Ökozonen der Erde. Die Tropisch/Subtropischen Trockengebiete

Eine Synthese


Seminararbeit, 2018
24 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Verortung

Klima

Relief

Reliefformende Prozesse

Böden

Vegetation

Strategien von Pflanzen in Trockengebiete

Stamm und Blattsukkulente

Stamm- und Blattsukkulente

A n thropogene Einflüsse

Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Die vorliegende Arbeit steht im Kontext des Seminars: Ökozonen für Lehramtsstudierende, indem die Ökozonen der Erde nach JÜRGEN SCHULTZ vorgestellt und anhand von exemplarisch regionalen Beispielen, sowie anschließend mit Hilfe einer Synthese erläutert werden. Der Begriff der Ökozone, der erstmals von JÜRGEN SCHULTZ (1988) eingeführt wurde, ist ein geowissenschaftlicher Begriff für Großräume der Erde, die anhand von mehreren ökologischen Merkmalen zonal eingeteilt werden.

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit den tropischen und subtropischen Trockengebieten, wobei der Schwerpunkt auf einer Synthese/Zusammenfassung der wichtigsten Gegebenheiten liegt.

Um die Ökozone vorzustellen, erfolgt zunächst eine geographische Einordnung. Danach werden das Klima, sowie die reliefbildenen Prozesse vorgestellt. Darauf folgt eine knappe Einordnung der Böden. Die Böden bilden die Grundlage der Vegetation, auf die ich im Hauptteil mein Hauptaugenmerk setzen werde. In dem Kapitel soll die Flora genauer untersucht, und die spannende Frage geklärt werden, welche Strategien die Pflanzen in dieser extremen Ökozone anwenden, um zu überleben. Die Fauna hingegen, wird in der Ausarbeitung vernachlässigt.Am Ende dieser Arbeit wird im Fazit der anthropogene Eingriff, anhand von Vor- und Nachteilen diskutiert.

Verortung

Die Tropisch/ subtropischen Trockengebiete umfassen neben Wüsten und Halbwüsten auch semiaride Übergangsräume, welche als Ökotone bezeichnet werden. Die Ökozone wird, nach Schultz, wie folgt gegliedert: „hier die sommerfeuchten Dornsavannen und Dornsteppen im Übergangsbereich zu den Sommerfeuchten Tropen bzw. den Immerfeuchten Subtropen und die winterfeuchten Gras- und Strauchsteppen im Übergangsbereich zu den Winterfeuchten Subtropen, für die beiden ersteren, sommerfeuchten Ökotone wird auch die aus Westafrika entlehnte Bezeichnung Sahel (oder Sahelzone) verwendet“ (Schultz 2008, S. 260). Die Wüsten und Halbwüsten, nehmen mit 18,0 mio m² die größte Fläche ein.

Die Ökotone; sommerfeuchte Dornsavannen/Dornsteppen (9,5 mio km²) und die winterfeuchten Gras- und Strauchsteppen (3,5 mio km²) hingegen, nehmen einen deutlich kleineren Anteil des Festlandes ein.

Die Gesamtfläche der Ökozone beläuft sich auf 31 mio km², was 20,8% des Festlandanteils der Erde ausmacht. Die Tropisch/subtropischen Trockengebiete breiten sich zwischen den nördlichen und südlichen Wendekreisen, etwa zwischen dem 15. und 35. Breitengrad, nördlicher sowie südlicher Hemisphäre, aus. Die Ökozone ist auf fast allen Kontinenten vertreten, vorwiegend im Norden Afrikas (einschließlich der Sahara und Sahelzone), im Nahen Osten, Südafrika (einschließlich der Namib Wüste), Zentralaustralien und an der westlichen Küste Nord- sowie Südamerikas.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Verbreitung der Topischen/subtropischen Trockengebiete

Die äußeren Grenzen, zur Abgrenzung der benachbarten Ökozonen (Trockenen Mittelbreite und den Sommerfeuchten Tropen), sowie die Unterteilung im Inneren ergibt sich aus den Jahresniederschlägen (Abb. 2). Äquatorwärts nehmen die Jahresniederschläge (mm) von den Wüsten-Halbwüsten (125 mm pro Jahr) über die Dornsavanne (250 mm), sowie Trockensavanne (500 mm) stark zu.

Polwärts nehmen die Jahresniederschläge von den Wüsten/Halbwüsten (100 mm) über die Winterfeuchten Steppen (200 mm pro Jahr), bis hin zu den Hartlaub- Strauchformationen (300 mm pro Jahr) zwar auch zu, dies jedoch mit niedrigeren Schwellenwerten als äquatorwärts. „Die niedrigeren Schwellenwerte in den polwärtigen Grenzgebieten erklären sich aus den dort geringeren Lufttemperaturen und dementsprechend geringeren Transpirationsbelastungen für die Pflanzen“ (SCHULTZ 2008, S.261).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb 2. Unterteilung der Trockengebiete nach jährlichem Niederschlag

Klima

Die klimatischen Gegebenheiten unterscheiden sich je nach den Sub-Ökozonen, die Monatsmitteltemperaturen liegen aber immer über den Schwellenwert von ≥ 18 °C (siehe Klimadiagramme Abb.4). Nach der Klimaklassifikation von KÖPPEN-GEIGER liegt in den Wüsten und Halbwüsten somit ein BWh (BW=Wüstenklima, h=heiß-Jahresmitteltemperatur liegt über 18 °C) vor und in den Ökotonen ein BSh (BS=Steppe, h=heiß) Klima (Klima der Erde, 2015). Die unterschiedliche Klassifizierung ergibt sich aus den humiden Monaten, die bei den Wüsten/Halbwüsten bei weniger als 2 Monaten liegt, bei den Ökotonen hingegen bei weniger als 4 Monaten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Köppen-Geiger Klimaklassifikation

Das Klima in den Tropisch/subtropischen Trockengebieten ist in erster Linie geprägt von Aridität, das heißt die „potentielle Verdunstung ist größer als der Niederschlag“ (HARMS, 2003, S. 310). Hierbei wird auch zwischen perarid (unter 100 mm), euarid (100-200 mm) und subarid (200-500 mm) unterschieden (vgl. PFADENHAUER 2014, S.202).

Die Jahresniederschläge in den Dornsavannen liegen bei rund 250-500 mm, in den Dornsteppen bei 200-300 mm. In den Wüsten und Halbwüsten der tropisch/subtropischen Trockengebiete hingegen, betragen die Niederschläge weniger als 100-125 mm im Jahr (vgl. Abb. 6). Nachfolgende sind Klimadiagramme nach WALTER & LIETH (1960-1967) dargestellt, die das Klima der Ökozone wiedergegeben (Abb. 4). Diagramm a (Caatinga, Nordostbrasilien), b (Sahelzone im südlichen Tschad) und c (Sukkulentengebüsch an der Atlantikküste, Marroko), zeigen ein subarides Klima; d (südliche Sahara im Nordsudan), e (Spinifex- Halbwüste in Zentralaustralien) und f (Sukkulenten-Halbwüste in Südafrika) sind Beispiele für euarides Klima; g und h zeigen das Klima von Vollwüsten (perarid).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Klimadiagramme aus dem Gebiet der Tropisch/subtropischen Trockengebiete (aus Lieth et al. 1999)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Niederschlagskarte Afrika

Die Aridität, sowie das allgemeine Klima der Trockengebiete, steht überwiegend im Zusammenhang mit der planetarischen Luftzirkulation. Sie liegen ganzjährig, zumindest in den Kerngebieten, im Einflussbereich des subtropisch-randtropischen Hochdruckgürtels. Vereinfacht gesagt, sind diese Hochdruckgebiete auf eine Meridionalzirkulation der sogenannten Hadleyzellen zurückzuführen. „Für die Hochdruckzellen ist ein beständiges und kräftiges Absinken von Luft charakteristisch. Demzufolge ist die Luft warm und trocken und die Schichtung der Atmosphäre bis in große Höhen stabil. Thermische Konvektionen führen daher nur selten zur Wolkenbildung oder gar Niederschlägen“ (SCHULTZ 2008, S.261). Dementsprechend ist in den Trockengebieten der Bewölkungsgrad, mit teilweise weniger als 20%, ziemlich gering. Die Folgen sind hohe Globalstrahlungen, die aber aufgrund der vorliegend hohen Albedos (Maß für Rückstrahlvermögen) größtenteils reflektiert wird. Trockengebiete weisen vorwiegend höhere Albedos auf, wie humide Gebiete, wenn auch je nach Bodencharakteristik (Farbe, Textur und Feuchte) sowie nach Vegetationsbedeckung, erhebliche Unterschiede auftreten können (vgl. SCHULTZ 2008, S.262).

Gemessen an der hohen Globalstrahlung sind die Energieeinahmen daher relativ gering, auch weil der Boden aufgrund luftgefüllter Hohlräume die Wärmeleitfähigkeit und- Kapazität einschränkt,sowie aufgrund desW assermangels,quasikeinTransfervon latenterund fühlbarer Wärme im Boden stattfindet. Die Wärmenergie wird ausschließlich in den obersten Zentimetern gespeichert und erhitzt die bodennahen Luftschichten, durch die hohe Wärmeabgabe, in einem unerträglichen Ausmaß.

Typisch für die Tropisch/subtropischen Trockengebiete sind ebenfalls die hohen täglichen Temperaturamplituden, welches sich anhand der zum Teil gravierend unterschiedlichen Tag - und Nachtverhältnisse verdeutlichen lässt. Der Boden speichert die Wärme schlecht und die geringe Luftfeuchtigkeit (Wasserdampf dient als wichtiges Treibhausgas) führen dazu, dass die Temperatur nachts deutlich absinkt (vgl. SCHULTZ 2008, S.263). Auch wenn tagsüber Temperaturen von 45 Grad herrschen, kann es in der Nacht auf bis zu 15 Grad abkühlen. Temperaturschwankungen von bis zu 30 Grad Celsius sind keine Seltenheit, weshalb selbst Minustemperaturen gemessen wurden (TAGESSPIEGEL, 2006).

Relief

Häufige Landformen sind in Gebirgen residuale Blockdecken, Pedimente (durch Spüldenudation) am Fuß der Gebirge, sandige Trockentäler, Pfannen mit alluvialen Beckentonen, die nur episodisch und jeweils kurz wasserüberstaut sind (Jürgen Schultz 2002, S.86).

Je nach Akkumulation der Verwitterungsrückständeergebensichunterschiedliche

Wüstenformen:

- Steinwüste: Sie nimmt rund vier Fünftel der Wüstenfläche ein. Man unterscheidet die Wüstenform zwischen Fels- (Hamada), Kies- und Geröllwüste (Serir), sowie einer Mischung aus Kies- und Sanwüste (Reg).

- Sa ndwüste (Erg): Der durch Wind abtransportierte Sand aus den Steinwüsten lagert sich hier zu großen Sandflächen an, die in Form von Dünenlandschaften, Flächen bis zur Größe Spaniens (ca. 500. 000 km²) bedecken können.

- Ton -undSalzwüsten: Siesinddortverbreitet,woWasseroberflächlich zusammenfließt und durch die Verdunstung der Minerale eine Kruste oberflächlich entsteht (vgl. DIERCKE GEOGRAPHIE, 2007).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Ökozonen der Erde. Die Tropisch/Subtropischen Trockengebiete
Untertitel
Eine Synthese
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V462624
ISBN (eBook)
9783668902190
ISBN (Buch)
9783668902206
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ökozonen, erde, tropisch/subtropischen, trockengebiete, eine, synthese
Arbeit zitieren
Robin Broksch (Autor), 2018, Ökozonen der Erde. Die Tropisch/Subtropischen Trockengebiete, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462624

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