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Interpretation von Kleists Novelle "Michael Kohlhaas" unter historisch-genetischem Gesichtspunkt

Title: Interpretation von Kleists Novelle "Michael Kohlhaas" unter historisch-genetischem Gesichtspunkt

Term Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Mirjam Letz (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Heinrich von Kleist lebte in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, in der bestehende Ordnungen im Zuge der Aufklärung umgeworfen und neu definiert wurden. Ebenso turbulent und zwiespältig wie das Wesen dieser Zeit, gestaltete sich auch das Leben des Dichters. Während den Werken Kleists zu dessen Lebenszeit nur mäßige Bedeutung zuteil wurde, zieht die Wirkung seiner Dichtung in der Gegenwart weite Kreise.
Die Hauptfigur der um 1810 erschienenden Novelle „Michael Kohlhaas“ wurde zum Mythos und prägt bis heute einige wissenschaftliche Phänomene. So wird in der Medizin ein krankhaftes Unrechtsbewusstsein als „Michael-Kohlhaas-Syndrom“ bezeichnet.
Die Motivation diese Arbeit zu schreiben, ergibt sich für mich aus dem Werk selbst. Kleist inszenierte einen entscheidenden Teil der Handlung in Lutherstadt Wittenberg. Da diese Stadt meine Heimat- und Geburtsstadt ist, bin ich mit ihr und ihrer Geschichte verbunden.
Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Novelle „Michael Kohlhaas“ in ihrem historischen Kontext zu interpretieren sowie Kleists Stellung zu damaligen politischen und sozialen Themen zu beleuchten.
Um einen theoretischen Rahmen zu schaffen, möchte ich zunächst einen kurzen Einblick in das Leben und Wirken des Dichters Heinrich von Kleist geben und den Inhalt der Novelle reflektieren. Im Anschluss dessen folgen Erläuterungen zu den historischen Quellen und zur Entstehungsgeschichte des Werks. Da „Michael Kohlhaas“ in einer Zeit revolutionärer Bewegungen entstand, möchte ich diesen in den zeitgeschichtlichen Verlauf einordnen und anschließend in Bezug zu den zeitgenössischen Rechtspraktiken setzen. Dabei beziehe ich mich auf die Hauptfigur um die Vielschichtigkeit des Charakters herauszuarbeiten und zu deuten. Zum Darstellen der gewonnenen Erkenntnisse folgt eine abschließende Betrachtung und das Literaturverzeichnis.
Als Grundlage für diese Hausarbeit dienen mir zum einen „Kleists Werke in zwei Bänden - Erster Band “ ausgewählt und eingeleitet von HELMUT BRANDT (1980 ) und zum anderen „Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas“ von KLAUS-MICHAEL BOGDAL ( 1981 ). Darüber hinaus fließen BERND HAMACHER´s „Erläuterungen und Dokumente - Heinrich von Kleist -Michael Kohlhaas“ ( 2003 ), Informationen aus verschiedenen Lexika sowie zahlreiche im Internet publizierte Artikel und Aufsätze ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Erläuterungen zu Autor und Werk

II.1. Biographische Angaben zu Heinrich von Kleist

II.2. Inhalt und Thematik

II.3. Der historische Kohlhase – Zur Entstehungsgeschichte und Quellen der Novelle

III. „Michael Kohlhaas“ im Kontext der Entstehungszeit

III.1. Die Bedeutung der Novelle und zeitgenössische Bezüge

IV. Recht und Gerechtigkeit in Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“

IV.1. Rechtspraktiken und Rechtstheorien - „Michael Kohlhaas“ als Spielball der juristischen Klassenjustiz

IV.2. Wiederherstellung von Recht und Ordnung

V. kurze Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel dieser Arbeit ist die historisch-genetische Interpretation von Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“. Dabei wird untersucht, wie die Erzählung in ihren historischen Kontext eingebettet ist, welche Bedeutung den zeitgenössischen Rechtspraktiken zukommt und wie das Spannungsverhältnis zwischen dem Individuum und der gesellschaftlichen Ordnung den Protagonisten zu seinen radikalen Handlungen treibt.

  • Biographische Einordnung von Heinrich von Kleist
  • Analyse der historischen Quellen und Entstehungsgeschichte
  • Kontextualisierung des Werkes in der Zeit der napoleonischen Ära
  • Untersuchung von Rechtstheorien und der Problematik der Selbstjustiz
  • Charakteranalyse von Michael Kohlhaas als Rebell und Idealist

Auszug aus dem Buch

II.2. Inhalt und Thematik

Die Novelle „Michael Kohlhaas“ befasst sich mit dem Schicksal eines Individuums, das sich auf der Suche nach Recht in moralische Widersprüche verstrickt.

Michael Kohlhaas, ein Rosshändler, lebt mit seiner Familie „um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts“ in Kohlhaasenbrück, einem Ort „an den Ufern der Havel“. Er ist die ersten dreißig Jahre seines Lebens ein vollkommen ehrlicher Mensch, der nach seinen Tugenden lebt und sie vermittelt. Was ihn besonders auszeichnet ist sein Rechtgefühl, das ihn aber zum „Räuber und Mörder“ werden lässt. Seine Geschäfte führen ihn oft ins Kurfürstentum Sachsen mit der Messestadt Leipzig. Auf dem Weg dorthin wird ihm an der, auf sächsischem Territorium befindlichen, Tronkenburg die Durchreise auf Grund eines „Landesherrliche(n) Privilegium(s)“ verwehrt. Zur Grenzüberschreitung sei ein „Paßschein“ nötig. Kohlhaas, der sich über die Existenz eines solchen nicht sicher ist, hinterlässt seine Pferde und den Knecht, um in Dresden den Schein zu besorgen. Dort angekommen, bringt er in Erfahrung, dass die Forderungen völlig unberechtigt seien und ein solcher Schein nicht existiere. Als er zur Tronkenburg zurückkehrt, erfährt er von dem Zustand der Pferde und der Vertreibung des Knechts und kehrt mit dem Versprechen, „dass er sich Recht zu verschaffen wissen würde“, zur Vernehmung des Knechtes nach Kohlhaasenbrück zurück.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Zeit von Heinrich von Kleist ein und begründet die Motivation, die Novelle unter historisch-genetischen Aspekten zu untersuchen.

II. Erläuterungen zu Autor und Werk: Dieses Kapitel liefert biografische Eckdaten zu Heinrich von Kleist und eine inhaltliche Zusammenfassung der Novelle sowie eine Einordnung ihrer historischen Quellen.

III. „Michael Kohlhaas“ im Kontext der Entstehungszeit: Hier wird die Bedeutung der Novelle mit den politischen Umständen zur Entstehungszeit, insbesondere den Einflüssen durch die Napoleonische Ära, verknüpft.

IV. Recht und Gerechtigkeit in Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“: Dieses Kapitel analysiert das Scheitern des Individuums am Justizsystem und diskutiert die Legitimität von Selbstjustiz im Kontext damaliger Rechtstheorien.

V. kurze Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die zeitlose Aktualität der Thematik und resümiert Kleists kritische Haltung gegenüber gesellschaftlicher Ungerechtigkeit.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas, Literaturwissenschaft, Novelle, Recht, Gerechtigkeit, Selbstjustiz, Historischer Kontext, Preußen, Napoleon, Klassenkampf, Moral, Aufklärung, Rebellion, Individuum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit behandelt eine historisch-genetische Interpretation von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ unter besonderer Berücksichtigung des historischen Kontextes.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte des Werks, die politische Situation um 1800 sowie das Verhältnis von Individuum und staatlicher Rechtsprechung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Kleists Stellung zu politischen und sozialen Themen seiner Zeit durch eine tiefere Analyse der Hauptfigur und der historischen Hintergründe zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die biographische Informationen, historische Quellen und zeitgenössische Rechtstheorien heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Biografie Kleists, die inhaltliche und historische Einordnung des Werkes sowie die rechtstheoretische Diskussion der Selbstjustiz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Schlagworte sind neben dem Werktitel Begriffe wie Recht, Gerechtigkeit, Selbstjustiz, moralische Widersprüche und das historische Preußen.

Wie interpretiert der Autor Kleists Kritik am sächsischen Kurfürsten?

Der Autor versteht die Darstellung des Kurfürsten als persönliche Abrechnung Kleists und als Symbol für die Schwäche und Willkür des deutschen Fürstentums zur Zeit Napoleons.

Welche Rolle spielt die Zigeunerin im Kontext der Interpretation?

Sie dient als dramatisches Mittel zur Prophezeiung des Schicksals Sachsens und unterstreicht die emotionale Darstellungsweise der Schwäche der Obrigkeit.

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Details

Title
Interpretation von Kleists Novelle "Michael Kohlhaas" unter historisch-genetischem Gesichtspunkt
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Course
Kleists Novellen
Grade
1,7
Author
Mirjam Letz (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V46339
ISBN (eBook)
9783638435451
Language
German
Tags
Interpretation Kleists Novelle Michael Kohlhaas Gesichtspunkt Novellen Thema Michael Kohlhaas Thema Kohlhaas Inhaltsangabe Thema Kleists Kohlhaas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mirjam Letz (Author), 2005, Interpretation von Kleists Novelle "Michael Kohlhaas" unter historisch-genetischem Gesichtspunkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46339
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