Die folgende Arbeit soll einen Überblick über die Renaturierung und die Folgenutzung von Kiesabbaugebieten geben. Es wird dabei zunächst in allgemeiner Form auf den Kiesabbau eingegangen. Danach werden die Renaturierungsmöglichkeiten näher diskutiert.
In der Folge wird die Thematik anhand von 2 Beispielen aus der Praxis näher beleuchtet. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit und somit auch der Fallbeispiele, wurde dabei auf das Kiesabbaugebiet der Northeimer Seenplatte gerichtet.
Vorkommen von Sand und Kies sind meist Zeugnisse geologischer Vorgänge im Zeitabschnitt des Quartärs. So sind abbauwürdige Kieslagerstätten häufig in ehemals vergletscherten Landschaften der Alpen, Voralpen und der norddeutschen Tiefebene, sowie im Vorfeld ehemaliger Gletscher im Bereich der Rand- und Endmoränen anzutreffen. Eine erhebliche Rolle spielen jedoch auch Vorkommen in Flusstallandschaften, welche in der Regel durch Schmelzwasser transportiert worden sind. [GILCHER/ BRUNS (1999)]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kiesabbau allgemein
2.1 Trockenabbau
2.2 Nassabbau
3 Renaturierung
3.1 Renaturierung von Trockenabbaustellen
3.2 Renaturierung von Nassabbaustellen
4 Fallbeispiele
4.1 Kiesabbau in der Weserniederung bei Rinteln
4.1.1 Naturraum
4.1.2 Renaturierungsplanung und Ergebnisse
4.2 Die Northeimer Seenplatte
4.2.1 Historie
4.2.2 Kiesabbau heute
4.2.3 Renaturierung und Rekultivierung
4.2.4 Erfahrungen und Rückschlüsse
4.2.5 Ausblick
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die ökologischen Auswirkungen des industriellen Kiesabbaus sowie die Möglichkeiten der Renaturierung und Folgenutzung solcher Flächen. Das primäre Ziel besteht darin, theoretische Konzepte der Landschaftsgestaltung mit praktischen Anwendungsbeispielen zu verknüpfen, um ökologische Ausgleichsmaßnahmen zu bewerten.
- Methodische Unterscheidung zwischen Trocken- und Nassabbauverfahren
- Renaturierungskonzepte und die Rolle der natürlichen Sukzession
- Fallstudie: Kiesabbau in der Weserniederung bei Rinteln
- Fallstudie: Entwicklung und Management der Northeimer Seenplatte
- Konfliktfeld zwischen Rohstoffgewinnung, Naturschutz und Freizeitnutzung
Auszug aus dem Buch
3 Renaturierung
Unter der Begrifflichkeit Renaturierung wird eine Vielzahl von Maßnahmen zur Wiederherstellung eines naturnahen Zustandes verstanden. Der Begriff ist dabei eng mit Naturschutzvorstellungen verflochten, jedoch nicht genau abgegrenzt. So gibt es bis heute keine durchgängige Handhabung der zentralen Begrifflichkeit. [RUNGE/ MESTERMANN (2002)]
Häufig findet sich in der Literatur stattdessen der Begriff der Rekultivierung, auch wenn Vorgänge der Renaturierung eigentlich Gegenstand der Diskussion sind. So fasst LESER (1997) unter dem Begriff Rekultivierung „geotechnische, landespflegerische, wasserbauliche, agrar- und forstökologische Maßnahmen zur Wiedereingliederung von durch wirtschaftliche und technische Aktivitäten des Menschen gestörten oder zerstörten Landschaftsteilen, um die ursprüngliche (…) Kulturlandschaft wieder zu schaffen.“ Rekultiviert werden demnach neben vor allem Tagebaue, Steinbrüche und Kiesgruben, sowie alle anderen Ökosystemzerstörungen.
Es gilt aber auch zu bedenken, dass Rekultivierung seinen Ursprung im lateinischen Begriff recolere (= wieder bebauen) findet und dass Renaturierung nur bedingt auch Wiederbebauung bedeuten kann. [SCHULTE (1993)]. Vielmehr stellt die natürliche Sukzession den Hauptfeiler der Renaturierung dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Thematik der Renaturierung von Kiesabbaugebieten und stellt das Hauptaugenmerk der Arbeit auf die Northeimer Seenplatte dar.
2 Kiesabbau allgemein: Dieses Kapitel behandelt die geologischen Hintergründe der Kiesvorkommen, die Klassifizierung der Korngrößen und die technischen Methoden des Trocken- sowie Nassabbaus.
3 Renaturierung: Hier werden Definitionen und Ansätze zur naturnahen Wiederherstellung von Landschaften diskutiert, wobei insbesondere zwischen Trocken- und Nassabbaustellen unterschieden wird.
4 Fallbeispiele: Dieser Hauptteil analysiert konkret den Kiesabbau bei Rinteln und die umfassende, langjährige Entwicklung der Northeimer Seenplatte inklusive ihrer verschiedenen Nutzungssektoren.
5 Zusammenfassung: Der abschließende Teil fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Abbau- und Renaturierungsprozesse sowie die Bedeutung von Schutz- und Ruhezonen in rekultivierten Gebieten zusammen.
Schlüsselwörter
Kiesabbau, Renaturierung, Rekultivierung, Nassabbau, Trockenabbau, Northeimer Seenplatte, Landschaftsmanagement, Naturschutz, natürliche Sukzession, Biotopvernetzung, Kieswerk, Baggersee, Bodenkunde, Landschaftsökologie, Rohstoffgewinnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Umweltwirkungen von Kiesabbau und beleuchtet verschiedene Ansätze zur Renaturierung von Abbauflächen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Abbaumethoden (Trocken- vs. Nassabbau), ökologischen Renaturierungsstrategien und der praktischen Folgenutzung von Seenplatten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über Renaturierungsmöglichkeiten zu geben und anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen, wie Ökonomie und Ökologie in Einklang gebracht werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es handelt sich um eine geographische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung von Fallbeispielen zur Landschaftsplanung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich detailliert dem Kiesabbau in Rinteln sowie der Historie, Planung und heutigen Nutzung der Northeimer Seenplatte.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Unterscheidung von Rekultivierung und Renaturierung sowie die Bedeutung der natürlichen Sukzession für ökologische Ausgleichsflächen.
Wie geht das Beispiel Northeimer Seenplatte mit dem Konflikt zwischen Tourismus und Naturschutz um?
Durch klare Zonierung wird ein Wasservogelreservat vom sportlichen Freizeitbetrieb getrennt, wobei teilweise drastische Maßnahmen wie Dornenpflanzungen die Einhaltung der Ruhezonen sichern.
Warum wird im Rahmen der Renaturierung oft auf die natürliche Sukzession vertraut?
Die natürliche Sukzession gilt als kostengünstiger und oft effektiver Weg, um standorttypische Ökosysteme zu etablieren, sofern das Besiedlungspotential der Umgebung ausreichend ist.
- Citar trabajo
- Arne Heinrich (Autor), 2005, Umweltwirkungen von Kiesabbau und Renaturierung von Kiesabbaugebieten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46356