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Das Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland: "Arbeitslosenstatistik" und "Erwerbslosenstatistk" ein Vergleich

Title: Das Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland: "Arbeitslosenstatistik" und "Erwerbslosenstatistk" ein Vergleich

Seminar Paper , 2005 , 30 Pages , Grade: 2

Autor:in: Michael Pflugfelder (Author)

Business economics - Economic Policy
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Das Ausmaß und damit die Problematik der Arbeitslosigkeit in Deutschland ist größer als es die offiziellen Statistiken ausweisen – und wir bislang wahr haben wollten. 380.000 erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger1 sind mit Harz IV neu in der Statistik aufgetaucht.2 Arbeitslos sind sie schon lange, wurden aber bisher einfach nicht mitgezählt. Nicht mitgezählt werden auch heute noch die Arbeitslosen, die von der Arbeitsverwaltung in einem Weiterbildungskurs, einem Ein-Euro-Job oder einer anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahme untergebracht werden. Im März diesen Jahres waren dies 1,3 Millionen. Zusammen mit den 5,2 Millionen registrierten Arbeitslosen waren zu diesem Zeitpunkt 6,5 Millionen Menschen ohne reguläre Arbeit. Diejenigen, die sich schon lange resigniert vom Arbeitsmarkt zurückgezogen haben und sich nicht mehr bei den Arbeitsagenturen melden, gar nicht erst mitgerechnet.
Deutschlands oberster Verwalter der Arbeitslosenzahlen, Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), räumt öffentlich ein, dass 6,5 Millionen die ehrlichere Zahl ist. Weise ist eben kein Politiker, sondern Manager einer 90000-Mann-Behörde in Nürnberg und im verkünden unbequemer Wahrheiten hat er eine gewisse Übung. Er plädiert für mehr Ehrlichkeit in der Statistik, was wohl angesichts der momentanen Situation zur rechten Zeit kommt.3
Im Rahmen dieser Arbeit soll zunächst ein kurzer Überblick über die Bestandsgrößen des Arbeitsmarkts verschafft werden, welche notwendig sind um Arbeitslosenstatistiken inhaltlich richtig interpretieren zu können. Darauf folgend wird das Konzept der BA – die Arbeitslosenstatistik – sowie die Erwerbslosenstatistik auf Basis des International Labour Organization (ILO)-Konzepts erläutert und wesentliche Unterschiede herausgestellt. Anschließend wird das oben angesprochene Problem der verdeckten Arbeitslosigkeit eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblick über die Bestandsgrößen des Arbeitsmarkts

2.1. Erwerbspersonenpotenzial

2.1.1 Erwerbspersonenangebot

2.1.1.1. Abhängig Beschäftigte, Selbständige und mithelfende Familienangehörige

2.1.1.2. Arbeitslose

2.1.2. Stille Reserve

2.1.2.1. Stille Reserve im engeren Sinne

2.1.2.2. Stille Reserve in Maßnahmen

2.2. Arbeitskräftenachfrage

3. Zwei unterschiedliche Konzepte zum Messen von Arbeitslosigkeit

3.1. Die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit

3.2. Die Erwerbslosenstatistik auf Basis des ILO-Konzeptes

3.3. Wesentliche Unterschiede der beiden Konzepte

3.3.1. Arbeitslosigkeit versus Erwerbslosigkeit

3.3.2. Registrationsmethode versus Stichprobenbefragung

3.3.3. Aktive Arbeitssuche und Verfügbarkeit

3.3.4. Das Ein-Stunden Kriterium

3.4. Kritischer Vergleich beider Konzepte

4. Das Problem der verdeckten Arbeitslosigkeit

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das tatsächliche Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland, indem sie das nationale Konzept der Bundesagentur für Arbeit (registrierte Arbeitslosigkeit) kritisch dem internationalen Labour-Force-Konzept (Erwerbslosigkeit) gegenüberstellt und die Problematik der verdeckten Arbeitslosigkeit analysiert.

  • Grundlagen der Bestandsgrößen am Arbeitsmarkt
  • Gegenüberstellung von Arbeitslosen- und Erwerbslosenstatistik
  • Analyse der methodischen Unterschiede und Datenerhebung
  • Untersuchung der verdeckten Arbeitslosigkeit
  • Kritische Bewertung beider Messkonzepte zur Bestimmung der Unterbeschäftigung

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit

Die Arbeitslosenstatistik der BA findet seit 1950 im Rahmen der Statistik der Arbeitsvermittlung und -beratung ihre Anwendung. Die monatlich ausgewiesenen Zahlen basieren auf einer Auszählung von Verwaltungsunterlagen der Arbeitsagenturen. Man spricht hier von „prozessproduzierten Daten“ bzw. Registerdaten (registrierte Arbeitslosigkeit). Unter registrierter Arbeitslosigkeit wird die Zahl der Arbeitslosen verstanden, die bei der BA als arbeitslos registriert sind.

Dem entgegen werden laut § 16 Abs. 2 SGB III unter nicht registrierten Arbeitslosen diejenigen Personen verstanden, die derzeitig nicht in der Lage sind, eine Beschäftigung auszuüben. § 125 Abs. 1 SGB III definiert weitere Formen nicht registrierter Arbeitslosigkeit.

Im Zuge der Harz IV Reform und somit der Einführung des SGB II ist anzumerken, dass die Arbeitslosenstatistik durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe um einen nicht unerheblichen Personenkreis erweitert wird. Verantwortlich für die inhaltliche Qualität der neuen Statistik ist weiterhin die BA. Die dazu notwendigen Daten werden jetzt aber nicht mehr allein von der BA, sondern zusätzlich von den kommunalen Trägern geliefert. Somit ist zwar die Datengrundlage für die Erhebung einer neuen Arbeitslosenstatistik geschaffen, jedoch gibt es grundlegende Probleme was beispielsweise die Finanzierung von Harz IV betrifft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen offiziellen Arbeitslosenzahlen und der tatsächlichen Unterbeschäftigung in Deutschland, insbesondere unter Berücksichtigung der Harz IV-Reform.

2. Überblick über die Bestandsgrößen des Arbeitsmarkts: Dieses Kapitel definiert die zentralen Größen des Arbeitsmarktes wie das Erwerbspersonenpotenzial, das Erwerbspersonenangebot, die Stille Reserve und die Arbeitskräftenachfrage.

3. Zwei unterschiedliche Konzepte zum Messen von Arbeitslosigkeit: Hier werden die Arbeitslosenstatistik der BA und die Erwerbslosenstatistik nach ILO-Konzept detailliert erläutert und ihre methodischen Unterschiede, wie Erhebungsmethoden und Kriterien, gegenübergestellt.

4. Das Problem der verdeckten Arbeitslosigkeit: Das Kapitel analysiert die verdeckte Arbeitslosigkeit und deren Rolle bei der Ermittlung eines realitätsnahen Bildes der Unterbeschäftigung in Deutschland.

5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung bewertet die Diskussion um die Validität der Statistiken und betont die Daseinsberechtigung beider Konzepte trotz ihrer jeweiligen Schwächen.

Schlüsselwörter

Arbeitslosigkeit, Erwerbslosigkeit, Bundesagentur für Arbeit, ILO-Konzept, Stille Reserve, verdeckte Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung, Arbeitsmarktstatistik, Harz IV, Erwerbspersonenpotenzial, Arbeitskräftenachfrage, Vakanzrate, Registerdaten, Stichprobenbefragung, Arbeitsmarktpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich der Konzepte zur Messung von Arbeitslosigkeit in Deutschland, insbesondere dem nationalen Konzept der Bundesagentur für Arbeit und dem internationalen Konzept der Erwerbslosigkeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind das Erwerbspersonenpotenzial, die Abgrenzung der Arbeitslosenstatistik zur Erwerbslosenstatistik sowie die Problematik der verdeckten Arbeitslosigkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, ein Verständnis für die verschiedenen Messkonzepte zu schaffen, um die Arbeitslosenzahlen korrekt interpretieren zu können und das Ausmaß der tatsächlichen Unterbeschäftigung besser einordnen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine deskriptive und vergleichende Analyse der bestehenden statistischen Konzepte sowie eine Auswertung von Fachliteratur und offiziellen Statistiken des IAB und der Bundesagentur für Arbeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Bestandsgrößen, die detaillierte Darstellung und den methodischen Vergleich der beiden Arbeitsmarktkonzepte sowie eine Untersuchung der verdeckten Arbeitslosigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Arbeitslosigkeit, Erwerbslosigkeit, Stille Reserve, Unterbeschäftigung, ILO-Konzept und Bundesagentur für Arbeit.

Welchen Einfluss hatte die Harz IV-Reform auf die Arbeitslosenstatistik?

Die Harz IV-Reform führte zu einer Erweiterung des statistisch erfassten Personenkreises durch die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe, was die offiziellen Arbeitslosenzahlen ansteigen ließ.

Warum wird die ILO-Erwerbslosenstatistik in Deutschland ergänzend eingeführt?

Die Erwerbslosenstatistik nach dem ILO-Konzept ermöglicht internationale Vergleiche von Arbeitsmärkten, da sie unabhängig von nationalen Besonderheiten wie spezifischen Leistungsansprüchen definiert ist.

Worin besteht das „Ein-Stunden-Kriterium“?

Im ILO-Konzept gilt eine Person bereits als erwerbstätig, wenn sie in der Berichtswoche mindestens eine Stunde einer Arbeit gegen Entgelt oder selbstständig nachgegangen ist.

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Details

Title
Das Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland: "Arbeitslosenstatistik" und "Erwerbslosenstatistk" ein Vergleich
College
University of Hohenheim  (Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik)
Course
aktuelle Themen zur Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
Grade
2
Author
Michael Pflugfelder (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V46233
ISBN (eBook)
9783638434669
ISBN (Book)
9783640203628
Language
German
Tags
Ausmaß Arbeitslosigkeit Deutschland Arbeitslosenstatistik Erwerbslosenstatistk Vergleich Themen Arbeitsmarkt- Sozialpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Pflugfelder (Author), 2005, Das Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland: "Arbeitslosenstatistik" und "Erwerbslosenstatistk" ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46233
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