In dieser Hausarbeit habe ich das Thema Umweltethik und Tierethik im Christentum bearbeitet. Von besonderem Interesse waren für mich die Begründungen der unterschiedlichen Personen aus unterschiedlichen Zeiten, die ich in dieser Hausarbeit untersucht habe. Das Thema kam mir in den Sinn, bei Überlegungen, warum gerade die westlich christlich geprägte Welt, so einen großen Anteil an den Umweltproblemen der Welt hat. Außerdem, wie der christliche Glaube unser Selbstverständnis die Natur nach unserem Belieben und Verlangen zu nutzen, beeinflusst hat.
Ich habe hierbei nicht versucht ein allgemeines Abbild der christlichen Umweltethik in allen Zeiten und auf der ganzen Welt darzustellen, sondern versucht anhand von umfangreichen Quellen, wie der Enzyklika des aktuellen Papstes Franziskus, Muster sowie wiederkehrende Strukturen im christlichen Denken wieder zu finden. Der Fokus lag besonders auf der bereits erwähnten Enzyklika, da die aktuelle Position, der größten Kirchengemeinschaft der römisch- katholischen Kirche, repräsentiert durch den Papst, eine gewisse Bedeutung beigemessen werden kann.
Um mich aber nicht nur auf eine Quelle zu berufen, habe ich die Umweltethik im 19. Jahrhundert betrachtet, um einen besseren Eindruck von der christlichen Einstellung zur Natur zu bekommen. Anschließend lag der Fokus mehr auf der Tierethik, welche ich zuerst in der Enzyklika untersucht habe. Hier habe ich versucht die Ansätze und Begründungen seines Denkens herauszuarbeiten. Um hiergegen noch einen Vergleich zu liefern habe ich mich noch mit der Tierethik im Mittelalter beschäftigt. Die Beschäftigung diente auch dazu, um zu erkennen, welche tierethischen Ansätze bereits im Mittelalter erkennbar waren und, ob sich eine Essenz der christlichen Tierethik erkennen lässt. Die Ergebnisse meiner Forschung werde ich dann in einem Fazit zusammenfassen, welches meiner Meinung entspricht und versuchen zu einem sinnvollen und differenzierten Urteil zu kommen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition von Umweltethik
2.1 Definition Tierethik
2.2 Das Christentum
3. Philosophische Analyse der Umweltethik in der Enzyklika „Laudato Si“
3.1 Philosophische Analyse der Tierethik in der Enzyklika
4. Tierethik im Mittelalter
5. Umweltethik im 19. Jahrhundert
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophischen Tendenzen innerhalb der christlichen Umwelt- und Tierethik, wobei der Fokus auf der Enzyklika „Laudato Si“ des Papstes Franziskus sowie auf historischen Vergleichen aus dem Mittelalter und dem 19. Jahrhundert liegt.
- Analyse der christlichen Einstellung zur Natur und zu Tieren
- Untersuchung des anthropozentrischen Weltbildes im Christentum
- Vergleich historischer Positionen mit aktuellen Ansätzen der Enzyklika
- Reflektion über das Spannungsfeld zwischen Herrschaftsanspruch und Bewahrung der Schöpfung
- Kritische Betrachtung ethischer Begründungsmuster im religiösen Kontext
Auszug aus dem Buch
3. Philosophische Analyse der Umweltethik in der Enzyklika „Laudato Si“
Der Text beginnt mit mahnenden Worten über den Umgang mit der Natur und der Umwelt: „Wir sind in dem Gedanken aufgewachsen, dass wir ihre Eigentümer und Herrscher seien, berechtigt, sie auszuplündern.“ (Franziskus „Laudato Si“ Abschnitt 2 Zeile 3-4)
In diesem Satz wird bereits verdeutlicht, dass er den Menschen nicht als Eigentümer der Welt sieht und hiermit den gegenwärtigen Umgang mit der Natur in Frage stellt. Entscheidend hierbei ist auch die Verwendung des Wortes „berechtigt“, womit er die Legitimation, die Natur auszubeuten hinterfragt.
Im Folgenden geht er darauf ein, dass bereits Papst Paul der VI. sich zur ökologischen Problematik geäußert hat, und dieser stellte die These auf, das Wirtschaftswachstum, wenn nicht von sozialem und moralischem Fortschritt begleitet sei, sich letztlich gegen den Menschen wende. (vgl. Abschnitt 4 Zeile 9-13) Franziskus möchte mit diesem Absatz zeigen, dass die ökologische Problematik schon länger von der Kirche beachtet wird. Sowie ebenfalls eine Kritik am gegenwärtigen Wirtschaftssystem übt, was schließlich vor allem auf Wachstum ausgerichtet ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Motivation der Arbeit, das Verhältnis des christlichen Glaubens zur Umweltproblematik zu untersuchen und den Fokus auf die Enzyklika „Laudato Si“ sowie historische Vergleiche zu legen.
2 Definition von Umweltethik: In diesem Kapitel werden grundlegende ethische Begriffe definiert, wie der Anthropozentrismus und Physiozentrismus, sowie die Unterdisziplinen der Umweltethik dargelegt.
2.1 Definition Tierethik: Hier erfolgt eine Spezifizierung auf die Tierethik als Teilbereich, wobei die Legitimität der Nutzung von Tieren und deren moralischer Status hinterfragt werden.
2.2 Das Christentum: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung des Christentums und dessen kirchliche Ausrichtungen.
3. Philosophische Analyse der Umweltethik in der Enzyklika „Laudato Si“: Hier werden die Thesen von Papst Franziskus bezüglich der ökologischen Krise analysiert, insbesondere im Hinblick auf biblische Fundierungen und die Rolle des Menschen.
3.1 Philosophische Analyse der Tierethik in der Enzyklika: Dieses Kapitel vertieft die Untersuchung der Enzyklika unter dem speziellen Aspekt des moralischen Wertes von Tieren im Denken des Papstes.
4. Tierethik im Mittelalter: Hier werden mittelalterliche Ansätze, etwa von Thomas von Aquin, zur Rolle der Tiere in der göttlichen Schöpfung und deren moralischer Bewertung vorgestellt.
5. Umweltethik im 19. Jahrhundert: Das Kapitel betrachtet die durch Industrialisierung und mechanistisches Denken geprägte Umweltethik sowie Gegenpositionen wie die des Romantikers Franz von Baader.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Forschungsergebnisse zusammen und bewertet die christliche Umwelt- und Tierethik kritisch im Hinblick auf den vorherrschenden Anthropozentrismus.
Schlüsselwörter
Umweltethik, Tierethik, Christentum, Laudato Si, Anthropozentrismus, Physiozentrismus, Franz von Assisi, Schöpfung, Nachhaltigkeit, Thomas von Aquin, Franz von Baader, ökologische Krise, Tierversuche, Verantwortung, Herrschaftsanspruch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den philosophischen Begründungen innerhalb der christlichen Umwelt- und Tierethik und untersucht, wie christliche Denker – von der Antike bis zum heutigen Papst – den Umgang des Menschen mit der Natur rechtfertigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Anthropozentrismus (die Sonderstellung des Menschen), die theologische Einordnung der Natur als Schöpfung Gottes und die ethische Bewertung von Tierversuchen sowie des menschlichen Herrschaftsanspruchs.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu analysieren, welche philosophischen Tendenzen in der christlichen Umwelt- und Tierethik erkennbar sind und inwieweit das christliche Weltbild den heutigen ökologischen Herausforderungen gerecht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische philosophische Textanalyse, die primär die Enzyklika „Laudato Si“ untersucht und diese durch einen Vergleich mit mittelalterlichen Theologen sowie Denkern des 19. Jahrhunderts in einen historischen Kontext setzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Enzyklika „Laudato Si“ hinsichtlich ihrer ökologischen Thesen, diskutiert mittelalterliche Sichtweisen auf Tierseelen und untersucht die industrielle Einstellung zur Natur im 19. Jahrhundert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Umweltethik, Anthropozentrismus, Schöpfungsbewahrung, Laudato Si und das Spannungsfeld zwischen christlicher Herrschaftslegitimation und Verantwortung.
Wie bewertet der Autor die Haltung von Papst Franziskus zur Tierethik?
Der Autor stellt fest, dass Franziskus zwar einen Eigenwert der Tiere anerkennt, jedoch bei Themen wie Tierversuchen oder der Massentierhaltung in ein anthropozentrisches Denkmuster zurückfällt, das das menschliche Interesse über das des Tieres stellt.
Welche Rolle spielt die Interpretation von Genesis für die Umweltethik?
Die Interpretation der biblischen Aufforderung, die Erde sich „untertan zu machen“, ist zentral. Während sie früher oft als Legitimation zur Ausbeutung diente, plädiert Franziskus für eine Interpretation als verantwortungsvolle Verwalterschaft und Bewahrung.
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- Jonas Opalla (Author), 2018, Umwelt- und Tierethik im Christentum. Philosophische Tendenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463554