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Das Privilegium Minus. Das Dokument und seine Bedeutung

Title: Das Privilegium Minus. Das Dokument und seine Bedeutung

Term Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 1

Autor:in: Florian Burkhardt (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das Privilegium Minus wurde im Auftrag Kaiser Friedrichs I. für den ersten österreichischen Herzog Heinrich Jasomirgott am 17. September 1156 erstellt. Es ist die erste schriftliche Belehnungsurkunde eines deutschen Kaisers. Die Bestimmungen, die im Privilegium Minus schriftlich festgehalten sind, schlichten den Streit zwischen dem Welfen Heinrich dem Löwen und seinem babenbergischen Konkurrenten Heinrich Jasomirgott um das Herzogtum Bayern. Damit konnte der frisch gekrönte Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, den schwierigsten „innerdeutschen“ Machtkonflikt im Reiche lösen und hatte damit den Rücken frei für seine Italienpolitik. Das Privilegium Minus zeichnet aber vor allen Dingen aus, dass es Heinrich Jasomirgott ungewöhnliche Vorrechte als Herzog von Österreich gewährt. Damit trägt es zu einer Weiterentwicklung des Lehenrechtes bei, auf dem die Staatenwelt dieser Zeit fußt. Das Privilegium Minus ist daher auch ein Dokument für den sich wandelnden Umgang mit dem Lehenrecht und zeigt, dass sich unter Friedrich Barbarossa der neue Reichsfürstenstand herauszubilden beginnt. Gerade weil das Privilegium Minus so herausragend und ungewöhnlich erscheint, wurde von Historikern oft vermutet, dass es gefälscht oder interpoliert, also verfälscht,wurde. Heute gilt jedoch beides als widerlegt und die Echtheit wird nicht mehr angezweifelt. Die historische Bedeutung konnte das Privilegium Minus erst erlangen, nachdem das sog. Privilegium Maius definitiv als Fälschung enttarnt wurde. Diese Fälschung, wahrscheinlich entstanden unter Herzog Rudolf IV. von Habsburg in den Jahren 1358/59, verbrieft dem österreichischen Herzog noch umfangreichere Rechte (daher „Maius“). Zur Verifizierung wurde die originale Goldbulle des Minus benutzt und so kommt es, dass sie das einzige ist, das vom Minus noch erhalten ist. Überliefert wurde das Privilegium Minus in verschiedene Abschriften, von denen die wichtigste, weil vollständige, aus der Mitte des 13. Jahrhunderts aus einer Sammelschrift der Bibliothek des Stiftes Klosterneuburg stammt.
In dieser Arbeit soll nun auf das Dokument selbst eingegangen und versucht werden, es in den historischen Lauf einzubetten. Kapitel II wird die Entstehung des Konfliktes um das Herzogtum Bayern und deren Auswirkungen auf die Reichspolitik beleuchten. Anschließend, in Kapitel III, wird die Schlichtung durch Friedrich Barbarossa im Zentrum unserer Betrachtungen stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Entstehung des Streites um Bayern

III. Friedrich löst die bayerische Frage

IV. Das Privilegium Minus

V. Die Bedeutung der Urkunde

VI. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das Privilegium Minus von 1156, eingebettet in den historischen Kontext des Machtkampfes zwischen den Welfen und den Babenbergern sowie der staufischen Reichspolitik unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa, um die Bedeutung des Dokuments für die Entwicklung des deutschen Lehenswesens und den Aufstieg des Reichsfürstenstandes zu analysieren.

  • Historische Herleitung des bayerischen Nachfolgestreits
  • Diplomatische Schlichtungsstrategien Kaiser Friedrichs I.
  • Detaillierte Analyse der Bestimmungen des Privilegium Minus
  • Bedeutung der Mitbelehnung und Erbfolgeregelungen
  • Einordnung in die Entwicklung zum Territorialstaat

Auszug aus dem Buch

IV. Das Privilegium Minus

Das Dokument wurde am 18. September 1156, also zehn Tage nach den Belehnungsfeierlichkeiten, niedergeschrieben und von Rainald von Dassel, des Kaisers leitender Staatsmann, überprüft und anerkannt. In Form und Aufbau entspricht es anderen Diplomen der Zeit: Protokoll, Arenga als Übergang zum Kontext und Zeugenreihe, schließlich Eschatokoll. Die Arenga begründet, warum zu dieser Belehnung eine Urkunde ausgestellt wurde. Obwohl also der Akt der Belehnung diese schon gültig mache („quamquam rerum commutatio […] firma consistere“), soll die Urkunde dazu dienen, jegliche Zweifel aus der Welt zu räumen („…ne qua tamen possit esse geste rei dubietas…“). Zu Friedrichs Zeit war es noch außergewöhnlich, einen Rechtsakt schriftlich zu fixieren.

Im Folgenden wird nun berichtet, dass der Herzog von Sachsen, also Heinrich der Löwe auf Österreich verzichtet, aber mit Bayern belehnt wird. Auf eine genaue geographische Definition verzichtet man, sei es, dass die Grenzen den Zeitgenossen ohnehin schon klar waren, sei es, dass eine solche Definition die mühsame Übereinkunft zwischen Welfen und Babenberger nur erneut belastet hätte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung stellt das Privilegium Minus als erste schriftliche Belehnungsurkunde eines deutschen Kaisers vor und erläutert seine historische Bedeutung zur Befriedung des Konflikts zwischen Heinrich dem Löwen und Heinrich Jasomirgott.

II. Entstehung des Streites um Bayern: Dieses Kapitel beleuchtet den Ursprung des Konflikts im Jahr 1138, als Konrad III. zum deutschen König gewählt wurde und der welfische Anspruch auf das Herzogtum Bayern auf Widerstand stieß.

III. Friedrich löst die bayerische Frage: Hier wird der diplomatische Prozess beschrieben, durch den Friedrich Barbarossa als Cousin beider Kontrahenten den Streit beilegte und den Babenbergern den Verzicht auf Bayern ermöglichte.

IV. Das Privilegium Minus: Dieser Abschnitt analysiert die zentralen Bestimmungen der Urkunde, darunter die Erbfolgeregelungen, die Mitbelehnung der Ehefrau und die Einschränkungen der Hof- und Heerfahrtspflichten.

V. Die Bedeutung der Urkunde: Es wird dargelegt, wie das Dokument dem Herzog von Österreich mehr Autonomie sicherte und gleichzeitig die Position des jungen Reichsfürstenstandes innerhalb des territorialen Wandels stärkte.

VI. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert das Privilegium Minus als erfolgreiches Instrument kompromissbereiter Diplomatie und als wegweisendes Zeichen für die zunehmende Schriftlichkeit in der mittelalterlichen Herrschaftspraxis.

Schlüsselwörter

Privilegium Minus, Friedrich Barbarossa, Heinrich Jasomirgott, Heinrich der Löwe, Herzogtum Österreich, Babenberger, Welfen, Lehenrecht, Reichsfürstenstand, Belehnung, Territorialherzogtum, Urkundenwesen, Mittelalter, Landessouveränität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Einordnung und inhaltlichen Analyse der Urkunde "Privilegium Minus" aus dem Jahr 1156.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Konflikt zwischen Welfen und Babenbergern, die staufische Reichspolitik und die rechtlichen Neuerungen des Lehenswesens im 12. Jahrhundert.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Friedrich Barbarossa durch das Privilegium Minus einen langjährigen Machtkonflikt löste und damit die Stellung Österreichs als eigenständiges Herzogtum festigte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Dokumentenanalyse, die auf zeitgenössischen Quellen und der wissenschaftlichen Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgeschichte des Streits, den Schlichtungsprozess durch Friedrich Barbarossa und die einzelnen Bestimmungen des Privilegium Minus.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Transformation des Lehenrechts, die Rolle der Reichsfürsten und die diplomatische Strategie "Teile und herrsche" des Kaisers.

Warum war die Mitbelehnung der Ehefrau Theodora so außergewöhnlich?

Sie war ungewöhnlich, da sie die byzantinische Prinzessin rechtlich in die Belehnung einbezog und damit die erbfolgerechtliche Position der Babenberger Dynastie absicherte.

Welche Rolle spielt die "libertas affectandi" im Privilegium Minus?

Dieses Privileg erlaubte dem kinderlosen Herzogpaar, einen Nachfolger selbst zu benennen, was zur damaligen Zeit ein absolut einmaliges Zugeständnis eines Herrschers darstellte.

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Details

Title
Das Privilegium Minus. Das Dokument und seine Bedeutung
College
University of Stuttgart
Grade
1
Author
Florian Burkhardt (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V46347
ISBN (eBook)
9783638435529
Language
German
Tags
Privilegium Minus Dokument Bedeutung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Burkhardt (Author), 2004, Das Privilegium Minus. Das Dokument und seine Bedeutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46347
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