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Die Trope des Schmutzigen im Kontext der Darstellung von Gewalt und Entwertung der Frau in Roberto Bolaños "2666", "La parte de los crímenes"

Titel: Die Trope des Schmutzigen im Kontext der Darstellung von Gewalt und Entwertung
der Frau in Roberto Bolaños "2666", "La parte de los crímenes"

Hausarbeit , 2018 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Laura Basta (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Auseinandersetzung mit der bis heute anhaltende Serie von Frauenmorden in der nordmexikanischen Stadt Ciudad Juarez. Dabei liegt der Fokus auf der Inszenierung der Opfer als Abfall. Das damit eng verknüpfte Bild von unwertem Leben, das durch die Weltöffentlichkeit geht, ist von besonderem Interesse wegen der universellen symbolischen Kraft, die es inne trägt. Faktoren wie die geringe Aufklärungsrate, die oft fehlende individuelle Bestattung und die daraus resultierende Stigmatisierung der Opfer erschweren den Trauerprozess der Angehörigen. Eine literarische Auseinandersetzung mit dem Thema findet sich in Roberto Bolaños Kapitel „La parte de los crímenes“ aus seinem Werk "2666".

Diese Arbeit geht der Frage nach, wie Roberto Bolaño die Schmutz- und Abfallsymbolik als Leitmotiv und als Trope in dem Kapitel „La parte de los crímenes“ aus seinem Werk "2666" literarisch verarbeitet und welche Wirkung er damit erzielt. Einen theoretischen Rahmen bilden dabei Recherchen zu den Thematiken von Misogynie, "border identities" sowie Globalisierung und Müll, die alle in dem Roman eine prominente Rolle spielen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 THEORETISCHE VORÜBERLEGUNGEN ZUR TROPE DES SCHMUTZIGEN

3 ROBERTO BOLAÑOS 2666: „LA PARTE DE LOS CRÍMENES“

3.1 MOTTO

3.2 HINTERGRÜNDE CIUDAD JUÁREZ

3.2.1 Die Feminizide in Ciudad Juárez

3.2.2 NAFTA bzw. TLCAN

3.2.3 Die nordamerikanischen maquiladoras

3.2.4 Geschlechterstereotype in Mexiko

3.2.5 Grenzidentitäten

4 SCHMUTZ ALS LEITMOTIV UND SEINE TROPEN

4.1 SCHMUTZ ALS LEITMOTIV

4.2 DIE TROPEN DES SCHMUTZIGEN

4.2.1 Die Sichtbar- und die Unsichtbarkeit

4.2.2 Die Tiere

4.2.3 Die Misogynie

4.2.4 Die Puppen

4.2.5 Die Wiederholung und die Akkumulation

5 SCHLUSS

5.1 FAZIT

5.2 AUSBLICK

Zielsetzung und Forschungsfragen

Die Arbeit untersucht, wie Roberto Bolaño die Symbolik von Schmutz und Abfall im Kapitel „La parte de los crímenes“ seines Romans 2666 einsetzt, um die systematische Gewalt und die Entwertung der Frau in Ciudad Juárez literarisch zu verarbeiten und deren Wirkung zu analysieren.

  • Die literarische Verarbeitung von Schmutz- und Abfallsymbolik als Leitmotiv.
  • Analyse der theoretischen Hintergründe zu Misogynie, Globalisierung und border identities.
  • Untersuchung der Darstellung von Feminiziden und dem damit verbundenen Identitätsverlust der Opfer.
  • Reflektion über die Machtverhältnisse an der amerikanisch-mexikanischen Grenze.
  • Die ästhetische Wirkung der literarischen Inszenierung von Gewalt.

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Die Tiere

Auch die Degradierung vom Menschsein zum Tiersein symbolisiert einen Abstieg in unserem kulturellen Wertesystem. Das spiegelt sich vor allem in unserer Alltagsprache wider. Wird das Aussehen oder Verhalten eines Menschen mit dem eines Tieres verglichen, so hat dies meist eine abwertende Funktion. Im Roman tauchen gleich mehrere solcher Tiervergleiche auf: Allen voran erscheinen die Bewohner der illegalen Müllkippe El Chile als „Spezies seltener, scheuer und degenerierter Tiere“ (Moser 2015: 89). Diese nahezu hybriden Wesen scheinen komplett mit Abfall und Schmutz verschmolzen zu sein und ihre Wahrnehmung als Tiere scheint ihre Misshandlung zu legitimieren und fast schon zu verlangen:

El judicial Villaseñor confesó que nunca en su vida había tenido que interrogar a tres tipos que olieran peor. La mierda, dijo, era como una segunda piel. Los tres hombres trabajaban pepenando basura en el basurero clandestino de El Chile. En la casa donde vivían no solo no había ducha sino que tampoco había agua corriente. (2666: 759)

Der im Gefängnis sitzende Klaus Haas äußert sich abfällig über das Erscheinungsbild seines Mitinsassen Farfán, dabei vergleicht er ihn mit verschiedenen Tieren. Er schreibt ihm Züge eines Schweins zu. In vielen Kulturkreisen weitverbreitet ist das Bild des Schweins als besonders unreines Tier. Während Haas‘ Vergleich mit einem Falken das raubtierhafte Wesen seines Mitinsassen unterstreicht:

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Frauenmorde in Ciudad Juárez und Vorstellung des Forschungsinteresses an Roberto Bolaños Roman 2666.

2 THEORETISCHE VORÜBERLEGUNGEN ZUR TROPE DES SCHMUTZIGEN: Definition der Begriffe Schmutz und Abfall im soziologischen Kontext und deren Verwendung als Stigmatisierungstropen.

3 ROBERTO BOLAÑOS 2666: „LA PARTE DE LOS CRÍMENES“: Vorstellung des Romans sowie Analyse der sozio-ökonomischen und historischen Hintergründe von Ciudad Juárez.

4 SCHMUTZ ALS LEITMOTIV UND SEINE TROPEN: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Arten, wie Schmutz und Abfall literarisch als Motive und Tropen im Roman verwendet werden.

5 SCHLUSS: Zusammenfassendes Fazit der Ergebnisse und Ausblick auf weiterführende Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Roberto Bolaño, 2666, Ciudad Juárez, Feminizide, Schmutzsymbolik, Abfall, Misogynie, Grenzidentitäten, Maquiladoras, Gewalt, Ästhetik, Entwertung der Frau, Literaturanalyse, La parte de los crímenes, Machtstrukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die literarische Verwendung der Schmutz- und Abfallsymbolik in Roberto Bolaños Roman „2666“ im Kontext der realen Feminizide in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die literarische Ästhetik des Residualen, Misogynie, die Auswirkungen von Globalisierung und Freihandelsabkommen auf Grenzregionen sowie Identitätsfragen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Bolaño das Leitmotiv des Schmutzes nutzt, um die systematische Entwertung und Gewalt gegen Frauen darzustellen und ob dies eine „Sichtbarmachung“ der Opfer bewirkt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es erfolgt eine intensive Lektüre und Analyse des Kapitels „La parte de los crímenes“, eingebettet in einen theoretischen Rahmen, der Konzepte wie das Abfallmodell von Roger Fayet nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der sozio-ökonomischen Hintergründe von Ciudad Juárez und eine detaillierte Untersuchung der literarischen Tropen wie Tiervergleiche, Puppenmetaphern und die Rolle der Sichtbarkeit.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Feminizide, Schmutzsymbolik, Globalisierung, Misogynie und die spezifische Grenzidentität von Ciudad Juárez.

Welche Bedeutung hat das Motto des Romans für die Analyse?

Das Zitat „Ein Oase des Schreckens in einer Wüste der Langeweile“ wird als Analogie gelesen, in der Santa Teresa bzw. Ciudad Juárez als eine täuschende Oase inmitten von Gewalt und trostloser Ödnis interpretiert wird.

Wie werden die Opfer der Gewalt im Roman „entsorgt“?

Bolaño beschreibt, wie die Leichen auf Müllkippen oder Brachländern abgelegt werden, was sie metaphorisch als Abfall stigmatisiert und sie aus dem Bereich des gesellschaftlich Wahrnehmbaren drängt.

Welche Rolle spielt die Figur „La Vaca“ in der Analyse?

La Vaca dient als Beispiel für eine widersprüchliche Figur, deren literarische Charakterisierung durch ihren Namen und ihr Verhalten die Ambivalenz der männlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Rollenerwartungen verdeutlicht.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Trope des Schmutzigen im Kontext der Darstellung von Gewalt und Entwertung der Frau in Roberto Bolaños "2666", "La parte de los crímenes"
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,3
Autor
Laura Basta (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V462635
ISBN (eBook)
9783668905870
ISBN (Buch)
9783668905887
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bolaño 2666 Schmutz Abfall Literatur Spanisch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laura Basta (Autor:in), 2018, Die Trope des Schmutzigen im Kontext der Darstellung von Gewalt und Entwertung der Frau in Roberto Bolaños "2666", "La parte de los crímenes", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462635
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Leseprobe aus  25  Seiten
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