Die Entwicklungspolitik und Entwicklungspraxis in Tansania zwischen 1945 und 1980

Ujamaa, eine soziale Utopie oder ein weiteres modernistisches Entwicklungsprojekt?


Bachelorarbeit, 2019
57 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Unabhängig aber arm
2.1. Spätkoloniale Entwicklungsversuche
2.2. Der Weltbankbericht
2.3. Village Settlement Scheme, 1962-1966.8

3. Ujamaa in Kürze

4. Litowa und die Ruvuma Development Association (RDA)
4.1. Die Arusha Deklaration
4.2. Das Ende der RDA

5. Von Ujamaa Vijijini zur Large Scale Villagization
5.1. Mit Zuckerbrot und Peitsche ins Entwicklungsdorf
5.2. Vormoderne Gesellschaft und Klassenkampf

6. Sozialismus in einer Ex-Kolonie
6.1. Panafrikanismus und der afrikanische Sozialismus
6.2. Ujamaa, der tansanische Sozialismus
6.3. Die Wirklichkeit der afrikanischen Tradition und der Einfluss Europas

7. Der Diskurs von Fortschritt und Entwicklung
7.1. Die Ästhetik der Moderne

8. Fazit

9. Abkürzungen

10. Quellen und Literatur

1. Einleitung

Es war vermutlich der bisher letzte Versuch einer Regierung die Gesellschaft zum Wohl der Bevölkerung radikal umzubauen. Tanganyika, das spätere Tansania, stand mit seiner Unabhängigkeit am 9.12.1961 vor dem Problem, aus einem der ärmsten Gebiete Afrikas einen Nationalstaat zu formen, der seinen Bürgern einen ausreichenden Lebensstandard bieten würde. Die Schaffung eines Nationalgefühls war eine neue Aufgabe, die Bekämpfung von Armut und Unterentwicklung eine alte. Bereits die Kolonialregierung hatte es sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs zur Aufgabe gemacht, die Entwicklung des Landes voran zu bringen. Bei der Untersuchung der Entwicklungspolitik der vor- und nachkolonialen Zeit, der 1950er bis 1970er Jahre, werden Kontinuitäten sichtbar werden, sowohl hinsichtlich der Ziele, als auch der Methoden. Mehr dazu in den Kapiteln 2 und 5.

Besondere Beachtung werden vermeintliche Brüche finden, Momente, in denen die programmatischen Aussagen von Präsident und Partei in einen Widerspruch zur praktischen Durchführung geraten, als z.B. ein lange gefördertes Projekt, das als Vorbild für das ganze Land diente, plötzlich zerschlagen wurde. (Kapitel 4).

Der Präsident Tanganyikas, Julius Kambarage Nyerere, beschrieb erstmals 1962 in „Ujamaa, the Basis for African Socialism“1 seine Vision eines demokratischen und sozialistischen Staates. Inhalt dieser theoretischen und philosophischen Grundlagen und ihre Entstehung werden in Kapitel 6 näher betrachtet.

Diese Arbeit möchte nicht nur die Bemühungen und Versuche der tansanischen Regierung auf diesem Weg nachzeichnen, Erfolge und Fehlschläge einordnen, sondern auch nach Gründen dafür suchen, warum gerade dieser Weg gewählt wurde, warum diese oder jene Entscheidung so oder so ausfiel. Damit ist auch das Thema des Kapitels 7 benannt: Welche Strukturen, welche Art des Denkens lagen hinter dem historischen Ablauf der Ereignisse, welche Motive hatten die Akteure?

Der tansanische Sozialismus verfolgte eine Umgestaltung der gesamten Gesellschaft, sowohl des bäuerlichen Lebens, als auch des städtischen. Ujamaa in den Städten bedeutete in erster Linie die Verstaatlichung von Industrie, Handel, Versicherungen und Banken und den Aufbau eines staatlichen Wohnungsbaus. In dieser Arbeit wird der städtische Bereich ausgeklammert, da sich die Besonderheit des tansanischen Sozialismus auf dem Land zeigte. Außerdem waren dort ca. 95% der Bevölkerung von den Veränderungen betroffen. Die Entwicklung der Landwirtschaft wurde als die Grundlage für alle weitere Entwicklung gesehen. Deshalb scheint es gerechtfertigt zu sein, sich auf die Vorgänge in den Dörfern zu beschränken.

Gründungen von Ujamaadörfern wurden seit Beginn der Unabhängigkeit propagiert, aber erst mit der Arusha Deklaration 1967 wurde der Sozialismus zum Staatsziel erklärt. Das Ende dieser Politik ist weniger eindeutig fixierbar. Während der Höhepunkt der Dorfgründungen noch bevorstand, wurde ein zentraler Teil von Ujamaa, die gemeinschaftliche Produktion, schon 1973 fallengelassen. Als 1976 fast die gesamte ländliche Bevölkerung in Dörfern lebte, waren diese nur noch dem Namen nach Ujamaadörfer. Spätestens während der Schuldenkrise der 1980er Jahre musste Tansania auf Druck des IWF entsprechend der sogenannten Strukturanpassungsprogramme alle staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft aufgeben, was für die Dörfer das Ende eines kostenlosen Gesundheitswesens und kostenloser Grundschulen bedeutete.

Die Forschung war von Anfang an sehr an den tansanischen Erfahrungen interessiert, schien es doch zunächst möglich, dass Demokratie und Sozialismus gleichzeitig realisiert werden könnten. Aus dieser frühen Zeit seien die meist marxistischen Wissenschaftler der Universität in Dar es Salaam erwähnt, darunter Issa Shivji und Bruno Musti de Gennaro, aber auch solche aus Europa und den USA, wie Andrew Coulson und Michaela von Freyhold. Letztere legte die Analyse eines „sozialen Experiments“ vor, wie ihre hier auch verwendete Arbeit untertitelt ist, die auf akribische Feldstudien und Interviews in ausgewählten Ujamaadörfern basiert. Den Wissenschaftlern der 1970er und 80er Jahre ist gemein, dass sie bereits eine Klassenstruktur der dörflichen Gesellschaft voraussetzten, aber unterschiedlicher Ansicht darüber sind, wie weit diese Klassen bereits entwickelt waren. Auch Goran Hyden sieht eine entstehende Klassengesellschaft, stellt aber fest, dass sich die potenziell ausgebeutete Bauernschaft immer noch dem Zugriff einer herrschenden Klasse entziehen kann. In den 1990er Jahren ließ das Interesse an Ujamaa etwas nach. Erst seit etwa 2000 wurde die sozialistische Zeit Tansanias wieder beforscht. James Scott betrachtet Ujamaa in einem größeren Zusammenhang mit anderen Projekten des modernen Social Engineering, wie z.B. die Architektur der Wohnmaschinen von Le Corbusier, den geplanten Städten vom Typ Brasilia oder der Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion, während Leander Schneider sich mittels Diskursanalyse der Ujamaa nähert. Schließlich wird in jüngster Zeit untersucht, wie sich Ujamaa im individuellen und entstehenden kollektiven Gedächtnis niedergeschlagen hat. Dazu führten z.B. Priya Lal 2015 und Daniel Mann 2017 Interviews mit ehemaligen Bewohnern der Ujamaadörfer, sowie ehemaligen Regierungsmitarbeitern durch. Dabei wird auch deutlich, dass Ujamaa noch kein komplett abgeschlossenes Thema ist, weder für die Forschung, noch für Menschen, die in den ländlichen Gebieten Afrikas einen Weg suchen, ihren Lebensstandard zu verbessern.

2. Unabhängig aber arm

Am 9.12.1961 wurde Tanganyika unabhängig.

Wie überall in Tanganyika verliefen auch hier in Peramiho die politischen Staatsfeierlichkeiten sehr harmonisch. Die Feiern zur Unabhängigkeit am 9. Dezember 1961 konzentrierten sich größtenteils auf unsere Kreisstadt Songea. Zur nächtlichen Flaggenhissung sprach Vater Abt-Bischof Eberhard dort als erster ein Gebet. Ihm folgte der angelikanische Pastor mit einem kurzen Gebet, während ein katholischer Missionar über ihn den Regenschirm hielt. Ob sich der Vertreter der islamitischen Gemeinde bei seinen Segenssprüchen auch des schützenden Daches der katholischen Kirche erfreute, konnte der Chronist leider nicht mehr erfahren. […]Bei den weltlichen Feierlichkeiten war die Menge begeistert dabei, aber nicht überschäumend. Vielleicht ist diese Zurückhaltung als eine gewisse abwartende Haltung zu werten.2

Überraschend unspektakulär scheint dieser Moment im Süden des Landes vorüber gegangen zu sein. Aber, wie der Chronist schreibt, verlief er überall “sehr harmonisch“. Tatsächlich blieb zunächst auch vieles noch so, wie es zuvor war. Nyerere war seit über einem Jahr bereits Chief Minister des Legislative Council, in dem bei den Wahlen vom August 1960 die Partei der nationalen Befreiungsbewegung, die Tanganyika African National Union (TANU), die Mehrheit erhielt. Jetzt führte er das bereits amtierende Kabinett als Premierminister und übernahm vom Gouverneur die Gewalt über das Militär und die auswärtigen Beziehungen. Wichtiger war, was sich nicht so schnell ändern würde. Unter dem Titel ‚Dependent Relationship‘3 zwischen Tanganyika und Großbritannien, verfolgten Nyerere und die TANU noch bis 1962 einen „neokolonialen“4 Ansatz. Eine Situation wie im Kongo, aus dem mit dessen Unabhängigkeit im Vorjahr schlagartig alle Belgier abzogen, sollte unbedingt vermieden werden. Lange Zeit würden nicht genug Afrikaner für den öffentlichen Dienst zur Verfügung stehen. Deshalb würden britische Beamte weiter im Land arbeiten. 1959 waren 299 leitende Verwaltungsbeamte in der Regierung tätig, davon sieben Afrikaner. Daneben gab es 47 assistierende Verwaltungsbeamte, die Afrikaner waren. 1961 gab es davon 77, jetzt Verwaltungsbeamte der Klasse IV genannt. Darüber hinaus gab es 264 Beamte der Klasse III, davon 16 Afrikaner. Alle Beamten der Klassen II und I waren Briten, wie auch fast alle (bis auf zwei) Regional und District Commissioner. Unter den 75 Beamten des mittleren und gehobenen Dienstes im Finanzministerium waren zwei Afrikaner. Auch die Ministerien, die hauptsächlich mit der ländlichen Entwicklung befasst waren, waren im technischen Bereich fast vollständig von Briten abhängig.5 Im privaten Sektor sah es ähnlich aus. In den Universitäten in Uganda und Kenia graduierten 1959 zwölf Afrikaner aus Tanganyika, 1962 waren es 17. 1962 studierten in Übersee 241 Tanganyikaner Ingenieurswesen, darunter 39 Afrikaner. Der Flaschenhals war die Sekundarschulbildung. 1960 besuchten nur 478 afrikanische Schüler die Sekundarstufe IV, die auch erst später für Ausbildungen im technischen Bereich und der Verwaltung zur Verfügung stehen würden.6 Die politischen Entscheidungen würden zwar von der tanganyikanischen Regierung getroffen werden, die Durchführung läge aber weiter bei einer britisch dominierten Verwaltung. Absprachen würden notgedrungen getroffen werden müssen.7

2.1. Spätkoloniale Entwicklungsversuche

Es verwundert nicht, dass auch die entwicklungspolitischen Maßnahmen aus kolonialer Zeit weiter verfolgt wurden. Während der letzten 15 Jahre der britischen Herrschaft war die Effizienzsteigerung der Landwirtschaft durch Modernisierung der Anbaumethoden, der Verwendung neuer Sorten, Bekämpfung von Tierseuchen, Ausweitung der Anbaufläche und der Erosionskontrolle oberstes Ziel. Damit sollten sowohl mögliche Hungersnöte verhindert, als auch ausreichendes Kapital erwirtschaftet werden, um Infrastruktur und eine Industrie aufzubauen. Seit Ende der 1950er Jahre konzentrierte man sich auf die Förderung des privaten Landbesitzes, der Plantagenwirtschaft und der sogenannten ‚progressiven‘, wohlhabenderen Farmer, die offen für diese Modernisierung schienen.8. Dieser Focal Point Approach war eine Reaktion auf den Widerstand der Bauern gegen die Versuche, eine Modernisierung der Landwirtschaft in der Fläche zu erreichen. Sehr detaillierte Regelungen schrieben z.B. in Usukuma nicht nur die Anbaumethoden vor, sondern auch Sanktionen bei unordentlichem Verhalten. Besonders unbeliebt war die Anordnung, zehn Tage pro Jahr unbezahlt Arbeit für öffentliche Baumaßnahmen zu leisten. Zum Beispiel wurden 1951 in den Uluguru Bergen die Bauern zu Terrassierungsarbeiten verpflichtet. Das Projekt Entwicklung durch Zwang scheiterte nach mehreren Unruhen, so dass alle Projekte dieser Art 1958 eingestellt wurden. Die Verweigerung durch die Bauern war oft gut begründet. So brachte die Terrassierung keine Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit.9 Aus der Sicht der Entwicklungsplaner waren es dagegen die Bauern, die durch ihren Konservatismus und ihre Verstocktheit, ihrer Abneigung gegen jede Neuerung den Fortschritt verhinderten. Der Staat sei mit einer “brick wall of peasant conservatism,”10 konfrontiert, wie es in einem Papier des Tanganyika Department of Agriculture 1956 hieß. Mit dem Focal Point Approach ließ man den größten Teil der ländlichen Bevölkerung erst mal links liegen und erhoffte sich allenfalls, dass die geförderten progressiven Bauern mit ihrem Erfolg beispielgebend sein würden.

2.2. Der Weltbankbericht

1961 veröffentlichte die Weltbank einen Bericht über Zustand und Perspektiven der tansanischen Wirtschaft.11 Er wurde noch von Großbritannien und der tanganyikanischen Kolonialregierung in Auftrag gegeben und von der Regierung des unabhängigen Tanganyika zur Grundlage ihrer Entwicklungsplanung gemacht. Der Report sieht neben anderen Ursachen in erster Linie „primitive methods, coupled with conservatism and resistance to change“12 von Seiten der Bauern als Grund für die geringe Produktivität der Landwirtschaft. Der eingeschlagene Weg des Focal Point Approach, der die landwirtschaftlichen Fördermaßnahmen auf die aussichtsreichsten Gebiete und Betriebe konzentrierte, sollte nach Meinung der Mission weiter ausgebaut werden und sich noch mehr auf die profitabelsten Projekte konzentrieren. Dabei ging es zunächst um den Ausbau der Cash Crops, Kaffee, Tabak, Pyrethrum, Bohnen, aber auch um die Versorgung des Landes mit Lebensmitteln. Diese sollten aber in spezialisierten Betrieben produziert werden, die Bauern müssten weg kommen von der üblichen Subsistenzwirtschaft. Auf diese Weise könne sich auch ein Binnenmarkt entwickeln. In der Hauptsache sei aber der Gewinn aus dem Export von Cash Crops Antrieb der Entwicklung.13

Da der Konservatismus der Bauern als ein entscheidendes Hindernis erkannt war, sollte man sich nicht mit einzelnen technischen Maßnahmen begnügen, sondern in einem weiteren Schritt einen vollständigen Wandel im Dorfleben durch einen Prozess von Erziehung und geführtem sozialen Wandel anstreben. „A revolutionary change in customs and way of life“.14 Diese sogenannte Community Development kann auch als Mittel verstanden werden, den Bauern zu verdeutlichen, dass eine Gemeinschaft auch das Recht hat, bestimmte Dinge, wie z.B. Erosionsbekämpfung, zu erzwingen.15 Es sei oft einfacher eine neue Siedlung zu gründen, als die hergebrachten Anbaumethoden in bestehenden Dörfern zu ändern. Deshalb sollte die Regierung für solche Siedlungen Land roden und Infrastruktur wie Wasserversorgung und Straßen zur Verfügung stellen. Die zukünftigen Siedler müssten eine Grundausbildung erhalten, damit sie nach den vorgegebenen Regeln und Methoden arbeiten könnten. Der landwirtschaftliche Berater müsse das Dorf überwachen.16 Die Regeln, die der Weltbankbericht für solche Supervised Settlements formulierte, klingen fast wie die Vorwegnahme der Vorschriften für die Ujamaadörfer der 1970er Jahre, wenn auch ohne gemeinschaftlich bewirtschaftete Felder:

1. Laying out holdings of economic size, 2. Working out the farming system to be adopted, and laying down the necessary rules of soil conservation and good husbandry, 3. Helping and inducing the settlers to farm efficiently and to follow the rules.17

Mittelfristig sieht der Bericht keine Möglichkeit, traditionelle Landwirtschaft so zu verbessern, dass eine ausreichende Produktionssteigerung möglich würde. Durch den Transformation Approach sollten effiziente, geplante Farmen mit wirtschaftlicher Größe entstehen. Notwendige Baumaßnahmen, die nicht durch die Regierung finanziert werden könnten, seien aber realisierbar, wenn man auf „locally organized contributions of labor“18 zurückgreife. Und auch diese Maßnahme wird später wieder aufgegriffen werden. In den Ujamaadörfern werden Straßen, Schulen und Krankenstationen in unbezahlter Gemeinschaftsarbeit gebaut werden. Der Bericht erwähnt aber auch die hohen Kosten für den Staat und das Risiko, dass das eingesetzte Kapital bei einem Misserfolg verloren ginge.19 Diese Erfahrung machte Tanganyika bald mit dem Village Settlement Scheme, das bereits 1962 in Angriff genommen wurde.

2.3. Village Settlement Scheme, 1962-1966

Interessierte Bauern wurden in bisher unbesiedelte Gebiete gebracht, da erwartet wurde, dass sie in der neuen Umgebung auch neuen Verfahren gegenüber aufgeschlossener wären. Diese Siedlungen standen unter staatlicher Leitung und wurden mit hohen staatlichen Investitionen ausgestattet. Die Siedler bekamen ein Stück Land zur privaten Bearbeitung und mussten sich darüber hinaus an bestimmten Gemeinschaftsarbeiten beteiligen. Von 69 Dörfern, die gegründet werden sollten, konnten nur 23 begonnen werden.20 Davon stammten acht Siedlungen aus einem kolonialen Projekt der Nachkriegszeit, dem Groundnut Scheme. Um den Speiseölmangel in Großbritannien zu beseitigen, sollten auf einer großen, noch zu rodenden Fläche Wildnis im industriellen Maßstab Erdnüsse angebaut werden. Da weder die lokalen naturräumlichen Bedingungen berücksichtigt wurden, noch die Frage der fehlenden geeigneten Arbeitskräfte geklärt werden konnte, scheiterte das Projekt mit einem bisher beispiellos großen Verlust.21

Von Anfang an häuften sich im Village Settlement Scheme die Probleme. Unklare Zuständigkeiten und Rivalitäten der beteiligten Ministerien, unzureichendes und unzureichend qualifiziertes Leitungspersonal, ungeeignete Ortswahl, fehlende Infrastruktur (nur zwei der Dörfer hatten eine Wasserversorgung), Auswahl ungeeigneter und unwilliger Siedler, dadurch bedingte Konflikte zwischen Angehörigen verschiedener, zusammengewürfelter Volksgruppen und niedriger Arbeitsmoral, führten schließlich 1966 zum Ende dieses Programms und des gesamten Weltbankmodells.22 Hatte man zu Beginn des Programms noch mit einer Mio. Siedlern im Jahr 1980 gerechnet, waren es 1965 erst 15.000, und mehr sollten es auch nicht mehr werden. Der finanzielle Aufwand war im Vergleich zum Ergebnis untragbar und es wäre auch bei einem Erfolg unmöglich gewesen, das Programm landesweit auszudehnen.23

Aber erst seit 1965 führte die Regierung Evaluationen in diesen Projekten durch. 1964 beanspruchten andere Ereignisse ihre Aufmerksamkeit. Im Januar kam es zu einer Meuterei der tansanischen Armee. Eigentlich ging es nur um bessere Bezahlung und eine schnellere Ablösung britischer Offiziere. Beides wurde von der Regierung bewilligt, jedoch konnte die Meuterei erst nach einer Woche mit Hilfe von 60 britischen Fallschirmjägern beendet werden. Der Aufbau einer neuen Armee war deshalb vordringlich. Kurz danach kam es zur Revolution in Sansibar und der anschließenden Vereinigung mit Tanganyika im April. Damit erbte Tansania eine Botschaft der DDR. Da das Land diese Verbindung aufrechterhalten wollte, stoppte die Bundesrepublik entsprechend der Hallsteindoktrin ihre Wirtschaftshilfen.24 Wegen der zunächst unklaren Haltung der britischen Regierung zur einseitigen Unabhängigkeitserklärung Rhodesiens unter weißer Minderheitsregierung brach Nyerere 1965 die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien ab, das im Gegenzug bereits bewilligte Hilfen einfror.25 Tansania fand neue Förderer in den skandinavischen Staaten, den Niederlanden und der Sowjetunion. China wurde ein wichtiger Lieferant für Waffen, es engagierte sich beim Industrieaufbau und besonders beim Bau einer Bahnlinie von Sambia nach Dar es Salaam.26

1966 mussten neue Wege der wirtschaftlichen Entwicklung gefunden werden. Der Vizepräsident Rashidi Kawawa, der bereits 1962 Premierminister war27, wollte sich dafür wieder verstärkt auf die landwirtschaftlichen Genossenschaften stützen.28 Diese waren hauptsächlich für die Vermarktung zuständig und hatten eine lange Tradition in Tanganyika. Für die Kolonialregierung waren sie ein wichtiges Instrument gewesen, nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung, sondern sie schienen auch ein geeignetes Trainingsfeld für afrikanische Verwaltungsangestellte zu sein. Außerdem versprachen sie wirtschaftliche Stabilität für die Erzeuger durch eine geregelte Vermarktung, besonders der Cash Crops. Ihre Zahl stieg von 188 im Jahr 1952 auf 617 im Jahr 1959.29 Damit waren fast alle Bauern erfasst, die Baumwolle, Kaffee, Reis und Cashewnüsse anbauten. Sisal hatte eigene Vermarktungswege, da dieser ausschließlich in großen Plantagen angebaut wurde. Aus der Sicht der Afrikaner hatten die Genossenschaften auch den Vorteil, dass die indischen Zwischenhändler ausgeschaltet wurden.30 Zwischen 1960 und 1966 stieg die Anzahl der Genossenschaften weiter von 857 auf 1533.31 Auch die TANU war von Anfang an mit den Genossenschaften verbunden. Allerdings vertrug sich deren relative Eigenständigkeit schlecht mit dem Anspruch der TANU alleinige Vertretung aller Tansanier zu sein. Sie wurden deshalb in einem Dachverband, der Cooperative Union of Tanzania, zusammengefasst, dessen Führung im Zentralkomitee der Partei vertreten war. Um Vorwürfe von Vorteilnahme, Korruption und Misswirtschaft zu untersuchen, wurde 1966 von der Regierung eine Kommission eingesetzt, die diese Vorwürfe bestätigen musste.32

Im Mittelpunkt der Entwicklungspolitik Tansanias stand bis hierher eine rein quantitative Entwicklung, höhere Erträge durch größere Anbauflächen und effizienteres Arbeiten mit Maschinen auf modernen Großfarmen. Es sollte eine Industrie entstehen, die zunächst Einfuhren von Konsumgütern ersetzen sollte. Bald sollte das Land unabhängig von ausländischer Hilfe sein. Fast sah es so aus, als sei für Nyerere der Fehlschlag dieser Art der Entwicklung gerade rechtgekommen. Seit dem Ende der 1950er Jahre propagierte er seine Idee eines sozialistischen Tansanias, eine Gesellschaft nach den Prinzipien von Ujamaa. Alle staatlichen Entwicklungsprojekte hatten diese Prinzipien bisher ignoriert. Aber es gab da ein Dorf im Süden des Landes, das es anscheinend mit Ujamaa ernst meinte. Nyerere begleitete dessen Entwicklung von Anfang an, bot Unterstützung sowohl materieller, als auch politischer Art und pries dieses Dorf namens Litowa als Modell für das ganze Land.33

3. Ujamaa in Kürze

Bevor an dieser Stelle weiter auf Litowa eingegangen werden kann, sollen die wesentlichen Prinzipien von Ujamaa kurz vorgestellt werden. In Kapitel 6 wird Ujamaa als eine Form des afrikanischen Sozialismus detaillierter untersucht werden. Dort soll auch der Frage nachgegangen werden, aus welchen Quellen Nyerere schöpfte, und in wie weit seine Vorstellungen der traditionellen afrikanischen Gesellschaft der Wirklichkeit entsprachen.

Für Nyerere ist der Afrikaner schon immer ein Sozialist gewesen. Dabei nimmt er Bezug auf die traditionelle afrikanische Großfamilie, die den Kern der dörflichen Gesellschaft bildet. Sie ist eine Gemeinschaft, die sich um jedes seiner Mitglieder sorgt, zusammen arbeitet, das Land gemeinsam nutzt und besitzt und demokratisch Entscheidungen nach dem Konsensprinzip findet. Ein weiteres Element ist die Pflicht eines Jeden nach seinen Fähigkeiten zu arbeiten. Nyerere drückt das mit einem Sprichwort aus: „Mgeni siku mbili; siku ya tatu mpe jembe.“34 Es sei in der traditionellen Gesellschaft eine Schande gewesen, seinen Anteil an der Arbeit zu verweigern. Der Kolonialismus habe nur oberflächlich das Leben der Menschen verändert. Eine Rückbesinnung sei möglich:

Our first step, therefore, must be to re-educate ourselves; to regain our former attitude of mind. In our traditional African society we were individuals within a community. We took care of the community, and the community took care of us. We neither needed nor wished to exploit our fellow men.35

Der Zusammenschluss zu einem neuen Dorf, das nach diesen Prinzipien arbeiten würde, muss unbedingt freiwillig erfolgen. Alle Entscheidungen, die das Dorf betreffen, müssen demokratisch unter der Beteiligung aller getroffen werden. „An Ujamaa village is a voluntary association of people who decide of their own free will to live together and work together for their common good.“36 Nyereres Vorstellung von Entwicklung zielt nicht nur auf eine wirtschaftliche Entwicklung ab. Viel wichtiger ist ihm die persönliche Entwicklung der Menschen. In Freedom and Development betont er die enge Verbindung von Freiheit und Entwicklung, die sich zueinander verhielten, wie Henne und Ei. „Without freedom you get no development, and without development you very soon lose your freedom.”37 Nur die Entwicklung von Menschen bringe Freiheit, jedoch sei nur dann Entwicklung möglich, wenn Menschen diese aus eigener Kraft betrieben. „People cannot be developed; they can only develop themselves.“38 Die Entwicklung gelänge dadurch, dass Menschen an den Entscheidungen und Diskussionen ihrer Gemeinschaft gleichberechtigt teilnähmen, sich weiterbildeten und nicht nur Befehlen gehorchten.39

Die Prinzipien von Ujamaa lassen sich in drei Punkten zusammenfassen40:

1. Respekt, gegenseitige Anerkennung der Rechte und Bedürfnisse aller.
2. Grund und Boden sind Eigentum der Gemeinschaft, die Früchte des Bodens werden geteilt.
3. Pflicht zur Arbeit

Als zweite Säule des tansanischen Sozialismus neben dem Ujamaagedanken ist das Ideal der Kujitegemea41, einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit und persönlicher Selbständigkeit

4. Litowa und die Ruvuma Development Association (RDA)

Litowas Entwicklung verlief in gewisser Weise neben der offiziellen Spur, obwohl es häufige Berührungspunkte gab. In den Gremien der RDA waren z.B. auch Regierungsbeamte und Parteifunktionäre vertreten. Gegründet wurde Litowa von Mitgliedern der Jugendorganisation der TANU, der Tanganyika Youth League (TYL). Der große Unterschied zu staatlichen Programmen war wohl, dass die Gründer dieses Dorfes aus eigener Initiative dem Aufruf Nyereres folgten, neue Dörfer zu gründen, die nach demokratischen Grundsätzen gemeinschaftliche Produktion betreiben wollten. Eine zentrale Figur dieser Gründung und der weiteren Entwicklung war Ntimbanjayo Millinga, 1960 Vorsitzender der TYL in Peramiho, dem Sitz der Benediktinerabtei in der Nähe von Songea, Hauptstadt der Region Ruvuma im Süden Tansanias. Viele Männer aus Songea gingen als Wanderarbeiter auf Sisalplantagen an die Küste. Auch Millinga arbeitete 1959 dort. Er war zu der Zeit schon für die Gewerkschaft tätig. Sein Plan zielte darauf ab, im Bezirk Songea einen landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen, der von einer Gruppe gemeinschaftlich bewirtschaftet würde. Die Farm sollte mit ‚modernen wissenschaftlichen‘ Methoden arbeiten und für ihre Mitglieder ein Ende der Wanderarbeit ermöglichen.42 Den Anstoß hätten Reden von Nyerere gegeben, die im Radio übertragen wurden, schreibt Ibbott.43

Der erste Besiedlungsversuch im November 1960, ca. 10 km von Peramiho entfernt, scheiterte an mangelhafter Vorbereitung, fehlenden Lebensmitteln und einer Bedrohung durch Löwen. Der zweite Versuch im Juli 1961 hatte Erfolg. Eine 20-köpfige Gruppe begann mit der Rodung von Buschland und der Aussaat von Mais. Die meisten hatten nur eine Grundschulbildung, drei jedoch auch Sekundarschule. Die meisten dieser Siedler waren keine Wanderarbeiter und auch keine aktiven Bauern, sondern hatten feste Anstellungen, häufig in Betrieben der Mission Peramiho, wie zum Beispiel im Laden, der Druckerei oder der Buchhandlung. Andere arbeiteten in Songea im öffentlichen Dienst. Die staatlichen Lehrer, die später in der Schule in Litowa unterrichteten, wurden nach einer Zeit Mitglied des Dorfs, was bedeutete, dass ihr Gehalt in die gemeinsame Kasse fließen würde. Ibbott geht davon aus, dass es zu der Zeit der Unabhängigkeit viele Idealisten gab, die etwas für die Entwicklung des Landes tun wollten.44 Auch wenn Litowa scheinbar in der Wildnis entstand, war es doch umgeben von anderen Siedlungen, deren Gebietsansprüchen und Chiefs, den Benediktinern in Peramiho, die zu einem großen Teil noch aus Deutschland und der Schweiz stammten, und nicht zuletzt der staatlichen Verwaltung in Songea. Der erste District Commissioner in Songea unterstützte das Dorf in der Anfangszeit und half Konflikte mit einem Nachbardorf zu lösen. Nach der Entmachtung der Chiefs 1962, die als Vertreter der überwundenen Kolonialmacht diskreditiert waren, wurde die Distriktsverwaltung für die Vergabe von Landrechten zuständig und erteilte Litowa das Nutzungsrecht über eine ausreichende Fläche.45 Der hier schon mehrfach erwähnte Ralph Ibbott arbeitete als landwirtschaftlicher Berater auf einer multirassischen und kooperativ geführten Farm in Rhodesien. Wegen seiner kritischen Haltung der rhodesischen Apartheid gegenüber, musste er mit seiner Familie das Land verlassen. Er traf Millinga bei einer Veranstaltung im Kivukoni College46 in Dar es Salaam. Dieser lud ihn ein, als Berater nach Litowa zu kommen, wo er von 1963 an lebte, finanziert durch britische NGOs.47 Es ist nicht ganz einfach seine Rolle beim Aufbau des Dorfs und der RDA zu rekonstruieren, da seine Erinnerungen und der Bericht von Kate Wenner48, die ein Jahr im Dorf lebte, die wesentlichen schriftlichen Quellen sind, die über Leben und Alltag von Litowa, des RDA und die Auseinandersetzungen mit den Politikern und Parteiführern Auskunft geben. Weitere Berichte wurden von Besuchern der Dörfer verfasst, ohne aber weiter auf Ibbotts Rolle einzugehen.49 Ibbott beschreibt sich selbst als eine Art ‚Ermöglicher‘, jemand, der Fördermittel aus dem Ausland organisieren kann, der aber in erster Linie als Berater zur Verfügung steht. Anfang der 1960er Jahre wurden viele Siedlungen begonnen, die fast alle nach kurzer Zeit scheiterten. Ibbott sieht den Grund dafür auch darin, dass oft Leute, die als auswärtige Helfer anfingen, sich zu sehr in die Führung einmischten. „A community cannot be managed from outside; if it is, it ceases to be a community.”50 Deshalb habe er sich zurückgehalten, wenn es um interne Entscheidungsfindung ging und habe nur noch zu einzelnen Themen und nach Aufforderung durch die Dorfbewohner an Besprechungen teilgenommen.51 Ein etwas anderes Bild ergibt sich, wenn man Zeitzeugen befragt. Daniel Mann befragte 2015 frühere Beamte im Distrikt Songea und ehemalige Bewohner der Ujamaadörfer.52 Viele sagten, dass Ibbott sehr wichtig für die Entwicklung der Dörfer gewesen sei. Bele Kumasi Nyoni aus Liweta, dem zweiten Ujamaadorf nach Litowa, bezeichnet ihn als den eigentlichen Urheber der Ujamaadörfer: „And there was this white man, known as Ibbott. Ibbott had an idea of ujamaa. He said you can come together and work together.“53 Auch der emeritierte Abt von Peramiho, Lambert Doerr, scheint dieser Ansicht zu sein:

Der, der dahintergestanden ist, der das praktisch aufgebaut hat, ungefähr das Modell für die anderen Dörfer, fürs ganze Land, das war ein Weißer, und zwar war das ein Sozialist, der auch aus Rhodesien ausgewiesen worden ist, der hat dort gewohnt, ein gewisser Mr. Ibbott.54

Ibbott war als Weißer in einer relativ exponierten Stellung, als Berater oder vielleicht auch Initiator mancher Entwicklungen unübersehbar. Aber ihn als ‚Chef‘ oder sogar als ‚Urheber‘ der Ujamaadörfer zu bezeichnen, würde zu weit gehen. Schließlich kam er auf Wunsch Millingas erst zwei Jahre nach Gründung des Dorfes nach Litowa. Dass man ein Dorf aufbauen wollte, dessen Landwirtschaft gemeinschaftlich betrieben wird, in dem alle Entscheidungen demokratisch getroffen werden sollten, war schon von Anfang an beschlossen. 1966 hatten sich bereits feste Strukturen herausgebildet, die Jim Brain bei einem Besuch so beschrieb:

All adults are members of the society. There is a democratically elected manager and assistant manager, a bwana shamba […] a secretary, a treasurer […] and a man who doubles as chairman of the biweekly meetings. None of these persons is in receipt of a salary, nor do they live and work in any different way from any of the Settlers. […] Each person holding office does so for one year, but is eligible for re-election […].

Quite the most important function in the running of the village is the twice-weekly Chakula cha Ujamaa. This is a communal meal taken every Tuesday and Thursday evening. […] After the meal the chairman […] asks the statements from the various office holders, who can be questioned by any member […]. Any problems or difficulties are raised and there is quite an element of mutual criticism. The women are encouraged to speak and give their opinions. It is at these meetings that policy and plans of work are trashed out. The traditional method of gaining a consensus by discussion is used rather than vote counting.55

Bis auf ein kleines Grundstück, das jede Familie privat nutzt, werden die Felder gemeinschaftlich bestellt. Alle arbeiten entsprechend ihrer Fähigkeiten und bekommen den gleichen Anteil am Gewinn. „Any cash income obtained is shared equally between all adults, regardless of age, job or sex.”56 Als Cash Crop werden Tabak und Erdnüsse angebaut und im Ort weiterverarbeitet. Den eigenen Lebensmittelbedarf decken Mais und verschiedene Gemüse. Seit 1963 erleichterte ein Traktor, gespendet von einer britischen NGO, die Arbeit.57

[...]


1 Nyerere, Julius: Ujamaa, the Basis for African Socialism, Dar es Salaam 1962. https://studycircle.wikispaces.com/file/view/20102a,+Julius+Nyerere,+Ujamaa+-+The+Basis+of+African+Socialism,+1962.pdf. (17.6.18)

2 Pater Lucius Marquardt, Chronist von Peramiho 1961, in: Chronik der Benediktinerkongregation von St. Otilien, als Manuskript gedruckt für die Häuser der Kongegation, Nr. 3, 33. Jahrgang 1962, S. 158.

3 Vgl. Pratt, Cranford: The Critical Phase in Tanzania 1945-1968, Nairobi 1978, S. 90ff.

4 Pratt, S. 91.

5 Vgl. Pratt, S. 92.

6 Vgl. Pratt, S. 94.

7 Vgl. Pratt, S. 90.

8 Vgl. Havnevik, Kjell: Tanzania, The Limits to Development from Above, Uppsala 1993, S. 30f.

9 Vgl. Pratt, S.26f.

10 Scott, James C.: Seeing Like a State, how Certain Schemes to Improve the Human Condition Have Failed, Yale University Press New Haven and London 1998, S.260.

11 The Economic Development of Tanganyika, Report of a Mission organized by the International Bank for Reconstruction and Development at the Request of the Governments of Tanganyika and the United Kingdom. Baltimore 1961.

12 Weltbank, S. 101.

13 Vgl. Weltbank, S. 102f.

14 Weltbank. S. 109.

15 Vgl. Weltbank. S. 110.

16 Vgl. Welbank, S. 131,

17 Weltbank, S.132.

18 Weltbank, S. 492,

19 Vgl. Weltbank, S. 133.

20 Eine Auflistung aller Projekte zwischen 1958 und 1966 findet sich in Baldus, Rolf: Zur operationalen Effizienz der Ujamaa Kooperative Tansanias, Göttingen 1976, S. 22f.

21 Vgl. Iliffe, John: A Modern History of Tanganyika, Cambridge 1979, S. 440-442.

22 Vgl. Jennings, Michael: Surrogates of the State, Bloomfield, USA, 2008, S. 42f.

23 Vgl. Schneider, Leander: Government of Development, Indiana 2014, S. 38.

24 Vgl. Pratt, S.178f.

25 Vgl. Pratt, S. 147ff.

26 Vgl. Pratt, S. 158ff.

27 Vgl. Pratt, ‚The Kawawa interlude‘ S. 121.

28 Vgl. Jennigs, S.44.

29 Vgl. Eckert, Andreas : Herrschen und Verwalten, München 2007, S. 209.

30 Vgl. Eckert., S. 210.

31 Pratt, S.191.

32 Vgl. Pratt, S. 192f.

33 Ujamaa ist abgeleitet von Kiswahili ‚Jamaa‘ = Familie, das Präfix ‚U-‘ bezeichnet eine Idee des folgenden Wortteils. Die englische Übersetzung ist ‚Familyhood‘, auf Deutsch vielleicht Familiensinn

34 Behandle deinen Gast zwei Tage als Gast, aber gib ihm am dritten Tag eine Hacke. Nyerere, Ujamaa, S. 4.

35 Nyerere: Ujamaa, S. 4.

36 Nyerere, Julius: Freedom and Development, Uhuru na maendeleo, 1968, S. 7.in: A selection from writings and speeches 1968-1973, New York 1973.

37 Nyerere, Freedom and Development, S. 1.

38 Nyerere, Freedom and Development, S. 2.

39 Vgl. Nyerere, Freedom and Development, S. 2.

40 Vgl. Nyerere, Socialism and Rural Development, S. 337f, in: Freedom and Socialism, Dar es Salaam 1967.

41 wörtlich: Abhängigkeit von sich selbst.

42 Vgl. Ibbott, Ralph: Ujamaa, The hidden story of Tanzania’s socialist villages, Hg. Selma James, Nina Lopez, London, 2014, S. 58..

43 Vgl. Ibbott, S. 57.

44 Vgl. Ibbott, S. 59f.

45 Vgl. Ibbott, S. 61.

46 Das Kivukoni College war eine Hochschule der TANU, die Fachkräfte für Verwaltung und Partei ausbildete.

47 Vgl. Ibbott, S. 27.

48 Wenner, Kate: Shamba Letu, Boston 1970.

49 Siehe z.B. Brain, Jim: Report on a Visit to the Ruvuma Development Association Schemes, August 1966, in: Ibbott, Ujamaa, S. 43-56.

50 Ibbott, S. 240.

51 Vgl. Ibbott, S.41.

52 Mann, Daniel: The smell of ujamaa is still there, Würzburger Geografische Arbeiten, Band 121, Würzburg 2017.

53 Mann, S. 190.

54 Interview des Verfassers mit Abt em. Lambert Doerr in Münsterschwarzach, 28.3.2017.

55 Report von Jim Brain in: Ibbott, Ujamaa, S. 44.

56 Ebd. S. 48.

57 Vgl. Ibbott, S. 68.

Ende der Leseprobe aus 57 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklungspolitik und Entwicklungspraxis in Tansania zwischen 1945 und 1980
Untertitel
Ujamaa, eine soziale Utopie oder ein weiteres modernistisches Entwicklungsprojekt?
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
57
Katalognummer
V463775
ISBN (eBook)
9783668912410
ISBN (Buch)
9783668912427
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tansania, Ujamaa, afrikanischer Sozialismus, Nyerere, Kolonialismus, Afrika, Ostafrika
Arbeit zitieren
Christian Neumann (Autor), 2019, Die Entwicklungspolitik und Entwicklungspraxis in Tansania zwischen 1945 und 1980, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463775

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