vergleichen lassen. Im ersten Teil dieser Arbeit erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Gründungs- und Sitzungstheorie im internationalen Gesellschaftsrecht. Anschließend wird die Entwicklung der Rechtsprechung des EuGHs anhand von Beispielen dargestellt. Der zweite Teil beschreibt die charakteristischen Merkmale der oben genannten Gesellschaftsformen. Die Haftungsregeln und die Besteuerung der Gesellschafter werden gesondert betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Ziel der Arbeit
2. Internationales Gesellschaftsrecht
2.1. Gründungstheorie
2.2. Sitztheorie
2.3. Entwicklung der Rechtsprechung des EuGHs
3. Vergleich zwischen der deutschen GmbH und der britischen Limited
3.1. Überblick charakteristische Merkmale
3.2. Besteuerung
3.3. Haftung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede zwischen der deutschen GmbH und der englischen Limited vor dem Hintergrund der europäischen Niederlassungsfreiheit und der Entwicklung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes. Ziel ist es, die gesellschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen, steuerlichen Aspekte sowie Haftungsrisiken beider Rechtsformen gegenüberzustellen und deren Eignung als Alternative zu beleuchten.
- Grundlagen des internationalen Gesellschaftsrechts (Gründungs- vs. Sitztheorie)
- Einfluss der EuGH-Rechtsprechung auf die deutsche Rechtsanwendung
- Strukturvergleich: Gründung, Kosten, Kapital und Organe
- Steuerliche Behandlung und Doppelbesteuerungsaspekte
- Vergleich der Haftungsrisiken für Gesellschafter und Geschäftsführer
Auszug aus dem Buch
3.1. Überblick charakteristische Merkmale der GmbH und Limited
In der unten abgebildeten Tabelle werden die charakteristischen Merkmale der deutschen GmbH und der britischen Limited gegenübergestellt. Einzelheiten und Ausführungen zu einzelnen Themen werden in den folgenden Textpassagen dargestellt.
Die GmbH ist eine juristische Person, bei der sich Gesellschafter, mittels Einlagen auf das Stammkapital, Anteile an der GmbH kaufen können, ohne das Risiko der persönlichen Haftung bei Verbindlichkeiten der GmbH zu tragen. Die Limited ist eine britische Kapitalgesellschaft, die durch die Rechtsprechung des EuGHs die Hauptkonkurrenz zur GmbH in Deutschland darstellt. Gesellschafter können nur unter bestimmten Voraussetzungen persönlich haftbar gemacht werden.
Jede Person könnte eine GmbH oder eine Limited gründen. Für die Gründung müssen jedoch (siehe Tabelle 1) unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt werden. Die deutsche GmbH kann nur in Deutschland, mit notarieller Beurkundung des Gesellschaftervertrag und der Eintragung in das Handelsregister geründet werden. Es fallen 25.000€ Stammkapital an sowie weitere Kosten für die Beurkundung und Eintragung. Die Hälfte des Stammkapitals 12.500€ muss vor der Eintragung in das Handelsregister von den Gesellschaftern eingezahlt werden. Der gesamte Prozess kann bis zu drei Monaten dauern und die GmbH entsteht als juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Wahl der Gesellschaftsform ein und erläutert die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit im Kontext der europäischen Niederlassungsfreiheit.
2. Internationales Gesellschaftsrecht: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Gründungs- und Sitztheorie dargelegt und die wegweisende Rechtsprechung des EuGH anhand der Fälle Daily Mail, Centros, Überseering und Inspire Art aufgearbeitet.
3. Vergleich zwischen der deutschen GmbH und der britischen Limited: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem die beiden Gesellschaftsformen hinsichtlich ihrer Merkmale, Kosten, Besteuerung und Haftungsregeln detailliert gegenübergestellt werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse des Vergleichs zusammen und weist auf die Bedeutung einer sorgfältigen Abwägung bei der Wahl der Gesellschaftsform sowie zukünftige Entwicklungen hin.
Schlüsselwörter
Gesellschaftsform, GmbH, Limited, Internationales Gesellschaftsrecht, Gründungstheorie, Sitztheorie, EuGH, Niederlassungsfreiheit, Stammkapital, Haftung, Geschäftsführer, Besteuerung, Rechtsfähigkeit, Unternehmenssitz, Rechtsvergleich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den rechtlichen Vergleich zwischen der deutschen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und der britischen Limited, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer Anerkennung in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen des internationalen Gesellschaftsrechts, der Entwicklung der Rechtsprechung durch den EuGH sowie einem direkten Vergleich von Kosten, Haftung und Besteuerung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie es zur Anerkennung der englischen Limited in Deutschland kam und welche Unterschiede bei der Gründung und dem laufenden Betrieb im Vergleich zur GmbH bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Rechtsvergleichung, die auf einer Literaturanalyse und der Auswertung relevanter höchstrichterlicher Rechtsprechung des EuGH basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des internationalen Gesellschaftsrechts und einen detaillierten tabellarischen sowie inhaltlichen Vergleich der zwei Gesellschaftsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Niederlassungsfreiheit, Gründungstheorie, Sitztheorie, Haftungsrisiko und Rechtsvergleich charakterisiert.
Warum spielt das EuGH-Urteil "Inspire Art" eine so wichtige Rolle?
Das Urteil gilt als Meilenstein für die europäische Zuzugsfreiheit, da es Deutschland zwang, die Sitztheorie aufzugeben und ausländische Gesellschaftsformen wie die Limited anzuerkennen.
Welche Haftungsunterschiede ergeben sich für Geschäftsführer?
Während bei der GmbH das deutsche Recht dominiert, unterliegt die Limited britischem Recht; die Arbeit arbeitet heraus, dass der Geschäftsführer einer GmbH einem tendenziell höheren Haftungsrisiko ausgesetzt ist.
- Arbeit zitieren
- Frederik Hann (Autor:in), 2019, Die englische Limited als Alternative zur deutschen GmbH, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462123