Im Altertum wurde der Begriff Katechismus für die Unterweisung der Katechumenen vor ihrem Eintritt in die Kirche verwendet. Im Mittelalter bezeichnete er die religiöse Unterweisung im Allgemeinen. Seit dem 16. Jahrhundert bedeutet der Begriff Katechismus ein Buch zur religiösen Unterweisung im familiären und kirchlichen Bereich.
Später wurde es dann als ein Lernbuch für den Schüler gebraucht in der Form einer „kurzen Zusammenfassung der christlichen Heilslehre. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Biblischen Geschichten neben dem systematischen Religionsunterricht als eigenständiges Unterrichtsfach eingeführt. Der Katechismus war das Lehrbuch des systematischen Religionsunterrichts.
In meiner Arbeit werde ich mich zunächst mit der Entstehungsgeschichte der Katechismen befassen und dabei verschiedene Katechismuskonzeptionen zur Betrachtung ziehen. In diesem Sinne werde ich mich auf das Reformationszeitalter, das Aufklärungszeitalter und die Anfänge der katechetischen Bewegung konzentrieren. Diesbezüglich werde ich auf wichtige Autoren hinweisen und die Verwendung des Katechismus in der Schule betrachten.
Darauf aufbauend werde ich auf die Biblischen Geschichten eingehen und die jeweils gebräuchlichen Schulbücher vergleichen, wie sie früher und heute im Religionsunterricht herangezogen wurden.
Einen größeren Teil meiner Arbeit nimmt der Vergleich zwischen vier Katechismen ein, die in dem Zeitraum von 1947 bis 1980 für den Schulgebrauch veröffentlicht wurden. Diese Gegenüberstellung hat den Zweck, an ihr die Veränderung bezüglich des Aufbaus und der Aufmachung des Katechismus im Laufe der Jahre zu erörtern. Zudem dient sie der Analyse, inwieweit eine kindgemäße Glaubensvermittlung gewährleistet ist.
Ziel meiner Vergleichsarbeit ist es, darzulegen, ob sich die Didaktik der Katechismen gewandelt hat und somit auch die Kirche in dieser Hinsicht mit der Zeit geht.
Inhaltsverzeichnis
1. Die geschichtliche Entwicklung des Katechismus
1.1 Zur Entstehung
1.2 Reformationszeitalter
1.3 Aufklärungszeitalter – Romantik
1.4 Katechetische Reaktion unter dem Einfluss der Schultheologie
1.5 Die dreißiger Jahre
2. Der Schulunterricht verändert sich
2.1 Biblische Geschichten
2.2 Religionsbücher früher und heute – Ein kleiner Einblick
3. Vergleich von vier exemplarischen Katechismen
3.1 Katholischer Katechismus von 1947
3.2 Katholischer Katechismus von 1961
3.3 Katholischer Katechismus von 1979
3.4 Katholischer Katechismus von 1980
3.5 Resümee
3.6 Der Katechismus der katholischen Kirche von 1992
4. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die didaktische Entwicklung katholischer Katechismen im Zeitraum von 1947 bis 1992 zu untersuchen und zu analysieren, inwieweit sich die Glaubensvermittlung gewandelt hat und kindgemäßer wurde. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, ob die Didaktik der Katechismen dem zeitgemäßen Wandel und den Bedürfnissen der Schüler gerecht wird.
- Historische Entwicklung von Katechismus-Konzeptionen
- Veränderung der Religionsbücher im Schulkontext
- Vergleichende Analyse von vier zentralen Katechismus-Werken
- Untersuchung von didaktischen Methoden und Frage-Antwort-Schemata
- Rolle von kindgerechter Sprache und Identifikationsmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
3.1 Katholischer Katechismus von 1947
Der erste Katechismus, den ich hinsichtlich der Fragestellung, inwiefern die Auferstehung Jesu Christi den Kindern näher gebracht wird, darlege, ist der Katholische Katechismus für das Bistum Limburg aus dem Jahre 1947.
Er wurde vom Bischöflichen Ordinariat Limburg an der Lahn herausgegeben. Zu Beginn des Buches ist ein Brief von Ferdinand, Bischof von Limburg, platziert, der mit den Begrüßungsworten „Meine lieben Kinder“ seine Einleitung findet.
In dem ersten Absatz des Briefes erklärt der Bischof den Kindern zunächst, dass Gott ihnen das Leben geschenkt hat und sie daher Gotteskinder seien. Er spricht die Taufe an, durch die sie „göttliches Leben empfangen“ haben. Da sie deshalb „als Kinder Gottes im göttlichen Leben wandeln“ würden, müssten sie Gottes heilige Lehre kennen lernen. Der Bischof fordert die Kinder auf, ein heiliges Leben zu führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die geschichtliche Entwicklung des Katechismus: Dieser Abschnitt beleuchtet die historischen Wurzeln des Katechismus von den Anfängen im Mittelalter bis hin zur kerygmatischen Besinnung in den 1930er Jahren.
2. Der Schulunterricht verändert sich: Hier wird der Wandel von der kirchlichen Glaubensunterweisung hin zum schulischen Religionsunterricht sowie die Einführung der Biblischen Geschichten als eigenständiges Teilfach beschrieben.
3. Vergleich von vier exemplarischen Katechismen: Das Kernstück der Arbeit untersucht vier spezifische Katechismen zwischen 1947 und 1992 hinsichtlich Didaktik, Aufbau und ihrer Fähigkeit zur kindgemäßen Glaubensvermittlung.
4. Reflexion: In diesem abschließenden Teil reflektiert die Autorin ihre persönlichen Eindrücke und zieht ein Fazit über die Entwicklung der Katechismen als Orientierungshilfe in einer unüberschaubaren Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Katechismus, Glaubensvermittlung, Didaktik, Religionsunterricht, Auferstehung Jesu, Kirchengeschichte, Schultheologie, Pädagogik, Katechetische Bewegung, Kindgerechtheit, Glaubensbekenntnis, Religionspädagogik, Lehrbuch, Glaubensentwicklung, Orientierungshilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Examensarbeit analysiert die didaktische Gestaltung und Entwicklung katholischer Katechismen zwischen 1947 und 1992 im Hinblick auf deren Tauglichkeit zur Glaubensvermittlung an Kinder.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die historische Entwicklung des Katechismus, den Wandel des schulischen Religionsunterrichts und die didaktische Analyse von vier verschiedenen Katechismus-Ausgaben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es darzulegen, ob sich die Didaktik der Katechismen über die Jahrzehnte gewandelt hat und inwieweit die Kirche durch diese Lehrwerke mit den modernen Anforderungen der Zeit Schritt hält.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wählt eine vergleichende Analyse, bei der vier Katechismen anhand von spezifischen Kriterien, wie etwa der Stoffbehandlung zur Auferstehung Jesu, gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem detaillierten Vergleich von Katechismen aus den Jahren 1947, 1961, 1979 und 1980 sowie dem Katechismus der katholischen Kirche von 1992.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernelemente sind Katechismus, Didaktik, Religionspädagogik, Glaubensvermittlung, Kindgemäßheit und der geschichtliche Wandel der kirchlichen Lehrmethodik.
Wie unterscheidet sich der Katechismus von 1947 von späteren Werken?
Der Katechismus von 1947 ist ein reines Auswendiglern- und Memorierbuch ohne Inhaltsverzeichnis oder Erläuterungen, während spätere Werke wie der „Grüne Katechismus“ mehr auf die Erfahrungswelt der Kinder eingehen.
Was macht den „Grundriss des Glaubens“ von 1980 besonders?
Dieses Werk schafft eine bewusste Brücke zwischen dem unüberschaubaren Leben der Menschen und der christlichen Lehre und versucht, eine lebensnahe Orientierungshilfe statt bloßer dogmatischer Vermittlung zu sein.
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- Susanne Kucharski (Author), 2004, Vermittlung und Aneignung des katholischen Glaubens anhand von Katechismen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46348