Ich möchte zunächst auf die Grundlage meiner Hausarbeit eingehen und Fleischhackers Buch zusammenfassen, sowie die Begriffe „Zeitung“ und „Journalismus“ für mich zu definieren. Nachdem ich diese Fragen beantwortet habe, möchte ich mich dem wichtigsten Punkt meiner Arbeit zuwenden: Warum das „Prinzip Zeitung“ nicht nur ÜBERLEBEN WIRD, sondern warum es ÜBERLEBEN MUSS. Ich werde also von Fleischhackers Annahmen ausgehend untersuchen, welche Funktion der Journalismus für unsere Gesellschaft hat, ob eine Bezeichnung als „vierte Gewalt“ berechtigt ist und warum freier Journalismus so wichtig ist.
Seit Facebook, Instagram, Twitter und co auf dem Vormarsch sind, der Zugang zum Internet für jeden Bürger zum Grundrecht wird, beziehungsweise werden soll, haben es die altehrwürdigen Zeitungen als Printmedien nicht mehr leicht. Sinkende Verkaufszahlen, abspringende Werbepartner – seit Jahren sprechen Journalisten von der Zeitungskrise. Michael Fleischhacker verfasste deshalb schon mal einen Nachruf, für ein Medium, dass es bald in seiner bekannten Form nicht mehr geben wird. Eine gedruckte Zeitung wird in nicht mehr ganz so ferner Zukunft zu einem Liebhaber und Kenner Artefakt, True Vintage eben. Besonders interessant ist, dass Fleischhacker zwar die Zeitung zum Tode verurteilt, aber „Das Prinzip Zeitung“ überleben lässt. Dieses „Prinzip“ ist seine Bezeichnung für den „Professionellen Journalismus“.
Kann man das Prinzip der Zeitung mit den Prinzipien des Journalismus gleichsetzten? Ist der Begriff treffend? Und aus welchen Gründen wird dieses Prinzip überleben?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Woher die Bezeichnung „Das Prinzip Zeitung“ stammt und warum es ewig leben wird
2.1 Fleischhacker: Die Zeitung. Ein Nachruf
2.2 Das Prinzip Zeitung. Eine Definition.
2.2.1 Was ist das Prinzip von Zeitung?
2.2.2 Was ist das Prinzip des Journalismus?
2.3 Warum das Prinzip Zeitung ewig leben wird
3. Warum das Prinzip Zeitung ewig leben muss
3.1 Journalismus und Demokratie
3.2 Journalismus als „vierte Gewalt“
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht ausgehend von Michael Fleischhackers medienwissenschaftlicher Analyse die Krise der gedruckten Zeitung und setzt sich kritisch mit dem „Prinzip Zeitung“, verstanden als professioneller Journalismus, auseinander. Das primäre Ziel besteht darin, zu ergründen, warum der Journalismus trotz des Wandels der Medienlandschaft eine essenzielle und überlebensnotwendige Funktion für die moderne Demokratie erfüllt.
- Analyse der Zeitungskrise und des Wandels der Mediennutzung
- Definition und medienwissenschaftliche Einordnung der Begriffe „Zeitung“ und „Journalismus“
- Untersuchung der gesellschaftlichen und demokratischen Relevanz des Journalismus
- Kritische Reflexion der Rolle des Journalismus als sogenannte „vierte Gewalt“
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Was ist das Prinzip von Zeitung?
Wenn man das Wort „Zeitung“ hört, ist die erste Assoziation vielleicht eine Auslage in einem Kiosk, in welcher sich verschieden bedruckte Stapel von ungebleichtem, dünnem Papier befinden. Zeitung bedeutet oft Tageszeitung. Eine Sammlung aus Informationen auf einem unhandlich-großen Papier, hinter welchem man sich problemlos verstecken kann. Was macht eine Zeitung aber unter medienwissenschaftlichen Aspekten aus?
„Die Zeitung ist ein in regelmäßiger Folge erscheinendes, grundsätzlich jedermann zugängliches Medium, das aktuelle Informationen aus allen Lebensbereichen vereint“ so lautet die Definition aus dem Medienkundlichen Handbuch von Volker Schulze aus dem Jahr 1997. Ähnlich hat es auch Emil Dovifat in seiner Zeitungslehre formuliert: „Die Zeitung vermittelt jüngstes Gegenwartsgeschehen in kürzester regelmäßiger Folge der breitesten Öffentlichkeit.“ Man kann der Zeitung also folgende Merkmale zuordnen: Aktualität (bei Dovifat: Gegenwartsgeschehen), Periodizität (bei Dovifat: Vermittlung in kürzester regelmäßiger Folge) und Universalität (bei Dovifat: Vermittlung für die breiteste Öffentlichkeit) sowie Publizität, die die grundsätzliche Zugänglichkeit beschreibt.
Daraus kann man schließen, dass die Zeitung die Informationsquelle für die gesamte Gesellschaft darstellen sollte, im Idealfall. Wer sich informieren möchte, kann sich auf ein regelmäßiges Erscheinen verlassen, mit einem wiederkehrenden Aufbau. Da die Zeitung Universalität für sich beansprucht, muss sie eine Vielzahl an Themen bedienen. Die Themenfelder der meisten Zeitungen sind Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport, um die wichtigsten voneinander abzugrenzen. Emil Dovifat betont: „Die Zeitung hat eine öffentliche Aufgabe.“ Sie soll alle informieren. Durch Formen wie die Glosse oder den Kommentar, und auch die Auswahl der gewählten Nachrichten tragen die Zeitungen zur Meinungsbildung ihrer Leser und Leserinnen bei. Wichtig dabei ist, dass die Art des Dargestellten nicht von der Regierung redigiert wird. Die Pressefreiheit ist unbedingt zu wahren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Zeitungskrise ein, stellt Michael Fleischhackers Konzept des „Prinzips Zeitung“ vor und definiert die Forschungsfrage nach der Relevanz des Journalismus für die Gesellschaft.
2. Woher die Bezeichnung „Das Prinzip Zeitung“ stammt und warum es ewig leben wird: Dieses Kapitel analysiert Fleischhackers Thesen zur Krise, definiert Zeitung und Journalismus wissenschaftlich und begründet, warum das Prinzip des professionellen Journalismus auch in digitalen Zeiten fortbestehen wird.
2.1 Fleischhacker: Die Zeitung. Ein Nachruf: Das Kapitel beleuchtet Fleischhackers Analyse zur Krise des Printmediums und beschreibt die historische Entwicklung der Zeitung von mündlichen Nachrichten bis zum Massenmedium.
2.2 Das Prinzip Zeitung. Eine Definition.: Hier wird das „Prinzip Zeitung“ als professioneller Journalismus definiert und das kritische Selbstverständnis der Journalisten hinterfragt.
2.2.1 Was ist das Prinzip von Zeitung?: Dieses Kapitel arbeitet die zentralen medienwissenschaftlichen Merkmale einer Zeitung heraus, namentlich Aktualität, Periodizität, Universalität und Publizität.
2.2.2 Was ist das Prinzip des Journalismus?: Das Kapitel definiert den Journalistenberuf und dessen Hauptaufgabe, die Verbreitung von Informationen, und diskutiert verschiedene Theorien zum Journalismus.
2.3 Warum das Prinzip Zeitung ewig leben wird: Es wird dargelegt, dass das Bedürfnis nach Information besteht bleibt, auch wenn sich die Kanäle von Print hin zu digitalen Formaten verschieben.
3. Warum das Prinzip Zeitung ewig leben muss: Das Kapitel erörtert die essenzielle Funktion des Journalismus für die Demokratie und den Schutz durch das Grundgesetz.
3.1 Journalismus und Demokratie: Hier wird die Bedeutung unabhängiger Berichterstattung für eine offene Gesellschaft und die Meinungsbildung der Bürger hervorgehoben.
3.2 Journalismus als „vierte Gewalt“: Dieses Kapitel diskutiert kritisch die Bezeichnung des Journalismus als „vierte Gewalt“ und dessen Rolle als Kontrollorgan gegenüber der Politik.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Journalismus als „Prinzip“ trotz des Endes des Printzeitalters überlebt, sich jedoch an die Anforderungen einer digitalen Welt anpassen muss.
Schlüsselwörter
Prinzip Zeitung, Journalismus, Zeitungskrise, Medienwandel, Demokratie, vierte Gewalt, Pressefreiheit, Information, Digitalisierung, gesellschaftliche Funktion, Medienwissenschaft, Öffentlichkeit, Meinungsbildung, Printmedium, Nachrichten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Krise der gedruckten Tageszeitung und der Frage, ob der professionelle Journalismus als „Prinzip Zeitung“ auch in Zukunft fortbestehen kann und muss.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen die Geschichte und Definition von Zeitungen, die wissenschaftliche Bestimmung des Journalismus, die Rolle der Medien in der Demokratie sowie die kritische Reflexion des Begriffs „vierte Gewalt“.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, welche Funktion der Journalismus für unsere Gesellschaft hat und warum ein freier, professioneller Journalismus unverzichtbar für das Funktionieren einer Demokratie ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine medienwissenschaftliche Literaturanalyse, wobei insbesondere Michael Fleischhackers Thesen sowie theoretische Grundlagen von Autoren wie Emil Dovifat und Jürgen Wilke diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Krise des Printmediums, definiert das Prinzip des Journalismus, beleuchtet die wechselseitige Beziehung zwischen Journalismus und Politik und diskutiert die Kontrollfunktion der Medien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Medienwandel, Demokratie, Journalismus, vierte Gewalt, Pressefreiheit und die Analyse des „Prinzips Zeitung“.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Journalismus als „vierte Gewalt“?
Die Autorin stellt die Bezeichnung als teilweise idealistisch dar und zeigt durch Expertenzitate auf, dass der Begriff zwar metaphorisch sinnvoll ist, um die Macht der Medien zu verdeutlichen, die tatsächliche Wirkung der Medien auf die Politik jedoch differenziert betrachtet werden muss.
Warum wird trotz der Zeitungskrise von einem „ewigen Leben“ gesprochen?
Der Ausdruck bezieht sich nicht auf das gedruckte Papier, sondern auf den professionellen Journalismus als notwendiges Instrument für die Information der Gesellschaft, das sich lediglich in neue digitale Formen weiterentwickeln wird.
- Arbeit zitieren
- Anna Konrad (Autor:in), 2018, Die Begriffe "Zeitung" und "Journalismus" und ihre Bedeutung für die Demokratie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462549