Das Konzept einer Green Economy als ein Lösungsweg aus der Krise?


Hausarbeit, 2013
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition „Green Economy“

3. UNCSD in Rio 2012
3.1 Historischer Werdegang
3.2 Im Vorfeld von Rio+20
3.3 Ergebnisse der Rio+20 Konferenz
3.4 Kritik an den Ergebnissen

4. Green Economy am Beispiel Südkoreas
4.1 Kritikpunkte an Südkoreas Strategie

5. Fazit

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Erde zählt inzwischen sieben Milliarden Menschen. All diese Menschen haben ein Anrecht darauf ein würdiges Leben zu führen. Ein Leben mit einem Dach über den Kopf, mit Zugang zu sauberem Wasser und Zugang zu Grundnahrungsmitteln. Kein einfaches Unterfangen für manche Staaten und Länder, denn wir leben längst in einer Zeit in der die Art und Weise zu Wirtschaften und zu Wachsen, mehr denn je, sich auf die Zukunft künftiger Generationen auswirkt. Zum einen sei an dieser Stelle die jüngste Weltwirtschaftskrise 2008 genannt. Viele Länder, darunter Industrienationen wie Deutschland, Frankreich und den USA, verzeichneten gravierende wirtschaftliche Wachstumsrückgänge. Banken wurden geschlossen oder vom Staat übernommen. Viele Menschen haben ihre Arbeitsstelle oder ihr Haus verloren. Des Weiteren, vielleicht sogar ein größeres Problem, sind die verschwenderischen Gesellschaften, die weit über Ihren Verhältnissen leben. Wenn die Bevölkerung wächst, bedarf es auch an mehr Wasser und mehr Nahrung und der Energie- und Rohstoffverbrauch nimmt zu. Ressourcenknappheit ist vorprogrammiert. Die daraus resultierenden Folgen für das Weltklima, hat jedermann mitzutragen. Die internationale Staatengemeinschaft sollte deswegen Bestrebungen in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise einleiten. Hier kommt der Begriff „Green Economy“ zum Tragen. Darum soll es in dieser vorliegenden Arbeit gehen. Es soll festgestellt werden, ob die Green Economy einen Ausweg aus der Krise bietet. Zu diesem Zweck beschäftigt sich diese Untersuchung zunächst mit der Definition die von den Vereinten Nation geprägt ist, um zu klären was unter dem Begriff allgemein verstanden wird. Außerdem ist es relevant zu überprüfen, inwieweit sich die Staatengemeinschaften in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaft bewegen. Hierfür werden die bisherigen Konferenzen diesbezüglich kurz zusammengefasst und die Ergebnisse der aktuellsten, der sogenannten „Rio-Konferenz“, zusammen getragen. Dabei sollen nur die Punkte der Agenda herausgearbeitet werden, die unmittelbar zur Beantwortung der Forschungsfrage dienlich sind. Es gibt auch Länder, die bereits eine Transformation in Gang gesetzt haben. Südkorea gehört zu diesen Ländern und soll im Anschluss als Beispiel dargestellt werden. Neben den Bestrebungen hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft, gibt es auch Meinungen, welche die bisherigen Entwicklungen zur Green Economy bzw. zu den Konferenzen kritisieren. Diese sollen ebenfalls kurz aufgegriffen werden um die Thematik möglichst aus verschiedenen Perspektiven beleuchten zu können. Daraufhin soll ein abschließendes Fazit die Ergebnisse der Arbeit zusammenfassen und darauf aufbauend letztlich die Forschungsfrage beantworten.

2. Definition „Green Economy“

Um erforschen zu können, inwieweit eine grüne Wirtschaftsweise der globalen Finanzkrise entgegen wirken kann, ist es erforderlich zunächst das Konzept rund um diesen Begriff zu untersuchen. Zu diesem Zweck soll nachfolgend der „Green Economy-Ansatz“ definiert und kurz dargestellt werden.

Green Economy beinhaltet die Idee einer umweltverträglichen und nachhaltigen Wirtschaft. Sprich: Eine Wirtschaftsform die kohlenstoffarme und ressourceneffiziente Produktion von Gütern anvisiert. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) definiert diese Initiative wie folgt: „Eine Wirtschaftsweise, die zu erhöhtem menschlichem Wohlbefinden und mehr sozialer Gerechtigkeit führt, während sie gleichzeitig Umweltrisiken und ökologische Knappheit deutlich verringert.“ (UNEP, 2011: 16).

Des Weiteren sind im „Green Economy Report“ Hinweise für mögliche Verfahrensweisen und Finanzierungsvorschläge enthalten, die bei der Implementierung der Green Economy nützlich erscheinen. Es ist z.B. die Rede von einer notwendigen Investition in Höhe von zwei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung, also etwa 1,3 Billionen USD, um die definierte Zielsetzung zu erreichen. Dieser Betrag müsse in zehn Schlüsselsektoren fließen, damit eine Umwandlung der gegenwärtigen Wirtschaft in eine „grüne“ Wirtschaftsform, wie oben beschrieben, erfolgen könne. Diese Sektoren sind die folgenden: Energie, Landwirtschaft, Verkehr, Tourismus, Wasser, Industrie, Wälder, Fischerei, Abfallmanagement und Gebäude. Diese Vorgehensweise verspricht ein höheres Wirtschaftswachstum im Vergleich zum üblichen Wirtschaftsmodell. Hinzu kommt, dass dieser Ansatz nicht nur die fortschreitende Umweltzerstörung reduzieren möchte, sondern auch die Armut (ebd. 24). Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werden wir diese Thematik an einem praktischen Beispiel, nämlich Südkorea, vertiefen. Südkorea hat die Idee einer grünen Wirtschaft früh aufgegriffen und ist ambitioniert diese Art des Wirtschaftens umzusetzen.

Neben den Vereinten Nationen ist auch die „Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“, kurz OECD, an der Idee eines „grünen Wachstums“ interessiert. Die OECD verabschiedete bereits im Juni 2009 eine „Deklaration über Grünes Wachstum“. Darin betont sie, dass die Finanzkrise nicht als Grund herhalten dürfe, weniger in den Umweltschutz zu investieren. Man solle viel mehr die Chance ergreifen, einen ökologisch und sozial nachhaltigen Wachstumspfad einzuschlagen und eine ökologische Modernisierung der Volkswirtschaften vorzunehmen (vgl. Dröge, Simon 2012: 24). Hierzu wurde zwei Jahre später eine ausführliche „Grüne Wachstumsstrategie“ (Green Growth Strategy) verabschiedet. Dabei orientiert sich dieser Ansatz mehr am jeweiligen volkswirtschaftlichen Entwicklungsstand der Mitglieder. Laut der OECD (2011) sind insbesondere Eingriffe in verschiedene Politikbereiche erforderlich, um „grünes Wachstum“ zu erzielen. Hierzu gehören steuerliche Maßnahmen, Anreizsysteme und ordnungspolitische Maßnahmen.

Dies unterstreicht, dass viele Staaten die Notwendigkeit einer nachhaltigen Wirtschaftsform erkannt haben. Sie sollten gemeinsam an dieser Idee festhalten und die Umsetzung anstreben, damit tiefgreifende Veränderungen ermöglicht werden können. Doch wie soll nun dieser Übergang zu einer „grünen“ Wirtschaft erfolgen und wer soll die Staatengemeinschaft dafür mobilisieren? Dieser Frage soll im nächsten Abschnitt nachgegangen werden, in welcher wir uns mit der „Konferenz der Vereinten Nationen über Nachhaltige Entwicklung“ (United Nations Conference for Sustainable Development, UNCSD) beschäftigen werden.

3. United Nations Conference on Sustainable Development (UNCSD) in Rio 2012

3.1 Historischer Werdegang

Bevor an dieser Stelle die jüngste Konferenz aus dem Jahre 2012 behandelt wird, macht es Sinn einen kleinen Rückblick in die Vorgeschichte zu unternehmen und somit eine Übersicht des bisherigen Werdeganges zu erhalten. Dadurch soll dem Eindruck entgegen gewirkt werden, dass es sich bei dem „Green Economy“ Ansatz um ein sehr junges Projekt handelt, welches nur im Zuge der jüngsten Finanzkrise entstanden ist. Zu diesem Zwecke werden die einzelnen Stationen nachfolgend angeschnitten.

1972 ist Stockholm der Schauplatz gewesen, an dem die Konferenz der „Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen“ (UNCHE) abgehalten wurde. Auf eben jener Konferenz wurde das „Umweltprogramm der Vereinten Nationen“ (UNEP) gegründet, welche seitdem den Dialog und die Diskussion rund um die Idee einer „Green Economy“ auf internationaler Ebene fördert.

Als nächstes folgt im Jahre 1992 die „Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung“ (UNCED) in Rio de Janeiro. Die Staatengemeinschaft hat hier unter anderem die sogenannte „Agenda 21“ verabschiedet. Ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm mit Handlungsempfehlungen für die zukünftige Gestaltung der Umweltpolitik. Außerdem sind 27 Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung unter dem Begriff „Rio-Deklaration“ verabschiedet und die „Kommission für Nachhaltige Entwicklung“ (CSD) eingerichtet worden, welches fortan für die Umsetzung der Rio-Abkommen zuständig sein soll. Der „Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung“ (WSSD) hat daraufhin zehn Jahre später (2002) in Johannesburg stattgefunden. Zielsetzung ist es hier, die Umsetzung, der in Rio verabschiedeten Beschlüsse, zu diskutieren (vgl. Beisheim, Dröge 2012: 10f). Schließlich widmen wir uns als nächstes dem aktuellen Rio-Gipfel. Die Vorbereitungen im Vorfeld der Konferenz und die Ergebnisse nach der Konferenz sollen im nächsten Abschnitt aufgegriffen werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Konzept einer Green Economy als ein Lösungsweg aus der Krise?
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V462221
ISBN (eBook)
9783668918269
ISBN (Buch)
9783668918276
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Green, Economy, ökologie, nachhaltig, krise, umwelt, globalisierung
Arbeit zitieren
Yusuf Sari (Autor), 2013, Das Konzept einer Green Economy als ein Lösungsweg aus der Krise?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462221

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