Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit ist die Schaffung einer Wissensbasis zum Anbau von (Gen)-Mais sowie die Beantwortung der Leitfrage, ob Genmais ein "[…] riskantes Spiel mit der Natur […]" ist.
Die Bevölkerung der Erde wächst und wird im Jahr 2050 die Marke von 10 Milliarden Menschen bereits überschritten haben. Dabei stellt sich häufig die Frage, wie diese Menschen überhaupt ernährt werden können. Die zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Flächen sind begrenzt. Vielmehr müssen Sie bereits heute der urbanen Ausbreitung des Menschen weichen. Ein naheliegender Ansatz scheint der Eingriff in die Ertragssteigerung zu sein. An bestimmten Stellen sind jedoch die Züchter von Saatgut an ihre Grenzen gestoßen. An diesem Punkt betritt die grüne Gentechnik das Spielfeld und verspricht viele positive Veränderungen. Erzielt werden sollen diese durch die genetische Manipulation der Pflanzen-DNS, in dem gezielt Gene eingebaut werden. Damit lassen sich klimatisch robuste, schädlingsresistente, eiweißreiche und andere Ausprägungen der herkömmlichen Sorten herstellen. Die großen Erzeuger von Gensaatgut bieten damit öffentlich die Lösung des oben beschriebenen Problems an. Doch warum ist dann die Agrogentechnik nicht überall dominierend und weshalb stehen auf den weltweiten Feldern noch immer herkömmliche Getreide-, Öl- und Nutzpflanzen? Die Geschichte der grünen Gentechnik ist eine recht junge und heute sind noch immer viele Fragen ungeklärt. Besonders die aktuellen Risikoprüfungen für die Zulassung von GVO-Saat und -Produkten sind relevant.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Definitionen und Grundbegriffe
2.1 Grüne Gentechnik und transgener Mais
2.2 Risiko
3 Nahrungsmittel Mais
3.1 Herkunft und Anbau
3.2 Produktion, Transport und Verbrauch
3.2.1 Global
3.2.2 Europäische Union und Deutschland
3.3 Anteil von Genmais global und lokal
4 Handel und Verarbeitung von Genmais
4.1 Hersteller von transgenem Maissaatgut
4.2 Erwerb und Verwendung von Genmais
4.3 Auswirkungen in den Erzeugerländern
5 Maßnahmen zur Risikovorsorge
5.1 Risikomonitoring
5.2 Risikoprüfung und Vorsorge
6 Zusammenfassung und kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Produktion, den Handel und die Risiken von gentechnisch verändertem Mais, um eine Wissensbasis zu schaffen und die zentrale Leitfrage zu beantworten, ob der Anbau von Genmais ein riskantes Unterfangen darstellt.
- Globale Bedeutung und Verbreitung von Mais als Nahrungsmittel.
- Analyse von Produktionsmengen, Handel und Verarbeitung von transgenem Mais.
- Bewertung der ökonomischen und ökologischen Auswirkungen in Erzeugerländern.
- Untersuchung von Zulassungsverfahren und Risikovorsorgemaßnahmen.
Auszug aus dem Buch
2.2 Risiko
Wie verhält sich ein Mensch, der bereit ist, Risiken einzugehen? Was ist überhaupt Risiko? An dieser Stelle soll eine Definition des allgegenwärtigen Begriffs folgen, die zum weiteren Verständnis der Arbeit beiträgt. Das Gabler Wirtschaftslexikon führt eine allgemeine Definition des Risikos als „Kennzeichnung der Eventualität, dass mit einer (ggf. niedrigen, ggf. auch unbekannten) Wahrscheinlichkeit ein (ggf. hoher, ggf. in seinem Ausmaß unbekannter) Schaden bei einer (wirtschaftlichen) Entscheidung eintritt oder ein erwarteter Vorteil ausbleiben kann.“ Hieraus wird bereits ersichtlich, dass es sich in der Regel um eine eher negativ konnotierte Ausprägung handelt. Risiko einzugehen ist also schlecht, nicht klug oder gar gefährlich.
In jedem Falle ist es mit einer gewissen Unsicherheit bzw. einem Wagnis verbunden. Dabei gilt jedoch zu beachten, dass Risiken der eigenen Interpretation unterliegen. Die Psychologie des Risikos ist nicht außer Acht zu lassen. Die Risikowahrnehmung ist subjektiv, da sie an individuelle Erwartungen, teilweise auch Ängste gekoppelt ist. Die Vielfalt dieses Begriffs wird bereits bei der Recherche nach Definitionen deutlich. Wirtschaftswissenschaftler, Juristen, Versicherungskaufleute, Mediziner, Psychologen – alle konkretisieren den Begriff auf ihre (jeweils passende) Art und Weise. Risiko kann ganz allgemein als bewusst oder unbewusst charakterisiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der grünen Gentechnik ein und definiert das Ziel der Arbeit sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Definitionen und Grundbegriffe: Hier werden grundlegende Begriffe wie die grüne Gentechnik, transgener Mais und der Begriff des Risikos theoretisch definiert.
3 Nahrungsmittel Mais: Dieses Kapitel beleuchtet Herkunft, Anbau sowie globale und lokale Produktions- und Verbrauchsdaten des Maises.
4 Handel und Verarbeitung von Genmais: Hier wird der Markt für transgenes Maissaatgut, der globale Handel und die Auswirkungen in den Erzeugerländern analysiert.
5 Maßnahmen zur Risikovorsorge: Dieses Kapitel erläutert Instrumente wie das Risikomonitoring und die Prinzipien der Risikoprüfung bei der Zulassung von GVO-Produkten.
6 Zusammenfassung und kritische Würdigung: Zum Abschluss werden die Ergebnisse kritisch reflektiert und die Problematik einer eindeutigen Meinungsbildung im Kontext von GVO-Pflanzen diskutiert.
Schlüsselwörter
Genmais, Grüne Gentechnik, Risikomanagement, Maiszünsler, Transgener Mais, Welternährung, Gentechnikgesetz, Risikomonitoring, Agrarwirtschaft, Saatgutmarkt, Umweltrisiko, Zulassungsverfahren, Maisproduktion, GVO, Biotechnologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Produktion, dem Handel und der Risikobewertung von gentechnisch verändertem Mais sowie dessen Einfluss auf Landwirtschaft und Umwelt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören der globale Maisanbau, die industrielle Verarbeitung, die Marktmacht führender Saatgutkonzerne und gesetzliche Rahmenbedingungen der Risikovorsorge.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Schaffung einer Wissensbasis über den Anbau von Genmais sowie die Beantwortung der Frage, inwiefern es sich um ein risikobehaftetes Spiel mit der Natur handelt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende Literatur- und Quellenanalyse, ergänzt durch Daten zur weltweiten Anbau- und Produktionsstatistik.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen, die Produktionsdaten international und national, den Saatgutmarkt und die regulatorischen Maßnahmen zur Risikokontrolle.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlüsselbegriffe sind GVO, Genmais, Risikomanagement, Gentechnikrecht, Welternährung und Maisproduktion.
Welche Rolle spielt der Maiszünsler für den Einsatz von Genmais?
Der Maiszünsler verursacht signifikante Ernteverluste; transgene Mais-Sorten (Bt-Mais) wurden entwickelt, um durch die Produktion eigener Toxine eine Resistenz gegen diesen Schädling zu erzeugen.
Wie bewertet der Autor die ökonomische Situation der Landwirte?
Der Autor weist darauf hin, dass finanzielle Vorteile durch Genmais schwer verifizierbar sind, da Einsparungen bei Insektiziden oft durch höhere Saatgutkosten und mögliche Mehrkosten für andere Pestizide relativiert werden.
Was besagt das "substanzielle Prinzip" bei der Zulassung?
In Ländern wie den USA wird bei der Zulassung von GVO die Frage gestellt, ob eine neue Pflanze stofflich gleichwertig zu ihrem konventionellen Pendant ist – nach dem Motto "Mais ist immer Mais".
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- Martin Hardtke (Author), 2018, Risikostrategien. Naturrisiko genetisch modifiziertes Grundnahrungsmittel Mais, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463359