Modelllernen und Medienwirkungen auf aggressives Verhalten


Seminararbeit, 2004
17 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Lernen
1.1 Definition: Lernen

2 Modellernen - Beobachtungslernen
2.1 Einflussweisen des Beobachtungslernens
2.1.1 Erlernen von neuem Verhalten
2.1.2 Beeinflussung des Reaktionsrepertoire
2.1.3 Inhibition / Disinhibition von Reaktionen
2.2 Belohnung und Bestrafung
2.3 Prozess des Beobachtungslernens
2.2.1 Aufmerksamkeitsphase
2.2.2 Behaltensphase
2.2.3 Reproduktionsphase
2.2.4 Motivationsphase
2.3 Banduras Experiment

3 On killing – Medienwirkungen auf aggressives Verhalten
3.1 Grossman´s Ansatz
3.2 Klassisches Konditionieren in Armee und Gesellschaft
3.2.1 Klassisches Konditionieren in der Armee
3.2.2 Klassisches Konditionieren in der Gesellschaft
3.3 Operantes Konditionieren in Armee und Gesellschaft
3.3.1 Operantes Konditionieren in der Armee
3.3.2 Operantes Konditionieren in der Gesellschaft
3.4 Modelllernen in Armee und Gesellschaft
3.4.1 Kriterien zur Auswahl eines Rollenmodells
3.4.2 Modelllernen in der Armee
3.4.3 Modelllernen in der Gesellschaft
3.5 Schlussworte – Ich spiele Computer, na und ?

Literatur

0 Einleitung

„Man lernt nie aus!“ Diesen Spruch hört man häufig, ganz gleich in welcher Altersklasse. Aber was steckt dahinter, was ist eigentlich Lernen und wie geschieht es? In dieser Arbeit werden wir eine Form des Lernens näher vorstellen, die des Beobachtungslernens. Daran knüpft sich die Frage, wenn Lernen durch beobachten möglich ist, welchen Einfluss können die Medien, insbesondere Computer (Egoshooter) und Fernsehen / Kino (gewalttätige Comics, Action- und Horrorfilme) auf unsere Kinder und weitere Teile der Gesellschaft ausüben.

1 Lernen

Bevor wir uns mit dem Beobachtungslernen auseinandersetzen können, ist zu klären was gemeint ist wenn wir von Lernen sprechen.

1.1 Definition: Lernen

„Lernen ist ein Prozess, durch den ein Organismus sein Verhalten als Resultat von Erfahrung ändert.“[1]

Anhand dieser Definition wird deutlich, das Lernen ein Prozess ist und somit Zeit braucht. Damit lässt sich zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten ein verändertes Verhalten wahrnehmen, welches auf Erfahrung zurück zu führen ist.

2 Modellernen - Beobachtungslernen

In diesem Kapitel werden wir uns mit dem Beobachtungslernen befassen. Dazu widmen wir uns den grundlegenden Begriffen Modell, Modellverhalten, Verhaltensmodell um anschließend die Einflussweisen von Beobachtung auf unser Verhalten zu erläutern. Wir gehen des Weiteren kurz auf mögliche Belohnungs- und Bestrafungsmöglichkeiten und stellen darauf folgend den Prozess des Beobachtungslernens dar. Dieser Prozess ist von zentraler Bedeutung und seine vier Phasen bieten Ansatzpunkte z.B. für Lehrer um Einfluss auf den Lernprozess zu nehmen. Auf die Frage, ob Beobachtungslernen tatsächlich eine Begründung für verändertes Verhalten durch beobachten ist, geben wir mit Banduras Experiment am Ende diesen Kapitels die Antwort.

Was ist Beobachtungslernen? Alleine aus dem Wort lassen sich die zwei elementaren Begriffe erschließen: Beobachtung und Lernen.

Beim Beobachtungslernen geht man davon aus, das Lernen allein auf Grund von Beobachtung möglich ist.

Stellen wir uns die Frage wen wir beobachten können, lässt sich feststellen, dass alle Menschen, auch in Filmen, Computerhelden und Zeichentrickfiguren Grundlage unserer Beobachtung sein können. Wir fassen sie unter der Gruppe „Modelle“ zusammen.

Wovon können wir nun lernen? Wir lernen von dem beobachteten Verhalten der Modelle, dem Modellverhalten.

Modell und Modellverhalten vereinigt sich im Begriff Verhaltensmodelle, die stets Grundlage unserer Beobachtung sein werden.

Dem Beobachtungslernen liegt ein Mechanismus zu Grunde, bei dem es beim Beobachter zu einer Verknüpfung von Modellverhalten und einem kognitivem Ereignis kommt. Dieses wird im Augenblick der Beobachtung stichpunktartig gespeichert, so dass die Stichworte zur Grundlage späteren Handelns dienen können.

2.1 Einflussweisen des Beobachtungslernens

Beobachtungen können unser Verhalten auf unterschiedliche Weisen beeinflussen. Es sollen nun drei mögliche Einflussweisen vorgestellt werden.

2.1.1 Erlernen von neuem Verhalten

Es besteht die Möglichkeit, dass der Beobachter ein für ihn neues Verhalten erlernt. Man stelle sich dazu ein Kind vor, das zum ersten Mal in ein Auto steigt. Es wird sehen, dass man nach dem Einsteigen die Tür schließt und sich anschnallt und dies entsprechend auch tun.

2.1.2 Beeinflussung des Reaktionsrepertoire

„Wenn das Modellverhalten dem bereits gelernten Verhalten des Beobachters entspricht, wird eine solche bereits früher gelernte Reaktion durch das Modellverhalten nur ausgelöst.“[2]

2.1.3 Inhibition / Disinhibition von Reaktionen

Inhibition bedeutet Hemmung und äußert sich in einer verringerten Auftretenshäufigkeit von bestimmten Verhalten. Dementsprechend steht Disinhibition für Enthemmung und zeichnet sich durch eine vermehrte Auftretenshäufigkeit von bestimmten Verhalten aus. Ursache für eine Disinhibition kann die Milderung oder Aufhebung hemmender Einflüsse sein. Ein Beispiel dazu: hemmend wirkt sich in der Regel die Anwesenheit einer Autoritätsperson aus, z.B. ein Lehrer. In seiner Gegenwart wird die Klasse mit großer Wahrscheinlichkeit ruhig sein, verlässt er die Klasse kurz um ein Stück Kreide zu holen, werden sicherlich einige Schüler anfangen Unfug zu treiben.

„Die Auswirkung von Inhibition und Disinhibition sind dann am stärksten, wenn ein Beobachter wahrnimmt, welche Konsequenzen bei bestimmten Verhaltensäußerungen entstehen. Die Beobachtung von Belohnung oder Bestrafung des Modells hat erheblichen Einfluss auf das eigene Verhalten des Beobachters.“

2.2 Belohnung und Bestrafung

Im vorherigen Abschnitt haben wir festgehalten, dass Belohnung und Bestrafung des Modells erheblichen Einfluss auf das eigene Verhalten des Beobachters hat. Für die Aneignung scheinen sie keine Rolle zu spielen. Belohnung und Bestrafung können auf dreierlei Weise erfahren werden:

- stellvertretend (indem man sich in die Lage eines anderen versetzt)
- indem man die Konsequenzen eines Modellverhaltens wahrnimmt
- als unmittelbare Folge eigenen Handelns[3]

Der letzte Punkt ist einfach verständlich. Zum besseren Verständnis der beiden erstgenannten Punkte und zu deren Abgrenzung sollen die folgenden Beispiele dienen.

[...]


[1] Gage et al. 1996, S. 230

[2], 3 Gage et al. 1996, S. 263

[3] vgl. Gage et al. 1996, S. 264

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Modelllernen und Medienwirkungen auf aggressives Verhalten
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Psychologie)
Autoren
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V46299
ISBN (eBook)
9783638435222
Dateigröße
688 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Prozess des Lernens, insbesondere dem des Modelllernens. Im Anschluss an die theoretischen Erläuterungen zum Modelllernen folgt eine Analyse der Medienwirkungen auf aggressives Verhalten. Diese verfolgt den Ansatz, dass die heutige Konfrontation der Kinder mit Medien wie Fernsehen und Computer den Desensibilisierungsmethoden des Militärs bei der Ausbildung ihrer Soldaten gleichkommt.
Schlagworte
Modelllernen, Medienwirkungen, Verhalten, Aggression, Beobachtungslernen
Arbeit zitieren
Christian Klaas (Autor)Markus Eppelmann (Autor), 2004, Modelllernen und Medienwirkungen auf aggressives Verhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46299

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