Die Frage nach Effizienz und Effektivität bestimmt zu einem großen Teil die Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung im Gesundheitswesen. Hierzu sind einige Leuchtturmprojekte initiiert worden, u. a. das Projekt der integrierten Versorgung „Gesundes Kinzigtal“.
Dieses verfolgt den Ansatz eines populationsbezogenen Konzeptes der integrierten Versorgung im Kinzigtal. Durch eine Netzwerkbildung und Schaffung von gemeinsamen Interessen der Kinzigtaler Akteure im Gesundheitswesen sollen so die oben beschriebenen Probleme angegangen und gleichzeitig die Patientenzufriedenheit und damit ggf. die Compliance gesteigert werden (Hildebrandt, 2017).
Zu diesem Projekt der integrierten Versorgung sollen zwei Studien, die, anhand von Kennzahlen, die Versorgungsqualität im „Gesunden Kinzigtal“ bewerten, verglichen wer-den. Zum einen soll die Studie „Ergebnisqualität Gesundes Kinzigtal – quantifiziert durch Mortalitätskennzahlen“ von Schulte et al. aus 2014 und zum anderen die Studie „Triple Aim – Evaluation in der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal – Gesundheitszustand, Versorgungsleben und Wirtschaftlichkeit“ von Hildebrandt et al. aus 2015 anhand der jeweiligen Fragestellung und wissenschaftlicher Hintergründe, angewandter Methoden und der jeweiligen Datenauswertung und -analyse verglichen und strukturiert dargestellte werden.
Die Auswahl auf diese Studien ist gefallen, da solche Projekte vielversprechend und ggf. auf andere Bereiche ausweitbar sein können und beide Studien eine sehr enge Verbindung zur beauftragten Gesellschaft „OptiMedis AG“ bzw. „Gesundes Kinzigtal“ vorweisen. Die Studie „Ergebnisqualität Gesundes Kinzigtal – quantifiziert durch Mortalitätskennzahlen“ weißt diese Verbindung bereits auf dem Deckblatt aus. Die zweite Studie zeigt bei der Beschreibung der Autoren die jeweilige Herkunft und auch hier wird die enge Verbindung mit den Playern in der integrierten Versorgung „Gesundes Kinzigtal“ (IVGK) deutlich. Somit ist es interessant in der Analyse dieser Studien zu sehen, in welchem Maß diese die wissenschaftlichen Gütekriterien erreichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund und Fragestellungen
2.1 Studie Ergebnisqualität Gesundes Kinzigtal 2014
2.2 Studie Triple Aim – Evaluation in der IVGK 2015
2.3 Vergleich der Studien
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Methoden bei Ergebnisqualität Gesundes Kinzigtal 2014
3.2 Methoden bei Triple Aim – Evaluation in der IVGK 2015
3.2.1 Zusammensetzung der Studie
3.2.2 Studie Gesundheitsnutzen
3.2.3 Studie Versorgungserfahrung
3.2.4 Studie Wirtschaftlichkeit
3.3 Methodenvergleich der Studien
4 Datenanalyse und Interpretation
4.1 Studie Ergebnisqualität Gesundes Kinzigtal 2014
4.1.1 Datenanalyse bei EQGK2014
4.1.2 Interpretation bei EQGK2014
4.2 Methoden bei Triple Aim – Evaluation in der IVGK 2015
4.2.1 Datenanalyse bei TAGK2015
4.2.2 Interpretation bei TAGK2015
4.2.3 Gesamtfazit von TAGK2015
4.3 Datenanalyse- und Interpretationsvergleich der Studien
5 Zusammenfassung/Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, zwei ausgewählte Studien zur integrierten Versorgung „Gesundes Kinzigtal“ auf Basis ihrer methodischen Ansätze, Datenerhebung und Interpretationsweise systematisch miteinander zu vergleichen und die wissenschaftliche Qualität der jeweiligen Projektdokumentationen kritisch zu bewerten.
- Vergleich von Studiendesigns und methodischem Vorgehen bei Evaluationsstudien.
- Analyse der Datenanalyse- und Interpretationsprozesse im Kontext der integrierten Versorgung.
- Untersuchung der Anwendung des „Triple Aim“-Konzepts als Qualitätsmerkmal.
- Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden bei der Anwendung statistischer Methoden (z.B. Propensity Score Matching).
- Kritische Reflexion der Autorenverbindungen und Interessenkonflikte bei der Berichterstattung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Methoden bei Ergebnisqualität Gesundes Kinzigtal 2014
Das methodologische Vorgehen bei der Studie EQGK2014 wird in zwei Abschnitte geteilt. Zum einen werden Routinedaten der beteiligten Krankenkassen (AOK und SVLFG) von 2005 bis 2013 pseudonymisiert verwendet und zum anderen Daten aus der internen Vollerhebung des GK-Netzwerks. Wobei bei letzterem die Daten, der Mitglieder des IVGK erhoben werden. Im weiteren Verlauf werden diese Daten mittels Matching zu Vergleichspersonen zugeordnet und mit statistischen Analysen weiterverarbeitet. Für die weitere Auswertung wurden die Daten zwischen 2006 und 2009 verwendet. Diese Sekundärdatenanalyse der Krankenkassendaten ist durch den Kooperationsvertrag zwischen IVGK und den beiden beteiligten Krankenkassen möglich. Diese Daten bestehen aus Abrechnungsdaten der Leistungserbringer gegenüber den Krankenkassen (Schulte et al., 2014).
Die beiden Datenstämme werden nach Pseudonymisierung, und die Autoren setzten diese faktisch einer Anonymisierung gleich, da kein Rückschluss auf Personen gezogen werden kann, über ein Prospensity Score Matching Verfahren weiterverarbeitet. Hierbei ist zunächst durch die Autoren beschrieben, wie der Datenpool anhand von Qualitätsprüfungen bearbeitet wurde. Als Ausgangsbasis wurden 25846 Versicherte und 6421 Mitglieder des IVGK beschrieben. Diese wurden anhand des Matchingverfahrens Caliper, dieses wird hier nicht detailliert beschrieben und kann der Fachliteratur entnommen werden, „Zwillingen“ zugeordnet. Somit konnten 5411 Mitglieder des IVGK zu entsprechenden Versicherten der vorgenannten Krankenkassen aus demselben Postleitzahlenbereich, die nicht in das IVGK eingeschrieben waren, zugeordnet werden. Es werden zur weiteren Verwendung lediglich Geburtstag, Geschlecht und Postleitzahl mit den nachfolgend beschriebenen Daten erfasst. Die Daten liefern umfangreiche Parameter zu den Personen. Es werden Stammdaten wie Alter, Geschlecht, ggf. Todeszeitpunkt, Versicherungsart, Diagnosen, Medikation über Rezeptausstellungen, stationäre Versorgung, Arbeits- und Erwerbsunfähigkeiten und Pflegeleistungen betrachtet (Schulte et al., 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Konzept der integrierten Versorgung „Gesundes Kinzigtal“ ein und begründet die Auswahl der zwei zu vergleichenden Studien auf Basis ihrer wissenschaftlichen Relevanz.
2 Theoretischer Hintergrund und Fragestellungen: Dieses Kapitel analysiert die theoretische Basis und die Zielsetzungen der beiden Studien, wobei Unterschiede in der Fokussierung auf das Triple Aim-Konzept herausgearbeitet werden.
3 Methodisches Vorgehen: Hier werden die angewandten Methoden, insbesondere die Kohortenbildung und Matching-Verfahren der beiden Studien, detailliert beschrieben und einander gegenübergestellt.
4 Datenanalyse und Interpretation: Dieses Kapitel widmet sich der Auswertung der statistischen Vorgehensweisen und der Interpretation der Ergebnisse, inklusive der Diskussion von Limitationsfaktoren.
5 Zusammenfassung/Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse des Vergleichs zusammen und bewertet die Transparenz sowie die Einhaltung wissenschaftlicher Gütekriterien in den untersuchten Arbeiten.
Schlüsselwörter
Integrierte Versorgung, Gesundes Kinzigtal, Triple Aim, Evaluation, Mortalitätskennzahlen, Versorgungsqualität, Propensity Score Matching, Gesundheitsnutzen, Datenanalyse, Statistik, Qualitätsindikatoren, Versorgungsforschung, IVGK, OptiMedis AG, Wirtschaftlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht zwei spezifische Evaluationsstudien zum Projekt „Gesundes Kinzigtal“ hinsichtlich ihrer methodischen Vorgehensweise und Datenanalyse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die integrierte Versorgung im Gesundheitswesen, Methoden der statistischen Datenauswertung und die Evaluation komplexer Gesundheitsprojekte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, die wissenschaftliche Qualität der beiden ausgewählten Studien sowie deren Transparenz bei der Anwendung von Gütekriterien zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine komparative Analyse (Vergleichsstudie) durch, indem er die methodischen Abschnitte und Datenanalyseteile der Originaldokumente gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den theoretischen Hintergrund, die angewandten methodischen Vorgehensweisen wie das Propensity Score Matching und die abschließende Interpretation der Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Integrierte Versorgung, Triple Aim, Evaluation, Datenanalyse und Propensity Score Matching charakterisiert.
Warum wurde das Projekt „Gesundes Kinzigtal“ als Gegenstand gewählt?
Es dient als Leuchtturmprojekt der integrierten Versorgung und bietet durch die vorliegenden Studien eine exzellente Datenbasis für einen methodischen Vergleich.
Inwiefern beeinflusst der Bezug der Autoren zum Projekt die Interpretation?
Der Autor weist darauf hin, dass alle Studienautoren enge Verbindungen zu den Playern des Projekts aufweisen, was eine kritische Betrachtung der Unabhängigkeit und Transparenz erfordert.
Was ist das „Triple Aim“-Konzept?
Es handelt sich um ein vom Institute for Healthcare Improvement definiertes Zielsystem, das die Verbesserung der Versorgungsqualität, des Gesundheitszustands und der Wirtschaftlichkeit anstrebt.
- Quote paper
- Volker Julius (Author), 2019, Vergleich von zwei Studien zur integrierten Versorgung "Gesundes Kinzigtal", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463551