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Die Verständigungspolitik von Gustav Stresemann in Bezug auf Frankreich und Polen

Eine geschichtliche Untersuchung

Titel: Die Verständigungspolitik von Gustav Stresemann in Bezug auf Frankreich und Polen

Bachelorarbeit , 2018 , 54 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Thomas Peters (Autor:in)

Weltgeschichte - Moderne Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll die außenpolitische Bedeutung Gustav Stresemanns kritisch hinterfragt und beurteilt werden. Den Rahmen dieser Arbeit bildet bewusst die Verständigungspolitik Stresemanns im Spannungsverhältnis zwischen Ost und West. Konkret soll dabei analysiert werden, warum Stresemann eine Verständigung mit Frankreich anstrebte, diese aber gegenüber Polen ablehnte. Am Verhältnis zu seinen beiden größten Nachbarn in West und Ost, zu Frankreich und Polen, wird letztendlich auch heutzutage noch die Friedensfähigkeit Deutschlands gemessen.

Zunächst werden die wesentlichen Entwicklungen vor der Ära Stresemann in Kapitel 2 dargestellt, um die außen- sowie innenpolitischen Hindernisse, denen Stresemann ausgesetzt war, zu verdeutlichen und somit seine außenpolitische Konzeption anhand seines realistischen Handlungsspielraums nachvollziehen zu können. Den Anfang bildet der Versailler Vertrag, der tiefe politische Gräben sowie ein stark angespanntes deutsch-französisches Verhältnis hinterließ. Im Zuge dieser fast aussichtslosen Situation wird darauffolgend auf den Vertrag von Rapallo und der darin vereinbarten Aufnahme von intensiveren Beziehungen zur Sowjetunion eingegangen, die auch im Hinblick auf Frankreich und Polen eine wesentliche Rolle spielten und verbesserten außenpolitischen Handlungsspielraum ermöglichten. Daraufhin sollen die im Kampf um das Ruhrgebiet zunehmend schlechteren Beziehungen zu Frankreich, die letztendlich in die Ruhrbesetzung mündeten, aufgezeigt werden, auf Grund derer Stresemann die Notwendigkeit einer deutsch-französischen Aussöhnung erkannte.

Gustav Stresemann gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Weimarer Republik und die Auseinandersetzung mit seiner Außenpolitik bildet eines der meist erforschten Themen dieser Zeit. Selten hat jedoch ein Politiker eine so kontroverse Beurteilung erfahren: vom opportunistischen Machtpolitiker bis zum frankreichhörigen Erfüllungspolitiker, vom Visionär eines vereinigten Europas bis zum Wegbereiter Adolf Hitlers.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Präsentation des Themas

1.2 Kurzbiographie Gustav Stresemanns (1878-1929)

2. Entwicklungen vor der Ära Stresemann (1919-1923)

2.1 Außenpolitische Belastungen und das deutsch-französische Verhältnis bedingt durch den Versailler Vertrag (1919)

2.2 Deutschlands Ostpolitik im Kontext des Vertrags von Rapallo (1922)

2.3 Der Kampf um das Ruhrgebiet

2.4 Die Ruhrbesetzung durch Frankreich

3. Entwicklungen während der Ära Stresemann (1923-1929)

3.1 Auftakt zur Ära Stresemanns (1923/24)

3.1.1 Amtsübernahme Stresemanns

3.1.2 Das Dawes-Abkommen

3.2 Die Bedeutung des Vertragswerks von Locarno und der Völkerbundeintritt Deutschlands im Kontext der Verständigungspolitik Stresemanns (1925/26)

3.1.1 Das Vertragswerk von Locarno

3.1.2 Der Völkerbundeintritt Deutschlands

3.3 Der „Kronprinzen-Brief“ (1925) und die außenpolitische Ziele Stresemanns

3.4 Stresemanns Ostpolitik und die Bedeutung Polens

4. Das Ende der Ära Stresemanns (1927-29)

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht die außenpolitische Strategie Gustav Stresemanns während der Weimarer Republik, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen der Verständigungspolitik im Westen und den revisionistischen Zielen im Osten gegenüber Polen liegt. Die Forschungsfrage widmet sich der kritischen Analyse, wie Stresemann trotz der massiven politischen und wirtschaftlichen Einschränkungen durch den Versailler Vertrag eine Politik der kleinen Schritte betrieb, um die außenpolitische Handlungsfreiheit und internationale Gleichberechtigung Deutschlands wiederherzustellen.

  • Die diplomatische Einordnung der Ära Stresemann zwischen 1923 und 1929.
  • Die Analyse der außenpolitischen Hindernisse nach dem Versailler Vertrag und während der Ruhrbesetzung.
  • Die Bedeutung der Verträge von Locarno und des Dawes-Abkommens für die europäische Stabilität.
  • Die Ambivalenz von Stresemanns Politik im Kontext der Ost- und Westorientierung.
  • Die kritische Bewertung des „Kronprinzen-Briefes“ und der außenpolitischen Zielsetzungen gegenüber Polen.

Auszug aus dem Buch

1.1 Präsentation des Themas

„Ich habe die Empfindung, daß wir Deutsche zu wenig oder kein Verständnis haben für das, was der Franzose die schöne Geste nennt. Das ist uns überhaupt nicht eigen, und das schadet uns außenpolitisch ganz ungemein. Wir können nicht höflich und liebenswürdig sein, ohne im eigenen Volk sofort angegrobst zu werden. Wir können nicht Weltpolitik treiben mit der Idee: es soll sich keiner mit den Kerlen irgendwie zusammensetzen.“ (Gustav Stresemann, 1878-1929)

Diese Rede zeigt, dass sich der damalige deutsche Außenminister Gustav Stresemann zu einem großen Diplomaten entwickelte, der anders als seine Vorgänger nicht nur von deutschen Machtansprüchen ausging, sondern auch die Perspektiven seiner Verhandlungspartner einbezog. Angesichts der besorgniserregenden protektionistischen sowie populistischen Tendenzen in der Weltpolitik wie beispielsweise den USA, Großbritannien, Polen oder der Türkei wird die Notwendigkeit von Diplomatie deutlich, sodass Stresemanns Außenpolitik auch heutzutage Aktualität aufweist.

Gustav Stresemann gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Weimarer Republik und die Auseinandersetzung seiner Außenpolitik bildet eines der meist erforschten Themen dieser Zeit. Als Kanzler der „100 Tage“ führte er die Weimarer Republik während der Ruhrbesetzung 1923 aus ihrer tiefsten Krise und wurde danach in wechselnden Regierungen sechs Jahre lang als Außenminister bis zu seinem Tode 1929 zur Symbolfigur jener Stabilisierungsphase, in der es aussah, als ob Deutschland eine friedliche Entwicklung nehmen könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der biographischen Bedeutung Gustav Stresemanns im Kontext der Weimarer Außenpolitik.

2. Entwicklungen vor der Ära Stresemann (1919-1923): Analyse der belastenden Rahmenbedingungen des Versailler Vertrags, des Vertrags von Rapallo und der Ruhrbesetzung.

3. Entwicklungen während der Ära Stresemann (1923-1929): Zentrale Darstellung der Amtszeit Stresemanns, inklusive der Rolle des Dawes-Plans, der Bedeutung von Locarno und der diplomatischen Zielsetzungen in Ost und West.

4. Das Ende der Ära Stresemanns (1927-29): Betrachtung der letzten Lebensjahre Stresemanns und der Auswirkungen seines Todes auf die politische Stabilität der Weimarer Republik.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der außenpolitischen Erfolge und Ambivalenzen sowie ein Rückblick auf die historische Bedeutung seiner Politik.

Schlüsselwörter

Gustav Stresemann, Weimarer Republik, Außenpolitik, Versailler Vertrag, Ruhrbesetzung, Dawes-Abkommen, Vertrag von Locarno, Völkerbund, Ostpolitik, Westorientierung, Revisionismus, Verständigungspolitik, Reparationen, Diplomatie, Polen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Außenpolitik Gustav Stresemanns in der Weimarer Republik und wie er versuchte, Deutschland diplomatisch aus der Isolation des Versailler Vertrags zu führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bewältigung der Reparationsfrage, der Beendigung der Ruhrbesetzung, den Verträgen von Locarno und der komplexen Interessenlage zwischen den Westmächten und dem Osten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Stresemann mit einer Politik der kleinen Schritte und unter Ausnutzung wirtschaftlicher Gegebenheiten die politische Gleichberechtigung Deutschlands wiedererlangte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Primärquellen (wie Reden und Briefen) sowie der fachwissenschaftlichen Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Zeit vor Stresemann und die eigentliche Ära Stresemanns (1923-1929), wobei spezifische Meilensteine wie das Dawes-Abkommen und der Völkerbundeintritt detailreich analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Revisionismus, Verständigungspolitik, Locarno-Vertrag, Reparationen und das Verhältnis zu Frankreich und Polen.

Wie bewertet der Autor Stresemanns Rolle gegenüber Polen?

Der Autor arbeitet die Ambivalenz heraus: Während Stresemann nach Westen auf Ausgleich setzte, blieb die Politik gegenüber Polen revisionistisch geprägt, was den Begriff der Verständigungspolitik in diesem Bereich einschränkt.

Was besagt der „Kronprinzen-Brief“ über Stresemanns Intentionen?

Der Brief wird als Dokument analysiert, das die nationalen revisionistischen Ziele (insbesondere die Ostgrenzen betreffend) offenlegt, die hinter der eher diplomatisch-pazifistischen Fassade seiner öffentlichen Politik standen.

Ende der Leseprobe aus 54 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Verständigungspolitik von Gustav Stresemann in Bezug auf Frankreich und Polen
Untertitel
Eine geschichtliche Untersuchung
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
2,0
Autor
Thomas Peters (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
54
Katalognummer
V462568
ISBN (eBook)
9783668920019
ISBN (Buch)
9783668920026
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gustav Stresemann Weimarer Republik Versailler Vertrag Vertrag von Rapallo Locarno Aristid Briand Poincaré
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Peters (Autor:in), 2018, Die Verständigungspolitik von Gustav Stresemann in Bezug auf Frankreich und Polen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462568
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Leseprobe aus  54  Seiten
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