Dem Thema „Ernährung in der Schwangerschaft“ kommt eine große Bedeutung zu, denn eine ausgewogene Ernährung ist laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung {DGE} 2011 ein wichtiger Faktor für eine gesunde Entwicklung des Säuglings. So kann laut Koletzko (2013) beispielsweise das kindliche Allergierisiko beeinflusst werden. Ein zu hohes oder zu niedriges Geburtsgewicht durch intrauterine Über- oder Unterernährung kann zahlreiche strukturelle und funktionelle Auswirkungen auf die gesundheitliche Entwicklung des Fetus haben. Ein zu niedriges Geburtsgewicht kann eine Veränderung der Appetitregulation, der Insulinsensitivität und des Adipozytenmetabolismus fördern, wodurch die Entwicklung einer Adipositas begünstigt werden kann (Bächle, Kersting & Kunz, 2008).
Folgen eines zu hohen Geburtsgewichts im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Fett-und Magermasse und die Entwicklung des Hypothalamus, welcher unter anderem für die Appetitregulation mitverantwortlich ist, werden derzeit noch kontrovers diskutiert. (Bächle, Kersting & Kunz, 2008). Ein normales Geburtsgewicht liegt hierbei nach Saling & Schreiber, 2013 zwischen 2500 und 4499 g. Alles was darüber oder darunter liegt, gilt als niedriges oder hohes Geburtsgewicht.
Des Weiteren wirkt sich eine ausgewogene Ernährung auch sowohl lang- als auch kurzfristig auf das Wohlbefinden der Schwangeren aus (Koletzko, 2013). Doch was gehört zu einer ausgewogenen Ernährung in der Schwangerschaft?
Im Volksmund halten sich Denkweisen in Bezug auf Ernährung und Schwangerschaft, die aus medizinischer Sicht in das Reich der Mythen gehören, wie z.B. das Essen für Zwei. Dass diese immer wieder auftauchen oder nachgefragt werden, deutet darauf hin, dass es in diesem Zusammenhang noch Informations- und Aufklärungsbedarf in Deutschland gibt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2 ZIELSETZUNG
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Ernährungssituation schwangerer Frauen in Deutschland
3.1.1 Makronährstoffe
3.1.2 Mikronährstoffe
3.2 Physiologische Veränderungen bei der Schwangeren
3.2.1 Kohlenhydratstoffwechsel
3.2.2 Fettstoffwechsel
3.2.3 Proteinstoffwechsel
3.3 Empfehlungen für die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft
3.4 Allgemeiner Nährstoff- und Energiebedarf in der Schwangerschaft
3.4.1 Energiebedarf
3.4.2 Makronährstoffe
3.4.3 Mikronährstoffe
3.5 Mögliche Mikronährstoffsupplemente in der Schwangerschaft
3.5.1 Folat
3.5.2 Jod
3.5.3 Eisen
3.5.4 DHA
3.5.5 Magnesium
3.6 Ausgewählte Schwangerschaftskomplikationen (Präeklampsie, Gestationsdiabetes, Listeriose, Toxoplasmose)
3.6.1 Präeklampsie
3.6.2 Gestationsdiabetes
3.6.3 Listeriose
3.6.4 Toxoplasmose
3.7 Pränatale Prägung
3.7.1 Adipositas
3.7.2 Hypertonie
3.7.3 Diabetes mellitus Typ 2
3.7.4 Dyslipoproteinämie
4 METHODIK
4.1 Darstellung der Literaturrecherche (Suchwörter und Suchmaschinen)
4.2 Entwicklung eines Informationsflyers (Layout, Gestaltung, Schrift, Schriftgröße, Inhalte, Bilder, Auslage der Flyer etc.)
5 ERGEBNISSE
5.1 Darstellung der recherchierten Ergebnisse
5.1.1 Übersichtliche Darstellung der Ernährungsdefizite schwangerer deutscher Frauen anhand der recherchierten Ergebnisse
5.1.2 Darstellung der physiologischen Veränderungen schwangerer Frauen anhand der recherchierten Ergebnisse
5.1.3 Darstellung der recherchierten Ernährungsempfehlungen
5.1.4 Darstellung der möglichen Nährstoffsupplemente während der Schwangerschaft anhand der recherchierten Ergebnisse
5.1.5 Darstellung der Schwangerschaftskomplikationen anhand der recherchierten Ergebnisse
5.1.6 Darstellung der Ursachen für eine pränatale Prägung im Hinblick auf ausgewählte Krankheitsbilder
5.2 Darstellung des Informationsflyers zur Ernährungsaufklärung der Schwangeren
6 DISKUSSION
6.1 Kritische Betrachtung der Ergebnisse
6.2 Wichtigkeit der Ernährungsaufklärung
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, aktuelle wissenschaftlich fundierte Ernährungsempfehlungen für Schwangere zu recherchieren, um diese Erkenntnisse in einem praxisnahen Informationsflyer zur Ernährungsaufklärung aufzubereiten und somit bestehende Mythen und Wissenslücken bei Schwangeren abzubauen.
- Ernährungssituation und Nährstoffdefizite bei Schwangeren in Deutschland
- Physiologische Veränderungen und Energiebedarf während der Gravidität
- Evidenzbasierte Empfehlungen zur Nährstoffsupplementierung
- Prävention von Schwangerschaftskomplikationen durch Ernährung
- Langfristige gesundheitliche Folgen durch pränatale Prägung
Auszug aus dem Buch
3.6.1 Präeklampsie
Durch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften {AWMF} (2013, S.2) ist die Präeklampsie oder auch Gestose als Gestationshypertonie mit Proteinurie (≥ 300mg/24h nachgewiesen im 24h-Sammelurin oder > 30 mg/mmol Protein-Kreatin-Ratio im Spontanurin), die nach der abgeschlossenen 20. Schwangerschaftswoche aufgetreten ist, definiert.
Die einzige kausale Therapie der Präeklampsie ist die Entbindung (AWMF, 2013, S. 14). Jedoch kann bei einer milden Gestose eine Geburt nach Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche eingeleitet werden, sofern keine Anzeichen für eine intrauterine Wachstumsdegeneration oder einen hoch pathologischen Dopplerbefund vorliegen. Zur Vermeidung zerebrovaskulärer Komplikationen bei der Mutter kann laut Rath & Fischer (2009, S. 735) eine antihypertensive Behandlung und eine Antikonvulsionsprophylaxe mit Magnesiumsulfat durchgeführt werden.
Eine drastische Blutdrucksenkung ist zu vermeiden. Die Zielwerte der Therapie liegen bei 140-150 mmHg systolisch und 90 mmHg diastolisch (AMWF, 2013, S.9). Zur Therapie eines eklamptischen Anfalls hat sich die intravenöse Verabreichung von Magnesiumsulfat bewährt (Duley, Gülmezoglu, Henderson-Smart, 2003; zitiert nach Rath & Fischer, 2009, S. 736).
Bei hohem Risiko für eine Gestose kann laut Hofmeyr, Duley & Attalah (2007, S. 933) durch präventiv verabreichtes Calcium (mindestens 1 g/Tag) die Prävalenz für eine Präeklampsie signifikant gesenkt werden. Außerdem kann vor der 16. Schwangerschaftswoche oral 75 bis 150 mg Aspirin/Tag zugeführt werden, was nach neusten Erkenntnissen die Gestoserate um 17% vermindern kann (Duley, Henderson-Smart, Meher, King, 2007; zitert nach Rath & Fischer, 2009, S. 735).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für die kindliche Entwicklung und Aufzeigen des Informationsbedarfs in Deutschland.
2 ZIELSETZUNG: Definition der Zielsetzung, aktuelle Ernährungsempfehlungen für Schwangere zu recherchieren und daraus einen Informationsflyer zu entwickeln.
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: Detaillierte Darstellung der Ernährungssituation, physiologischer Veränderungen, Nährstoffbedarfe, Supplemente, Komplikationen sowie pränataler Prägung.
4 METHODIK: Beschreibung der Literaturrecherche mittels Suchmaschinen und der systematischen Entwicklung des Informationsflyers unter Berücksichtigung von Gestaltungskriterien.
5 ERGEBNISSE: Zusammenfassende tabellarische Darstellung der recherchierten Nährstoffdefizite, Stoffwechselveränderungen und Handlungsempfehlungen sowie des Flyer-Konzepts.
6 DISKUSSION: Kritische Analyse der Ergebnisse unter Berücksichtigung der Beweiskraft der Quellen und der Wichtigkeit einer fundierten Ernährungsaufklärung.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassender Überblick über die Bedeutung der Ernährung während der Schwangerschaft zur Vermeidung lebensstilbedingter Krankheiten.
Schlüsselwörter
Ernährung, Schwangerschaft, Nährstoffbedarf, Präeklampsie, Gestationsdiabetes, Listeriose, Toxoplasmose, pränatale Prägung, Gewichtszunahme, Mikronährstoffe, Supplementierung, Informationsflyer, Stoffwechsel, Vorsorge, Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Ernährung in der Schwangerschaft, um daraus einen evidenzbasierten Informationsflyer zu erstellen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die Themen Ernährungssituation, physiologische Veränderungen, Nährstoffbedarfe, Supplementierung sowie relevante Schwangerschaftskomplikationen und pränatale Prägung ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Mythen über Ernährung in der Schwangerschaft durch fundierte Handlungsempfehlungen zu ersetzen und Schwangere über die Bedeutung einer qualitativen Nährstoffzufuhr aufzuklären.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken (insb. Scholar.Google) durchgeführt, gefolgt von einer kritischen Aufarbeitung und Synthese der Ergebnisse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den aktuellen Kenntnisstand über ernährungsphysiologische Aspekte und die methodische Herleitung der erarbeiteten Empfehlungen für den Informationsflyer.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich primär auf die Begriffe Ernährung, Schwangerschaft, Prävention, Nährstoffsupplementierung und pränatale Prägung.
Warum sind Tierversuche in dieser Arbeit relevant?
Da es bei Schwangeren ethische Grenzen für direkte Interventionsstudien gibt, wurden Tierversuche herangezogen, um Mechanismen der pränatalen Programmierung besser zu verstehen.
Welchen Einfluss haben Ernährungsmythen wie "Essen für Zwei"?
Diese Mythen bergen Risiken, da sie zu Fehlernährung führen können, was die langfristige gesundheitliche Entwicklung des Fetus negativ beeinflussen kann.
- Arbeit zitieren
- Anton Sulger (Autor:in), 2017, Ernährung in der Schwangerschaft. Literaturrecherche und Erstellung eines Flyers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463650