Macht ein Deutscher ein Kompliment, so tut er dies anders als ein Italiener. Dies ist zwar nicht nur für den Sprechakt des Kompliments so, steht aber in dieser Hausarbeit im Fokus. Nach einer kurzen Einführung in die Theorie des Sprechakts des Kompliments und einer Abgrenzung zu benachbarten Sprechakten, folgt eine kleine empirische Studie über die syntaktische Formelhaftigkeit von Komplimenten im Italienischen, die anhand von Bewertungskommentaren auf der Mitfahrerplattform BlaBlaCar durchgeführt wurde. Die Ergebnisse werden schließlich mit den italienischen Kulturstandards in Verbindung gebracht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1. Definition Kompliment
2.2. Abgrenzung des Kompliments zu benachbarten Sprechakten
2.3. Forschungsüberblick
3. Empirischer Teil
3.1. Korpuserstellung
3.2. Hypothese: syntaktische Formelhaftigkeit von Komplimenten im Italienischen
3.3. Hypothesenauswertung
3.3.1. Methodik
3.3.2. Struktur 1
3.3.3. Struktur 2
3.3.4. Struktur 3
3.3.5. Mögliche Gründe für erzielte Ergebnisse
4. Fazit
5. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die syntaktische Struktur und Formelhaftigkeit von italienischen Komplimenten in Bewertungskommentaren auf der Plattform BlaBlaCar, um in Anlehnung an die Studie von Manes und Wolfson (1981) zu prüfen, ob sich diese auf wiederkehrende sprachliche Muster zurückführen lassen.
- Analyse der sprachlichen Struktur italienischer Online-Komplimente
- Überprüfung der Hypothese zur syntaktischen Formelhaftigkeit
- Vergleich mit etablierten Modellen der Komplimentforschung
- Untersuchung von elliptischen Satzkonstruktionen und Adjektivattribuierungen
- Diskussion kultureller Einflüsse auf die Formulierung von Komplimenten
Auszug aus dem Buch
3.3.3. Struktur 2
Das zweite Muster, welches sich bei der Analyse als rekurrent herausgestellt hat, besitzt eine gewisse Ähnlichkeit zur ersten Struktur. Sie wurde dennoch nicht mit ihr zu einer einzigen Struktur zusammengefasst, da derjenige, der das Kompliment verfasst hat, den Fahrer nicht mit einem Substantiv beschreibt. Stattdessen greifen die Komplimentierenden in dieser Syntaxstruktur rein auf die Attribuierung durch ein oder mehrere Adjektive zurück, die entweder einfach aneinandergereiht oder durch Konjunktionen miteinander verbunden werden. Gegebenenfalls tauchen, wie bei Manes und Wolfson durch really angedeutet, auch hier Adverbien als Intensifikatoren vor dem Adjektiv auf. Alternativ nutzt der Schreiber zur Verstärkung der Aussage sonst auch Superlative der Adjektive.
Tabelle 2 veranschaulicht an zwei Korpusbeispielen, wie diese Struktur konkret aussieht. Im ersten Beispiel ist die Verstärkung durch das Adverb molto ersichtlich, wohingegen das zweite Beispiel dies nicht aufweist. Ein drittes Beispiel, welches auf die gleiche Struktur zurückzuführen ist und vom Superlativ Gebrauch macht, soll in Tabelle 3 veranschaulicht werden.
Dieses Beispiel dient exemplarisch für die Darstellung der Struktur mit einer Aneinanderreihung mehrerer Adjektive inklusive der höchsten Steigerungsstufe bei simpaticissima. Beide Aspekte können durchaus vom Komplimentierenden verwendet worden sein, um für den Empfänger die Aussage zu unterstreichen.
Zählt man im vorliegenden Korpus alle Komplimente zusammen, die nach diesem Muster gestrickt sind, so kommt es zu einem Ergebnis von 17 Verwendungen. In Bezug auf die Gesamtzahl aller Komplimente macht diese Struktur dementsprechend einen Anteil von ca. 13,2% aus. Zusammen mit der ähnlichen ersten Struktur lassen sich bereits ungefähr 28% aller Komplimente auf diese zwei Strukturen zurückführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Komplimente als Sprechakte ein, erläutert die Bedeutung der Interkulturellen Pragmatik und umreißt die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert die Definition des Kompliments, grenzt es von verwandten Sprechakten wie Lob oder Glückwünschen ab und gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand.
3. Empirischer Teil: Hier wird das BlaBlaCar-Korpus vorgestellt, die Hypothese zur syntaktischen Formelhaftigkeit in Anlehnung an Manes und Wolfson aufgestellt und die Analyse der drei identifizierten syntaktischen Strukturen detailliert durchgeführt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Korpusanalyse zusammen, bewertet die Validität der Hypothese und diskutiert mögliche Gründe für die beobachteten syntaktischen Regelmäßigkeiten.
5. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche in der Arbeit verwendete wissenschaftliche Literatur und Internetquellen auf.
Schlüsselwörter
Komplimente, Italienisch, Pragmatik, BlaBlaCar, syntaktische Formelhaftigkeit, Sprechakte, Höflichkeitsforschung, Korpusanalyse, Online-Kommentare, Linguistik, positive face wants, Adjektivattribute, elliptische Sätze, Sprachstruktur, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung italienischer Komplimente, die von Nutzern der Mitfahrplattform BlaBlaCar in Bewertungskommentaren verwendet werden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die interkulturelle Pragmatik, die Höflichkeitsforschung, die syntaktische Struktur von Sprechakten sowie die Analyse von Online-Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Überprüfung, ob italienische Komplimente in diesem spezifischen Online-Kontext eine ähnliche syntaktische Formelhaftigkeit aufweisen, wie sie Manes und Wolfson 1981 für das amerikanische Englisch nachwiesen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine empirische Korpusanalyse von 100 ausgewählten Bewertungskommentaren durchgeführt, wobei die Sätze in ihre Bestandteile zerlegt und auf syntaktische Regelmäßigkeiten hin kodiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung und eine empirische Analyse, in der drei spezifische syntaktische Strukturen (Muster) identifiziert und deren Häufigkeit berechnet wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Komplimente, syntaktische Formelhaftigkeit, BlaBlaCar, Korpusanalyse, Höflichkeit und interkulturelle Pragmatik.
Warum wurde BlaBlaCar als Datenquelle gewählt?
Die Plattform bietet ein geschlossenes, authentisches Korpus von Bewertungskommentaren, die eine Vergleichbarkeit untereinander ermöglichen und typisch für mediale Kommunikation sind.
Welches Ergebnis liefert die Analyse zur Formelhaftigkeit?
Die Analyse liefert kein so eindeutiges Ergebnis wie die Vergleichsstudie von Manes und Wolfson, zeigt jedoch bei fast der Hälfte der Komplimente eine gewisse Formelhaftigkeit auf.
- Arbeit zitieren
- Valentina Fabris (Autor:in), 2019, Komplimente im Italienischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463174