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Die Darstellung der "êre" in den Frauenliedern von Reinmar

Title: Die Darstellung der "êre" in den Frauenliedern von Reinmar

Seminar Paper , 2018 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Benedicte Lungwitz (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Einer der Hauptvertreter der Gattung der Frauenlieder ist Reinmar der Alte. In seinem überlieferten Gesamtwerk, von 88 Tönen und über 300 Strophen finden sich neben den Frauenliedern auch Lieder der Hohen Minne, Tagelieder, Werbelieder, Wechsel und Botenlieder. Über die Herkunft und den Stand Reinmars gibt es kaum sichere Quellen. Man geht davon aus, dass er zu mindestens zeitweilige mit dem Wiener Hof verbunden war. Der zentrale Konflikt der minne und êre soll anhand von zwei Frauenliedern Reinmar in dieser Hausarbeit untersucht werden. Die Frage, die sich stellt, lautet: Wie stellt Reinmar die Problematik der êre in seinen Frauenliedern dar?

Des Weiteren kann, aufgrund seines Liedaufbaus und der Thematik, davon ausgegangen werden, dass er Kontakt zur romanischen Troubadourlyrik hatte. Einige von seinen Frauenstrophen entsprechen dem typischen Muster der Hohen Minne: "die Frau als Liebende, die über ihre Zuneigung zu einem abwesenden Mann spricht". Allerdings geht Reinmar auch einen anderen Weg und zeigt eine von Selbstzweifeln geplagte Frau, die sich zwischen der minne und ihrer êre entscheiden muss. Damit "versucht Reinmar, die Aussagemöglichkeit des Frauenlieds mit dem Diskurs über die hohe Minne zu verbinden". Er ist nicht der erste Sänger, der sich mit dem Thema auseinandersetzt, aber er widmet ihm einen großen Teil seines Werkes.

Stellvertretend werden dafür die Lieder MF 178,1 und MF 186,19 herangezogen und verglichen. Der Erörterung zugrunde liegen die Fassungen aus Ingrid Kasten Sammlung "Frauenlieder im Mittelalter" von 2006. Zuvor ist es allerdings notwendig sich genauer mit dem Wort êre und dessen Bedeutung im Mittelalter auseinander zusetzten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Reinmar XXIX

3. Reinmar XXX

4. Zusammenfassung und Ausblick

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den zentralen Konflikt zwischen der höfischen Liebe (minne) und der gesellschaftlichen Ehre (êre) in ausgewählten Frauenliedern von Reinmar der Alte. Ziel ist es, anhand einer detaillierten Analyse der Lieder MF 178,1 und MF 186,19 aufzuzeigen, wie Reinmar die Zerrissenheit der Minnedame, die sich zwischen persönlichen Gefühlen und gesellschaftlichen Normen entscheiden muss, literarisch gestaltet und welche Rolle dabei rhetorische Mittel wie die revocatio spielen.

  • Die Bedeutung des Begriffs der êre im mittelalterlichen Kontext.
  • Strukturelle Analyse der dilemmatischen Frauenlieder.
  • Vergleich der Lieder MF 178,1 und MF 186,19 im Hinblick auf ihr Motiv der rede.
  • Diskussion des weiblichen Rollenverständnisses und der männlichen Autorenschaft.
  • Die Funktion der Minnedame als Akteurin in einem höfischen Repräsentationsrahmen.

Auszug aus dem Buch

1. Einführung

Einer der Hauptvertreter der Gattung der Frauenlieder ist Reinmar der Alte. In seinem überlieferten Gesamtwerk, von 88 Tönen und über 300 Strophen finden sich neben den Frauenliedern auch Lieder der Hohen Minne, Tagelieder, Werbelieder, Wechsel und Botenlieder. Über die Herkunft und den Stand Reinmars gibt es kaum sichere Quellen. Man geht davon aus, dass er zu mindestens zeitweilige mit dem Wiener Hof verbunden war. Des Weiteren kann, aufgrund seines Liedaufbaus und der Thematik, davon ausgegangen werden, dass er Kontakt zur romanischen Troubadourlyrik hatte. Einige von seinen Frauenstrophen entsprechen dem typischen Muster der Hohen Minne: „die Frau als Liebende, die über ihre Zuneigung zu einem abwesenden Mann spricht“. Allerdings geht Reinmar auch einen anderen Weg und zeigt eine von Selbstzweifeln geplagte Frau, die sich zwischen der minne und ihrer êre entscheiden muss. Damit „versucht Reinmar, die Aussagemöglichkeit des Frauenlieds mit dem Diskurs über die hohe Minne zu verbinden.“ Er ist nicht der erste Sänger, der sich mit dem Thema auseinandersetzt, aber er widmet ihm einen großen Teil seines Werkes. Genau dieser zentrale Konflikt der minne und êre soll anhand von zwei Frauenliedern Reinmar in dieser Hausarbeit untersucht werden. Die Frage, die sich stellt, lautet: Wie stellt Reinmar die Problematik der êre in seinen Frauenliedern dar?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel führt in das Werk Reinmars ein, erläutert den zentralen Konflikt zwischen minne und êre und legt die Forschungsfrage der Arbeit dar.

2. Reinmar XXIX: Das Kapitel analysiert das Lied MF 178,1, beleuchtet die Rolle des Boten und untersucht, wie die Frau versucht, ihr Ansehen durch das Verbot von „unvernünftiger“ Werbung zu wahren.

3. Reinmar XXX: In diesem Teil wird das Lied MF 186,19 untersucht, wobei der Fokus auf der Intensivierung des inneren Konflikts nach dem Wegfall des Boten und dem gesteigerten Einsatz rhetorischer Mittel liegt.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der Liedanalysen synthetisiert und der Zusammenhang zwischen den beiden untersuchten Frauenliedern sowie deren Einbettung in das Gesamtwerk Reinmars diskutiert.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Frauenlieder, Reinmar der Alte, Minne, êre, Mittelalter, höfische Literatur, Minnedame, dilemmatische Frauenlieder, revocatio, Frauenrede, Selbstreflexion, höfische Normen, Literaturwissenschaft, MF 178,1, MF 186,19.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie der mittelalterliche Dichter Reinmar der Alte den Konflikt zwischen persönlicher Liebesneigung (minne) und gesellschaftlicher Ehre (êre) in seinen sogenannten dilemmatischen Frauenliedern inszeniert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind der höfische Ehrenkodex, die soziale Rolle der Frau im Mittelalter, die psychologische Zerrissenheit der Minnedame und die Funktion der „Frauenrede“ als literarisches Mittel.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie Reinmar die Problematik der êre in seinen Frauenliedern darstellt und welche Mechanismen die Protagonistinnen nutzen, um ihr Ansehen in der Gesellschaft zu wahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse und Interpretation zweier spezifischer Texte (MF 178,1 und MF 186,19) unter Einbeziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur und mediävistischer Forschungsdiskurse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von zwei spezifischen Liedern. Dabei wird analysiert, wie durch Motive wie das Redeverbot oder das Anrufen Gottes die innere Zerrissenheit der Frau und die Unvereinbarkeit von minne und êre verdeutlicht werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Frauenlieder, Minne, êre, revocatio, Rollenverständnis und höfischer Diskurs charakterisieren.

Wie unterscheidet sich das Lied MF 186,19 von MF 178,1?

Während in MF 178,1 ein Bote als Vermittler auftritt, der die dialogische Dimension stärkt, fällt dieser in MF 186,19 weg. Dadurch verlagert sich der Konflikt stärker in das Innere der Frau, was zu einer Intensivierung der Auseinandersetzung führt.

Welche Rolle spielt der Begriff „revocatio“ in der Untersuchung?

Die revocatio, also die Zurücknahme des Gesagten, dient als wichtiges rhetorisches Stilmittel. Die Sprecherin nutzt sie, um ihre Entscheidungen oder Aussagen zu relativieren, wenn sie merkt, dass diese ihr Ansehen oder ihre êre gefährden könnten.

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Details

Title
Die Darstellung der "êre" in den Frauenliedern von Reinmar
College
http://www.uni-jena.de/  (Germanistische Literaturwissenschaft)
Course
Frauenlieder im Mittelalter
Grade
1,7
Author
Benedicte Lungwitz (Author)
Publication Year
2018
Pages
15
Catalog Number
V463439
ISBN (eBook)
9783668922761
ISBN (Book)
9783668922778
Language
German
Tags
darstellung frauenliedern reinmar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benedicte Lungwitz (Author), 2018, Die Darstellung der "êre" in den Frauenliedern von Reinmar, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463439
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