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Das Bildungssystem Deutschlands im Vergleich mit den PISA-Siegerländern Finnland und Japan

Titel: Das Bildungssystem Deutschlands im Vergleich mit den PISA-Siegerländern Finnland und Japan

Hausarbeit , 2018 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Veronika Amtmann (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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PISA ist ein Teil des Indikatorprogramms der OECD, das zur langfristigen Erfassung von Schülerleistungen im internationalen Bereich dient. Das Ziel ist es den OECD-Staaten vergleichende Daten über die Leistungsfähigkeit ihrer Bildungssysteme zur Verfügung zu stellen. Dabei beteiligten sich im Frühjahr 2000 erstmals 28 Staaten. Seitdem wird der standardisierte Test im dreijährigen Rhythmus fortgeführt. Dabei werden die Kenntnisse in den drei Litacy Domänen Leseverständnis, Naturwissenschaften und Mathematik, sowie Lern- und Denkstrategien, Lernmotivation, Selbstkompetenz, fachliches Interesse und Schulfreude bei einer Altersstichprobe von 15-Jährigen geprüft. PISA ist als large-scale studies insofern besonders, da die Ergebnisse öffentlich zugänglich und damit von besonderem Interesse sind. Gerade das öffentliche Interesse an PISA ist groß, da vor allem die Platzierung der nationalen Ergebnisse im internationalen Ranking verfolgt werden. Dabei dient das Ranking als Anlass für Reform- und Finanzierungsvorschläge im nationalen Bereich. Nach dem Erscheinen der ersten Ergebnisse im Jahr 2001, in dem Deutschland unterdurchschnittlich schlecht abschnitt, kam es in Deutschland zum sogenannten ‚PISA-Schock‘. Daraufhin entschloss sich die Politik das Bildungsangebot zu verbessern, indem das deutsche Bildungswesen modernisiert werden sollte. Zwar gab es bereits 1990 Überlegungen und Pläne zur Modernisierung des Bildungswesens, allerdings wurde erst durch die erschreckenden Ergebnisse der PISA-Studie ein intensiver bildungspolitischer Aktionismus ausgelöst. Zwar wurden deutsche Schulen und das Bildungssystem der Bundesrepublik nach den Ergebnissen des PISA-Schocks reformiert und auch die Ergebnisse der darauffolgenden PISA Studien verbesserten sich erheblich, trotzdem zählt Deutschland noch immer nicht zu den „Siegerländern“ der PISA-Studie. Seit dem Beginn der Erhebung ist auffällig, dass die Länder Finnland, China, Japan, Kanada und Südkorea häufig die vorderen Plätze des Rankings belegen, wohingegen sich Deutschland lediglich im oberen Mittelfeld verorten lässt. In dieser Arbeit soll geklärt werden, inwiefern sich die Bildungssysteme der „PISA-Siegerländer" zu Deutschland unterscheiden. Dabei wird im Rahmen der Arbeit vor allem auf den europäischen Vorreiter Finnland, sowie für den asiatischen Raum exemplarisch auf Japan eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das deutsche Schulsystem

2.1 Das finnische Schulsystem

2.2 Das japanische Schulsystem

3. Schulsysteme im Vergleich

3.1 Schulpolitische Entscheidungsfindungen in Finnland

3.2 Schulpolitische Entscheidungsfindungen in Deutschland

3.3 Schulpolitische Entscheidungsfindungen in Japan

4. Beruf und Ausbildung der Lehrer*innen im Vergleich

5. Abschlussreflexion

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen und bildungspolitischen Unterschiede zwischen dem deutschen Bildungssystem und den PISA-Spitzenreitern Finnland und Japan. Ziel ist es, durch einen vergleichenden Blick auf Schulstrukturen, Inklusionskonzepte und die Lehrerausbildung zu ergründen, welche Faktoren maßgeblich zum Erfolg dieser Systeme beitragen und wo Deutschland Nachholbedarf hat.

  • Struktureller Vergleich der Schulsysteme (Deutschland, Finnland, Japan)
  • Analyse der schulpolitischen Entscheidungsstrukturen
  • Evaluierung der Lehrerausbildung und Lehrerprofessionalität
  • Untersuchung von Inklusionsstrategien und Chancengleichheit
  • Diskussion über Bildungsreformen und Konsequenzen der PISA-Studien

Auszug aus dem Buch

3. Schulsysteme im Vergleich

In allen drei betrachteten Ländern beginnt die Schullaufbahn mit einer Schule, die die Gesamtheit der schulpflichtigen Kinder aufnimmt und unterrichtet. Auffällig ist allerdings, dass der gemeinsame Unterricht unterschiedlich früh endet. Während die Kinder in Finnland bis zum 16. Lebensjahr und in Japan bis zum 12. Lebensjahr gemeinsam lernen, werden Deutsche SuS schon nach vier Jahren Grundschule, also mit zehn Jahren getrennt. Kein anderes Land teilt seine SuS so früh auf unterschiedlich anspruchsvolle Bildungsgänge auf wie Deutschland.27 Die Klassengrößen unterscheiden sich deutlich, während in Finnland etwa 20 Schüler je Klasse sitzen, hat Deutschland etwa 21 und Japan sogar 27 Kinder pro Klasse.28 Allerdings ist anzumerken, dass obwohl in Japans Klassen deutlich mehr Schüler*innen sitzen, ist die Lernende-Lehrende-Relation (Sekundarbereich) geringer als in Deutschland. In Deutschland kommen auf eine Lehrkraft 13 Schüler*innen, in Japan 1229. In Finnland kommen auf eine Lehrkraft weniger als 10 Schüler*innen. Der OECD- Durchschnitt liegt bei 13:1.30

Die Unterrichtszeit in Finnland umfasst in den ersten beiden Klassenstufen 19 Wochenstunden, wobei die tägliche Unterrichtszeit auf fünf Stunden begrenzt ist. In der neunten Klasse beläuft sich die Unterrichtszeit auf 30 Wochenstunden.31 Die Gesamtunterrichtszeit während der allgemein Schulpflicht in Primar- und Sekundarbereich 1 beträgt in Finnland 6783 Stunden (Zeitstunden). In Deutschland beträgt die Gesamtunterrichtszeit 7386 Stunden und in Japan 7256 Stunden.32 Diese Zahlen zeigen, dass die Unterrichtszeit in Deutschland im Vergleich zu den beiden anderen Ländern nicht effektiv genutzt wird, da diese mit weniger Stunden mehr Wissen und Kompetenzen vermitteln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung und Zielsetzung der PISA-Studie sowie den bildungspolitischen Kontext des „PISA-Schocks“ in Deutschland.

2. Das deutsche Schulsystem: Dieses Kapitel beschreibt die Grundzüge und Merkmale der deutschen Schulstruktur sowie deren Organisation durch die Bundesländer.

2.1 Das finnische Schulsystem: Es wird die Struktur der finnischen Gesamtschule, die Lernpflicht und das differenzierte Fördersystem vorgestellt.

2.2 Das japanische Schulsystem: Dieses Kapitel beleuchtet die zentrale Steuerung, das japanische Schulmodell und die Bedeutung von Aufnahmeprüfungen.

3. Schulsysteme im Vergleich: Es folgt ein direkter Vergleich von Schullaufbahnen, Klassengrößen und der Effektivität der Unterrichtszeit in den drei Ländern.

3.1 Schulpolitische Entscheidungsfindungen in Finnland: Fokus auf der zentralen Steuerung seit 1970 und der pädagogischen Freiheit der einzelnen Schulen.

3.2 Schulpolitische Entscheidungsfindungen in Deutschland: Darstellung der föderalen Struktur und der Rolle der Kultusministerkonferenz (KMK) bei der Standardisierung.

3.3 Schulpolitische Entscheidungsfindungen in Japan: Analyse der zentralistischen Bildungsverwaltung und der Bedeutung strenger Lehrkräftequalifikationen.

4. Beruf und Ausbildung der Lehrer*innen im Vergleich: Untersuchung der verschiedenen Ausbildungsweges des Lehrpersonals und deren Auswirkungen auf die Qualität.

5. Abschlussreflexion: Synthese der Ergebnisse und Diskussion möglicher Lösungsansätze für die Herausforderungen des deutschen Bildungssystems.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachquellen zur Erstellung der Arbeit.

Schlüsselwörter

PISA-Studie, Bildungssysteme, Deutschland, Finnland, Japan, Chancengleichheit, Schulpflicht, Lehrerausbildung, Inklusion, Schulpolitik, Bildungsreform, Unterrichtsqualität, Gesamtschule, Leistungsvergleich, Bildungsstandards.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht das deutsche Bildungssystem mit den Bildungssystemen in Finnland und Japan, um Unterschiede in Struktur, Politik und Lehrerqualität zu beleuchten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den schulischen Rahmenbedingungen, Inklusionskonzepten, der Lehrerausbildung sowie der politischen Entscheidungsfindung innerhalb der Schulsysteme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, warum Finnland und Japan in der PISA-Studie konstant besser abschneiden als Deutschland und welche strukturellen Lehren daraus gezogen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Arbeit nutzt die Methode der vergleichenden Schulpädagogik unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur, OECD-Daten und PISA-Ergebnisse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die drei Schulsysteme, die Besonderheiten der Lehrerberufe und die jeweiligen bildungspolitischen Steuerungsmechanismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören PISA-Studie, Chancengleichheit, inklusive Beschulung, föderale vs. zentrale Steuerung und Lehrerprofessionalisierung.

Welche Rolle spielt die Inklusion im japanischen System?

Japan wird als Vorreiter im Bereich der Inklusion betrachtet, da bereits seit 1956 gesetzlich geregelt ist, dass Kinder mit Behinderung an öffentlichen Schulen unterrichtet werden können.

Warum unterscheidet sich die Lehrerausbildung so stark zwischen Deutschland und den Vergleichsländern?

Während in Deutschland die Qualifikation nach dem Berufseinstieg kaum noch überprüft wird, setzen Finnland und Japan auf ständige Weiterbildungen und ein anspruchsvolles, mehrstufiges Auswahlverfahren.

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Details

Titel
Das Bildungssystem Deutschlands im Vergleich mit den PISA-Siegerländern Finnland und Japan
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,7
Autor
Veronika Amtmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V463470
ISBN (eBook)
9783668928855
ISBN (Buch)
9783668928862
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulpädagogik PISA Bildungssysteme
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Veronika Amtmann (Autor:in), 2018, Das Bildungssystem Deutschlands im Vergleich mit den PISA-Siegerländern Finnland und Japan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463470
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Leseprobe aus  18  Seiten
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