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Zum Status der Montage innerhalb der feministischen Zuschauertheorie Laura Mulveys

Titel: Zum Status der Montage innerhalb der feministischen Zuschauertheorie Laura Mulveys

Hausarbeit , 2018 , 12 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Luca Maria Grote (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Wodurch gewinnt der Film die Macht, die Wahrnehmung des Zuschauers derartig zu manipulieren, dass dieser keine Notiz davon nimmt? Von wegweisender Bedeutung in der Ergründung dieser Frage ist Laura Mulveys 1975 erschienener Aufsatz „Visuelle Lust und narratives Kino“, nicht zuletzt, weil sie als erste Filmtheorie, feministische Denkstrukturen und psychoanalytische Theorien
zusammenführte.

Aufgrund dessen exemplarischen Status widmet sich die vorliegende Arbeit ausschließlich dem Werk Laura Mulveys, und untersucht anhand der Analyse filmischer Repräsentationsformen, welchen Status die Montage innerhalb ihrer Theorie innehat. Der Betrachtungsschwerpunkt liegt auf der feministischen Filmtheorie der 1970er Jahre, vor deren Hintergrund Mulveys Essay entstand, und dem klassischen Hollywoodkino.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die feministische Filmtheorie der 1970er Jahre

2.1 Ein Überblick

2.2 Die Zuschauerkonzeption Laura Mulveys

3. Zur Montagetheorie

3.1 Die Entstehung des Blickes

3.2 Das System des Suture

3.3 Interdependenzen zwischen Suture und Mulvey

4. Fazit

5. Bibliographie

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Status der Montage innerhalb der feministischen Filmtheorie von Laura Mulvey. Ziel ist es, zu ergründen, wie filmische Repräsentationsformen und insbesondere Montagetechniken dazu beitragen, die Wahrnehmung des Zuschauers im klassischen Hollywoodkino innerhalb einer patriarchalischen Ordnung zu manipulieren.

  • Entwicklung und Anliegen der feministischen Filmtheorie der 1970er Jahre
  • Die psychoanalytisch fundierte Zuschauerkonzeption nach Laura Mulvey
  • Grundlagen der Montage und ihre Rolle bei der Konstruktion des filmischen Blicks
  • Die Funktion des Suture-Systems als Mittel zur Verschleierung der filmischen Maschinerie
  • Wechselwirkungen zwischen feministischer Filmtheorie und filmästhetischen Strukturen

Auszug aus dem Buch

3.2 Das System des Suture

Namensgebend für diese Theorie ist das französische Wort „suture“, auf Deutsch „Naht“. Allgemein handelt es sich hierbei um die Produktion von Bedeutung mithilfe der Montage, also die Ausdrucksweise des klassischen Hollywoodkinos.

In anderen Worten hat Suture die Funktion, das bloße Sehen eines Films in eine Lesart dessen zu transformieren und ist demnach metaphorisch gesehen für das klassische Kino das, was die verbale Sprache für die Literatur ist. Laut Jean- Pierre Oudat bedeutet einen Film zu sehen, seinen Rahmen, also zum Beispiel Kameraperspektive und Distanzen nicht wahrzunehmen; das Dargestellte wird nicht hinterfragt und einfach als real wahrgenommen. Entsteht nun, wie in Kapitel 3.1 beschrieben, durch den Schnitt ein Bruch, wird der Rezipient auf die ihm bisher verborgene „Maschinerie des Blickes“ aufmerksam, was ein Gefühl von Bedrohung und Verlust in ihm auslöst, das die nachfolgende Einstellung kompensieren muss. Dies geschieht, indem zwei aufeinanderfolgende Einstellungen nach dem Prinzip der Kontinuität miteinander „vernäht“ werden, üblicherweise durch Verwendung eines match- cuts, der Bildausschnitt, Kamerawinkel und Blickpunkt beider Einstellungen werden entweder auf visueller Ebene (zum Beispiel durch das „Schuss – Gegenschuss Prinzip“), oder durch die Beantwortung einer, möglicherweisen impliziten, Frage (zum Beispiel: „Wo?“ – „Hier“), miteinander in Einklang gebracht. Dabei lässt die Angst des Zuschauers davor, den Faden innerhalb der filmischen Handlung zu verlieren und somit von dieser ausgeschlossen zu sein, ihn noch eifriger dem Filmfluss folgen.

Sonach ist das System des Suture eine der wichtigsten Möglichkeiten des klassischen Kinos, um den Zuschauer nicht nur in die externe Handlung eines Films, sondern auch, anhand raffinierter Manipulation unter anderem des Blickes, Bildausschnittes und off– screen Bereiches, in die innere Welt der Protagonisten einzubinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die feministische Filmtheorie ein und verortet Laura Mulveys Essay „Visuelle Lust und narratives Kino“ als zentralen Ausgangspunkt für die Untersuchung filmischer Repräsentationsformen.

2. Die feministische Filmtheorie der 1970er Jahre: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Theorie im Kontext der politischen Frauenbewegung und die Einführung psychoanalytischer Ansätze zur Analyse des Verhältnisses von Geschlecht und Kino.

2.1 Ein Überblick: Es wird dargelegt, wie die feministische Filmtheorie von einer rein journalistischen Auseinandersetzung zu einer wissenschaftlichen Disziplin heranreifte, die die psychischen Mechanismen der Kinorezeption erforscht.

2.2 Die Zuschauerkonzeption Laura Mulveys: Der Fokus liegt auf Mulveys These, dass Hollywood-Narrationen auf die Befriedigung männlicher Schaulust ausgerichtet sind, basierend auf den Theorien von Freud und Lacan.

3. Zur Montagetheorie: Hier wird die Bedeutung technischer Schnittstrategien für die filmische Wirkung und die Steuerung der Zuschauerwahrnehmung analysiert.

3.1 Die Entstehung des Blickes: Das Kapitel untersucht das Zusammenspiel verschiedener Blickebenen und die Rolle der Kamera bei der Etablierung eines männlich dominierten Beobachtungsmodells.

3.2 Das System des Suture: Es wird erklärt, wie Montagetechniken durch kontinuierliche Schnitte die "Maschinerie des Kinos" verbergen und den Zuschauer nahtlos in die filmische Illusion einbinden.

3.3 Interdependenzen zwischen Suture und Mulvey: Dieser Abschnitt verknüpft die Suture-Theorie mit Mulveys Kritik an der Darstellung der Frau als passives Objekt, das durch die ideologische Konstruktion des Kinos stabilisiert wird.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Montage ein zentrales Instrument der patriarchalischen Filmstruktur ist, da sie sowohl die Identifikation steuert als auch die Objektifizierung der Frau ermöglicht.

5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Unterstützung der theoretischen Argumentation.

Schlüsselwörter

Feministische Filmtheorie, Laura Mulvey, Hollywoodkino, Montage, Suture, Skopophilie, Voyeurismus, Psychoanalyse, Patriarchat, Narration, Zuschaueridentifikation, Spiegelmoment, Repräsentationssystem, Geschlechterhierarchie, Kameraführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den theoretischen Status der Montage innerhalb der feministischen Filmtheorie, insbesondere im Werk von Laura Mulvey und deren Analyse des klassischen Hollywoodkinos.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert auf feministische Filmtheorie, die Konzepte der Skopophilie und des Voyeurismus, die Rolle der Montage sowie das Suture-System als Mittel zur ideologischen Manipulation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Montagetechniken dazu beitragen, filmische Repräsentationsformen zu schaffen, die den Zuschauer in ein patriarchales Machtgefüge einbinden und die Frau als passives Objekt positionieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine filmtheoretische Analyse, die zentrale Essays von Laura Mulvey mit der Suture-Theorie und psychoanalytischen Ansätzen (Freud/Lacan) konfrontiert, um die Wirkungsweise filmischer Narration zu ergründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der feministischen Theorie der 1970er Jahre, die Analyse der Zuschauerkonzeption Mulveys und eine vertiefende Untersuchung von Montagetechniken und Suture-Mechanismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Feministische Filmtheorie, Suture, Montage, Visuelle Lust, Patriarchat und Zuschaueridentifikation.

Wie unterscheidet sich Mulveys Ansatz von früheren Filmanalysen?

Mulvey wendet sich von einer reinen Analyse des Inhalts ab und fokussiert stattdessen auf die Art der filmischen Darstellung und die zugrunde liegenden psychoanalytischen Strukturen.

Welche Rolle spielt das Suture-System bei der Wahrnehmung eines Films?

Das Suture-System "vernäht" einzelne Einstellungen so geschickt, dass der Zuschauer die Kamera und den filmischen Apparat ausblendet, wodurch das Dargestellte als natürlich und real wahrgenommen wird.

Inwiefern bekräftigt die Montagetheorie die patriarchalische Struktur des Hollywoodkinos?

Die Montage inszeniert Körperlichkeit und Sexualität der Frau gezielt so, dass diese als passives Objekt für den männlichen Blick fungiert, was die Handlung retardiert und die bestehende Geschlechterhierarchie zementiert.

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Details

Titel
Zum Status der Montage innerhalb der feministischen Zuschauertheorie Laura Mulveys
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Luca Maria Grote (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
12
Katalognummer
V462712
ISBN (eBook)
9783668922426
ISBN (Buch)
9783668922433
Sprache
Deutsch
Schlagworte
status montage zuschauertheorie laura mulveys
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luca Maria Grote (Autor:in), 2018, Zum Status der Montage innerhalb der feministischen Zuschauertheorie Laura Mulveys, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462712
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Leseprobe aus  12  Seiten
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