Das geht?!? Nachhaltigkeit für Jugendliche erlebbar machen in der Jugendbildungsstätte Rolleferberg


Hausarbeit, 2015

59 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 AllgemeineDarstellungder Institution
2.1 Zielgruppe/AdressatInnen
2.2 Rechtsgrundlagen
2.3 Team

3 Hypothesen im Rahmen des institutionellen Kontextes

4 Beschreibung des Projektes
4.1 Titel des Projektes
4.2 Ausgangssituation
4.3 Theoriegeleitete Begründung
4.4 Methodische/didaktische Planung
4.4.1 Zielsetzung des Projektes
4.4.2 Zeitliche Struktur
4.4.3 Rahmenbedingungen/Ressourcen
4.4.4 Methodisches Vorgehen
4.4.5 Evaluationsmöglichkeiten

5 Durchführung

6 Auswertung/Evaluation des Projektes

7 Berufsbezogene Reflexion

Anlagen
Anlage 1 - Konzept
Anlage 2 - Organigramm
Anlage 3 - Kostenübersicht
Anlage 4 - Programmvorschläge

Literaturverzeichnis.

1 Einleitung

Bildungsarbeit ist ein wichtiger und originärer Bestandteil der Jugendverbandsarbeit des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die sich an den Bedürfnissen und Interessen von Kindern und Jugendlichen orientiert. Sie bietet aufgrund ihrer Strukturen vielfältige Möglichkeiten und Formen der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen nach innen und außen. Kinder und Jugendliche können über Angebote, aber auch über das Verbandsleben und die Organisation selbst mitbestimmen und neue Formen und Methoden der Beteiligung ausprobieren und nutzen. Sie lernen auf diese Art politische Abläufe kennen und erhalten die Möglichkeit diese zu gestalten.

Jugendverbände setzen mit ihrer Arbeit bei der Lebenswirklichkeit von Mädchen und Frauen sowie Jungen und Männern an. Sie fördern die Eigenverantwortung und ermöglichen soziales Lernen. Jugendverbände beteiligen Kinder und Jugendliche an Entscheidungen und berücksichtigen deren unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten. Sie verwenden und vermitteln Methoden, die Kinder und Jugendliche ganzheitlich, d. h. mit allen Gefühlen, Fähigkeiten und Motivationen ansprechen und ihnen Freiräume ermöglichen.

Daher brauchen Jugendverbände eine adäquate Infrastruktur und vor allen Dingen eigens für diese Arbeit ausgestattete Lernorte, um die notwendige Bildungsarbeit realisieren zu können.

2 Allgemeine Darstellung der Institution

Die BDKJ-Jugendbildungsstätte Rolleferberg versteht sich als ein Ort der Bildung, der Beteiligung und der Begegnung.

Darüber hinaus will die Jugendbildungsstätte durch umweltbewusstes Wirtschaften und ökologische Gestaltung des Hauses und der Außenanlagen sowie gezielter außerschulischer Bildungsarbeit im Bereich „Umwelt und Entwicklung“ eine Vorbildfunktion wahrnehmen, um „nachhaltige“ Impulse zu setzen und umweltpädagogische Prozesse anzustoßen.

2.1 Zielgruppe/AdressatInnen

Die Jugendbildungsstätte bietet Raum für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene primär in den Mitgliedsverbänden, hauptberufliche sowie haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen und MultiplikatorInnen in der kirchlichen Jugendarbeit. Darüber hinaus steht Rolleferberg anderen Trägern von Jugendarbeit, Schulklassen aller Schulformen, Familien, Verbänden und Vereinen und sonstigen Gruppen und Gästen als Lern- und Begegnungsort sowie zur Freizeitgestaltung zur Verfügung. Rolleferberg ist offen für Menschen in ihrer Verschiedenheit in Bezug auf Herkunft, Lebensstil, Nationalität, Kultur, Konfessions- und Religionszugehörigkeit und Generation. Die Arbeit mit AdressatInnen erfolgt sowohl bei der Einführung ins Haus, als auch über die buchbaren Bildungsangebote vor Ort. Kooperation und Vernetzung erfolgt über die Mitgliedsverbände und Schulen, die, die Jugendbildungsstätte besuchen.

2.2 Rechtsgrundlagen

Das Haus wird vom Verein BDKJ Jugendbildungsstätte Rolleferberg e.V. in eigener Anstellungsträgerschaft geführt. Die gesetzliche Grundlage zum Bildungsauftrag der Bildungsstätte ist im Gesetz unter §11 (3) 1 SGB VIII verankert und bezieht sich auf Träger der freien Jugendhilfe. Hierbei handelt es sich um den Schwerpunkt der Jugendarbeit, der mit außerschulischer politischer und Umweltbildung angegeben ist.

2.3 Team

Zur Veranschaulichung der MitarbeiterInnenstruktur kann das Organigramm dazu unter Anlage 2 entnommen werden. Die Fachaufsicht liegt bei den einzelnen Bereichsleitungen (Küche, Reinigung, Hausmeister). Für die Dienstaufsicht ist die Geschäftsführerin vor Ort im Auftrag des Vorstandes des Vereins zuständig. Die Fach-und Dienstaufsicht bei den Freiwilligen obliegt der Bildungsreferentin. Es gibt auf der Ebene der Referentin ein regelmäßiges Treffen (sechs bis acht Mal im Jahr) mit der geschäftsführenden Leitung. Weiter gibt es mit dieser Gruppe einmal im Jahr ein Treffen mit dem Vorstand. Die Bereichsleitungen treffen sich freitags mit der Gästemanagerin und besprechen die folgende Woche. Die Bereichsleitungen kommunizieren dann mit Ihren MitarbeiterInnen. Wenn gewünscht, können Mitarbeiterinnen Einzelsupervision bekommen, oder auch im Team.

Im Rahmen von Personalentwicklung und Weiterbildung gibt es für alle Mitarbeiterinnen die Möglichkeit eine Weiterbildung auf eigenen Initiative anzufragen.

3 Hypothesen im Rahmen des institutionellen Kontextes

Wie unter Punkt 2 bereits erläutert, verfolgt die Jugendbildungsstätte Rolleferberg e.V. außerschulische Bildungsarbeit, die sich an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen orientiert. Warum sollen gerade Jugendliche im Projekt besonders hervorgehoben werden? Jugendliche kommen zwar vor allem durch Jugendverbände zur BDKJ-Jugendbildungsstätte Rolleferberg e.V., nutzen aber darüber hinaus die Angebote zur Umweltbildung viel seltener als Grundschul- und weiterführende Schulklassen. Es ist daher notwendig, ein Projekt zu entwerfen, das für Gruppen und Klassen mit Jugendlichen, beispielsweise in Berufsschulen, attraktiv ist. Jugendliche sollen selbst über Angebote mitbestimmen, neue Formen, sowie Methoden der Beteiligung ausprobieren und nutzen können und gleichzeitig ihre Umwelt auf gestalterisch- kreative Art und Weise kennen zu lernen.

Hypothesen, warum die Umweltbildungsangebote von Jugendlichen nicht genutzt werden, sind folgende:

Der Flyer zur Jugendbildung auf der Webseite http://www.rolleferberg.de ist nicht interessant genug gestaltet für Jugendliche.

Die beschriebenen Moduleinheiten sind für Jugendliche nicht interessant genug, weil sie nicht an ihre Lebenswelt aktuell anknüpfen.

Es wird zu wenig Werbung an weiterführenden Schulen und Berufskollegs betrieben.

Durch die Verkürzung der Schuljahre von 13 auf 12 Jahre, ist keine Zeit mehr für außerschulische Bildungsangebote von den Schulen eingeplant.

LehrerInnen mit jugendlichen Klassen haben kein Interesse daran, außerschulische Angebote wahrzunehmen, weil der Aufwand bezüglich der Betreuung zu groß ist.

Schulen und Eltern haben kein Geld, um Ihren SchülerInnen oder Kindern außerschulische Bildung zu ermöglichen.

Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Lebenswelt von Jugendlichen kein relevantes Thema, um sie für außerschulische Bildung begeistern zu können.

4 Beschreibung des Projektes

Das Projekt, welches innerhalb der Institution im Bildungsbereich „Umwelt und Bildung“ angesiedelt und der durch die Bildungsreferentin besetzt ist, umfasst die Erstellung mehrtägiger Bildungsangebote für Jugendliche zu den Themen Wirtschaftskreisläufe, Kleidung, nachhaltiger Konsum und fairer Handel. Hierbei bildet der Fokus die Ausgestaltung eines dreitägigen Workshops, in dem ein Fotokurs mit Naturerkundung, Vorführung von Filmen zu den jeweiligen Themen, nachhaltiges Upcycling von Kleidungsstücken, Arbeit zum Thema nachhaltiger Konsum, fairer Handel und Arbeit zu umweltpolitischen Themen integriert sind. Deutlich wird dabei der besondere Fokus auf Jugendliche durch die Erstellung eines altersgerechten Projekts, das als Abschluss der Überlegungen praktisch ausgeführt werden soll.

Die Zielgruppe umfasst Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren von sämtlichen Schulformen. Bei Berufsschulklassen ist damit zu rechnen, dass die TeilnehmerInnen zwischen 14 und 21 Jahre alt sind. Dementsprechend ist das Programm an das Alter der TeilnehmerInnen anzupassen.

Allem voran steht das Ziel, Partizipation und Motivation der TeilnehmerInnen im Bezug zum Thema Nachhaltigkeit, Umwelt und politische Bildung zu stärken. Die Funktion des Projektes ist darüber hinausgehend, dies in höherem Umfang für Jugendliche aller Altersstufen dauerhaft zu etablieren und zu ermöglichen und so ein gänzlich neues Angebot für Jugendliche in Rolleferberg zu schaffen. Eine weitere Funktion des Projekts bezogen auf das eigene Lernen ist es außerdem, die Kalkulation von Preisen inklusive Buchungsvorgänge kennenzulernen, die Erstellung von Flyern mit Angeboten für die Schulen umsetzen zu können, sowie die eigene, konzeptionelle Ausgestaltung eines dreitägigen Workshops, in dem verschiedene Module zu nachhaltigen Themen angeboten werden, erproben zu können.

4.1 Titel des Projektes

Das geht?!? - Nachhaltigkeit für Jugendliche erlebbar machen in der Jugendbildungsstätte Rolleferberg.

4.2 Ausgangssituation

Die Ausgangssituation ist, dass Verbände und Schulklassen mit jüngeren Kindern eher die angebotenen Bildungsprogramme der Jugendbildungsstätte buchen, als Klassen und Verbände mit Jugendlichen. Dementsprechend soll ein Projekt erstellt werden, das Klassen mit Jugendlichen einen Anreiz bietet, nicht nur die Räumlichkeiten zu mieten, sondern auch die angebotenen Bildungsangebote wahrzunehmen. Das Interesse der Jugendbildungsstätte liegt außerdem darin, eine praxisnahe Dokumentation von Nachhaltigkeitsarbeit mit Klassen mit Jugendlichen zu ermöglichen. Außerdem soll eine Vermeidung von beispielsweise übermäßigem Konsum gewährleistet werden und der Anreiz für Alternativen geboten werden. Im Fokus steht dabei die Gemeinschaftsverantwortung und Verknüpfung von Bewusstseinsarbeit im Bezug zu Themenstellungen wie beispielsweise die Herstellung von Kleidung, die Haltung und Nutzung von Tieren, sowie die Auswirkungen der Umweltverschmutzung.

4.3 Theoriegeleitete Begründung

Im Hinblick auf die Zielgruppe und den gesellschaftlichen Bezug ergeben sich folgende Knackpunkte:

Die Bedürfnisbefriedigung von Jugendlichen muss erfolgen. D.h. ein Kernkriterium muss es sein, dass der Inhalt für Jugendliche persönliche Relevanz haben muss, d.h. Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung weiterbringen muss. Jugendliche aus Schulen bzw. Berufskollegs sind im Schnitt zwischen 14 und 21 Jahre alt und lernen meist in diesem Alter Biologie, Politik und Umweltwissen in der Theorie kennen. Der Praxisbezug soll durch die eigene Arbeit an Themen verdeutlicht werden. Der gesellschaftliche Bezug umfasst die Relevanz des Themas für die Zukunft von Kindern und Jugendlichen.

Hierbei ergeben sich folgende allgemeine Forschungsfragen zum Thema Nachhaltigkeit:

Warum ist Nachhaltigkeit wichtig?

Was bedeutet Nachhaltigkeit in unserer Lebensweise?

Wer bestimmt, was Nachhaltigkeit bedeutet?

Wie kann Nachhaltigkeit erreicht werden?

Wo kann Nachhaltigkeit gelebt werden?

Woran scheitert nachhaltiges Handeln?

Fokus und Relevanz beim Thema Nachhaltigkeit liegen dabei auf folgenden Forschungsfragen:

Welche Relevanz hat Nachhaltigkeit für Jugendliche und junge Erwachsene?

Welche umweltpolitischen Themen stehen im Fokus von Jugendlichen und jungen Erwachsen?

Wo bietet die Lebenswelt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen Anknüpfungspunkte zum Thema Nachhaltigkeit bzw. umweltpolitische Bildung?

Im Rahmen der theoriegeleiteten Begründung stehen daher zahlreiche nutzbare Vorschläge zur Verdeutlichung der Wichtigkeit von Nachhaltigkeit im Vordergrund. In der Theorie heißt das, es wird vor allem ein Fokus auf die Widerverwertung von Kleidung1 gelegt, ohne Kenntnisse in Nähen oder Stoffkunde voraussetzen zu müssen. Auch für die Fotografie sind keine Vorkenntnisse gefordert, in der Literatur findet sich dazu alles zur bildhaften Darstellung im Sinne digitaler Fotografie in Schule und Jugendarbeit2.

Zur eigenen Vorbereitung auf die Arbeit mit der Gruppe im Allgemeinen und zur Vertiefung des im Studium gelernten Stoffes, dient dabei die Literatur vor allem im Hinblick auf Gruppenleitung, Interaktionsspiele3, Störungen und Krisen in der Gruppe4 und Kommunikation sowie Kooperation5, sowie die Themenzentrierte Interaktion (TZI) 6.

4.4 Methodische/didaktische Planung

Es geht um Soziale Gruppenarbeit. Sie umfasst die Arbeitsform bzw. Arbeitsweise, in der mit Jugendgruppen zu verschiedenen Themen gearbeitet wird. Soziale Gruppenarbeit ist dabei

" eine Methode der Sozialarbeit, die dem Einzelnen hilft, seine soziale Funktionsfähigkeit durch sinnvolle Gruppenerlebnisse zu erkennen und um persönlichen, Gruppen- oder gesellschaftlichen Problemen besser gewachsen zu sein." 7

In Teilen geht es hier auch um Empowerment im Hinblick auf umwelt- und nachhaltigkeitsorientiertes Handeln. D.h. die verwendeten Themen dienen als Strategien und Maßnahmen, die Selbstbestimmung im Leben von Jugendlichen zu erhöhen, ihren kritischen Blick zu schärfen und durch die Methodik zu ermöglichen, die eigenen Interessen eigenmächtig, selbstbestimmt und verantwortlich zu vertreten. Jugendlichen soll genug Raum geboten werden, ihre Gestaltungsspielräume und Ressourcen in ihren eigenen Möglichkeiten zu erkennen, zu erfassen und umzusetzen. Erlebnispädagogik, Themenzentrierte Interaktion und Ermöglichung einer Sozialen Netzwerkarbeit zwischen Schulen und der BDKJ – Jugendbildungsstätte Rolleferberg stehen dabei im Vordergrund.

Bei der methodischen und didaktischen Planung müssen außerdem folgende Faktoren miteinbezogen werden:

Zur Verfügung stehen dabei als HelferInnen eine FSJ Stelle und zwei FÖJ Stellen, die nicht zum ersten Mal mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Außerdem haben sie Erfahrung in der Planung und Durchführung von Veranstaltungen, durch vorhergehende, teilweise auch mehrtägige Bildungsangebote, was die Zusammenarbeit mit ihnen enorm erleichtert.

Die thematische Herangehensweise an das Thema Nachhaltigkeit wird dadurch unterstützt, dass die gemeinsamen Theoriephasen und Workshop-Phasen ineinander über gehen. Die Einheiten zum Thema Nachhaltigkeit umfassen immer deren Bearbeitung durch praktisches Erleben, beispielsweise durch Fotografie oder Nähen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der inhaltlichen Auseinandersetzung mit nachhaltigem bzw. kritischem Konsum.

4.4.1 Zielsetzung des Projektes

Die Zielsetzung des Projekts ist es, Jugendliche für Umweltthemen zu begeistern und ihnen die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit zu vermitteln, außerdem soll die Qualität der Bildungsarbeit in der Jugendbildungsstätte verbessert werden. Dadurch soll die Zahl der Nachhaltigkeitsprojekte mit Jugendlichen in der Jugendbildungsstätte steigen und auf eine neue Basis gestellt werden.

4.4.2 Zeitliche Struktur

Die zeitliche Struktur umfasst die inhaltliche Vorbereitung des dreitägigen Projekts, das Erstellen der Projektskizze und die Planung, d.h. die Festlegung des Zeitrahmens auf den 09.01. – 11.01.2015 oder optional auf den 19.01. – 21.01.2015. Da im Oktober, November und Dezember fortlaufend gebuchte Programme mit festem Inhalt stattfinden, bietet sich der Januar 2015 für das eigene Projekt an. In diesen Zeiträumen im Januar kann ein Projekt aufgrund fehlender Buchungen realisiert werden. Außerdem umfasst die zeitliche Planung die Öffentlichkeitsarbeit, d.h. das Anschreiben verschiedener Schulen, die Erstellung von Zeitungsartikeln und des Flyers für Schulen, die Kalkulation der Kosten für die Personen und Materialien, sowie das Kennenlernen der Buchungsvorgänge, die Planung des dreitägigen Projekts im Detail, die Besorgung der notwendigen Materialien, die Durchführung des Projekts, die Veranstaltungsdokumentation durch Videoaufnahmen, fotografische Aufnahmen, die Erstellung von Zeitungsartikeln und die Einladung der Presse zum Termin und Reflexion, d.h. was lerne ich für zukünftige ähnliche Projekte.

Der Zeitplan für das dreitägige Projekt ist Anlage 4 zu entnehmen.

4.4.3 Rahmenbedingungen/Ressourcen

Finanzielle Ressourcen können nicht über die BDKJ-Jugendbildungsstätte Rolleferberg e.V. bezogen werden, sondern müssen über externe Träger, KJP- Mittel und über einen Projektantrag bei der Stiftung Umwelt und Entwicklung akquiriert werden. Hierbei muss die Festlegung eines Projektbudgets frühzeitig erfolgen, da Gelder über Stiftungen rechtzeitig beantragt werden müssen. Für folgende Bereiche werden auf jeden Fall Gelder benötigt: Die Übernachtung und Verpflegung der Gruppe entsprechend der Tagessätze der Jugendbildungsstätte und für die Bildungsangebote, d.h. es werden normale Bildungsmodul-Preise veranschlagt, damit das 3-tägige Projekt für die Klasse attraktiv ist.

Die Kostenübersicht ist Anlage 3 zu entnehmen.

Miteingebunden werden einige Freiwillige, die sich im Projektzeitraum um die Jugendlichen kümmern können und in die Projekttage involviert werden. Zur Verfügung stehen die Außenanlage mit angrenzendem Waldstück, der nahegelegene Bauernhof, und der Arbeitsraum auf der Wiese, sowie die Tagungsräume.

4.4.4 Methodisches Vorgehen

Das Projekt muss so für die Zielgruppe konzipiert sein, dass sie sich darin auch wiederfinden können und Anknüpfungspunkte an ihr Leben feststellen können. Im Fokus dabei steht nicht nur die Methodenvielfalt an sich, sondern auch die Grenzen von Methoden, die durch die Evaluation am Ende deutlich werden können.

Durch die Auswahl der inhaltlichen Schwerpunkte, ergeben sich neue Methoden, wie das Upcycling8, die Fotografie als Technik des Empowerment9 und Techniken zur Sensibilisierung10 der TeilnehmerInnen für die unterschiedlichen Themen.

Als Technik zur Überprüfung der Zielerreichung in Projekten wird in professioneller, sozialarbeiterischer Tätigkeit häufig die SMART-Formel11 verwendet, d.h. die Ergebniskontrolle mit Hilfe von Zielerreichungsindikatoren.

Die Darstellung des zugrundeliegenden Konzepts basiert dabei auf dem in Anlage 1 dargestellten Konzept des Hauses und der zusätzlich zur Unterstützung hinzugezogen Literatur zum Thema Gruppen12 und Konzepte sozialpädagogischen Handelns13.

Zum Einstieg eignet sich die Technik der Erwartungsabklärung von TeilnehmerInnen, denn jeder Teilnehmer und jede TeilnehmerIn hat ganz unterschiedliche Erwartungen an die Projekttage. Die einen wissen schon konkret, was sie wollen, andere können sich noch keine Vorstellung machen von dem, was passieren wird. Erwartungsabklärung hilft, sich auf den Kurs einzulassen. Die TeilnehmerInnen müssen formulieren, was ihnen wichtig ist und was sie wollen. Da dies noch die Phase der allgemeinen Orientierung ist, werden sich sicherlich einige noch zurückhalten. Doch dienen die Erwartungsäußerungen dem Team und auch den anderen TeilnehmerInnen, denn sie sind Anregungen und Stichpunkte, die in die Arbeit integriert werden sollten. Es reicht also nicht aus, am Anfang Erwartungen zu klären und dann gar nicht mehr darauf zurückzukommen. Gegen Ende der Projekttage sollte deswegen noch einmal auf die Erwartungen eingegangen werden, denn sonst könnte das Gefühl entstehen, dass hierauf nicht geachtet wurde. Ist zum Beispiel von Anfang an klar, dass bestimmte Erwartungen nicht erfüllt werden können, so sollte dies direkt angemerkt und begründet werden.

Um inhaltlich in die Thematik der Nachhaltigkeit einzusteigen, eignet sich als Technik ein Brainstorming. Fragestellungen könnten sein:

Wenn ihr das Thema „Nachhaltigkeit“, „Konsum“ hört, was fällt euch spontan dazu ein?

Wenn ihr den Begriff „Umweltbildung“ hört, was fällt euch spontan dazu ein?

Entweder werden die Ideen gemeinsam direkt auf einem Plakat gesammelt oder jede bzw. jeder schreibt sie auf Moderationskarten. Anschließend können ggf. Punkte geklebt werden, mit welchem Schwerpunkt die Gruppe weiterarbeiten möchte.

4.4.5 Evaluationsmöglichkeiten

Am Anfang des ersten Tages wird es eine Fragerunde geben, was die Jugendlichen für Befürchtungen an die Tage haben, sowie welche Erwartungen und Wünsche sie äußern wollen. Es wird an jedem Tag am Ende eine kurze Reflexionsrunde mit den Jugendlichen geben, was sie für Wünsche an den folgenden Tag haben und wie Sie den aktuellen Tag bewerten. Außerdem wird es am Ende der Projekttage einen Fragebogen für die TeilnehmerInnen und Lehrer geben.

Die Projektberichterstattung wird gewährleistet durch eine Fotodokumentation, einen Presseartikel, die Auswertung des Fragebogens und durch einen Bericht auf der Webseite http://www.rolleferberg.de. Zusätzlich gibt es die Überlegung, aus den Bildern einen Fotoband zu erstellen.

Zum Abschluss der Projekttage werden sowohl SchülerInnen als auch LehrerInnen um ein Feedback gebeten. Dieses kann mündlich oder schriftlich erfolgen. Weiterhin werden die Projekttage durch einen schriftlichen Bewertungsbogen der beteiligten Freiwilligen evaluiert. Diese Evaluation dient der Dokumentation sowie der Qualitätssicherung in Bezug auf die angebotenen Methoden und Inhalte.

Zur Betrachtung der Evaluation des Projekts müssen folgende Punkte noch berücksichtigt werden, und zwar das Scheiterungsszenario, d.h. es kann natürlich auch sein, dass es keine TeilnehmerInnen für das Projekt gibt oder kein Interesse einer späteren Fortführung des Projekts seitens der Einrichtung besteht, keine monetären Mittel vorhanden sind, die TeilnehmerInnen kein Interesse an Nachhaltigkeit oder dem Projekt an sich zeigen, obwohl sich sich angemeldet haben, oder dass das Projekt nicht fortgeführt oder abgeschlossen werden kann, weil einzelne TeilnehmerInnen den Projektablauf gravierend stören.

5 Durchführung

Das Projekt konnte leider nicht stattfinden. Im Folgenden sind daher die Durchführungsschritte dokumentiert.

Nachdem die Einarbeitung reibungslos von statten ging, konnte die Projektskizze bereits Anfang September inhaltlich ausführlich erstellt werden. Hierzu zählt vor allem die sozialarbeiterisch professionell fundiert ausgearbeitete Inhaltsskizze in Kapitel 6, die Auflistung der Kosten für das Projekt, die der Anlage 3 zu entnehmen ist, als auch der Zeitplan, das Anschreiben zum Angebot und der Flyer für das Projekt an sich, die Anlage 4, 5 und 6 zu entnehmen sind.

Im August wurden bereits Kriterien für das Projekt und der Zeitplan festgelegt, die bereits in der Projektskizze unter Kapitel 6 festgehalten sind. Danach wurde eine Mail für die Schulen formuliert und zusammen mit dem Zeitplan und allen inhaltlichen Angaben verschickt. Erstellt wurde dazu das Dokument „Programmvorschläge für Studienprojekt 2 – M21 Überthema „Das geht?!? – Nachhaltigkeit für Jugendliche erlebbar machen in der Jugendbildungsstätte Rolleferberg“, welches Anlage 4 zu entnehmen ist. Dieses Dokument wurde zusammen mit einem Mailanschreiben an alle Berufskollegs der Städteregion, Gesamt-, Real-, Haupt- und Förderschulen geschickt.

Parallel dazu wurde die Projektskizze für die Katholische Hochschule im Rahmen des Moduls M21 erstellt und damit die Zustimmung zum Projekt durch die für das Modul verantwortliche Dozentin eingeholt.

Im September wurde die Suche nach geeigneten Mitteln zur Finanzierung begonnen und es wurden Antragsformulare herausgesucht, die final aber erst im November mit dem Finanzbeauftragten der BDKJ gesichtet wurden. Auf die Mail zum Projekt meldete sich im September das Berufskolleg für Gestaltung und Technik zurück, dass die Informationen weiterverbreitet würden und das Berufskolleg Jülich zeigte Interesse am Projekt. Nach einigem Mailverkehr hieß es, dass die Schulleitung und die Eltern dem Projekt zustimmen. Zur Finanzierung wurde ein Betrag von 10 Euro pro Person ausgemacht, außerdem wurde Kontakt mit der Stiftung Umwelt und Entwicklung aufgenommen, um in Erfahrung zu bringen, ob ein Antrag Aussicht auf Erfolg haben würde. Leider war dies nicht der Fall, sodass im November das Berufskolleg Jülich absprang, da die Finanzierung über KJP-Mittel zwar durchaus wahrscheinlich war, aber der Schule nicht schriftlich zugesichert werden konnte, sodass ihnen die Finanzierung zu unsicher war. Es wurden Nachweise verlangt, die so nicht erbracht werden konnten, um eine 100%ige Finanzierung darzustellen.

[...]


1 vgl. Johnson, Garth: 1000 Ideas for Creative Reuse. Minneapolis 2009, S. 9.

2 vgl. Holzbrecher, Alfred; Schmolling, Jan (Hrsg.): Imaging: Digitale Fotografie in Schule und Jugendarbeit. Heidelberg 2004, S.11.

3 vgl. Vopel, Klaus: Interaktionsspiele. Band 1-6. Salzhausen 2008, S.12.

4 vgl. Vopel, Klaus: Störungen, Blockaden, Krisen: Experimente für Lern- und Arbeitsgruppen. Salzhausen 2004, S.22.

5 vgl. Kirsten, Reiner; Vopel, Klaus (Hrsg.): Kommunikation und Kooperation. Ein gruppendynamisches Trainingsprogramm. Salzhausen 2002, S.15.

6 vgl. Cohn, Ruth: Von der Psychoanalyse zur Themenzentrierten Interaktion. Stuttgart 1992, S.10.

7 Konopka, Gisela: Soziale Gruppenarbeit - ein helfender Prozeß. Beltz-Verlag, Weinheim 1968, S. 67.

8 vgl. Martin, Rosie: Do It Yourself Couture. Einfach nähen ohne Schnittmuster. Leipzig 2012, S.19.

9 vgl. Holzbrecher, Alfred; Schmolling, Jan (Hrsg.): Imaging: Digitale Fotografie in Schule und Jugendarbeit. Heidelberg 2004, S.9.

10 vgl. von Spiegel, Hiltrud: Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit: Grundlagen und Arbeitshilfen für die Praxis. Stuttgart 2011, S.30.

11 vgl. Doran, George: There's a S.M.A.R.T. way to write management's goals and objectives. Management Review, Volume 70, Issue 11(AMA FORUM), S. 35-36.

12 vgl. Edding, Cornelia; Schattenhofer, Karl (Hrsg.): Handbuch Alles über Gruppen: Theorie, Anwendung, Praxis. Weinheim / München 2009, S.31.

13 vgl. Geißler, Karlheinz; Hege, Marianne (Hrsg.): Konzepte sozialpädagogischen Handelns. Ein Leitfaden für soziale Berufe. Weinheim / München 1999, S.13.

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten

Details

Titel
Das geht?!? Nachhaltigkeit für Jugendliche erlebbar machen in der Jugendbildungsstätte Rolleferberg
Hochschule
Katholische Hochschule NRW; ehem. Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Aachen
Veranstaltung
ISPS „Handlungsfeldübergreifendes Begleitseminar“ (Modul 21)
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
59
Katalognummer
V463677
ISBN (eBook)
9783668929777
ISBN (Buch)
9783668929784
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nachhaltigkeit, jugendliche, jugendbildungsstätte, rolleferberg
Arbeit zitieren
Nadine-Dominique van der Meulen (Autor), 2015, Das geht?!? Nachhaltigkeit für Jugendliche erlebbar machen in der Jugendbildungsstätte Rolleferberg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463677

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