Konstruktionen von Bildern und die Metaphorik der Frauenrolle in Fontanes Gesellschaftsromanen "L’ Adultera" und "Effi Briest" hinsichtlich der Ehebruchthematik


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
34 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Vorgehensweise

2. Der Text als Dokument – Was macht den Text zur Literatur?
2.1 Formale Struktur
2.1.1 Formale Struktur in L’ Adultera
2.1.2 Formale Struktur in Effi Briest
2.2 Inhalt
2.2.1 Inhalt in L’ Adultera
2.2.2 Inhalt in Effi Briest

3. Intertextualität: Zitate, Hinweise, Anspielungen und Vorausdeutungen auf die Kunst , Literatur und Musik
3.1 Intertextualität in L’ Adultera
3.2 Intertextualität in Effi Briest

4. Vergleich der Protagonisten in L’ Adultera und Effi Briest
4.1 Effi Briest vs. Melanie de Caparoux
4.2 Baron von Instetten vs. Ezechiel von der Straaten
4.3 Major Crampas vs. Ebenezer Rubehn

5. Kunst: Konstruktionen von Bildern in den Romanen Fontanes
5.1 Das Chinesenmotiv vs. Tintorettos L’ Adultera
5.2 Weitere Bilder, Symbole und Motive
5.2.1 In L’ Adultera
5.2.2 In Effi Briest

6. Die Metaphorik der Frauenrolle in L’ Adultera und Effi Briest
6.1 Das Gesellschafts bild der Frau zu Fontanes Zeiten
6.2 Zwischen Kindsfrau und Gesellschafts objekt

7. Der Schuldbegriff
7.1 Die Frage nach der Schuld beider Protagonistinnen
7.1.1 Melanie de Caparoux – Das neue Selbstbewusstsein der Frau
7.1.2 Effi Briest – Opfer der Gesellschaft?

8. Fazit

9. Bibliographie

1. Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema

Um die Thematik des Realismus besser fassen zu können, werde ich zunächst einen Exkurs zum Begriff des Romans skizzieren, um den Bogen zur Eheproblematik Theodor Fontanes schlagen zu können. Zwischen dem 18. und dem 19. Jahrhundert hat die literarische Gattung des Romans eine besondere Entwicklung und Aufwertung erfahren. Bis ins 18. Jahrhundert besaß der Roman einen geringen Stellenwert gegenüber der Lyrik und dem Drama, in denen Individualprobleme dominierten. Mit dem Zeitalter der Industrialisierung und Technisierung verlagerten sich jedoch Handlungsrahmen und Problemlagen von individuellen zu kollektiven Fragestellungen. Das Drama, das vorwiegend individuelle Schicksale behandelte und dessen Gesellschaftsbegriff sich ausschließlich an adliger und bürgerlicher Gesellschaft orientierte, hatte es angesichts dieser Umstände schwer, den sozialen Fragen der Zeit gerecht zu werden. Für eine adäquate Darstellung „des wirklichen und gesellschaftlichen“ Lebens erhält der Roman als eine vorzugsweise dazu ausgebildete „Kunstform der Prosa“ seine neue Berechtigung.1 Der Roman versteht sich somit als Verschmelzung sowohl lyrischer als auch tragischer Elemente. Während das Tragische allerdings in der Tragödie von „hohem pathetischem Stil“ geprägt war2, präsentiert es sich im Roman des Realismus als Vermischung von Alltäglichem und tragischem Ernst3, wobei es wesentlich an Bedeutung verliert. Im Unterschied zur französischen Literatur, die bedingt durch die politisch- soziale „Vorläuferrolle“ Frankreichs, sich schon früh den Problemen der Zeit gestellt hatte4, gewinnt der deutsche Roman als Gesellschaftsroman sehr spät den Anschluss an die Entwicklung der europäischen Literatur. Die Französische Revolution hat eben auch im Bereich der Literatur die Dimension des „Gesellschaftlichen“ entdeckt und zur zentralen Fragestellung erhoben. Erst deren Rezeption sowie die Auseinandersetzung damit in Deutschland haben analog zur zeitverzögerten, seit der Reichsgründung sich beschleunigenden sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland, auch zu einer entsprechend späteren literarischen Ausprägung geführt. Fontane ist in seiner engen Verknüpfung mit diesem Prozess wohl auch der Schriftsteller schlechthin, der den zeitgenössischen Gesellschaftsroman wohl typischerweise verkörpert.5 Dass Fontane die Realität am nachweislichsten wiedergibt, werde ich im nächsten Schwerpunkt deutlich machen, da der Dichter wahrheitsgetreue Dokumente verwendete, um seine Werke so realitätsnah als möglich darzustellen.

1.2 Vorgehensweise

In der vorliegenden Projektarbeit analysiere ich anhand von sechs Hauptgedanken Theodor Fontanes Gesellschaftsromane L’ Adultera und Effi Briest. Dabei werde ich mich im ersten Schwerpunkt mit dem Text als Dokument auseinandersetzen und untersuchen, was den Text zur Literatur macht. Des weiteren gehe ich kurz auf die Form und den Inhalt von L’ Adultera und Effi Briest ein. Der zweite Schwerpunkt bezieht sich auf eine vergleichende Betrachtung der Intertextualität, wobei ich Zitate, Hinweise, Anspielungen und Vorausdeutungen auf die Kunst , Literatur und Musik in beiden Werken entsprechend hervorheben werde. Im dritten Kapitel stelle ich die Protagonisten beider Gesellschaftsromane kontrastiv gegeneinander dar, um im darauf folgenden Schwerpunkt, auf die Kunst Bezug zu nehmen, wobei ich auf Fontanes Geschick eingehen werde, wie er Bilder in den beiden Romanen konstruiert. Daneben werde ich einen Vergleich zwischen den beiden tragenden Bildern der L’ Adultera vom Künstler Tintoretto und des Chinesen in Effi Briest durchführen. Hinsichtlich der Bildlichkeit zeige ich auf, wie viele Kunstwerke, Bilder und Motive in den Texten versteckt sind und diesbezüglich auch eine facettenreiche Symbolik vorherrscht. Unter Punkt fünf wird die Metaphorik der Frauenrolle in L’ Adultera und Effi Briest erläutert. Dabei werde ich mich mit dem Gesellschaftsbild der Frau zu Fontanes Zeiten sowie dem Unterschied zwischen Kindsfrau und Gesellschaftsobjekt auseinandersetzen. Im letzten Schwerpunkt werde ich mich mit dem Begriff der Schuld und der Sühne beschäftigen und die Schuldfrage beider Protagonistinnen analysieren.

2. Der Text als Dokument – Was macht den Text zur Literatur?

In diesem Schwerpunkt setze ich mich mit der Problematik auseinander, in wie weit der Text als Dokument dienen kann und was den Text schließlich erst zur Gattung der Literatur zählen lässt. Theodor Fontane bezieht sich in beiden seiner Werke auf authentische Begebenheiten, die als Dokumente vorliegen. Dabei haben die Dokumente den höchsten Realitätsanspruch. Das heißt, dass sich der poetische Realismus auf vorhergehende Texte bezieht und somit Intertextualität herstellt. So äußerte sich Fontane über L’ Adultera in einem Brief an Paul Lindau wie folgt: „[…], lag mir vorwiegend daran, ein Berliner Lebens- und Gesellschaftsbild zu geben, das Zuständliche, die Scenerie war mir die Hauptsache“6. Dabei ist das Glaubwürdige nicht vorgegeben, sondern muss erst hergestellt werden. Um dies zu erschaffen, verwendet man historische Rückblicke, um Authentizität und somit Realität zu schaffen. Somit stellt das Dokument an sich einen Text dar, der wiederum vom Autor in eine andere Form gebracht wird. Es gibt die Poesie in der Literatur, als auch in der Realität. Wo ist also das Poetische im Alltag? Theodor Fontane geht davon aus, dass das Poetische in der Realität vorherrscht. Das Individuum kann sich etwas vorstellen, wobei dieses Konstrukt der Imagination nicht gleichzusetzen ist mit etwas Chimärischen – also mit etwas Mythischen. So zählen ebenso auch unsere Vorstellungen zur Realität. Das muss aber nicht bedeuten, dass man unbedingt ins Märchenhafte abdriftet, denn das wäre dann wiederum Flucht in die Verklärung. Dabei ist die Basis jeglicher Realität die Verwendung bzw. Referenz auf Orts- und Zeitangaben. Das macht auch Fontane – nur mit dem Unterschied, dass er, indem er auf Ort und Zeit referiert, einen anderen Rahmen konstruiert. An dieser Stelle ist zu bemerken, dass Realität unabhängig von jeglicher Epoche ist. Im Realismus endet die Funktion des Erzählers; so wird bei Fontane deutlich, dass er den Erzähler zwar voraussetzt, jedoch nur sparsam einsetzt. Des weiteren zeige ich kurz die formale Struktur und den Inhalt beider Romane auf. Beginnen werde ich zunächst mit Fontanes erst erschienenen Gesellschaftsroman L’ Adultera, um mich zum Abschluss Effi Briest zu widmen.

2.1 Formale Struktur

2.1.1 Formale Struktur in L’ Adultera

Die gesamte Handlung erstreckt sich über zweiundzwanzig Kapitel, die allesamt einen Titel aufweisen. Der erste Abschnitt beginnt sogleich mit einer Personenbeschreibung des Kommerzienrates van der Straaten und abschließend endet das Werk mit der Versöhnung der ehemaligen Eheleute Ezechiel und Melanie van der Straaten. Etwa in der Mitte, im 12. Kapitel, erreicht der Roman seinen Höhepunkt. Da findet ’Unter Palmen’ der vermeintliche Ehebruch statt, der dem Leser bereits im Titel und später im 2. Kapitel als Kopie des Gemäldes vom Maler Tintoretto begegnet. Der Erzähler stellt insbesondere den Werdegang der Protagonistin Melanie de Caparoux dar, deren individuelles Handeln in einer Fülle von „Parallelfällen aus Bibel, Kunst und (Zeit)Geschichte“7 gespiegelt wird. Diese Intertextualität ist eine Vorliebe Fontanes, die sich in zahlreichen Zitaten anderer Künstler und Verweisen auf Kunst, Musik und Kultur über das gesamte Werk erstrecken. Dadurch wird sein Roman zu einer Fundgrube an Prophezeiungen, zu einem geschickten Symbolisierungszusammenhang, der vom Leser bei aller Trivialität des Geschehens eine große Entschlüsselungsfähigkeit abverlangt, wenn er die Oberfläche des Textes verlässt, um die Tiefenstruktur zu verstehen versucht. Was die Intertextualität betrifft, werde ich auf diese im zweiten Kapitel meiner Projektarbeit noch eingehen.

2.1.2 Formale Struktur in Effi Briest

Die äußere Struktur beinhaltet 36 Kapitel ohne Kapitelüberschrift, die oft in Unterabschnitte gegliedert sind. Effis Geschichte wird über einen Zeitraum von etwa zwölfeinhalb Jahren erzählt, wobei am Anfang ihre Verlobung und am Ende ihr Tod steht. Der Roman ist in fünf Erzählblöcke gegliedert. Kapitel 1-5 sind die Exposition, in der Effis Leben vor ihrer Ehe in Hohen- Cremmen beschrieben werden. Kapitel 6-14 beinhalten die Vorbereitung des Wendepunktes und berichten von Effis Leben in Kessin. In Kapitel 15-22 kommt es zum Höhepunkt und somit zu Effis Begegnung mit Major Crampas, die schließlich zum ’Schritt vom Wege’ und folglich zum Ehebruch führt. Kapitel 23-31 beschreiben die Katastrophe und ihre Auswirkungen. Die verhängnisvollen Briefe werden gefunden, es kommt zum Duell und zur Scheidung. In Kapitel 32-36 findet die Geschichte ihren Ausklang. Nach drei einsamen Jahren in Berlin darf Effi nach Hohen- Cremmen zurückkehren. Der Aufbau des Romans ist symmetrisch, was sowohl die symmetrische Anordnung der Kapitel pro Erzählblock (5-9-8-9-5) belegt, als auch die Tatsache, dass der ’Schritt vom Wege’ in der Mitte angesiedelt ist. Auch die psychischen Entwicklungsstationen der Protagonistin lassen sich anhand der Erzählblöcke beschreiben. Im ersten Erzählblock ist Effi ein unbeschwertes Mädchen, der zweite Erzählblock beschreibt schon ihren Weg in die Isolation, bedingt durch ihr Eheleben in Kessin. Im dritten Erzählblock bricht Effi schließlich durch den ’Schritt vom Wege’ mit den Normen der Gesellschaft, was im vierten Erzählblock zum Verstoß durch diese in die Einsamkeit führt. Der fünfte und letzte Erzählblock beschreibt Effis Reflexion und Sühne.8

2.2 Inhalt

2.2.1 Inhalt in L’ Adultera

Im Kommenden werde ich skizzenhaft auf den Inhalt von L’ Adultera eingehen. Es handelt sich bei diesem Roman um Theodor Fontanes ersten Ehebruchsroman, der im Gegensatz zu den anderen Erzählungen hinsichtlich der Ehebruchsthematik ein Happy- End hat. Die Grundlage für dieses Werk lieferte dem Dichter die Ravené – Affäre. „Die schöne junge Therese Ravené, eine geborene von Kusserow, hatte ihren Gatten, den bekannten und schwerreichen Industriellen und Kommerzienrat Ravené, wie auch ihre drei Kinder verlassen und war mit ihrem Geliebten, dem Kaufmann Gustav Simon, nach Rom geflohen“9. Ebenso wie Therese Ravené verlässt auch Fontanes Protagonistin Melanie van Straaten, geborene de Caparoux, ihren Ehemann Ezechiel und ihre Töchter, um mit ihrem Geliebten Rubehn nach Venedig zu fliehen. Zehn glückliche Jahre, glücklich für beide Teile [...]“10 waren vergangen seit der Hochzeit der 17- jährigen Melanie de Caparoux, Tochter eines Adligen aus der französischen Schweiz, mit dem 42- jährigen Kommerzienrat Ezechiel van der Straaten. Doch mit dem Einsetzen der Handlung scheint sich das Märchen vom Ezel, wie seine junge Prinzessin ihn neckend betitelt, sich dem Ende zuzuneigen. Die Augen der älteren Tochter blicken in einer wagen Voraussicht „[...] ernst und schwermütig, als sähen sie in die Zukunft“11. Ganz wie vom Schicksal „vorherbestimmt, prädestiniert“12 geht Melanie eine Romanze mit Ebenezer Rubehn ein, der als Volontär nach Berlin kommt. Die signifikante Frage Melanies „Wohin treiben wir?“13 auf einer Bootsfahrt dient als Exposé ihrer Liebe und wird weitergeführt, als sie einen Nachmittag im eigenen Palmenhaus verbringen und der vermeintliche Ehebruch dort ’Unter Palmen’ vollzogen wird. Danach treffen sich die Liebenden eine Zeit lang heimlich. Doch dann beginnt wirklich ein Umbruch im Hause van der Straaten, denn Melanie beschließt, sich von ihrem Ehemann zu trennen und mit Rubehn nach Italien zu gehen, um dort ihre Scheidung abzuwarten, um endlich Frau Melanie Rubehn zu werden. Zurück in Berlin lebt das Ehepaar zunächst im gesellschaftlichen Abseits und nach dem Bankrott des Bankhauses zudem in materiellen Nöten. Zu allem Übel misslingt auch noch die Annäherung zwischen Melanie und ihren Töchtern aus erster Ehe völlig, was ihr schwer zu schaffen macht. Dennoch überwindet sie diese Krisenzeit und letztlich stellt Ezechiel mit seiner Versöhnungsgeste die Harmonie wieder her, indem er ihr an Weihnachten einen Apfel als Geschenk zukommen lässt, in dem sich das Tintoretto- Gemälde in Miniaturausgabe befindet.14

2.2.2 Inhalt in Effi Briest

Ebenso wie bei L’ Adultera handelt es sich bei Effi Briest um einen Frauenroman, der das Schicksal einer jungen Frau widerspiegelt, die aufgrund der übernormierten und vermeintlich so moralischen Gesellschaft Ehebruch begeht und letztlich durch eine naive Schuldzuweisung sogar ihren Tod findet. Bezüglich der Authentizität bediente sich Fontane auch hier einem Beispiel, das aus dem wirklichen Leben gegriffen war – es handelte sich dabei um die Ardenne- Affäre. Sein Vorbild für Effi Briest ist die 1853 geborene Elisabeth Freiin von Plotho. Sie verlobt sich im Jahr 1871 als 17-jährige mit dem 22-jährigen Leutnant Armand von Ardennes. 1873 heiraten die beiden und ziehen nach Berlin. Acht Jahre später kehrt Ardenne als Rittermeister zu den Husaren nach Düsseldorf zurück und Elisabeth folgt ihm. Die Familie Ardenne ist seit 1980 mit dem verheirateten Amtsrichter Emil Hartwich (er ist 10 Jahre älter als Elisabeth) freundschaftlich verbunden. Aus dieser Verbundenheit heraus geht Elisabeth mit 31 Jahren eine Beziehung mit ihm ein, da sie keine glückliche Ehe führt. Sie tragen sich beide mit dem Gedanken, sich scheiden zu lassen. Der misstrauisch gewordene Ardenne entdeckt in einer verschlossenen Kassette die Pläne der beiden; daraufhin reicht er seinerseits die Scheidung ein und fordert Emil Hartwich zum Duell, das am 27. November 1886 mit der schweren Verwundung von Hartwich endet. Dieser stirbt an seinen Verletzungen - die Kinder der Familie Ardenne werden nach der Scheidung dem Vater zugesprochen.15 Fontane erfuhr von der Geschichte und schrieb sie als Effi Briest in leicht abgeänderter Form nieder.

3. Intertextualität: Zitate, Hinweise, Anspielungen und Vorausdeutungen auf die Kunst , Literatur und Musik

Im folgendem werde ich auf Theodor Fontanes Vorliebe für Zitate und Anspielungen eingehen. Er stellt durch die Verarbeitung von Zitaten anderer Persönlichkeiten und Künstler in seinen Werken Intertextualität her, die vom Leser zum einem ein aufmerksames Lesen, als auch ein Weiterdenken erforderlich macht. Was den Begriff der ’Intertextualität' betrifft, handelt es sich dabei darum, dass jeder Text nicht für sich alleine steht, sondern im Kontext anderer Texte zu sehen ist. Hinsichtlich Theodor Fontanes Vorliebe für Intertextualität wird deutlich, dass er Stil- Kopien und -Persiflagen sowie auch offen gelegte oder verborgene Zitate verwendet. Somit bildet die Intertextualität beispielsweise eine Grundlage für die ironische, komische oder andersartige Wirkung von Abwandlungen allseits bekannter Texte. Jedoch stellt der Dichter nicht nur Intertextualität durch seine verwendeten Zitate und Anspielungen her, sondern auch durch die von ihm verwendeten authentischen Textdokumente, die als Basis für die beiden Werke L’ Adultera und Effi Briest zu sehen sind. Durch seine Neigung, so zu schreiben, entfacht er beim Leser eine Neugierde, die nach mehr Verständnis des Textes verlangt. In den beiden folgenden Unterpunkten werde ich mich mit den einzelnen Zitaten, Anspielungen bzw. auch Vorausdeutungen auseinandersetzen, wobei ich mit seinem zuerst erschienenen Werk L’ Adultera beginnen möchte und im Anschluss auf Effi Briest eingehen werde.

[...]


1 Toth, Johannes: Gestalt und Rolle der Mutter im Roman des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts; Frankfurt a. Main 1986.

2 Das gilt ebenso für Goethes Wahlverwandtschaften, die oftmals als frühe Form des Gesellschaftsroman betrachtet werden.

3 Müller-Seidel, Walter: Soziale Romankunst in Deutschland; Stuttgart 1975; S. 12 – 17.

4 Richter, Karl: Resignation. Eine Studie zum Werk Theodor Fontanes; Stuttgart 1966; S. 10.

5 Müller-Seidel, Walter: Soziale Romankunst in Deutschland; Stuttgart 1975, S. 22 - 25 f.

6 Fontane, Theodor: L’ Adultera. Mit einem Nachwort, einer Zeittafel zu Fontane, Anmerkungen und bibliographischen Hinweisen von Dirk Mende. Goldmann, 1997, S. 162.

7 Vgl.: Jung, Winfried: Bildergespräche: Zur Funktion von Kunst und Kultur in Theodor Fontanes „L’ Adultera“. Stuttgart: Metzler u. Poeschel, 1991, S. 29.

8 Vgl.: Hamann, Elsbeth: Theodor Fontane, Effi Briest: Interpretation / Elsbeth Hamann – 4., korrigierte Aufl. – München: Oldenbourg, 2001, S. 19.

9 Fontane, Theodor: L’ Adultera. Mit einem Nachwort, einer Zeittafel zu Fontane, Anmerkungen und bibliographischen Hinweisen von Dirk Mende. Goldmann, 1997, S. 170.

10 ebda, S. 9.

11 Fontane, Theodor: L’ Adultera. Mit einem Nachwort, einer Zeittafel zu Fontane, Anmerkungen und bibliographischen Hinweisen von Dirk Mende. Goldmann, 1997, S. 10.

12 ebda, S. 17.

13 ebda, S. 74.

14 ebda, S. 160 f.

15 Vgl.: Pelster, Theodor: Literaturwissen für Schule und Studium. Theodor Fontane / Theodor Pelster. – Stuttgart: Philip Reclam jun., 1997, S. 66 f.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Konstruktionen von Bildern und die Metaphorik der Frauenrolle in Fontanes Gesellschaftsromanen "L’ Adultera" und "Effi Briest" hinsichtlich der Ehebruchthematik
Hochschule
Universität Erfurt
Veranstaltung
Poetischer Realismus (Raabe, Meyer, Keller, Fontane, Storm)
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
34
Katalognummer
V46307
ISBN (eBook)
9783638435291
ISBN (Buch)
9783638719711
Dateigröße
814 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konstruktionen, Bildern, Metaphorik, Frauenrolle, Fontanes, Gesellschaftsromanen, Adultera, Effi, Briest, Ehebruchthematik, Poetischer, Realismus, Meyer, Keller, Fontane, Storm)
Arbeit zitieren
B.A. Daniela Künzel (Autor), 2005, Konstruktionen von Bildern und die Metaphorik der Frauenrolle in Fontanes Gesellschaftsromanen "L’ Adultera" und "Effi Briest" hinsichtlich der Ehebruchthematik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46307

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