Kraft kann als eine Bedingung für nahezu alle körperlichen Tätigkeiten des Menschen betrachtet werden. Auch Ausdauer- und Schnelligkeitsleistungen sind kraftabhängig. Somit kann die motorische Fähigkeit Kraft als wichtiges Fundament des menschlichen Lebens angesehen werden (Steinmann 1988, 20).
Deutlich wird dies insbesondere dann, wenn man sich vor Augen führt, dass bereits im Kinder und Jugendalter die körperliche Unterforderung dominiert (Israel/Buhl 1983, 853).
Entsprechend finden sich bereits in dieser Gruppe Anzeichen der Folgen des zivilisationsbedingten Bewegungsmangels. Übergewicht, Haltungsschäden, Muskelatrophien und Herz – Kreislauf Erkrankungen sind allesamt auf Bewegungsmangel zurückzuführen. Verbunden mit der üblichen hoch kalorischen und nährstoffarmen Ernährung werden sie zu einer echten Gefahrenquelle.
In der Praxis lässt sich beobachten, dass viele Kinder aufgrund mangelnder Kraftfähigkeiten starke Haltungsdefizite aufweisen und teilweise einfache Übungen im Sportunterricht nicht mehr durchführen können
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Zur Bedeutung des Krafttrainings als Trainingsziel im Schulsport
2.1 Bedeutung des Krafttrainings im Schulsport für die Leistungsfähigkeit
2.2 Bedeutung eines Krafttrainings zur Prävention von bewegungs- mangelinduzierten Erkrankungen
3 Charakteristiken in der motorischen Entwicklung
3.1 Das frühe Schulkindalter
3.2 Das späte Schulkindalter
3.3 Erste puberale Phase – Pubeszenz
3.4 Die zweite puberale Phase – Adoleszenz
4 Durchführung eines Krafttrainings bei Kindern
4.1 Krafttraining im frühen Schulkindalter
4.2 Krafttraining im späten Schulkindalter
4.3 Krafttraining in der Pubeszenz
4.4 Krafttraining in der Adoleszenz
5 Zur praktischen Durchführung eines Krafttrainings bei Kindern und in der Schule
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Sicherheit von Krafttraining für Kinder und Jugendliche im schulischen und sportvereinigen Kontext, um den negativen Folgen zivilisationsbedingten Bewegungsmangels entgegenzuwirken und eine gesunde körperliche Entwicklung zu fördern.
- Bedeutung der Kraft für die motorische Leistungsfähigkeit
- Prävention von haltungsbedingten Defiziten und Erkrankungen
- Charakterisierung der motorischen Entwicklungsphasen
- Sicherheitsaspekte und physiologische Grundlagen
- Praktische Implementierung im Schul- und Vereinssport
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Kraft kann als eine Bedingung für nahezu alle körperlichen Tätigkeiten des Menschen betrachtet werden. Auch Ausdauer- und Schnelligkeitsleistungen sind kraftabhängig. Somit kann die motorische Fähigkeit Kraft als wichtiges Fundament des menschlichen Lebens angesehen werden (Steinmann 1988, 20).
Deutlich wird dies insbesondere dann, wenn man sich vor Augen führt, dass bereits im Kinder und Jugendalter die körperliche Unterforderung dominiert (Israel/Buhl 1983, 853). Entsprechend finden sich bereits in dieser Gruppe Anzeichen der Folgen des zivilisationsbedingten Bewegungsmangels. Übergewicht, Haltungsschäden, Muskelatrophien und Herz – Kreislauf Erkrankungen sind allesamt auf Bewegungsmangel zurückzuführen. Verbunden mit der üblichen hoch kalorischen und nährstoffarmen Ernährung werden sie zu einer echten Gefahrenquelle.
In der Praxis lässt sich beobachten, dass viele Kinder aufgrund mangelnder Kraftfähigkeiten starke Haltungsdefizite aufweisen und teilweise einfache Übungen im Sportunterricht nicht mehr durchführen können. Das dies direkt mit dem verringerten Kraftniveau der Schüler zusammenhängt konnte in einer Untersuchung an Schulen festgestellt werden. Hierbei sollte in drei Schulklassen im Sportunterricht der Felgaufschwung durchgeführt werden. 29 Schüler, dass entspricht 43% der Grundgesamtheit waren in der Lage diese Übung durchzuführen. Gleichzeitig wurde das Kraftniveau der Bauchmuskulatur sowie der Armbeugemuskulatur getestet. Hierbei konnte mit einer Korrelation von 0.81 festgestellt werden, dass die Fähigkeit einen Felgaufschwung durchzuführen mit hohem statistischem Zusammenhang von der Kraft der Armbeuger sowie der Bauchmuskulatur abhängt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die fundamentale Rolle der Kraft für die menschliche Entwicklung und identifiziert den zivilisationsbedingten Bewegungsmangel bei Kindern als Ausgangsproblem.
2 Zur Bedeutung des Krafttrainings als Trainingsziel im Schulsport: Dieses Kapitel erläutert, wie Krafttraining zur allgemeinen Leistungsfähigkeit beiträgt und als präventive Maßnahme gegen haltungsbedingte Gesundheitsschäden fungieren kann.
3 Charakteristiken in der motorischen Entwicklung: Der Abschnitt klassifiziert die verschiedenen Entwicklungsstufen vom Schulkindalter bis zur Adoleszenz und weist auf die Bedeutung des biologischen gegenüber dem kalendarischen Alter hin.
4 Durchführung eines Krafttrainings bei Kindern: Hier werden wissenschaftliche Bedenken bezüglich der Verletzungsgefahr entkräftet und altersgerechte Anforderungen an das Training in den verschiedenen Lebensphasen diskutiert.
5 Zur praktischen Durchführung eines Krafttrainings bei Kindern und in der Schule: Dieses Kapitel bietet konkrete Hinweise zur Implementierung des Trainings, einschließlich der Wichtigkeit von qualifiziertem Personal und der Vermeidung von Pressatmung.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Krafttraining unter qualifizierter Anleitung keine Kontraindikation für Kinder darstellt und wesentliche gesundheitliche Vorteile bietet.
Schlüsselwörter
Krafttraining, Schulsport, motorische Entwicklung, Bewegungsmangel, Haltungsschäden, Kindertraining, Jugendtraining, Leistungsfähigkeit, Prävention, Trainierbarkeit, Felgaufschwung, Trainingslehre, körperliche Fitness, Wachstumsfugen, Sportverein
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die physiologische und sportpädagogische Relevanz von Krafttraining für Kinder und Jugendliche, um sowohl sportliche Leistungen zu verbessern als auch gesundheitlichen Defiziten durch Bewegungsmangel entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Bedeutung des Krafttrainings für die Leistungsfähigkeit, die Prävention haltungsbedingter Erkrankungen, die motorische Entwicklung in verschiedenen Altersphasen und die praktischen Aspekte der Durchführung im Schulunterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Vorurteile gegenüber Krafttraining im Kindes- und Jugendalter zu hinterfragen und aufzuzeigen, wie ein systematisch durchgeführtes Training die gesundheitliche Entwicklung nachhaltig fördern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Seminararbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sportwissenschaftlicher Studien und Empfehlungen beruht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt die theoretischen Grundlagen der motorischen Entwicklung, die Begründung für Krafttraining im Schulsport sowie spezifische Richtlinien für die Trainingsgestaltung in verschiedenen Altersstufen ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Krafttraining, Schulsport, motorische Entwicklung, Haltungsschäden, Prävention, Trainierbarkeit und sportwissenschaftliche Trainingslehre.
Warum wird der Felgaufschwung als Beispiel herangezogen?
Der Felgaufschwung dient als praktisches Beispiel, um die Korrelation zwischen mangelnder Rumpf- und Armkraft und dem Scheitern an sportlichen Fertigkeiten zu verdeutlichen.
Ist Krafttraining für Kinder laut der Arbeit gefährlich?
Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Verletzungsrisiko bei fachgerechter Anleitung nicht höher ist als bei anderen Sportarten und die positiven gesundheitlichen Effekte überwiegen.
Worauf muss bei der praktischen Umsetzung besonders geachtet werden?
Besonders wichtig sind eine korrekte Bewegungsausführung, das Vorhandensein von qualifiziertem Personal sowie die Vermeidung von Pressatmung und zu hoher exzentrischer Belastung.
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- Dennis Sandig (Author), 2003, Krafttraining für Kinder und Jugendliche in Schule und Verein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46219