Diese Ausarbeitung einer Unterrichtseinheit behandelt das Buch "Emil und die Detektive" von Erich Kästner. Dies ist ein Kinder- und Jugendroman. Es existieren verschiedene Konzepte der Deutschdidaktik im Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur. „Aber Literatur ist immer häufiger Medienverbundliteratur, und die kulturelle Praxis, in die wir Heranwachsende einzuführen haben, ist mit immer zunehmender Selbstverständlichkeit eine Praxis des Umgangs mit allen ästhetischen Medien". In dieser Unterrichtseinheit wird ein Konzept entwickelt, welches das Hörspiel im Zusammenhang mit dem Roman "Emil und die Detektive" als ästhetisches Phänomen betrachtet. Die Unterrichtseinheit ist eingebettet in die Thematik des Kinder- und Jugendromans. Der Roman "Emil und die Detektive" wird über einen längeren Zeitraum nähergehend behandelt.
In der Sachanalyse werden die zu analysierenden Textstellen im Hörbuch sowie im Roman hinsichtlich ihrer Vorteile analysiert. Die Textstelle, welche Thema der Unterrichtseinheit ist, behandelt jene Stelle, in der Emil gegenüber dem Mann mit dem Hut eingeschlafen ist, jedoch aufwacht, als dieser verschwunden ist. Nach einigen Gedankengängen merkt Emil letztendlich, dass sein Geld geklaut wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Sachanalyse
1.1 Das Hörspiel und der Roman ‚Emil und die Detektive‘ eignen sich für unterschiedliche Klientel
1.1.1 Die Umsetzung durch Beschreibungen und direkte Geräusche
1.1.2 Die Umsetzung durch Text und Sprache
1.1.3 Die Berechtigung des Hörspiels und des Romans
2. Die didaktische Bedeutung des Unterrichtsinhaltes
2.1 Der Gegenwartsbezug
2.2 Der vermutete Zukunftsbezug
2.3 Die exemplarische Bedeutung
2.4 Die Struktur des Inhalts
3. Die Lernziele
3.1 Der Lehrplanbezug
3.2 Die Formulierung der Lernziele
3.2.1 Kognitive Lernziele
3.2.2 Affektive Lernziele
3.2.3 Soziale Lernziele
4. Die Kompetenzziele dieser Unterrichtseinheit
4.1 Die Aspekte nach Spinner und Tulodziecki in dieser Unterrichtseinheit
5. Die didaktisch-methodische Analyse der Unterrichtseinheit
5.1 Die erste Unterrichtsstunde
5.2 Die zweite Unterrichtsstunde
6. Das Tafelbild
6.1 Tafelbild 1
6.2 Tafelbild 2
6.3 Die Hausaufgabe der 2. Stunde
7. Die verwendeten Medien
7.1 Für die erste Unterrichtsstunde
7.2 Für die zweite Unterrichtsstunde
8. Quellen
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die medienspezifischen Unterschiede zwischen dem Roman und dem Hörspiel „Emil und die Detektive“ herauszuarbeiten und die Ästhetik beider Formen im Kontext eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts für die 5. Klasse zu reflektieren.
- Intermedialität am Beispiel von Roman und Hörspiel
- Medienästhetische Analyse von Text und akustischer Gestaltung
- Entwicklung von Medienkompetenz durch produktive Erarbeitung
- Didaktische Planung einer Unterrichtseinheit zur Medienunterscheidung
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Die Umsetzung durch Beschreibungen und direkte Geräusche
Im Roman werden die Umgebungsgeräusche des Zuges, in welchem sich die Szene abspielt, nicht dargestellt. Vielmehr wird durch die Aussage „Als er aufwachte, setzte sich die Bahn eben wieder in Bewegung.“ (KÄSTNER 1984, S. 56) deutlich, dass sich Emil im Zug befindet. Diese Information wird somit ausschließlich durch Text sowie eher indirekt beschreibend vermittelt.
Im Hörspiel hingegen wird diese Information zwar ebenfalls wortgetreu per Sprecher dargestellt, allerdings wird darüber hinaus durch eine direkte Geräuschkulisse deutlich, dass sich die Szene im Zug abspielt. Dies geschieht direkt am Anfang der Szene, in der man die Geräusche des Zuges wahrnimmt. Am Ende, jedoch außerhalb der analysierten Szene, wiederholt sich das Geräusch und bildet eine Art Rahmen. Diese Geräuschkulisse tritt somit vereinzelt auf. Dies ist laut LADER 2001 typisch für ein Hörspiel (vgl. LADER 2001, S. 109). Dadurch, dass dieses Geräusch am Anfang sowie am Ende auftritt, wird suggeriert, dass dieses Geräusch in einer wirklichkeitsgetreueren Darstellung durchgehend auftritt. Das Hintergrundgeräusch dient somit als Ersatz für eine Art Hintergrundkulisse und zur besseren Imagination der Szene.
Während der Roman die Umgebung eher beschreibt und damit dem Rezipienten im höheren Maße die Möglichkeit bietet, sich selbst eine visuelle als auch auditive Vorstellung der Situation zu machen sowie seine Fantasie anregt, übernimmt das Hörspiel in Teilen diese Aufgabe. Dies hat zur Folge, dass sich der Rezipient direkt im Geschehen befindet. Es findet eine eher direkte Vermittlung der Situation statt, in welcher der Rezipient sich nur noch die visuelle Umgebung des Zuges in Eigenleistung vorstellen muss. Folglich kann ein Hörspiel stärker als ein Roman, ein „emotional stärkeres (Mit-)Erleben bewirken“ (MÜLLER 2010, S. 660).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Sachanalyse: Dieses Kapitel vergleicht die mediale Umsetzung von Roman und Hörspiel am Beispiel ausgewählter Textstellen hinsichtlich ihrer ästhetischen Mittel und Wirkungsweisen.
2. Die didaktische Bedeutung des Unterrichtsinhaltes: Hier werden die Relevanz des Themas für die Lebenswelt der Schüler, der Zukunftsbezug sowie die exemplarische Bedeutung der Medienübertragung begründet.
3. Die Lernziele: Dieses Kapitel verankert die Unterrichtseinheit im bayerischen LehrplanPLUS und definiert konkrete kognitive, affektive sowie soziale Lernziele für eine 5. Klasse.
4. Die Kompetenzziele dieser Unterrichtseinheit: Die Arbeit erläutert, welche spezifischen Medienkompetenzen nach Spinner und Tulodziecki durch die Unterrichtsphasen bei den Schülern gefördert werden.
5. Die didaktisch-methodische Analyse der Unterrichtseinheit: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert den Ablauf der zwei Unterrichtsstunden inklusive der methodischen Entscheidungen für die Problembegegnung und Erarbeitung.
6. Das Tafelbild: Das Kapitel präsentiert die didaktischen Zusammenfassungen, die am Ende der jeweiligen Unterrichtsstunden zur Sicherung der Ergebnisse erarbeitet werden.
7. Die verwendeten Medien: Hier wird eine Übersicht über die eingesetzten Unterrichtsmittel gegeben, von YouTube-Clips bis hin zu den benötigten Materialien für die Hörspielproduktion.
8. Quellen: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen und didaktischen Literatur.
Schlüsselwörter
Intermedialität, Emil und die Detektive, Erich Kästner, Literaturunterricht, Hörspiel, Roman, Medienkompetenz, Handlungs- und produktionsorientierung, Medienästhetik, Didaktik, Mittelschule, Erzählstrukturen, Medienvergleich, Literaturdidaktik, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die didaktische Konzeption einer Unterrichtseinheit zum Vergleich der Medien Roman und Hörspiel anhand von Erich Kästners „Emil und die Detektive“ für eine 5. Klasse der Mittelschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Intermedialität, die Analyse von Medienästhetik sowie die Förderung von Medienkompetenz im Deutschunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Schülern die Unterschiede in der Wirkungsweise von Text und Ton zu verdeutlichen und ihnen durch ein eigenes Hörspiel-Projekt die spezifische Ästhetik beider Medien erfahrbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer sachanalytischen Untersuchung der Medienformen, die durch eine didaktisch-methodische Analyse der Unterrichtsplanung für den Literaturunterricht ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die ästhetischen Eigenschaften von Roman und Hörspiel, verknüpft diese mit Lern- und Kompetenzzielen und entwirft einen konkreten Stundenausbau für zwei Unterrichtseinheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Intermedialität, Literaturdidaktik, Handlungs- und produktionsorientierung, Medienkompetenz sowie die spezifische Gegenüberstellung von Lese- und Hörerfahrung.
Warum wird gerade der Roman „Emil und die Detektive“ gewählt?
Der Roman bietet sich aufgrund seiner klaren Sprache und Handlungslogik als „Medienverbundliteratur“ ideal für einen Vergleich an, da er sowohl als Lektüre als auch als Hörspiel vorliegt.
Welche Rolle spielt die „Handlungs- und Produktionsorientierung“?
Dieser methodische Ansatz ermöglicht es den Schülern, durch das aktive Produzieren eines eigenen Hörspiels ein tieferes Verständnis für die Gestaltungsmittel und die Wirkung der akustischen Umsetzung zu erlangen.
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- Chris K. (Author), 2019, Intermedialität im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463819