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Basieren die Ereignisse im Hildebrandslied auf einer historischen Grundlage?

Titel: Basieren die Ereignisse im Hildebrandslied auf einer historischen Grundlage?

Hausarbeit , 2018 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Timon Bartmann (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Germanische Heldendichtungen oder Heldenepen basieren oft auf historischen Ereignissen und Figuren aus Umbruchszeiten. Die früheste poetische Form ist das Heldenlied, welches im germanischen Raum zwischen dem fünften und achten Jahrhundert entstand. In den Dichtungen handelt es sich meist um reale Personen mit heldenhaftem Charakter, die sich in schwierigen Situationen behaupten müssen, welche für Normalsterbliche unmöglich zu meistern wären. Inwiefern beruhen die Ereignisse aus dem Hildebrandslied auf einem historischen Kontext?

Das Hildebrandslied handelt von der Sagengestalt des Dietrich, den die Rezeptionsgeschichte mit der historischen Person Theodorich des Großen identifiziert. Das Lied fasst verschiedene für die Dietrichsagen typische Themen auf, wie zum Beispiel den Vater-Sohn-Kampf, das Heimkehrerschicksal und die Friedensverweigerung veranlasst durch das Ehrgebot.

Seinen Ursprung hat das Hildebrandslied im langobardischen Raum, von wo es den langen Weg nach Bayern und schließlich nach Fulda nahm. Außerdem wird das Lied zwei unbekannten Fuldaer Mönchen zugeordnet, da das Schriftstück von Vers 20 bis 41 eine veränderte Handschrift vorweist und auf zwei Seiten eines Fuldaer Codex aufgeschrieben wurde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Steckbrief: Das ältere Hildebrandslied

II. Übersetzung:

II.a Formanalyse (Lyrik)

II.b Einordnung und Erläuterung

III. Interpretation

III.a Historischer Hintergrund

III.b Stoffkern

III.c Sagenstoff

III.d Zwischen Sagendichtung und Verschriftlichung

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das ältere Hildebrandslied hinsichtlich seiner historischen Grundlagen, seiner überlieferungsgeschichtlichen Besonderheiten und der zugrunde liegenden Sagenmotive zu untersuchen, um die Diskrepanz zwischen realem historischen Hintergrund und literarischer Ausgestaltung zu ergründen.

  • Analyse der metrischen und formalen Struktur des Hildebrandsliedes
  • Historische Einordnung der Protagonisten Hildebrand, Theoderich und Odoaker
  • Untersuchung des zentralen Motivs des Vater-Sohn-Konflikts
  • Bedeutung der mündlichen Überlieferung für die Entstehung der Sagenvarianten
  • Kritische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Thesen zur historischen Kontextualisierung

Auszug aus dem Buch

III.a Historischer Hintergrund

Attila, der Hunnenherrscher aus dem Osten, bedrohte Mitte des 5. Jahrhunderts mit seinem Reitervolk die Osteuropäischen Gebiete. Er war von 434 bis 453 der Anführer der Hunnen. Die Invasion der Hunnen löste die Völkerwanderungszeit aus und zwang unter anderem die Goten ihre ehemalige Heimat zu verlassen und nach Süden und Westen zu ziehen. Das römische Reich, unterteilt in West- und Oströmisches Reich, erstreckte sich über den kompletten Mittelmeerraum. Durch kleinere Überfälle auf die zwei Reiche erzwang sich dieses Reitervolk Beute und Tribut und pflegte auch teilweise diplomatische Kontakte mit Konstantinopel (Ostrom) und Mailand bzw. Ravenna (Westrom). Doch nach Attilas Tod 453 zerfiel das Hunnische Herrschaftsgebiet schnell.

Um diesen Zeitpunkt wurde Theoderich als Sohn von Thiudimir und Neffe des Ostgotenkönigs Valimir geboren. 459 gelangte er für zehn Jahre als Geisel in die Hauptstadt von Ostrom. In dieser Zeit wurde er in der schriftlichen antiken Verwaltungspraxis geschult. Nach den zehn Jahren kehrte er zu seinem Vater zurück, welcher in der Zwischenzeit auf Grund des Ablebens des Bruders Ostgotischer König geworden ist. 474 verstarb Thiudimir. Als Nachfolger wurde Theoderich König der Ostgoten und er schloss mit Zenon, dem Kaiser des Oströmischen Reichs, die Abmachung, nach Italien zu ziehen um Odoaker zu besiegen und anschließend als Verwalter in Italien zu herrschen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Steckbrief: Das ältere Hildebrandslied: Einführung in das Hildebrandslied als einziges Zeugnis althochdeutscher Heldenepik und Darstellung der zentralen Konfliktthemen.

II. Übersetzung: Präsentation der althochdeutschen Textvorlage nebst einer modernen deutschen Übersetzung zur inhaltlichen Erschließung.

II.a Formanalyse (Lyrik): Untersuchung der metrischen Struktur des Textes, insbesondere der Verwendung des Stabreims und der Beschaffenheit der Langzeilen.

II.b Einordnung und Erläuterung: Kontextualisierung der handelnden Figuren und der zugrunde liegenden historischen Anknüpfungspunkte an die germanische Heldendichtung.

III. Interpretation: Methodische Herleitung der Fragestellung hinsichtlich der historischen Basis und der Sagenmotive des Textes.

III.a Historischer Hintergrund: Historische Darstellung der Völkerwanderungszeit, Attilas und des Aufstiegs Theoderichs des Großen.

III.b Stoffkern: Kritische Untersuchung der historischen Authentizität der im Lied dargestellten Machtverhältnisse zwischen Theoderich und Odoaker.

III.c Sagenstoff: Analyse der Motivik, insbesondere des Vater-Sohn-Kampfes und der Rolle des Ehrgebots im Vergleich zu anderen Wanderfabeln.

III.d Zwischen Sagendichtung und Verschriftlichung: Diskussion des Einflusses der klösterlichen Aufzeichnung in Fulda auf die Ausgestaltung der überlieferten Fassung.

IV. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Problematik der historischen Einordnung und der Bedeutung der mündlichen Tradition für das Werk.

Schlüsselwörter

Hildebrandslied, Althochdeutsch, Theoderich der Große, Völkerwanderung, Heldenepik, Sagenmotiv, Vater-Sohn-Konflikt, Stabreim, Odoaker, Mündliche Überlieferung, Germanische Heldensage, Verschriftlichung, Codex, Historischer Kontext, Literaturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem älteren Hildebrandslied, dem einzigen erhaltenen Zeugnis althochdeutscher Heldenepik, und untersucht dessen Struktur, Inhalt und historischen Hintergrund.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die formalen Merkmale des Heldenliedes, die historische Verknüpfung mit den Figuren der Völkerwanderungszeit sowie die Transformation mündlicher Sagenstoffe in eine schriftlich fixierte Form.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen den historisch belegbaren Ereignissen um Theoderich und Odoaker und der literarischen Ausgestaltung durch den Dichter des Hildebrandsliedes aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Hildebrandsliedes auf Basis von Forschungs- und Sekundärliteratur historisch und formal interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse des Textes, eine historische Kontextualisierung der Figuren sowie eine Untersuchung der Sagenmotive und der Bedeutung des Prozesses der Verschriftlichung im Kloster Fulda.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hildebrandslied, Heldenepik, Völkerwanderung, Sagenmotiv, Vater-Sohn-Konflikt und historische Authentizität geprägt.

Wie bewertet der Autor die Thesen von Ohlenroth?

Der Autor steht den Thesen von Ohlenroth, der versucht, durch die Annahme von Schreibfehlern das Lied in einen strengen historischen Kontext zu zwingen, kritisch gegenüber und hält diese Ansätze für methodisch fragwürdig.

Welche Bedeutung kommt dem "Ehrgebot" im Lied zu?

Das Ehrgebot spielt eine zentrale Rolle für den tragischen Verlauf des Konflikts, da es Hildebrand dazu zwingt, den Kampf gegen seinen Sohn aufzunehmen, um nicht als Krieger seine Ehre zu verlieren.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Basieren die Ereignisse im Hildebrandslied auf einer historischen Grundlage?
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,3
Autor
Timon Bartmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V463356
ISBN (eBook)
9783668920569
ISBN (Buch)
9783668920576
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heldenepik Hildebrandslied Formanalyse Sage Mündlichkeit Schriftlichkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Timon Bartmann (Autor:in), 2018, Basieren die Ereignisse im Hildebrandslied auf einer historischen Grundlage?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463356
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Leseprobe aus  17  Seiten
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