Diese Ausarbeitung untersucht Pierre Bourdieus Begriff von Relation.
In dieser Ausarbeitung möchte ich zunächst den Begriff der Relation definieren. Anhand von Zitaten und den eruierten Erkenntnissen des Seminars möchte ich darstellen, wie Pierre Bourdieu das Wort Relation nutzt und was er damit in der Praxis und Alltagswelt in Verbindung bringt. Zum Schluss möchte ich im Fazit der Überlegung nachgehen, was es für die Soziale Arbeit bedeutet, sich des Begriffs und der Bedeutung von Relation bewusst zu sein und wie dies in der praktischen Arbeit mit Klienten, vor allem in der Sozialberatung, nutzbar gemacht werden kann.
Die Soziologie beschäftigt sich mit Fragen der Gesellschaftstheorien. Das Kernproblem dieser Disziplin ist die Gegenüberstellung von Individuum und Gesellschaft. Hierbei kommt die Frage auf, wie eine Gesellschaft entstehen kann, wenn jedes Individuum nur für sich selbst existiert. Pierre Bourdieus gesamte empirische Arbeiten zeigen, dass die Dichotomie zwischen diesen beiden Begriffen in den Forschungsfragen der Soziologie überwunden werden beziehungsweise zwischen ihnen vermittelt werden solle.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Soziale Welt als Raum
4. Relation im sozialen Raum
5. Bourdieus Instrumentarium
5.1 Soziale Position
5.2 Psychische Disposition (Habitus)
5.3 Handlungsmotive
6. Substanzdenken
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der Relation bei Pierre Bourdieu und dessen Bedeutung für die soziologische Theoriebildung sowie die praktische Soziale Arbeit. Ziel ist es, durch die Abgrenzung zum Substanzdenken aufzuzeigen, wie relationale Analysen zum Verständnis sozialer Strukturen und menschlicher Handlungsweisen beitragen können.
- Grundlagen relationalen Denkens nach Pierre Bourdieu
- Die Konzeption der sozialen Welt als Raum
- Analytische Instrumente: Soziale Position, Habitus und Handlungsmotive
- Kritik am Substanzdenken und Plädoyer für den konstruktiven Strukturalismus
- Implikationen für die praktische Beratung in der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
Substanzdenken
Mit der Betonung der relationalen Analyse spricht sich Bourdieu gegen eine ausschließlich substanzielle Fassung des sozialen Raums aus. Zur Überwindung dieser Denkmuster (Substanzdenken) möchte Bourdieu eine Theorie der Praxis einführen, die weder phänomenologisch, noch strukturalistisch verfährt. Gleichzeitig sollen aber weder die Erkenntnisse einer Akteur -Perspektive, noch die Effekte sozialer Strukturen auf eben diese Akteure geleugnet werden. Dies möchte Bourdieu mittels eines relationalen Denkens erreichen, welches ein gleichzeitiges Denken von Subjektivismus und Objektivismus ermöglichen soll (Bourdieu 1992: 136 ff). Ausdruck findet dieses relationale Denken in der Selbstbezeichnung seiner Theorie als ,,konstruktiven Strukturalismus‘‘ (Bourdieu 1992: 135).
Das heißt das substanzielle Denkmuster beschränkt sich darauf, die Unterschiede quantitativ zu vermessen und miteinander zu vergleichen: große gegen kleine Grundstücke, gute gegen schlechte Ausstattung etc.. Bourdieu kritisiert an dieser Denkweise, dass sich nicht mit der Frage „Warum“ auseinandergesetzt wird. Es wird davon ausgegangen, dass Unterschiede und soziale Differenzen etwas „naturgegebenes“ sind. Die sozialen Prozesse die damit in Verbindung stehen – wie gelingt es Unterschiede zu verfestigen und durchzusetzen, wie werden Unterschiede bewertet und warum werden manche zur Begründung von sozialen Differenzen genutzt und manche nicht- kann diese Denkweise nicht aufgreifen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das soziologische Kernproblem der Dichotomie zwischen Individuum und Gesellschaft und Vorstellung des relationalen Ansatzes.
Definition: Erläuterung der Bedeutung von Relation als Verhältnis von mindestens zwei Elementen in einem Bezugssystem.
Soziale Welt als Raum: Darstellung der Nutzung des Raumbegriffs, um physische und soziale Welt gemeinsam zu betrachten.
Relation im sozialen Raum: Analyse der Entstehung von Raum durch die gegenseitige Positionierung von Elementen und deren relationalen Charakter.
Bourdieus Instrumentarium: Vorstellung der zentralen Begriffe Soziale Position, Psychische Disposition (Habitus) und Handlungsmotive für eine adäquate Relationsanalyse.
Substanzdenken: Abgrenzung der relationalen Analyse von einer rein substanziellen Betrachtungsweise und Erläuterung des konstruktiven Strukturalismus.
Fazit: Reflexion über die Relevanz relationaler Konzepte für die praktische Beratung im Bereich der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Pierre Bourdieu, Relation, Relationales Denken, Sozialer Raum, Substanzdenken, Konstruktiver Strukturalismus, Habitus, Soziale Position, Soziale Arbeit, Sozialberatung, Gesellschaftstheorie, Physischer Raum, Soziale Differenz, Identität, Soziale Konstruktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Theorie von Pierre Bourdieu, insbesondere mit seinem relationalen Denken und der Art und Weise, wie soziale Strukturen und Identitäten durch gegenseitige Beziehungen geprägt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Definition von Relation, das Verständnis der sozialen Welt als Raum, die Rolle des Habitus sowie die Kritik am sogenannten Substanzdenken in der Soziologie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, das relationale Instrumentarium Bourdieus verständlich zu machen und aufzuzeigen, wie dieses Wissen in der praktischen Arbeit mit Klienten, beispielsweise in der Sozialberatung, angewendet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie die Diskussion der Konzepte Bourdieus unter Einbeziehung von Praxisbeispielen, um ein tieferes Verständnis relationaler Zusammenhänge zu ermöglichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Definition von Relation, die Konzeptualisierung des sozialen Raums, das Instrumentarium (Habitus, soziale Position) sowie die explizite Kritik am substanziellen Denken gegenüber der relationalen Analyse diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Relationales Denken, Sozialer Raum, Konstruktiver Strukturalismus, Habitus und Soziale Arbeit charakterisiert.
Wie unterscheidet sich das relationale Denken vom Substanzdenken nach Bourdieu?
Während das Substanzdenken Unterschiede lediglich quantitativ vermisst und als naturgegeben betrachtet, fragt das relationale Denken nach den Prozessen der wechselseitigen Bestimmung und dem Warum hinter sozialen Differenzen.
Warum ist das relationale Denken für die Sozialberatung von Bedeutung?
Es hilft Sozialarbeitern, Klienten nicht auf vorgefertigte Kategorien zu reduzieren, sondern ihre spezifische soziale Position und deren Umweltbedingungen in einem komplexen Geflecht von Relationen zu betrachten und besser zu verstehen.
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- Jacqueline Oloyede (Author), 2018, Pierre Bourdieu und seine Ansicht von Relation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462248