Franzt Fanons "Schwarze Haut, weiße Masken". Inwiefern kann Sprache zu Diskriminierung oder Integration führen?


Hausarbeit, 2019
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Sprache - der Schlussel zur Integration?
2.1) Sprache und schulische Ausbildung
2.2) Sprache und Arbeitsmarkt

3) Diskriminierung und Sprache
3.1) Fanon - Schwarze Haut, weiBe Masken

4) Fazit

5) Quellen und Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Sprache und damit verbunden die Kommunikation spielen eine zentrale Funktion in der heutigen Gesellschaft. Die Menschen sind soziale Wesen und damit eng verbunden an andere Menschen und an die Gesellschaft. Einzelne Personen oder groBe Gruppen in einem Land kommunizieren fast immer mit der Amtssprache des jeweiligen Landes. Individuen, die von einem Land in ein anderes Land ziehen und damit auch ihren Wohnsitz verlegen, versuchen in den meisten Fallen, die Sprache des neuen Landes zu lernen und zu sprechen. Die neu erlernte Sprache bringt sehr viele Vorteile mit sich. Menschen benutzen sie nicht nur fur die Kommunikation, sondern auch fur Bildung und Weiterbildung sowie Arbeitsmoglichkeiten in dem neuen Land. Mit dem Lernen und anschlieBendem Sprechen der jeweiligen Sprache des Aufnahmelandes haben die Personen Zugang zu verschiedenen Angeboten und Moglichkeiten in dem jeweiligen Land sowie Zugang zur Gesellschaft. Die Sprache ist in den meisten Fallen also Voraussetzung fur diesen Zugang.1 Andererseits kann die Sprache jedoch zu Diskriminierung und Ausgrenzung von z.B. Migranten und Migrantinnen fuhren. Es gibt verschiedene Arten und Formen von Diskriminierungen, wobei sie groBtenteils sprachlich ubermittelt werden.

Die Hausarbeit greift die Frage auf, inwiefern Sprache zu Diskriminierungen und Ausgrenzungen oder zur Integration der Menschen fuhren kann. Dabei werden zunachst die Zusammenhange der Sprache und der Integration untersucht. In diesen Punkten wird erlautert, inwiefern Sprache Integration von Menschen ermoglichen kann. Die schulische Ausbildung und der Arbeitsmarkt werden dabei zentrale Aspekte ausmachen. AnschlieBend wird die Sprache bezuglich Diskriminierung und Ausgrenzung in Betracht gezogen. Franzt Fanons Werk „Schwarze Haut, weiBe Masken“ wird in der Gegenuberstellung der Sprache besonders berucksichtigt.

Sprache - der Schlussel zur Integration?

Integration ist eng verbunden mit Sprache und beeinflusst stark die schulische und berufliche Laufbahn eines Menschen. Die Sprache an sich hat mehrere wichtige Funktionen. Zum einen ist sie eine wichtige Ressource, uber die man wichtige Ressourcen erlangen kann, wenn man sie investiert (Ausbildung und Studium). Zum anderen ist die Sprache ein Medium der Kommunikation, mit dem man sich mit anderen Personen (Gesprachspartnern) verstandigen kann.2 Eine Person, die die Sprache des jeweiligen Landes lernt, hat mehr Moglichkeiten mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, als jemand, der die Sprache nicht beherrscht. Hartmut Esser schreibt, dass die Sprache einen der wichtigsten Aspekte der Integration bildet. Sie ist selbst Teil wie auch Bedingung und Folge anderer Prozesse der Integration.3

Die Integration im Bildungswesen oder in der Gesellschaft ist immer auf Kommunikation angewiesen, denn wenn man in einer Gesellschaft miteinander leben will, muss man von anderen in der Gesellschaft verstanden werden und selbst andere verstehen.4 Die Sprache ist nicht nur in der Gesellschaft und in der Bildung wichtig, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt. Ohne die Landessprache bleiben den Menschen geringe Chancen auf einen guten Arbeitsplatz.

Die Sprach- und Integrationskurse sind relevant, um die neue Sprache des Aufnahmelandes zu erlernen und somit eine erfolgreiche Integration ermoglicht wird. „So empfiehlt die ,Unabhangige Kommission Zuwanderung‘ in ihrem Bericht von 2001 die Einrichtung von Sprach- und Integrationskursen [...] und betont damit insbesondere die sprachliche Integration der Immigranten.“5 Man benutzt die Sprache, um beispielsweise soziale oder auch kommunikative Bedurfnisse zum Ausdruck zu bringen.6 Die Schuler und Schulerinnen fangen in der Schule an, uber die sprachlichen Funktionen gemeinsam nachzudenken und somit auch die kulturellen und sozialen Bezuge der Sprache aufzudecken.7 Das Beherrschen einer neuen Landessprache wird benotigt, um ein emotionales Wohlbefinden und das Gefuhl der

Zugehorigkeit aufzubauen.8 9 Der Erwerb einer Sprache ist einer der zentralen Bedingungen fur jeden weiteren Prozess der Integration. Der Bildungserfolg, das Zusammenkommen von Menschen mit verschiedenen Denkweisen und vieles mehr hangen allesamt von sprachlichen Kompetenzen ab und wirken ebenso darauf wieder zuruck.10

Fur viele Lander in der europaischen Union, unter anderem Deutschland, ist die Beherrschung, also das Sprechen und Verstehen der Sprache eines Aufnahmelandes, die Voraussetzung fur eine gelungene Integration.11 Die Sprache hat somit einen Schlusselfunktion, wenn es um die Integration geht. Durch die Beherrschung der Schriftsprache haben die Menschen einen Zugang zur Gesellschaft, weil wir in einer schriftkulturell gepragten Gesellschaft leben.12 Mit der Beherrschung der gesprochenen Sprache haben Migranten vor allem die Moglichkeit sich in die Gesellschaft des jeweiligen Aufnahmelandes besser zu integrieren. Durch Sprache wird einem Menschen die Kultur nahergebracht sowie Dialoge mit anderen Burgern ermoglicht. Somit ist Sprache einer der wichtigsten Voraussetzungen fur eine umfassende Teilhabe und Integration jedes einzelnen Burgers in die Gesellschaft.

Sprache und schulische Ausbildung

Inwiefern wird Integration durch schulische Ausbildung und Sprache gefordert? Der Erwerb der Sprache des jeweiligen Aufnahmelandes ist immens wichtig fur die Bildung. Hartmut Esser schreibt in seinem Buch Sprache und Integration, dass der schulische Unterricht zuerst eine Unterweisung uber die sprachliche Kommunikation ist und er so gut wie immer in der jeweiligen nationalen oder lokalen Sprache beziehungsweise in Affinitat der kulturellen

Ausrichtungen des Bildungssystems verlauft.[12] Die Sprache des jeweiligen Landes wirkt in der Hinsicht der Schule als eine wichtige Ressource, denn sie hilft oder hindert den Schuler/innen beim Erlernen des Stoffes im Unterricht.13

Auch Kinder und Jugendliche von Migranten sollten die jeweilige Sprache des Aufnahmelandes beherrschen, um erfolgreich in Bezug auf Bildung zu sein, was unstrittig ist.14 Jedoch ist die standige Ermahnung „du machst das falsch“ von Lehrkraften an die Schuler und Schulerinnen mit oder ohne Migrationshintergrund nicht immer angemessen und auch nicht der groBte Motivationsschub, die die Kinder und Jugendlichen brauchen.15 Die „Bildungsprache“ ist eine Variante der Sprache, die die Kinder und die Jugendlichen benotigen, um sich Wissen anzueignen, wobei der Schule und den Lehrkrafte die Aufgaben zukommen, den Schuler und Schulerinnen diese sprachliche Variante zuganglich zu machen. Somit haben die Schuler und Schulerinnen in Zukunft eine positive Perspektive auf dem Arbeitsmarkt.16

Ebenfalls kann man Migranten durch Integrations- und Sprachkurse helfen, die Sprache des jeweiligen Aufnahmelandes zu lernen. Somit wird ihnen die Kultur des neuen Landes zuganglich gemacht und sie konnen sich in der Gesellschaft besser identifizieren. Die Integrationskurse konnten fur junge Migranten eine groBe Moglichkeit anbieten, infolgedessen sie groBere Chancen bezuglich einer Stelle des Arbeitsmarkts haben.

Im Bundesweiten Integrationsprogramm steht geschrieben, dass die schulische Leistungsfahigkeit weniger von der allgemeinen Kommunikationsfahigkeit abhangt, sondern vielmehr vom Verfugen uber spezifische Redemittel, die in Lernaufgaben, Lehrwerken und Prufungen verwendet werden. Die Lem- und Bildungserfolge werden somit von Kindern mit Migrationshintergrund davon bestimmt, ob sie diejenigen sprachlichen Fahigkeiten besitzen, die besonders schul- und unterrichtsrelevant sind.17

Die Bedeutung von schulischer Ausbildung fur den Integrationsprozess beschrankt sich jedoch nicht nur auf die Schule, sondern auch auf auBerschulische Kinder- und Jugendbildung. Die Weiterbildung ist ebenfalls von groBem Stellenwert.18

Der Erwerb einer neuen Landessprache und die Ausubung einer schulischen Ausbildung konnen nach den oben genannten Argumenten zur Integration fuhren, denn mit der schulischen Ausbildung kann sich das Individuum in die soziale Gesellschaft eingliedern. Die Sprache, die fur die schulische Ausbildung von Relevanz ist, ist gleichermaBen eng verbunden mit dem Arbeitsmarkt. Diesen Punkt werde ich im nachsten Kapitel erlautern.

Sprache und Arbeitsmarkt

Gemeinsam mit der Bildung spielt die Eingliederung der Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt des neuen Landes eine wichtige Rolle fur eine gelungene Integration. Udo Ohm schreibt in seinem Beitrag Sprachforderung als integrativer Bestandteil beruflichen Lernens in der Aus- und Weiterbildung: „Tatigkeiten entwickeln sich unter den Bedingungen von Kooperation und sozialer Interaktion zwischen Menschen. Menschen vermitteln ihre Tatigkeiten uber den Gebrauch von Sprache und anderen Artefakten und stellen auf diese Weise nicht nur spezifische Beziehungen zu Objekten ihres Handelns, sondern auch zu anderen Menschen her, wie in diesem Beispiel zu ihren Arbeitskollegen.“19 Migranten, die die Sprache des Aufnahmelandes beherrschen, werden dementsprechend leichter in den Arbeitsmarkt aufgenommen, da durch den Erwerb der jeweiligen Sprache eine bessere Kommunikation mit Arbeitskollegen moglich ist.

Auch Kinder lernen bereits in der Schule wichtige Handlungen, die spater fur die Bewaltigung fachlicher Aufgaben und Problemen kunftig, beispielsweise in beruflichen Handlungssituationen, benotigt werden.20 Heutzutage sind in fast allen Arbeitsbereichen, vor allem aber fur hochqualifizierte Tatigkeiten, unterschiedliche komplexe sprachlich- kommunikative Fahigkeiten erforderlich. Sprachkenntnisse werden sogar in Beschaftigungen gebraucht, die in erster Linie von niedrig qualifizierten Angestellten und Angestellten im jeweiligen Land ausgeubt werden.21

[...]


1 Vgl. Bundesweites Integrationsprogramm. Angebote der Integrationsforderung in Deutschland - Empfehlungen zu ihrer Weiterentwicklung. URL: http ://www.bamf. de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Inte grationspro gramm/bundesweitesinte grati onsprogramm.pdf? blob=publicationFile. Abruf am 19.01.2019. S.14.

2 Vgl. Hartmut Esser: Sprache und Integration. Die sozialen Bedingungen und Folgen des Spracherwerbs von Migranten. Frankfurt. Campus Verlag. 2006. S. 52.

3 Esser. Sprache. S. 23.

4 Vgl. Bundesweites Integrationsprogramm. S. 30.

5 Esser. Sprache und Integration. S.11.

6 Vgl. Ulrich Kiethe: Nichtdiskriminierende Sprache. In: Peter Schmitt: Lebende Sprachen. Berlin. Walter de Gruyter. 1999. S. 65.

7 Vgl. Sigrid Luchtenberg: Sprache und Diskriminierung. Beispiele aus der Arbeit mit auslandischen Kindern und Jugendlichen. In: die deutsche Schule. Band 77. Frankfurt am Main. Hirschgraben. 1985. S.96.

8 Vgl. Aydan Ozoguz: Sprache- eine Kompetenz, um dazuzugehoren. In: Sprache ist der Schlussel zur Integration. Bedingungen des Sprachlernen von Menschen mit Migrationshintergrund. Bonn. Friedrich Ebert Stiftung.

9. S. 5.

10 Vgl. Hartmut Esser: Migration, Sprache und Integration. Berlin. Arbeitsstelle Interkulturelle Konflikte u. gesellschaftlicher Integration. 2006. S. 11.

11 Vgl. Emine Demirbuken-Wegner: Integration, Sprache, Identitat. In: Marvin Oppong: Migranten in der deutschen Politik. Wiesbaden. VS Verlag fur Sozialwissenschaften. 2011. S. 33.

12 Vgl. Christoph Schroeder: Integration und Sprache. In: Bundeszentrale fur politische Bildung. 16.05.2007. URL: https://www.bpb.de/apuz/30449/integration-und-sprache?p=all. Abruf am 25.01.2019. 12 Esser. Sprache. S.54.

13 Vgl. Esser. Sprache. S.54.

14 Vgl. Tanja Salem: Das Konzept der „Durchgangigen Sprachbildung. In: Sprache ist der Schlussel zur Integration. Bedingungen des Sprachlernen von Menschen mit Migrationshintergrund. Bonn. Friedrich Ebert Stiftung. 2011. S. 9.

15 Vgl. Ozoguz: Sprache. S.5.

16 Vgl. Tanja Salem. Sprachbildung. S.9.

17 Bundesweites Integrationsprogramm. S.78.

18 Bundesweites Integrationsprogramm. S. 78.

19 Udo Ohm: Sprachforderung als integrativer Bestandteil beruflichen Lernens in der Aus- und Weiterbildung. In: Sprache ist der Schlussel zur Integration. Bedingungen des Sprachlernen von Menschen mit Migrationshintergrund. Bonn. Friedrich Ebert Stiftung. 2011. S. 33.

20 Vgl. Ohm. Sprachforderung. S. 30.

21 Vgl. Ohm. Sprachforderung. S. 31-32.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Franzt Fanons "Schwarze Haut, weiße Masken". Inwiefern kann Sprache zu Diskriminierung oder Integration führen?
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V463440
ISBN (eBook)
9783668926332
Sprache
Deutsch
Schlagworte
franzt, fanons, schwarze, haut, masken, inwiefern, sprache, diskriminierung, integration
Arbeit zitieren
Xalo Dayi (Autor), 2019, Franzt Fanons "Schwarze Haut, weiße Masken". Inwiefern kann Sprache zu Diskriminierung oder Integration führen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463440

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