Mit der Geburt der Idee, Anlagegüter zu mieten statt zu kaufen, wurde bereits 1952 in den USA die erste Leasinggesellschaft gegründet (United States Leasing Corporation, San Francisco). Der amerikanische Unternehmer Henry Schoenfeld erwog, seinen Kollegen Maschinen und Transportfahrzeuge zum Gebrauch gegen ein monatliches Entgelt anzubieten. Er besaß die Maschinen nicht, sondern bot an, diese auf eigene Kosten anzuschaffen um sie anschließend den Kollegen zur Verfügung zu stellen. Der wirtschaftliche Erfolg lag in der Kalkulation der monatlichen Raten. Das von ihm eingesetzte Kapital sollte sich angemessen verzinsen und ihm einen Verdienst bringen. In der laufenden Entwicklung diente Leasing als absatzpolitisches Instrument und wurde von wenigen Herstellern angeboten. Erst durch die Gründung von Leasinggesellschaften, für die das Leasing der Unternehmensgegenstand an sich war, wurde den Herstellern die Vermietung und Finanzierung der Wirtschaftsgüter abgenommen.
Leasing hat in den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Das durch Leasing finanzierte Investitionsvolumen, ausgedrückt durch die Leasingquote, betrug im Jahre 1994 10,9%. Durch die zunehmende Bedeutung des Leasings lag das Investitionsvolumen bei schätzungsweise 46,4 Mrd. € und entsprach 2002 somit einer Leasingquote von 17,5%. Im Bereich der Mobilien werden inzwischen mehr als ein Fünftel aller Investitionen durch Leasing finanziert. Besonders stark ist das Leasing im Kraftfahrzeugbereich vertreten, auf den rund die Hälfte aller Leasinginvestitionen entfallen. Inzwischen ist Leasing eine bevorzugte Form der Beschaffung von Fahrzeuginvestitionen in der deutschen Wirtschaft geworden. Dazu hat das Aufkommen des Flottenmanagements beigetragen, bei dem die Leasinggesellschaften neben der Finanzierungsfunktion auch das gesamte Fuhrparkmanagement mit allen damit verbundenen technischen Dienstleistungen und Risiken anbieten.
Aus diesem Grund soll das Leasing bezogen auf einen Mobilienkauf in Form eines Geschäftswagens in einer Kapitalgesellschaft mit der Alternative des kreditfinanzierten Kaufs verglichen als auch die Vor- und Nachteile beider Finanzierungsmethoden erörtert werden. Ziel dieser Abhandlung ist die kritische Betrachtung und Bewertung der Vorteile des Leasings als Finanzierungsalternative, bedient durch eine vergleichende Kalkulation beider Fremdfinanzierungsmöglichkeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Leasing
3. Abgrenzung Kauf – Kredit - Leasing
4. Kritische Betrachtung des Leasings versus Kreditkauf
4.1 Betriebswirtschaftliche Aspekte
4.2 Bilanzielle Aspekte
5. Spezialleasing oder Kreditkauf – Alternativenbewertung
5.1 Vergleichskalkulation zur Finanzierung des Kraftfahrzeuges
5.2 Ergebnisbetrachtung
5.2.1 Betriebswirtschaftliche Aspekte
5.2.2 Bilanzielle Aspekte
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das Leasing als Finanzierungsalternative zum kreditfinanzierten Kauf eines Geschäftswagens in einer Kapitalgesellschaft kritisch zu betrachten und zu bewerten. Im Zentrum steht die Untersuchung, inwieweit Leasing vorteilhaftere finanzielle und bilanzielle Bedingungen bietet als die klassische Kreditfinanzierung.
- Vergleich der Finanzierungsmethoden Kauf, Kredit und Leasing
- Analyse betriebswirtschaftlicher Vorteile bei der Investitionsentscheidung
- Untersuchung bilanzieller Auswirkungen und steuerlicher Zurechnung
- Durchführung einer konkreten Vergleichskalkulation anhand eines Praxisbeispiels
- Bewertung von Risiken und Serviceaspekten bei Firmenwageninvestitionen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Mit der Geburt der Idee, Anlagegüter zu mieten statt zu kaufen, wurde bereits 1952 in den USA die erste Leasinggesellschaft gegründet (United States Leasing Corporation, San Francisco).1 Der amerikanische Unternehmer Henry Schoenfeld erwog, seinen Kollegen Maschinen und Transportfahrzeuge zum Gebrauch gegen ein monatliches Entgelt anzubieten. Er besaß die Maschinen nicht, sondern bot an, diese auf eigene Kosten anzuschaffen um sie anschließend den Kollegen zur Verfügung zu stellen. Der wirtschaftliche Erfolg lag in der Kalkulation der monatlichen Raten. Das von ihm eingesetzte Kapital sollte sich angemessen verzinsen und ihm einen Verdienst bringen. In der laufenden Entwicklung diente Leasing als absatzpolitisches Instrument und wurde von wenigen Herstellern angeboten. Erst durch die Gründung von Leasinggesellschaften, für die das Leasing der Unternehmensgegenstand an sich war, wurde den Herstellern die Vermietung und Finanzierung der Wirtschaftsgüter abgenommen.
Leasing hat in den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Das durch Leasing finanzierte Investitionsvolumen, ausgedrückt durch die Leasingquote2, betrug im Jahre 1994 10,9%. Durch die zunehmende Bedeutung des Leasings lag das Investitionsvolumen bei schätzungsweise 46,4 Mrd. € und entsprach 2002 somit einer Leasingquote von 17,5%.3 Im Bereich der Mobilien werden inzwischen mehr als ein Fünftel aller Investitionen durch Leasing finanziert. Besonders stark ist das Leasing im Kraftfahrzeugbereich vertreten, auf den rund die Hälfte aller Leasinginvestitionen entfallen. Inzwischen ist Leasing eine bevorzugte Form der Beschaffung von Fahrzeuginvestitionen in der deutschen Wirtschaft geworden. Dazu hat das Aufkommen des Flottenmanagements beigetragen, bei dem die Leasinggesellschaften neben der Finanzierungsfunktion auch das gesamte Fuhrparkmanagement mit allen damit verbundenen technischen Dienstleistungen und Risiken anbieten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entstehung des Leasings und beschreibt die wachsende wirtschaftliche Bedeutung von Leasing in Deutschland, insbesondere im Fahrzeugsektor.
2. Das Leasing: Hier werden Definitionen, rechtliche Rahmenbedingungen und die verschiedenen Formen des Leasings (Finance vs. Operate Leasing) dargelegt.
3. Abgrenzung Kauf – Kredit - Leasing: Das Kapitel kontrastiert den Kauf als Eigenfinanzierung gegenüber Fremdfinanzierungen durch Kredit oder Leasing unter Berücksichtigung von Risiken und Eigentumsverhältnissen.
4. Kritische Betrachtung des Leasings versus Kreditkauf: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung betriebswirtschaftlicher sowie bilanzieller Vor- und Nachteile beider Finanzierungsmethoden.
5. Spezialleasing oder Kreditkauf – Alternativenbewertung: In diesem Kapitel wird anhand einer praktischen Vergleichskalkulation für einen Firmenwagen analysiert, welche Finanzierungsoption wirtschaftlich vorteilhafter ist.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die Leasing als ernstzunehmende und flexible Alternative zur Kreditfinanzierung hervorhebt.
Schlüsselwörter
Leasing, Kreditkauf, Finanzierung, Investition, Fuhrparkmanagement, Bilanzierung, Steuerrecht, Betriebswirtschaft, Cash Flow, Spezialleasing, Teilamortisation, Investitionsentscheidung, Kapitalbindung, Leasingquote, Kraftfahrzeugleasing
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und bewertet Leasing als Finanzierungsalternative zum klassischen kreditfinanzierten Kauf eines Geschäftswagens in einer Kapitalgesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind der betriebswirtschaftliche Vergleich, bilanzielle Auswirkungen, steuerliche Aspekte sowie die praktische Kalkulation anhand eines konkreten Automobil-Beispiels.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist die kritische Analyse, ob Leasing gegenüber einem kreditfinanzierten Kauf finanzielle und bilanzielle Vorteile bietet und flexibler in der Handhabung ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Grundlagen, gefolgt von einer vergleichenden Kalkulation anhand eines konkreten Angebotsmodells (Beispiel: Opel Astra Caravan).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Abgrenzung der Finanzierungsformen, die kritische Betrachtung aus betriebswirtschaftlicher und bilanzieller Sicht sowie eine detaillierte Vergleichskalkulation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Leasing, Kreditkauf, Investitionsentscheidung, Bilanzierung, Betriebswirtschaft, Teilamortisation und Kapitalbindung.
Welche Rolle spielt die Kilometerbegrenzung bei Leasingverträgen im Vergleich zum Kreditkauf?
Die Kilometerbegrenzung dient der Risikominimierung für den Leasinggeber, während beim Kreditkauf das Risiko der Restwertverwertung beim Kreditnehmer verbleibt.
Wie wirkt sich die Zurechnung des Leasingobjekts auf die Bilanz aus?
Die Zurechnung bestimmt, ob das Fahrzeug beim Leasinggeber oder -nehmer in der Bilanz aktiviert wird, was direkten Einfluss auf Abschreibungsmöglichkeiten und Gewinnermittlung hat.
- Quote paper
- Anke Skupin (Author), 2004, Leasing als Finanzierungsalternative, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46365