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SMS und WhatsApp. Affordanzen moderner Kommunikationsmedien und Interaktionsphänome

Ein korpusanalytischer Vergleich der Kommunikationsmedien

Title: SMS und WhatsApp. Affordanzen moderner Kommunikationsmedien und Interaktionsphänome

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 32 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Gordon Jung (Author)

German Studies - Linguistics
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Da vor allem WHATSAPP noch ein relativ unerforschtes Terrain der Linguistik darstellt, widmet sich diese Arbeit der Fragestellung, wie Menschen Kommunikation über die verschiedenen modernen Medien SMS und WHATSAPP organisieren und welche Rolle die Nutzeroberfläche bzw. der Angebotscharakter des jeweiligen Massenmediums hierbei spielt. Die durchaus bekanntere Form der SMS soll mit der neuen Plattform WHATSAPP unter dem Stichwort der Affordanz verglichen und die einhergehenden Interaktionsphänomene aufgezeigt werden, um zu analysieren, wie sich kommunikative Interaktionsphänomene durch die verschiedenen Angebotscharaktere verändern.

Die zugrundeliegenden Hypothesen sind zum einen, dass die Nutzungsoberfläche eines Kommunikationsmediums zu einer Veränderung der Kommunikation beiträgt: Etwa von verstärkten Tendenzen zur Mündlichkeit oder zur Bildhaftigkeit, wobei das Prinzip medialbedingter Ökonomisierung zum Tragen kommt. Zum anderen, dass die medialen "[…] Unterschiede unserer Einschätzung nach v.a. im Bereich der Kommunikationspraxis, weniger im Sprachgebrauch selbst liegen, dass es aber auch zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen SMS und WhatsApp gibt."

Wie verschiedene alltägliche Phänomene findet auch Kommunikation vermehrt digitalisiert und medialisiert via interpersonale Medien wie FACEBOOK, TWITTER, SMS oder WHATSAPP statt. Diese "Mediatisierung des Alltags" verändert durch fortwährende Entwicklung der Funktionsweisen und Oberflächen sowohl die Nutzungsmöglichkeiten des Mediums als auch "die Kommunikationsweisen". Jener Zusammenhang kann mit der Wortneuschöpfung der Affordanz (Angebotscharakter) beschrieben werden, wobei die technischen Rahmenbedingungen verantwortlich für verschiedene Interaktionsphänomene erscheinen.

Jener zunehmende Wandel hin zu einer digitalen Kommunikation mittels des Internets und technischer Innovationen zeichnet sich etwa bei den Keyboard-to-Screen-Kommunikationsformen der SMS und des Messengerdienstes WHATSAPP deutlich ab. Der Kommunikationsraum Internet ist jedoch hierbei kein homogenes Netzwerk und formt so zum einen „[…] eine Kommunikationsform […], die an die Nutzung der neuen Medien gebunden ist […]“ und zum anderen eine Konvergenz von Medien und Kommunikationsformen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG

2. FORSCHUNGSGEGENSTAND

I. SMS – Eine alte Kommunikationsform

II. WHATSAPP – Eine neue Kommunikationsplattform

3. AFFORDANZ – DER ANGEBOTSCHARAKTER

4. KORPORA – MOCODA 1 UND 2

I. MOCODA1 – MOBILE COMMUNICATION DATABASE

II. MOCODA2 – MOBILE COMMUNICATION DATABASE (Open-Beta-Phase)

5. SMS UND WHATSAPP – EIN KORPUSANALYTISCHER VERGLEICH

I. Datenanalyse SMS-Kommunikation

II. Datenanalyse WHATSAPP-Kommunikation

6. FAZIT – WHATSAPP - DIE BESSERE ALTERNATIVE ZUR SMS?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die kommunikativen Unterschiede zwischen SMS und WhatsApp vor dem Hintergrund des Konzepts der "Affordanz" (Angebotscharakter). Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie sich die technologisch bedingten Rahmenbedingungen der verschiedenen Oberflächen auf die Kommunikationspraxis und Interaktionsphänomene der Nutzer auswirken.

  • Mediatisierung und Multimedialität digitaler Kommunikationsformen
  • Analyse des Konzepts der Affordanz nach James J. Gibson
  • Korpusanalytischer Vergleich anhand der Datenbanken MoCoDa 1 und 2
  • Untersuchung von Sprachökonomie, Bildlichkeit und Gruppenkommunikation

Auszug aus dem Buch

3. AFFORDANZ – DER ANGEBOTSCHARAKTER

Die nachfolgende Definition von Affordanz geht auf James Jerome Gibsons umweltpsychologischer Untersuchung WAHRNEHMUNG UND UMWELT. DER ÖKOLOGISCHE ANSATZ IN DER VISUELLEN WAHRNEHMUNG (1982) zurück. Etymologisch stammt die Wortneuschöpfung aus dem Englischen von to afford – ‚anbieten‘ oder affordance – ‚Angebot‘. Gibson definiert den Neologismus des Angebotscharakters bzw. der Affordanz erstmals wie folgt (1982: 137):

Unter den Angeboten (affordances) der Umwelt soll das verstanden werden, was sie dem Lebewesen anbietet (offers), was sie zur Verfügung stellt (provides) oder gewährt (furnishes), sei es zum Guten oder zum Bösen. Während das Zeitwort to afford im englischen Wörterbuch zu finden ist, sucht man das Hauptwort affordance vergebens; ich habe es selbst geprägt. Ich meine damit etwas, das sich auf die Umwelt und das Lebewesen gleichermaßen bezieht und zwar auf eine Art, die kein gebräuchliches englisches Wort auszudrücken vermag. Zum Ausdruck bringen soll es die Komplementarität von Lebewesen und Umwelt.

Demnach beschreibt die Affordanz die von einem Objekt angebotene Gebrauchseigenschaft für ein handelndes Subjekt und die daraus resultierende Komplementarität zwischen Umwelt und Lebewesen. (vgl. Wenninger e. a. 2000: o. A.) So hat beispielsweise ein Stuhl die Eigenschaft, sich auf ihn zu setzen oder auf ihm zu stehen. Eo ipso bedeutet das, dass „[…] eine Handlungsanregung aufgrund der Informationen über funktionell relevante Eigenschaften von Dingen und Bestandteilen der Umwelt, […] ein bestimmtes Verhalten möglich mach[t].“ (vgl. Wenninger e. a. 2000: o. A.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG: Einführung in die Mediatisierung des Alltags und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der organisatorischen Unterschiede in der Kommunikation über SMS und WhatsApp.

2. FORSCHUNGSGEGENSTAND: Definition zentraler Begriffe wie Multimedialität und Mediatisierung sowie Abgrenzung der technischen Eigenschaften von SMS und WhatsApp.

3. AFFORDANZ – DER ANGEBOTSCHARAKTER: Theoretische Fundierung des Begriffs Affordanz nach Gibson und Übertragung auf die verschiedenen digitalen Nutzeroberflächen.

4. KORPORA – MOCODA 1 UND 2: Präsentation der verwendeten linguistischen Datenquellen (Mobile Communication Database) für die Analyse authentischer digitaler Kurznachrichten.

5. SMS UND WHATSAPP – EIN KORPUSANALYTISCHER VERGLEICH: Empirische Gegenüberstellung beider Kommunikationsformen anhand der Faktoren Interaktivitätsgrad, Sparschreibung, Bildlichkeit und Gruppenkommunikation.

6. FAZIT – WHATSAPP - DIE BESSERE ALTERNATIVE ZUR SMS?: Synthese der Ergebnisse mit der Erkenntnis, dass sich die Kommunikationsmedien primär in ihrer Bedienung und den damit verbundenen Interaktionsmöglichkeiten unterscheiden.

Schlüsselwörter

Internetlinguistik, Affordanz, SMS, WhatsApp, Mediatisierung, Multimedialität, Korpusanalyse, MoCoDa, Keyboard-to-Screen-Kommunikation, Interaktionsphänomene, Sprachökonomie, Connected Presence, Digitale Kommunikation, Piktogramme, Gruppenkommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung und dem Vergleich der Kommunikationsmedien SMS und WhatsApp im Hinblick auf deren technologische und funktionale Unterschiede.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Mediatisierung des Alltags, das Konzept der Affordanz, die Multimedialität von Messenger-Diensten sowie die sprachlichen Phänomene der digitalen Kurznachrichten-Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es soll analysiert werden, wie Menschen Kommunikation über diese Medien organisieren und welche Rolle der spezifische Angebotscharakter der Nutzeroberfläche dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen korpusanalytischen Ansatz unter Verwendung der Datenbanken MoCoDa 1 und 2, um authentische digitale Dialogsequenzen hypothesengeleitet zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Definition der Affordanz, der Vorstellung der Korpora sowie der detaillierten Analyse von SMS- und WhatsApp-Daten hinsichtlich sprachlicher und interaktionaler Merkmale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Internetlinguistik, Affordanz, Multimedialität, Sprachökonomie und Digitale Kommunikation charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Gruppenkommunikation in WhatsApp von der SMS?

Während die SMS primär dialogisch organisiert ist und oft einzelne Akte umfasst, ermöglicht WhatsApp die Einbindung vieler Akteure in Gruppenchats, was eine neue Form der "connected presence" schafft.

Welche Rolle spielt die Bildlichkeit in modernen Messengern?

Die Bildlichkeit dient als kompositionelle Referenzfunktion und Kompensationsmittel für fehlende Prosodie oder Mimik, wodurch die Kommunikation anschaulicher und lebendiger gestaltet wird.

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Details

Title
SMS und WhatsApp. Affordanzen moderner Kommunikationsmedien und Interaktionsphänome
Subtitle
Ein korpusanalytischer Vergleich der Kommunikationsmedien
College
University of Mannheim  (Institut für Deutsche Sprache)
Course
Internetlinguistik/Internetlinguistic
Grade
2,7
Author
Gordon Jung (Author)
Publication Year
2019
Pages
32
Catalog Number
V463342
ISBN (eBook)
9783668922525
ISBN (Book)
9783668922532
Language
German
Tags
Linguistik Internet Kommunikation Medien SMS WhatsApp Whatapp Affordanz Korpus moderne Kommunikationsformen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gordon Jung (Author), 2019, SMS und WhatsApp. Affordanzen moderner Kommunikationsmedien und Interaktionsphänome, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463342
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