In dieser Hausarbeit soll untersucht werden, welche Auswirkung das Tragen einheitlicher Schulkleidung darauf hat, ob Schülerinnen oder Schüler weniger gemobbt werden oder weniger mobben, in welchen Bereichen einheitliche Schulkleidung diesbezüglich unterstützen kann und wo sie an ihre Grenzen stößt.
Dafür werden im ersten Teil der Arbeit Begrifflichkeiten zu einheitlicher Schulkleidung und Mobbing geklärt. Zudem wird erläutert, wie sich einheitliche Kleidung von Schuluniformen und Dress-Codes unterscheidet. In diesem Zusammenhang wird auch auf die gesetzlichen Bestimmungen eingegangen. Im Anschluss wird erörtert, wie sich das Tragen einheitlicher Schulkleidung in verschiedenen Bereichen auf Mobbing auswirken kann. Dazu werden die Vor- und Nachteile abgewogen. Abschließend wird im Fazit die Eingangsfrage der Arbeit auf-gegriffen und als Ergebnis zusammengefasst, ob das Tragen einheitlicher Schulkleidung überhaupt eine Auswirkung auf Mobbing hat beziehungsweise ob dadurch Mobbing reduziert oder begünstigt wird.
Oftmals entflammt in Deutschland die Diskussion, ob das Tragen einheitlicher Schulkleidung Vorteile mit sich bringt. Befürwortende Argumente, dass eine einheitliche Schulkleidung das soziale Miteinander fördert und das Lernen erleichtert, stehen ablehnenden Argumenten gegenüber, dass mit dem Tragen einheitlicher Schulkleidung in die Privatsphäre von Schülerinnen und Schülern eingegriffen wird und ihnen so ihr Selbstbestimmungsrecht genommen wird. Obwohl in vielen Ländern der Welt, wie zum Beispiel in den USA, England, China oder Australien, einheitliche Schulkleidung oft zum Schulalltag gehört, führen die Diskussionen hierzulande bisher zu keiner Vorschrift des Bekleidungsstils. Dabei wird regelmäßig durch die Medien und auch im direkten Umfeld einer jeden Person sichtbar, wie sehr Äußerlichkeiten dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler gemobbt werden und aufgrund ihrer Kleidung beziehungsweise weil sie sich gewissen Mode- und Markentrends nicht unterwerfen, ausgegrenzt werden. Machen Kleider wirklich Leute? Zählt der äußerliche Eindruck, noch bevor das erste Wort gesagt wurde? Kann einheitliche Schulkleidung dabei helfen, das soziale Miteinander zu fördern und Äußerlichkeiten so auszublenden, dass Mobbing in den Hintergrund rückt?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einheitliche Schulkleidung
2.1 Einheitliche Schulkleidung vs. Schuluniform vs. Dress-Code
2.2 Gesetzliche Bestimmungen
3. Mobbing in der Schule
3.1 Allgemeine Definitionen
3.2 Folgen von Mobbing
4. Einfluss von einheitlicher Schulkleidung auf Mobbing
4.1 Soziale Ungleichheit
4.2 Leistungsbereitschaft
4.3 Gemeinschaft
4.4 Persönlichkeitsentwicklung
5. Diskussion
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Einführung einheitlicher Schulkleidung in Deutschland eine präventive Wirkung gegen Mobbing an Schulen entfalten kann und welche psychosozialen sowie schulpraktischen Effekte damit verbunden sind.
- Unterscheidung zwischen Schuluniform, Dress-Code und einheitlicher Schulkleidung
- Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland
- Einfluss der Kleidung auf soziale Ungleichheit und Ausgrenzung
- Zusammenhang zwischen Schulkleidung, Leistungsbereitschaft und Arbeitsatmosphäre
- Förderung des Gemeinschaftsgefühls und Identifikation mit der Schule
Auszug aus dem Buch
4.1 Soziale Ungleichheit
Wenn Eltern nicht über die finanziellen Mittel verfügen, ihrem Kind regelmäßig die neuesten Trend- und Markenklamotten zu kaufen, kann dies beim Kind zu sozialer Ausgrenzung führen und auch gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen.
„Gesundheitssoziologische Studien dokumentieren nachdrücklich, wie stark die Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen durch den Finanzstatus ihres Elternhauses bestimmt wird.“ (Bilz et al. 2016, S. 22)
Wenn das Kind unter sozialer Ausgrenzung leidet, leiden auch die Eltern. So versuchen in diesem Fall viele Eltern, den Leidensdruck des Kindes zu minimieren, indem sie ihm die aktuell angesagte Kleidung kaufen, obwohl die finanziellen Mittel dafür gar nicht zur Verfügung stehen.
„Viele Eltern stürzen sich in Schulden, um ihre Kinder vor dem Mobbing der Mitschüler zu bewahren. Einheitliche Schulkleidung kann hier helfen. Sie ist ein sinnvoller Beitrag zur Chancengleichheit und macht den Kindern klar, dass der Wert eines Menschen nicht von teurer Mode abhängt.“ (Brose 2005, S.15)
Zudem würden durch das Tragen einheitlicher Schulkleidung sozial bedingte Ungleichheiten nicht auf den ersten Blick auffallen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Debatte um einheitliche Schulkleidung und definiert das Ziel der Arbeit, den Einfluss auf das Mobbinggeschehen zu untersuchen.
2. Einheitliche Schulkleidung: Dieses Kapitel differenziert zwischen Begrifflichkeiten wie Schuluniform und Dress-Code und erläutert die deutsche Gesetzeslage.
3. Mobbing in der Schule: Es werden wissenschaftliche Definitionen von Mobbing dargelegt und die gravierenden gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen aufgezeigt.
4. Einfluss von einheitlicher Schulkleidung auf Mobbing: Dieser Hauptteil untersucht die Auswirkungen auf soziale Gleichheit, Leistungsbereitschaft, Gemeinschaftsgefühl und die Persönlichkeitsentwicklung.
5. Diskussion: Das Kapitel führt die Erkenntnisse zusammen und bewertet kritisch, inwieweit Schulkleidung als Mittel gegen Mobbing geeignet ist.
6. Fazit: Das Fazit schließt die Arbeit ab und bewertet das Potenzial von Schulkleidung als präventiven Baustein im Schulalltag.
Schlüsselwörter
Einheitliche Schulkleidung, Mobbing, Prävention, soziale Ungleichheit, Schuluniform, Dress-Code, Leistungsbereitschaft, Gemeinschaftsgefühl, Markenwahn, Persönlichkeitsentwicklung, Schulklima, Markenkleidung, Bildungsstand, Sozialverhalten, Kinder und Jugendliche
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob einheitliche Schulkleidung einen Beitrag zur Reduzierung von Mobbing an Schulen leisten kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die soziale Ausgrenzung durch Markenkleidung, die Arbeitsatmosphäre, die Förderung des Wir-Gefühls und die Grenzen der präventiven Wirkung von Kleidung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Klärung, ob einheitliche Schulkleidung Mobbing präventiv entgegenwirken kann und ob sie den Schulalltag für alle Beteiligten erleichtern kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis vorhandener Fachliteratur, Studien und der aktuellen Rechtslage in Deutschland.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Auswirkungen auf die soziale Ungleichheit, die schulische Leistungsbereitschaft, die Stärkung der Schulgemeinschaft und die Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Schulkleidung, Mobbing-Prävention, soziale Ausgrenzung, Markenfetischismus und Chancengleichheit.
Warum gibt es in Deutschland keine verpflichtende Schulkleidung?
Aufgrund des im Grundgesetz verankerten Rechts auf freie Entfaltung der Persönlichkeit wäre eine staatliche Anordnung ein unzulässiger Grundrechtseingriff.
Kann einheitliche Schulkleidung den Markenwahn vollständig verhindern?
Die Arbeit stellt fest, dass Schulkleidung zwar den Druck bei der Kleidung mindert, sich der Statussymbol-Wunsch jedoch möglicherweise auf andere Güter wie Handys oder Schulranzen verlagern kann.
- Quote paper
- Stephanie Walter (Author), 2018, Welche Auswirkung hat einheitliche Schulkleidung auf Mobbing in der Schule?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462648