Businessplan erstellen und bewerten am Beispiel eines Start-Ups


Seminararbeit, 2019
14 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1.Einleitung

2.Inhalte und Struktur eines Businessplan
2.1.Executive Summary
2.2.Geschäftsidee
2.3.Vorstellung der Gründer
2.4.Markt und Wettbewerb
2.5.Marketing und Vertrieb
2.6.Unternehmensorganisation
2.7.Chancen und Risiken
2.8.Finanzplanung
2.9.Anhang

3.Analyse und Bewertung des Businessplanes der XYGmbH
3.1.Äußere Form, Inhaltsverzeichnis und Schreibweise
3.2.Executive Summary
3.3.Idee
3.4.Organisation
3.5.Produkte und Dienstleistungen
3.6.Zielmarkt und Wettbewerb
3.7.Marketing und Vertrieb
3.8.Chancen und Risiken
3.9.Finanzplanung

4.Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Jedes Jahr werden in Deutschland tausende neu gegründete Unternehmen angemeldet, doch die ersten fünf Jahre überleben von diesen Start-Up´s nur wenige. Will man als Gründer ein eigenes Unternehmen ins Leben rufen, reicht es deshalb nicht nur aus eine gute Geschäftsidee zu haben. Von Beginn an ist eine vorausschauende Planung zwingend notwendig, um sich langfristig am Markt zu behaupten. Unabdingbar ist in diesem Zusammenhang die Erstellung eines Businessplanes, der die schriftliche Zusammenfassung des unternehmerischen Vorhabens der Existenzgründung darstellt. Er gibt dem Gründer die Möglichkeit die wirtschaftliche Realisierbarkeit seiner Idee nochmals auf den Prüfstand zu stellen und die Erfolgsaussichten seines Vorhabens kritisch zu prüfen. Zugleich fungiert der Businessplan als erstes Controllinginstrument, da die in ihm enthaltenen Planrechnungen die spätere Grundlage der ersten Soll-Ist-Vergleiche in der Anfangsphase des Unternehmens bilden. Zudem wird bei der Beantragung von Fördergeldern für die Existenzgründung oder bei Gesprächen mit möglichen Kapitalgebern die Vorlage eines Businessplanes in der Regel vorausgesetzt. Nur so können die externen Stellen einen umfassenden Einblick in die Unternehmensgründung erhalten und darauf eine fundierte Entscheidung über Bewilligung oder Ablehnung der Bezuschussung bzw. Finanzierung des Vorhabens treffen.1

Auch die vier Frauen N., M., S. und T. haben aus diesen Gründen einen Businessplan erstellt. Die Jungunternehmerinnen planen die Eröffnung eines Ladengeschäftes in der Passauer Innenstadt sowie die Erstellung eines Onlineshops unter der Firmierung XY GmbH. Zweck des Unternehmens ist die Produktion und der Vertrieb von Fruchtgummis in besonderen Größen, Formen, Geschmacksrichtungen und außergewöhnlichen Verpackungen für die handgemachten Naschereien. Doch nun stellt sich die Frage, ob der angefertigte Businessplan der vier Gründerinnen auch den Anforderungen, die an ein solches Dokument gestellt werden, entspricht. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die vorliegende Seminararbeit zuerst mit der Darstellung der Inhalte, die üblicherweise in einem Businessplan von Bedeutung sind, um darauf aufbauend die Analyse und Bewertung des Businessplanes der XY GmbH vorzunehmen.

2. Inhalte und Struktur eines Businessplan

Es existieren bisher keine feste Normen und zwingende Vorgaben hinsichtlich der Struktur und des Inhalts eines Businessplanes. Jedoch hat sich im Wirtschaftsleben ein bestimmter Aufbau etabliert, der im Regelfall auch übernommen werden sollte, um eine standardisierte Analyse und die Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmensgründungen gewährleisten zu können.2 Es ist deshalb ratsam bei der Erstellung eines Businessplanes die im Folgenden dargestellten Inhalte zu berücksichtigen.

2.1. Executive Summary

Zu Beginn des Businessplanes findet man diese maximal zweiseitige Zusammenfassung mit den wesentlichen Informationen aus jedem weiteren Kapitel. Sie dient dazu, das Interesse des Lesers zu wecken und zum Weiterlesen zu animieren. Die Executive Summary sollte klar, neutral und einfach formuliert sein, um auch bisher unbedarften Lesern zu vermitteln, was der Kern des unternehmerischen Vorhabens ist.3

2.2. Geschäftsidee

In diesem Teil des Businessplanes werden dem Leser alle notwendigen Informationen über das angebotene Produkt bzw. den Service mitgeteilt, insbesondere wird beschrieben woraus der Kundennutzen resultiert und ob es ein dauerhaftes Alleinstellungsmerkmal dabei gegenüber Wettbewerbern gibt. Weiterhin wird darauf eingegangen ob das Produkt bzw. die Dienstleistung hat bereits am Markt angeboten werden kann oder ob es sich noch in der Entwicklung befindet.4

2.3. Vorstellung der Gründer

Eine entscheidende Information für die Adressaten des Businessplanes ist die Vorstellung des bzw. der Gründer. Um überzeugend erklären zu können, warum die Person bzw. Personen besonders gut geeignet sind das Unternehmen zum Erfolg zu führen, sollte vor allem die Fähigkeiten wie Einsatzbereitschaft, Entscheidungsfreude, Teamfähigkeit, soziale Intelligenz sowie wie die Motivation zur Gründung dargestellt werden. Zudem sollte auf die ebenso wichtigen vorhandenen Kompetenzen wie relevantes Fachwissen, Branchenerfahrung, kaufmännischen Wissen, Zugang zu Vertriebskanälen und Netzwerke der Gründer eingegangen werden. Eine plausible und glaubwürdige Darstellung, dass sich die Personen als Unternehmer eignen ist für etwaige Geldgeber von essentieller Bedeutung und Voraussetzung, um eine Finanzierung oder Bezuschussung des Vorhabens zu bewilligen.5

2.4. Markt und Wettbewerb

Bei diesem Inhaltspunkt geht es darum zu erläutern was, an wem und wie viel davon verkauft werden soll und diese Potenziale sollten anhand einer durchgeführten Markt- und Wettbewerbsanalyse aufgezeigt werden. Hilfreich ist dabei die Erstellung einer Marktsegmentierung, die Darstellung der Zielgruppen und deren Bedürfnisse sowie das daraus sich ergebende Marktpotenzial idealerweise mit Angaben wie prognostizierter Marktanteil, Gesamtumsatz und Marktwachstum. Zu beachten ist hierbei, dass die Quellen für die Marktdaten angegeben werden, um für den Leser die Plausibilität der Angaben prüfen zu können.6 Oft erfolgt an dieser Stelle die Darstellung einer SWOT-Analyse in der die Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Möglichkeiten (Opportunities) und Bedrohungen (Threats) im Rahmen der Zielmarktanalyse erörtert werden.7

2.5. Marketing und Vertrieb

Im Abschnitt Marketing und Vertrieb werden nun, nach der Ermittlung des Marktpotenzials im Inhaltspunkt Markt und Wettbewerb, die Aktivitäten beschrieben, um das das analysierte Potenzial zu heben. Dabei sollte ein Marketingkonzept präsentiert werden, das sich auf die zuvor durchgeführte Markt- und Wettbewerbsanalyse bezieht. Es sollte die Markteintrittsstrategie und der passenden Marketingmix erläutert werden. Dieser beinhaltet die Produkt-, Preis-, Kommunikations- und Distributionspolitik. Der Aufbau der Vertriebsstruktur und die Wahl der Distributionskanäle sollte begründet werden.8

2.6. Unternehmensorganisation

In diesem Teil des Businessplanes wird die Wahl der Rechtsform beschrieben und begründet sowie das Gründungsdatum dargestellt. Weiterhin wird angegeben, welche Struktur das Unternehmen aufweist, oftmals erfolgt dies anhand eines Organigramms. Zudem werden die Anzahl und die Zuordnung der Mitarbeiter beschrieben sowie weitere formale Angaben aufgezeigt. Dieser Abschnitt gibt dem Leser einen guten Einblick in die Organisationsstruktur des Unternehmens.

2.7. Chancen und Risiken

Alle unternehmerischen Initiativen sind mit Chancen und Risiken verbunden und diese sind sowohl unternehmensintern auch im Umfeld des jeweiligen Unternehmens zu konstatieren und in diesem Teil des Businessplanes zu erläutern. Nachdem dies erfolgt ist, wird oftmals in Form von einer Szenarien-Analyse der günstigste Fall (best case) der wahrscheinlichste Fall (most likely case) und der schlechste Fall (worst case) beschrieben. Als Basis-Szenario fungierte der wahrscheinlichste Fall und davon ausgehend wird in den beiden anderen Szenarien die Abweichungen der getroffenen Planungen dargestellt und deren Auswirkungen auf den Finanzbedarf, Cash-Flow sowie Rentabilität aufgezeigt.9

2.8. Finanzplanung

Von essentieller Bedeutung für Kapitalgeber ist der letzte Teil des Businessplanes, die Finanzplanung, in dem auch die Schlüsselkennzahlen und die Finanzierung des Unternehmens erörtert wird. Etabliert hat sich im Wirtschaftsleben an dieser Stelle die Einbindung einer integrierten Planung über einen Zeithorizont von drei bis fünf Jahren, der die Ertrags-, Liquiditäts- und Vermögenslage des Unternehmens wiedergibt. Zu beachten ist, dass die Finanzplanung nachvollziehbar, plausibel und vor allen Dingen fehlerfrei dargestellt ist. Um dies zu gewährleisten, ist insbesondere zu beachten, ob der Umsatz auf Basis eines Preis-/Mengengerüsts ermittelt wurde und die Plan-GuV zumindest im ersten Jahr auf monatlicher Basis erstellt wurde. Weiterhin ist zwischen fixen und variablen Kosten zu unterscheiden, aussagefähige Deckungsbeiträge sind zu definieren und zu prüfen ob die Gehälter richtig berechnet werden und der Fixkostenblock vollständig ist. Es sollte nachvollzogen werden können, ob die Anfangsverluste verkraftet werden können, die Forderungen aufgrund der Umsätze richtig berechnet werden, die Außenstandsdauer realistisch eingeschätzt wird und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen richtig berechnet werden. Weiterhin sollte erläutert werden, wie mit möglichen Finanzierungsengpässen umgegangen wird und die wesentlichen Kennzahlen wie Break-Even-Point bzw. -Umsatz, Eigenkapitalrentabilität, Umsatzrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität, Cashflow und Eigenkapitalquote ausgewiesen werden. Die für die Adressaten wesentlichen relevanten Kennzahlen, werden sich in der Regel auch in der Management Summary wiederspiegeln.10

2.9. Anhang

Der Umfang des Businessplanes ist natürlich abhängig von der Komplexität des Geschäftsmodells, jedoch sollte der nicht mehr als 30 bis 40 Seiten umfassen. Umfangreiche Analysen, Lebensläufe der Gründer oder Nachweise bestimmter Qualifikationen oder Patente sollten in den Anhang eingefügt werden.11

Neben den aufgeführten Inhaltspunkten, ist natürlich insgesamt bei der Erstellung darauf zu achten, dass eine ansprechende Darstellung und Form gewählt wird sowie der Fließtext eine adressatengerechte Ausdrucksweise und eine fehlerfreie Schreibweise enthält. Zudem ist es ratsam ein Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen und wo sinnvoll auch Quellen anzugeben.

3. Analyse und Bewertung des Businessplanes der XY GmbH

Damit die Analyse des Businessplanes der XY GmbH systematisch erfolgen kann, wird im Folgenden zunächst die äußere Form und Schreibweise sowie anschließend die acht Inhaltspunkte des Businessplanes einzeln hinsichtlich der Stärken und Schwächen untersucht, um zu jedem einzelnen Themenfeld den Gründerinnen eine Bewertung an die Hand geben zu können.

3.1. Äußere Form, Inhaltsverzeichnis und Schreibweise

Der Businessplan wurde insgesamt ansprechend gestaltet und durchgängig im Corporate Design (rot/gelb) mit den Firmenlogo und den Kontaktdaten versehen. Für das Deckblatt wurde ein Foto mit Fruchtgummis gewählt, was thematisch sehr gut passend ist. Weiterhin ist der Businessplan gut strukturiert und mit Seitenzahlen versehen. Positiv hervorheben lässt sich auch das Vorhandensein eines Inhaltsverzeichnisses zu Beginn und eines Abbildungsverzeichnisses am Ende des Businessplanes. Leider liegt der im Inhaltsverzeichnis genannte Anhang nicht vor. Den Gründerinnen ist zu empfehlen, die Unterlagen immer komplett einzureichen. Der Fließtext ist insgesamt gut und verständlich lesbar, da das Vorhaben ohne Fachausdrücke und in einfachen Sätzen beschrieben wird. Auch die Rechtschreibung bzw. Grammatik ist ohne nennenswerte Fehler positiv zu bewerten. Lediglich sollte an einigen wenigen Stellen die Ausdruckweise etwas eloquenter gewählt werden.

3.2. Executive Summary

Diese Kurzzusammenfassung überstreckt sich auf circa eineinhalb Seiten, was ein idealer Umfang ist. Der Adressat erhält in diesem Abschnitt einen sehr gut verständlichen Überblick über das geplante Vorhaben, die Gründung der XY GmbH zum Zweck der Herstellung von außergewöhnlichen Fruchtgummis sowie Verpackungen und dessen Vertrieb, auch wenn er sich bisher noch nicht mit der Geschäftsidee auseinandergesetzt hat. Als verbesserungsfähig sind in diesem Abschnitt die Ausrücke „ungewöhnlich große Fruchtgummi“ und „überdimensionale Fruchtgummi“ zu nennen, denn ein unbedarfter Leser kann sich nur schwer vorstellen was in diesem Zusammenhang „ungewöhnlich“ oder „überdimensional“ bedeutet. Hier könnte die Formulierung, um das Produktsortiment zu beschreiben etwas ansprechender gewählt werden und dabei die Einzigartigkeit im Vergleich zu Fruchtgummis aus dem Supermarkt hervorgehoben werden. Des Weiteren fehlt an dieser Stelle die Nennung eines weiteren Standbeines der Sweet for my Sweets GmbH, nämlich der Veranstaltung von Special Events wie Fruchtgummipartys und Kindergeburtstage. Zusätzlich ist es üblich in der Executive Summary eine kurze Angabe über die geplante Rentabilität des unternehmerischen Vorhabens zu machen, beim untersuchten Businessplan wurden nur Informationen bezüglich der Finanzierung dargestellt.

3.3. Idee

In diesem Abschnitt haben die vier Gründerinnen die Geschäftsidee sehr schön beschrieben, sodass der Leser direkt Lust bekommt, eines der Fruchtgummis zu kosten. Positiv ist in diesem Zusammenhang auch die Darstellung, dass spezielle Zielgruppen wie Diabetiker oder Vegetarier auf zuckerfreie bzw. gelatinefreie Fruchtgummis zurückgreifen können und dadurch ein besonderes Angebot haben im Vergleich zu Fruchtgummis aus dem Supermarkt. Auch der Kundennutzen, dass individuelle Verpackungen und auch einzigartige Fruchtgummis je nach Kundenwusch hergestellt werden, ist sehr gut herausgearbeitet. Jedoch fehlt auch in diesem Kapitel des Businessplanes die Aufführung des Veranstaltungsangebotes wie Kindergeburtstage oder Fruchtgummipartys.

[...]


1 Vgl.: Vogelsang, E./Fink, C./Baumann, M., 2012, S. 5

2 Vgl.: Vogelsang, E./Fink, C./Baumann, M., 2012, S. 323

3 Vgl.: Fischl, B./Wagner, S., 2011, S. 23ff

4 Vgl.: Fischl, B./Wagner, S., 2011, S. 23ff

5 Vgl.: Heger, M./Schermann, M./Volcic, K.,2012, S. 191

6 Vgl.: Fischl, B./Wagner, S., 2011, S. 23ff

7 Vgl.: Nagl, A., 2003, S. 29

8 Vgl.: Fischl, B./Wagner, S., 2011, S. 23ff

9 Vgl.: Nagl, A., 2003, S. 65

10 Vgl.: Heger, M./Schermann, M./Volcic, K.,2012, S. 195 ff.

11 Vgl.: Heger, M./Schermann, M./Volcic, K.,2012, S. 196

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Businessplan erstellen und bewerten am Beispiel eines Start-Ups
Veranstaltung
Businessplan erstellen
Note
1,7
Jahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V462454
ISBN (eBook)
9783668901803
ISBN (Buch)
9783668901810
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Businessplan, Start up, Gründung, Unternehmensgründung, Finanzplanung, SWOT-Analyse, Enterpreneurship, Unternehmertum
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Businessplan erstellen und bewerten am Beispiel eines Start-Ups, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462454

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